Europa vor Ort
Was geht mich Europa an?
Im Mai des kommenden Jahres sind Europas Bürger aufgerufen wieder ihr Parlament zu wählen. Ein demokratischer Akt, den in den letzten Jahren immer weniger Bürger wahrgenommen haben. Brüssel scheint oft weit entfernt vom Alltag. Im Bürgerhaus versuchte man heute Europa wieder mehr in den Mittelpunkt zu rücken...
Blick in den Ratssaal (Foto: nnz)
Mediamodifier/pixabay.com
Seit zehn Jahren reist Ingo Espenschied durchs Land, im Gepäck eine ganze Reihe an Mulitmediavorträgen. Der gelernte Politologe versucht trockene Themen der politischen Bildung mit seinem eigenen Genre, der "Live-Doku", in den Alltag zu tragen.
Rund 150.000 Zuschauer hat er so schon mit Vorträgen zur Deutschen Einheit, dem Grundgesetz, dem Elysée-Vertrag oder dem ersten Weltkrieg erreicht. Im Bürgerhaus stand heute Europa auf dem Programm, genauer das europäische Parlament.
Für den Ritt durch die Institutionen der Union, ihrer Funktionsweise und Zuständigkeiten hat sich Espenschied in Brüssel und Straßburg auf Spurensuche begeben und Abgeordneten bei ihrer täglichen Arbeit über die Schulter geschaut. Die Frage: Ist das Europäische Parlament ein "zahnloser Debattierclub" oder die Stimme der Bürger Europas?
Zu Gast war auch Dr. Babette Winter, Thüringer Staatssekretärin für Kultur und Europa. Zusammen mit Espenschied lud man zur Diskussion mit Schülerinnen und Schülern.
Man habe in den letzten Jahren zu stark auf den Binnenmarkt als integrierendes Element der Union gesetzt, meint Winter, "you cannot fall in love with the single market" - "in den Binnenmarkt kann man sich nicht verlieben", zitiert die Staatsekretärin ein europäisches Bonmot, einst geäußert von Komissionspräsident Jacques Delors im Jahr 1989. Das soziale Europa habe man aus den Augen verloren. Die Union müsse nicht jedem Land vorschreiben, was es genau zu tun habe, etwa bei Jugendarbeitslosigkeit oder Mindestlohn, könne aber "Leitplanken" setzen.
Eskapaden wie Vorschriften zur Gurkenkrümmung, Glühbirnenverbot oder umstrittene Abkommen und Pläne, die bei aller Politikverdrossenheit dann doch wieder Menschen auf die Straßen treiben, haben dem Image der EU geschadet. Das liege auch daran, dass die Landespolitik des Kontinents vorteilhafte europäische Inititativen wie die Abschaffung der Roaming-Gebühren, bessere Umweltstandards oder Änderungen im Verbraucherschutz gerne als eigene Erfolge verkaufe und Missstände auf die "Bürokraten in Brüssel" schiebe.
Der "Brexit", die Griechenlandkrise, Fragen nach Netto-Zahlern und Nutznießern - nach anfänglichem Zögern entwickelten sich lebhafte Diskussionen. Die EU hat für die meisten Bürger vor Ort kein Gesicht, warfen Schülerinnen und Schüler ein und vielleicht sollte sie das, im Gedanken der europäischen Gemeinschaft, auch nicht haben.
Wie dann aber wieder herankommen an den Bürger? Mehr "social media"? Eigentlich nicht, meinte das Publikum, die Politik habe bereits Einzug gehalten, das Interesse sei seitens der Jugendlichen aber meistens nicht vorhanden. Hätte die Schule den Besuch nicht organisiert, wären wohl die wenigsten gekommen.
Die meisten der Anwesenden werden im kommenden Jahr das erste mal ihr Kreuz setzen dürfen. Die Wahl zu haben sei aber nur ein Teil der Demokratie, meinte Espenschied, es gebe keine "Nicht-Wahl", man müsse sich auch selber einbringen.
Babette Winter reist für Thüringen einmal im Monat nach Brüssel um den Freistaat im Ausschuss der Regionen gegenüber Parlament und Kommission zu vertreten, zu diskutieren und die thüringische Perspektive auf Vorschläge darzulegen. Auch das sei nur ein kleines Rad im großen Getriebe der Union, aber ohne die vielen kleinen Räder funktioniere das große Ganze nicht. "Am Ende bleiben nur ein paar große Räder, die alles kontrollieren und man lebt in einer Autokratie", sagte die Staatssekretärin.
