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So, 07:59 Uhr
23.09.2018
Neues aus dem Falkennest

Stark gekämpft, aber verloren

Das erste Saisonspiel ist gelaufen und auch wenn sich die Harzer Falken den Hannover Scorpions vor 1.119 Zuschauern mit 4:8 (0:1; 2:3; 2:4) geschlagen geben mussten, gab es nach dem Spiel doch auch einige zufriedene Gesichter im Harzer Lager...

Erste Niederlage im ersten Spiel (Foto: Harzer Falken)
Trainer Arno Lörsch brachte es nach dem Spiel auf den Punkt, als er davon sprach, dass es schade ist, dass diejenigen, die nicht im Stadion waren nur das recht deutliche Ergebnis sehen können. Ihnen aber entgangen ist, dass die Scorpions zwar verdient gewonnen haben, aber bis zum Schluss hart für den Erfolg kämpfen mussten.

Denn die Harzer Falken verlangten ihrem Gegner von Beginn an alles ab. Und natürlich wurde die leichte Überlegenheit der Harzer im ersten Drittel auch dadurch begünstigt, dass Hauptschiedsrichter Ratz jede kleinste Tätlichkeit der Hannoveraner konsequent pfiff und den Scorpions so kaum Gelegenheit ließ, in Spielrhythmus zu kommen. Auf der anderen Seite hatte Arno Lörsch seine Männer sehr offensichtlich sehr gut eingestellt. Denn die Jungs ließen sich auf nichts ein und es dauerte bis zur 26. Spielminute, bis dann auch mal ein Harzer auf die Strafbank geschickt wurde. So wurde es ein überaus kurzweiliges Spiel, in dem die Harzer leider versäumten die numerische Überlegenheit in Tore umzuwandeln.

Doch zum einen verfügen die Scorpions über eine überragende Defensivabteilung und zum anderen steht da mit Christoph Mathis sicherlich einer der besten Torleute der Liga im Kasten. Doch auch sein Pendant auf Harzer Seite, Fabian Hönkhaus, machte seine Sache trotz der 8 Gegentore sehr gut. Lediglich beim 0:1 in der 9. Spielminute rutschte ihm der Puck nach einem Weitschuss von Dennis Schütt irgendwo durch und ließ ihn etwas unglücklich aussehen. Doch in der Folge parierte er wie bei einem Konter in der 20. Minute glänzend und musste sich, ebenso wie seine Vorderleute, dann lediglich der individuellen Klasse der Gäste geschlagen geben.

So wie beim 0:2 in der 26. Minute, als Dennis Schütt, Björn Bombis und Patrick Schmid in eigener Unterzahl einen Konter fahren konnten. Zwei Mal konnte sich Hönkhaus ganz stark in die Schüsse der Scorpions werfen, doch beim dritten Nachschuss von Schmid war es dann doch einer zu viel und so sehr er sich streckte, war das Gegentor nicht zu verhindern. Und ganz nebenbei ist mit den drei genannten Scorpions-Spielern auch schon die Geschichte des Spieles erzählt. Denn es gab lediglich ein Tor, an dem keiner der drei genannten nicht beteiligt war. So brachte es Dennis Schütt auf 5 Punkte (ein Tor, vier Vorlagen), Patrick Schmid auf 6 Punkte (zwei Tore, vier Vorlagen) und Björn Bombis gar auf 7 Punkte (2 Tore, fünf Vorlagen).

Aber zwischendurch war es dann auch an der Zeit, dass die Harzer jubeln durften. In Unterzahl ergatterten die Falken den Puck im eigenen Drittel und Louis Trattner, der just in diesem Moment von der Strafbank kam, sagte Danke für die Steilvorlage. Über Richard Zerbst abgelegt war es dann Zach Josepher, dem das erste Saisontor der Harzer Falken vorbehalten war. Und dieses Tor sollte die Harzer zusätzlich pushen. Nur eine Minute später sorgte ausgerechnet eine Hannoveraner Co-Produktion für den umjubelten Ausgleich. Anton Barrein hatte auf Jörn Weikamp abgelegt und bei dem Schuss aus spitzem Winkel gab diesmal Mathis eine unglückliche Figur ab, als er den Puck durch die Schoner rutschen ließ.

