Mi, 12:51 Uhr
09.02.2005
Diplomat berichtet über Ausreisewelle
Diplomat berichtet über Ausreisewelle (Foto: nnz)
NordhausenBad Sachsa (nnz). Im Grenzlandmuseum Bad Sachsa-Tettenborn hat sich erneut ein hochrangiger Referent angesagt: Dr. Axel Hartmann. Der heutige Leiter der Vertretung des Freistaates Thüringen beim Bund arbeitete in der ungarischen Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Budapest...Das war genau die Zeit des Jahres 1984, als die 1. Flüchtlingswelle von DDR-Bürgern die Botschaft erreichte. Der ganze Keller des Botschaftsgebäudes war damals voller Flüchtlinge. Der Diplomat will darüber berichten, wie er den Zerfall des Ostblocks und der DDR erlebte, wie er Flüchtligen half und wie er reagierte, als er am 2. Mai 1989 vor dem Fernseher sah, wie der ungarische Außenminister Gyula Horn und sein österreichischer Amtskollege Alois Mock ein Loch in den Grenzzaun schnitten und damit den Eisernen Vorhang durchlässig machten. Zu der Zeit arbeitete er im Büro von Kanzleramtsminister Rudolf Seiters. Oh Gott, sagte der Ungarnkenner damals zu Seiters, das gibt Arbeit. Die Ossis sehen das und fangen das Laufen an.
Wie erlebt ein Diplomat, der viele Hintergrundinformationen hat, eine solche historisch bedeutsame Zeit? Wie hat die Bundesregierung auf die verschiednen Situationen reagiert? Ministerialdirigent Dr. Axel Hartmann wird am 4. März ab 18 Uhr im Grenzlandmuseum Tettenborn erwartet. Dabei hat er einen besonderen persönlichen Bezug zu Bad Sachsa. Wurde er doch 1948 in Bad Sachsa geboren.