Es brauche kein "neues Europa", so Winter weiter, sondern ein neue, soziale Säule. "Die Gründungsidee der Gemeinschaft sollte auch heute noch tragen. Die Fliehkräfte sind größer geworden, der Zuspruch der Bevölkerung zur EU ist in der Regel immer noch hoch."
Dennoch reiche es nicht zu sagen, "das wird schon", so wie die Gründung der Union gegen starke Widerstände erarbeitet wurde, so müsse man heute an ihrer Zukunft arbeiten.
Angelo Glashagel
Autor: red
Kommentare
Latimer Rex
01.11.2018, 19:00 Uhr
Das Beste für Europe
Die Europäische Union ist das Beste für Europa, seit die alten Griechen die Demokratie "erfunden" haben. Nach dem Zweiten Weltkrieg trug sie zur Versöhnung unter ""Erzfeinden" bei. Als die sechs Gründerstaaten stabile politische und wirtschaftliche Verhältnisse schufen, vereitelten sie kommunistische Wahl- oder Putscherfolge in Rom oder Paris. Stalin wartete vergebens, dass die junge Bundesrepublik unter der Last von Millionen Heimatver-triebenen implodieren würde. Die EU verhalf Griechenland, Spanien und Portugal zum friedlichen Übergang von faschistischen Diktaturen zur Demokratie. Und sie unter-stützt noch heute die "Rückkehr" nach Europa der
ehemals kommunistischen Ostblockstaaten. Aber sie darf
keine autoritäre Herrschaft wie in Polen und Ungarn dulden.
Die Briten wollten nie etwas von einer politischen Union
wissen, sondern sahen in der EU nur einen vorteilhaften
Marktplatz. Eben eine "Nation von Krämern". Die EU ist mehr: Eine grandiose Wertegemeinschaft, die einen Rückfall ins 19. Jahrhundert und seinen anachronistischen Natio-nalismus überwinden wird. Übrigens, gerade Gurken und
sparsame Glühlampen sind kein Spleen gelangweilter
Bürokraten, sondern gehen auf Wünsche der Wirtschaft
und des Umweltschutzes zurück. Wie leicht ist es doch
heute für nationale Regierungen, ihre Fehler und Versäum-
niss auf Brüssel zu schieben. Nicht einmal der Verwaltungs-
apparat für eine Gemeinschaft von einer halben Milliarde
Einwohnern ist proportinell zu hoch. Lang lebe Europa!
geloescht.20250302
01.11.2018, 20:04 Uhr
Ja, Europa ist toll!
Wenn man sich die richtig guten und teuren Schmerzmittel leisten kann, soll auch Krebs erträglich sein.
Waldemar Ceckorr
01.11.2018, 21:24 Uhr
wo bekommt man denn das zeug,
welches sie eingeworfen haben latimer rex ?
der waldi
Realist 1.0
01.11.2018, 23:20 Uhr
Latimer Rex heute schon mal eine Tageszeitung gelesen
ich glaube ja nicht, sonst würden sie nicht so einen Stuss schreiben. Diese Heile Europa existiert schon seid Jahren nicht mehr, und jetzt bekommen wir mit Italien ein Griechenland 2.0 weil die Italienische Regierung aus Lega und Fünf Sterne Bewegungen ihren Wähler extreme Wahlversprechen macht, wie z.B. weniger Steuern, früher in Rente und Grundeinkommen trotz extrem hoher Staatsverschuldung. Am Ende muss der dumme deutsche Steuerzahler dafür gerade stehen, weil wir blöden Deutschen ja so hilfsbereit sind.
Treuhänder
02.11.2018, 07:39 Uhr
Deutschland
Deutschland muss für Italien, Griechenland und andere Länder sowie so gerade stehen. Der Druck kann immer weiter erhöht werden, weil kein Land aus dem Euro austreten kann.
In diesen Ländern geht es einen großen Teil der Menschen schlecht, hohe Jugendarbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit. Es ist die Rede von einer "verlorenen" Generation. Was halten diese Menschen von Europa? Diese Menschen sehen sich in erster Linie selbst, ihre Lebensumstände, dass tut vermutlich jeder. Und da müssen sie feststellen, dass es ihnen zunehmend nicht besser, sondern eher schlechter geht. Wie heißt es so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt. Bevor wir keinen unumwindbaren Beweis haben, dass etwas nicht funktioniert oder funktionieren kann, glauben und hoffen wir immer, dass liegt vermutlich einfach in der menschlichen Natur.
henry12
02.11.2018, 07:56 Uhr
Wertegemeinschaft Europa
Welche Werte meinen Sie ? Das würde mich brennend interessieren. Aber bitte kein Floskeln, sondern Fakten.