Was folgte war eine starke Phase der Harzer Falken, die aber jäh endete als die Scorpions in der 38. Minute ein Überzahlspiel derart abgeklärt und ruhig ausspielten und weder der Harzer Abwehr noch Hönkhaus im Harzer Kasten den Hauch einer Chance ließen und erneut Schmid die erneute Führung markierte. Und als dann Matthew Wilkins 44 Sekunden vor Drittelende einen Blueliner zum 2:4 abfälschen konnte, musste man bereits vermuten, dass es hier ganz schwer werden würde, dieses Spiel nochmal in günstigere Bahnen zu lenken.

Nicht dass die Falken aufsteckten. Ganz im Gegenteil. Dem 2:5 in der 44. Minute ließen sie in Überzahl mit einem satten Direktschuss von Artjom Kostyrev gleich das 3:5 folgen. Doch irgendwie hatten die Scorpions immer eine passende Antwort parat. So wie das 3:6 nur eine Minute später als gleich drei Scorpions den armen Andreas Druzhinin im Harzer Drittel regelrecht austanzten. Und das 3:7 in der 49. Minute, das derart souverän herausgespielt wurde, dass man auch als Falkenfan diese Klasse der Hannoveraner Spieler einfach nur noch neidlos anerkennen musste.

Schade nur, dass man nach dem 4:7 durch Michael Buonincontri die Chancen zum 5:7-Anschlusstreffer liegen ließ. Ein Ergebnis, dass dem Spielverlauf wohl eher entsprochen hätte. Doch nach der größten Chance, als Kostyrev nur den Pfosten traf, war es erneut das Hannoveraner Trio, diesmal mit Abschluss durch den überragenden Björn Bombis, die den Sack zumachten. Was folgte fiel dann in die Rubrik „unnötig“. Denn während des Jubels kam es zur Rangelei zwischen zwei Spielern, was in eine kleine Massenschlägerei ausartete, in der Scorpion Noah Janisch wie ein Wahnsinniger auf den am Boden liegenden Kevin Richter einprügelte. Nun wird es auch dazu eine Vorgeschichte gegeben haben, denn beide Protagonisten durften mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe vorzeitig duschen gehen.

Insgesamt muss man aber resümieren, dass dieses Spiel nie überhart geführt wurde. Und so waren sich die beiden Trainer im Anschluss auch einig, dass die Ahndung von Stockfouls zwar richtig und wichtig ist, die Interpretation der Schiedsrichter diesbezüglich jedoch einfach zu eng ausgelegt wird. Denn 74 Strafminuten gegen die Scorpions (inklusive zwei Mal 5 + Spieldauer) waren zwar für die Harzer Falken eine gute Gelegenheit, Überzahl zu trainieren und vor allem im Spiel zu bleiben, wurden aber der Spielweise der Hannoveraner in dieser Höhe nicht gerecht.

Was bleibt ist eine sehr couragierte Vorstellung der jungen Harzer Mannschaft. Vor allem wenn man bedenkt, dass Nico Ehmann noch immer angeschlagen ins Spiel gegangen ist und sowohl Zach Josepher als auch Micheal Buonincontri unter der Woche grippebedingt beim Training fehlten, ist die Leistung noch ein Stück weit höher einzustufen. Zwar fehlten auch beim Gegner neben den Leistungsträgern Chad Niddery und Sean Fischer noch eine ganze Reihe Spieler krankheitsbedingt. Doch spricht es für die herausragende Besetzung der Scorpions, dass es dann eben doch reicht, wenn drei Spieler ihre ganze Klasse ausspielen.
Steffen Heister
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