Ansonsten erinnert das Gefasel an Gerhard Löwenthal. Ein Getriebener und Agitator übelster
Sorte.
Latimer Rex
02.11.2018, 09:08 Uhr
Henry12/Europa
Die historischen Fakten sind nicht fake, sondern offenkundig.
Haben Sie Agit-Prop bei Karl-Eduard von Schnitzler gelernt?
Trüffelschokolade
02.11.2018, 10:09 Uhr
Eingeworfen
Was Latimer eingeworfen hat sind Fakten und Realitätssinn.
Dieses Zerrbild der EU, wie es oft aufgebaut wird, hat selten etwas mit Realität zu tun. Gerade die friedens- und wohlstandsschaffende Wirkung der EU ist doch zumindest wissenschaftlich gut anerkannt. Dass es einfacher ist sich von den Populisten was anderes einreden zu lassen ist da nur traurig. Und zu unser aller Nachteil.
Dass es dennoch Probleme gibt ist ja nicht unbestritten. Gerade im EP wird ja oftmals auf mehr Demokratie hingearbeitet, soll die soziale Säule ausgebaut werden, etc. Wer meist dagegen ist? National eingestellte Regierungen.
Der vermeintliche Niedergang des Westens wird v.a. durch eines vorangetrieben: Nationalismus.
Latimer Rex
02.11.2018, 11:41 Uhr
Realist 1.0/Griechen
Die Mär von den von Berlin und Brüssel ach so geknechteten
Griechen stimmt vorn und hinten nicht. Athen ist selbst ver-
antwortlich dafür, dass Reeder keine Steuern zahlen und ihre
Millionen auf Schweizer Konten schaufelten, keine funktio-
nierenden Steuerbehörden existieren, das Rentenalter bei 50
lag, die Verwaltung mit nutzlosen Parteigenossen
überfüllt war, die Bauern die Zuschüsse der EU für den Kauf
von SUV statt landwirtschaftlicher Maschinen zur Ertrags-
steigerung nutzten. Obendrein leistet sich Griechenland den
proportional höchsten Militärhaushalt in der NATO. Und
Italien ist ein ebenso trauriges Kapitel. Eine schwäbische
Hausfrau weiß: Man kann nicht mehr ausgeben, als einge-
nommen worden ist.
henry12
02.11.2018, 12:01 Uhr
Latimer Rex
Ich bin gegen rechte u n d linke Hetze.
Leben Sie doch einfach weiter in Ihrer eigenen
kleinen Welt.
Treuhänder
02.11.2018, 12:22 Uhr
@Latimer Rex
Griechenland hat proportional einen hohen Militärhaushalt, das ist richtig. Haben Sie sich die Frage gestellt warum und von wen die Griechen das kaufen?
Die griechische Wirtschaft wird sich mit dem Euro als Währung nie erholen. Das sagen übrigens auch verschiedene Ökonomen.
Latimer Rex
02.11.2018, 12:55 Uhr
Latimer Rex / Henry12
Sehr lobenswert, Ihr Bekenntnis gegen Hetze. Nur sind Sie
bei mir mit der unterstellten "kleinen Welt" an der falschen
Adresse: Im Berufsleben war ich Jahrzehnte lang zwischen
Buenos Aires und Bangkok, zwischen Kapstadt und Seoul,
zwischen Sydney und San Francisco, Rio de Janeiro und
Singapur sowie an einigen anderen Orten unterwegs.
geloescht.20250302
02.11.2018, 13:03 Uhr
Und woher kommt der zunehmende Nationalismus?
Nur ein von "Rechten verursachtes Problem, an dem die in manchen Bereichen nicht zu leugnende Bevormundung durch die EU unschuldig ist?
Europa vor nationale Interessen setzen funktioniert nicht, solange sich nicht alle Mitgliedsstaaten daran halten.
Das Sprichwort "In die Hand, die mich füttert, beisse ich nicht" trifft da schon zu.
Und wer die Geschichte Italiens verfolgt, weiss, dass dieses Land mit seinen ewigen Korruptionen und Regierungskrisen kein EU-Musterland war und ist.
Und da es am Meer liegt und damit Einfallstor für Flüchtlinge ist, hat Italien den perfekten Schlüssel zur Erpressung durch Durchwinken Richtung nördlicheres Europa in der Hand.
Auch das ist ein Ergebnis des alternativlosen "Wir schaffen das!" Es wurde nur vergessen, vorher zu fragen, wer alles zum "Wir" gehören will.
Paulinchen
02.11.2018, 14:50 Uhr
Dieser bevorstehende Migrationspakt der UNO...
...ist der perfekte Plan, das Asylrecht zu unterwandern, bzw. Asyl und Migration auf die gleiche Stufe zu stellen. Ungarn und Österreich haben von dem Recht Gebrauch gemacht, diesem Pakt nicht zuzustimmen. Die Tschechen denken auch über die Möglichkeit nach, den Pakt auch nicht zu unterzeichnen. Australien und die USA verweigern ebenfalls ihre Unterschriften.
Warum? Der Pakt sieht vor, dass Migranten das Recht erhalten, in den jeweiligen Aufnahme/Gastländern ungehinderten Zugang zum Arbeitsmarkt und in die Sozialsysteme zu bekommen. Dabei bleiben die "echten" Asylantragsteller auf der Strecke. Denn sie haben vielleicht die ehrlichen Absichten nach der Befriedung ihres Heimatlandes wieder in ihre Heimat zurückzugehen. Die Migranten, sind dann die ewigen Bittsteller, weil leider, wie schon zu hauf erlebt, die Integrationsunwilligkeit überwiegt. Bekannt ist doch nun, der Satz "Wir schaffen das" ist nach hinten losgegangen. Daran haben sich die sogenannten Volksparteien bis aufs Blut gerieben, ja sie sind dabei, daran zu zerbrechen.
Was nutzen uns jährlich 200.000 (sprach Jens Spahn!) Zuwanderer/Migranten (also keine berechtigten Asylanten) im Lande? Wann ist denn damit zu rechnen, dass sie in die Sozialsysteme einzahlen? In der vierten oder fünften... Generation? Mir soll bitte niemand vom Reichtum Deutschlands reden, den sehe ich in unseren Schulen, Kitas, Krankenhäusern, Pflegeheimen, Straßen,Plätzen, Brücken, Renten und Löhnen u.u.u.
Wie hieß es doch einst vor der Schaffung des Hauses Europa so schön? Jedes Land des europäischen Kontinents hat ein Recht auf ein Zimmer, wenn es a) die Kriterien dafür erfüllt und b) wenn es den Wunsch danach hegt. Von da an ging der Beschiss um die Zugehörigkeit los. Griechenland und Italien sollen wohl betrogen haben, dass sich die Balken bogen. Großbritannien war nur mit halben Herzen dabei, weil die Queen keine einzige Cent-Münze im Palast sehen wollte. Die eiserne Lady Thatcher war strikt gegen die Wiedervereinigung Deutschlands. Aber alle Möglichkeiten der EU-Mitgliedschaft wurden mitgenommen.
Aus meiner Sicht, ist die EU eher ein Kartenhaus, welches bekanntlich über keine besondere stabile Statik verfügt. Bin gespannt auf das Wahlergebnis. Da werden wohl die Länder, in die die größten Summen geflossen sind, auch die sein, die dafür sorgen, dass das Haus Europa, welches manchmal auch den Hauch von Diktatur hat, den Gnadenstoß bekommt. Mein Vorkommentator hat zu 100% Recht, Italien wird uns erpressen mit den Migranten.
Deshalb sollte die Regierung in Berlin begreifen, dass Europa zwar wichtig ist, aber im Vordergrund muss zunächst das eigene Land stehen. Jedes Land kann frei entscheiden, ob es den Migrationspakt der UNO unterzeichnet oder nicht. So sieht es das Regelwerk vor. An dieser Stelle also: Germany first!
Ist eben meine Meinung.
Trüffelschokolade
02.11.2018, 16:19 Uhr
Lügen
Mit Verlaub, aber diese Charakterisierung des Migrationspaktes ist kompletter Humbug. Hier wird ein Drohgebärde aufgebaut, was von den Dokumenten gar nicht gestützt wird.
Mit einer Vielzahl von Falschaussagen wird hier der Text und die Konsequenzen des Paktes verzerrt. So viele Balken können sich gar nicht biegen wie hier Behauptungen aufgestellt werden.
Es ist traurig zu sehen, wie einfach Leute auf Propaganda hereinfallen.
Nörgler
02.11.2018, 16:40 Uhr
@Trüffelschokolade
Sehr geehrter Herr oder sehr geehrte Frau Trüffelschokolade sagen sie uns, was der Migrationspakt beinhaltet. Ihr Kommentar enthält nichts konkretes. Und wenn ihrer Meinung nach Lügen verbreitet werden, dann sagen sie uns doch die Wahrheit.
DDR-Facharbeiter
02.11.2018, 16:46 Uhr
DDR- Facharbeiter: Was brachte die Europäische Union den Bürgern?
Ganz so schlecht ist die Europäische Union nicht.
Ein ehemaliger DDR -Bürger erlebte die Europäische Union als Befreiung:
1. Er wurde in den 80er Jahren als Techniker nicht mehr in Frankreich angefeindet wie in den 60er Jahren in Reims.
Damals stand in einer örtlichen Zeitung:
"Und wieder marschieren blonde Deutsche im Gleichschritt durch unsere Strassen" oder
In einer Ferme im Elsass verbot 1974 ein katholischer Priester den deutschen Wanderern, das Lied der "Lilli Marlen" zu singen.
2. Er brauchte kein Visum mehr für die Einreise nach Spanien, Portugal, Holland oder Dänemark.
3. Er wurde an der französischen oder spanischen oder italienischen Grenze kaum oder nicht kontrolliert.
4. Seine Kinder durften ohne politisches Führungszeugnis in England, Frankreich und Spanien am Schüleraustausch teilnehmen oder an dortigen Universitäten studieren.
5. Er konnte Devisen kaufen, verkaufen und überweisen in der ganzen Welt.
6. Er konnte seine Ferienziele selbst aussuchen und buchen.
7. Er konnte sein europäisches Wunsch - Auto ohne jahrelange Wartezeit kaufen.
8. Er konnte ohne grosse Probleme mit entsprechendem Qualifikationsnachweis in den europäischen Ländern ein Arbeitsangebot annehmen.
Trüffelschokolade
02.11.2018, 17:08 Uhr
Quelle
Den finalen Entwurf des Paktes findet man bei der UNHCR auf der Homepage: http://www.unhcr.org/5b3295167.
Dort findet man bereits in der Einleitung einen entscheidenden Satz:
"The global compact is not legally binding."
Der Pakt selbst ist erst einmal eine Absichtserklärung, kein völkerrechtlich bindender Vertrag. Wer behauptet hiermit würde Souveranität aufgegeben, lügt.
Die Länder entscheiden dann selbst wie sie ggf. Sachen umsetzen.
Es gibt im Pakt keine Bestimmung, die ungehinderten, vollumfänglichen Zugang zu Arbeitsmarkt und Sozialsystemen verleiht.
Nicht umsonst muss das Auswärtige Amt gerade Ressourcen aufwenden um genau solche Fehlinformationen zu bekämpfen. Ressourcen, die z.B. stattdessen in die Bekämpfung von Fluchtursachen investiert werden könnte.
Gleichzeitig sind die Ziele für eigentlich fast alle Menschen zu begrüßen. So geht es unter anderem darum den Druck auf die Aufnahmeländer zu vermindern. Sprich, Länder, die überdurchschnittlich viele Menschen aufgenommen haben, bspw. der Libanon (1,5 Millionen bei einer Bevölkerung von 6 Millionen). Es kann nur im Sinne der BRD sein, dass weltweit gerechter verteilt wird, Deutschland hat auf die Einwohnerzahl gerechnet in Europa überdurchschnittlich viele aufgenommen (ist aber auch nicht Spitzenreiter). Andere Länder wie Griechenland, Zypern, aber auch die Türkei (insofern man sie zu Europa zählen will) haben mehr relativ mehr Menschen aufgenommen. Von einer Umverteilung profitieren diese Länder genauso wie bspw. wahrscheinlich auch Deutschland.
Gleichzeitig geht es um Sachen wie "Bedingungen zu fördern, die eine Rückkehr in Sicherheit und Würde ermöglichen". Fluchtursachen sollen bekämpft werden. Schleusung von Menschen und Menschenhandel bekänpft werden, illegale Migration verringert werden. Betrug, Korruption und Kriminalität sollen bekämpft werden ("preventing and combating fraud, corruption and crime").
Würde man ihn nicht benutzen um aufzustacheln und Panik hervorzurufen, sollten eigentlich auch AfD und Co. das Ganze begrüßen. Der kurzfristige Mob scheint scheinbar aber leider attraktiver als die mittel- und langfristige Lösung von Problemen.
Psychoanalytiker
02.11.2018, 17:56 Uhr
Trüffelschokolade, wie sind Sie denn drauf?
Haben Sie schon einmal etwas von Österreich gehört? Die dortige Regierung ist mindestens 1000x so intelligent, wie diese Pfeiffen aus CDU/CSU und SPD!!! Lesen Sie mal tiefgründig, warum die Österreicher diesen Pakt (mit dem Teufel?) nicht unterschreiben, dann sehen Sie die Welt nicht mehr rosarot, sondern wie sie wirklich ist.
geloescht.20250302
02.11.2018, 18:24 Uhr
Auch wenn es nur ein Wort ist...
...aber ein "Pakt" war in der Geschichte nie etwas Gutes. Schon Faust hatte nicht nur Vorteile davon und Weisheit birgt der "Pakt" auch nicht erkennbar.
Jeder hat seine Quellen zum Schöpfen von Informationen. Die von mir gelesenen Informationen beinhalten nichts Gutes für Europa.
Vor allem die zunehmende Ablehnung des Unterschreibens dieses Papiers durch immer mehr Regierungen weltweit könnte auch Optimisten und Befürworten zu denken geben.
Paul
02.11.2018, 20:13 Uhr
Europa - ???
Dieses ewige Geschwafele von irgendeiner Europäischen Utopie dashängt einem langsam zum Halse raus. Einzig und allein Schwachsinn den kein Land in Europa willUnd wenn ich dann lese, daß Schüler ZWANGSGELADEN werden, weil sie ja sonst nicht mal da wären - daist der Sinn und die "Moral" einer solchen Veranstaltung wohl sehr zweifelhaft. Um so diffamer das sich auch noch Landespolitiker mit solch einer Veranstaltung Ihrer Daseinsberechtigung behapten wollen. Es ist beschämend und lächerlich.
Trüffelschokolade
02.11.2018, 21:13 Uhr
Polemik
Mit Verlaub, aus was für Quellen soll ich denn schöpfen, wenn nicht direkt aus den Originalquellen? Ich forsche, soll ich demnächst meine Quellen nicht mehr aus wissenschaftlicher Literatur beziehen sondern aus der Klatschpresse und der Apothekenzeitung?
@Psychoanalytiker: Wenn Österreich Außenpolitik rechtsextreme Narrative übernimmt und aus innenpolitischen Gründen ausschlachtet macht das ihre Argumente immer noch nicht besser. Das sieht man ja sehr gut an den dünnen Argumenten, die vorgebracht werden und innerhalb kürzester Zeit widerlegt sind. Allein schon ein Blick in den Entwurf selbst hilft da.
Dass andere Länder jetzt anfangen das ebenfalls zu kritisieren, mit den gleichen fadenscheinigen Argumenten, lässt sich genauso erklären. Insbesondere jetzt, nachdem es davor monatelang, jahrelang, weitgehend unstrittig war. CDU/CSU und SPD können mir gestohlen bleiben, aber ein wenig Menschenverstand fordere ich schon ein. Das hat etwas mit Realitätssinn und kritischer Haltung zu tun. Das würde ich mir von Ihnen auch wünschen. Quellenlektüre und Recherche statt ideologischer Verklärung.
geloescht.20250302
02.11.2018, 21:51 Uhr
Richtig @ Trüffelschokolade!
Polemik, Klatschpresse und Apothekerzeitung!
Damit haben Sie alles geschrieben, was jeden Ihrer Gedankengänge ad absurdum führt.
Seien Sie mal ehrlich...Arbeiten Sie auf einer Behörde und der Europa- und Migrstionswahnsimn füllt Ihre Lohntüte?
Davon abgesehen, dass Sie sich hier klüger als z. B. eine Vera Lengsfeld präsentieren wollen.
Viel Spass an den bevorstehenden Tagen der Offenen Türen.
Psychoanalytiker
03.11.2018, 09:33 Uhr
Nochmal @ Trüffelschikolade
Schön, dass Sie sich am Originaltext des Paktes orientieren. Ich will Sie auch nicht umstimmen, denn das hätte wenig Zweck. Vorgefasste Meinungen lassen sich kaum mit Argumenten, die demjenigen, der sie "im Hinterkopf" hat nicht passen, abändern.
Fragen Sie sich aber dennoch bitte einmal, warum dumme Politiker in Deutschland (im Gegensatz zu etwas schlaueren Politikern in anderen Ländern!!!) einen "Pakt" UNTERSCHREIBEN wollen, der kein BINDENDER VERTRAG ist. Entschuldigung, aber so etwas zu unterschreiben ist für mich MEHR ALS BEKLOPPT!!! Machen Sie soetwas auch?Machen Sie soetwas privat, etwas einfach so, "pro forma" zu unterschreiben ...
Trüffelschokolade
03.11.2018, 14:01 Uhr
Nachdenken...
@Tannhäuser:
Nein, ich arbeite nicht in einer Behörde oder ähnlichem.
@Psychoanalytiker:
Richtig, vorgefasste Meinungen lassen sich selten umstimmen. Im Allgemeinen macht man so etwas mit Argumenten. Mit richtigen Quellen. Wie z.B. dem Originaltextes des Paktes. Dann wird nämlich auch ein richtiges Argument draus. Und eben nicht mit so wirklichkeitsfernen Behauptungen, wie ich sie ja kritisiere.
Haben Sie sich jemals mit internationaler Politik beschäftigt? Nicht bindende Verträge sind dort nichts ungewöhnliches. Im Allgemeinen geht es dabei darum sich überhaupt erst einmal auf Sachen zu einigen und ins Gespräch zu kommen.
Das gibt es natürlich auch im Privaten. Ich setze nicht für alles einen bindenden Vertrag auf, kann aber dennoch meinen Willen bekunden um z.B. mit meinen Nachbarn an einem Problem zu arbeiten. Die Putzordnung im Hause meines Bruder ist beispielsweise auch kein bindender Vertrag - aber eine Willensbekundung.
Psychoanalytiker
03.11.2018, 15:05 Uhr
So so ...
... liebe Trüffelschokolade. Sie bekunden also die Willensbekundung zum "Pakt" bezüglich der Putzordnung im Hause Ihres Bruders mit einer Unterschrift. Sehr interessant! Und davon leiten Sie ab, dass Deutschland diesen unsäglichen Pakt bezüglich der "Migranten" auch unterschreiben sollte. Noch interessanter!!!
Jetzt weiß ich, warum Deutschland und Europa zunehmend gespalten werden. Aber ich gönne Ihnen Ihre Meinung!!!
Psychoanalytiker
04.11.2018, 15:05 Uhr
@ Latimer Rex, ich wollte mich eigentlich nicht ...
... bezüglich Ihres Kommentars äußern. Aber da wiedermal ein "Einzelfall" vermeldet wurde, tue ich es doch. Sie finden DIESES Europa also gut. Ich war bisher auch ein überzeugter Europäer, aber meine diesbezügliche Anschauung ändert sich gerade. Mir reichen langsam die "Einzelfälle", wie sie einst in Köln, auf einem Berliner Weihnachtsmarkt, in Chemnitz, in Freiburg und jetzt auf einer ICE-Bahnstrecke stattfinden. Das sind nur einige Beispiele, die ich seit 2015 zunehmend registriere. Der Anschlag auf einen ICE zeigt mir, dass ich in diesem eigentlich schönen Europa jetzt Angst haben muss, selbst wenn ich nur mit der Bahn fahre. Der von Ihnen ins Spiel gebrachte Rückfall ins 19. Jahrhundert ist schon viel weiter zurück eingetreten und Europas Demokratie wird gerade durch Menschen "der Steinzeit" und in Form von "Einzelfällen" angegriffen. Ich hoffe sehr, dass dies noch gestoppt werden kann, glaube aber nicht so recht daran. JA! Lang lebe Europa, da bin ich generell bei Ihrer Ansicht! Aber DIESES JETZIGE Europa, mit dummdreisten Politikern (mehrheitlich in Westeuropa), mit Demokratiefeindlichkeit, mit Gefährdern und Anschlägen, mit Polizeipräsenz (die noch vor drei Jahren nicht so notwendig war), mit Notwendigkeit der Überwachung durch Kameras, mit Dieselfahrverboten, mit Finanzspekulanten und Steuersündern, mit sozialem Abstieg (Kinderarmut, Mehrfach-Jobs, Rentenarmut, viel zu hohen Mietpreisen u.s.w.), mit multiresistenten Keimen (weil Gewinnmaximierung über Forschung geht) soll es dann doch nicht sein ...
Leo 1A5
04.11.2018, 15:32 Uhr
Der Grundgedanke
eines vereinten Europa ist in Ordnung!
Aber es kann nicht sein das wenn es um das Bezahlen geht immer nur Deutschland dran ist!
Da wollen die Polen Reparationszahlungen von uns für die Zerstörung von Warschau 1944 aber das sich der Großteil ihres jetzigen Staates auf ehemals deutschen Staatsgebiet befindet vergessen sie gern. Genauso wie das sie ehemalige MIG 29 (ex NVA)für einen Euro von uns bekommen haben und sie Leopard 2A4 Kampfpanzer der BW erhalten haben für wenig Geld!
Griechenland das selbe(Leo 1A5,etc. bekommen) und jetzt kommen sie wieder mit dem 2WK um die Ecke und der Zerstörung!
Wir bauen uns Denkmäler und Mahnmale in unsere Städte und die Polen die noch bis in 1960er Jahren die Juden verfolgt haben da spricht keiner drüber!
Irgendwann ist auch mal genug mit ,,Sündenbock Deutschland" für alles und jeden in Europa nur um Geld zu erpressen!
So jedenfalls funktioniert kein gemeinsames Europa außer auf dem Papier!
Latimer Rex
04.11.2018, 16:22 Uhr
Latimer Rex / Psychoanalytiker/Wollte eigentlich nicht
Früher krähte kein Hahn danach, wenn in Niederbayern bei
einer Wirtshaus-Rauferei ein Hirschfänger gezogen, in einer
Kaschemme an der Waterkant die Fäuste flogen oder Kegel-
brüder auf Sauftour an Rhein und Mosel nächtliche Passan-
ten belästigten. Moderne Medien haben die Wahrnehmung
verändert. Aus vereinzelten Fällen mit Beteilung von Asyl-
bewerbern entsteht heute gleich eine Hysterie. Als wenn in
China ein Sack Reis umfiele und einen Tsunami auslöste.
Ich wünsche Ihnen sichere Bahnfahrten und eine Abkehr
von dem Kinderglauben, Europa müsse ein Wunschparadies
sein. Selbstverständlich verdient vieles Kritik, aber mit
negativer Einstellung wird nichts besser.
Leo IAS (Grundgedanke). Über absurde Reparationsforder
ungen von extremen Nationalisten in einigen Ländern
brauchen Sie sich nicht zu echauffieren. Die sind längst
durch internationale Verträge hinfällig. Ob Deutschland
wirklich der "Zahlmeister" in der EU ist, mag dahingestellt
sein. Immerhin verdient unsere Wirtschaft (Arbeitsplätze)
beträchlich durch EU & €. Schließlich können die wohlha-
benden Mitgliedsstaaten den ärmeren helfen, wenn wir
in einem friedlichen Europa leben wollen.
Paulinchen
04.11.2018, 16:48 Uhr
Inzwischen überlegen auch...
...Dänemark, Tschechien und Polen über eine Abkehr vn diesem Dokument.
In der Schweiz regt sich seit vier Tagen der Widerstand gegen diesen Pakt.
In Kroatien lauern 20.000 Migranten auf DIE Gelegenheit, die Absperrungen überwinden zu können um ins gelobte Land zu gelangen. Die Soldaten dort geben an, es handelt sich ausnahmslos nur um Männer, welche alle mit Messern bewaffnet seien. Und nun sollen wir daran glauben, die kommen alle nur in bester Absicht?
Jetzt ist erneut die Rede davon, die Fluchtursachen zu beseitigen. Was haben unsere Politiker seit 2015 bis jetzt gemacht? Das Papier wirds wohl kaum ändern, weil Papier bekanntlich geduldig ist. Es vergeht nicht eine Woche mehr, in der in unseren Medien nicht über Messerangriffe, Sexualstraftaten, Morde durch Schusswaffen und sonstige Übergriffe von ausländischen Straftätern, aus allen Ländern dieser Welt, in unserem Heimatland berichtet wird.
Mit Einbruch der Dunkelheit, schwindet leider für mich die Sicherheit in dem Land, in dem ich mich einst sicher fühlte. Und der Staat schaut nahezu tatenlos zu, wie Clans von ALG II, sich ganze Häuserzeilen, Protzautos und Waffen kaufen, sich Migranten mit Drogenhandel illegal bei uns aufhalten können.
Wenn Deutschland diesen Pakt unterzeichnet hat, werden wohl dann die Kreuzfahrtschiffe an den Küsten von Nordafrika anlegen und die Neubürger sicher ins Paradies befördern. Aber wir brauchen ja diese Menschen, weil bei uns mehr Bürger in 2017 gestorben wie geboren sind. Dann haben wir endlich den Ausgleich, denn die afrikan. Frau bringt in ihrem Leben ca. 7,5 Kinder zur Welt. Es tut mir leid - aber das ist die Realität, der wir demnächst, Dank diese Pakts, ins Auge schauen werden.
Nichts gegen ein gut funktionierendes, vereintes Europa, aber wo ist die funktionierende Einigkeit? Was macht denn Frankreich mit den Migranten, welche über Spanien illegal einreisen? Sie haben einen Busshuttelverkehr eingerichtet. So schnell wie die Migranten gekommen sind, sind sie auch schon wieder in Spanien. Meine Betonung liegt bitte auf Migranten!
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.