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Di, 21:55 Uhr
21.08.2018
Ortsteilratsitzung

Kommt Straße von Sülzhayn zum Jägerfleck?

Eine Straße von Sülzhayn zum Jägerfleck bei Rothesütte? Nach 15 Jahren Planfeststellungsverfahren hatte das Straßenbauamt Nordthüringen diesen Traum im Jahr 2012 platzen lassen, das Verfahren beendet. Jetzt will die Stadt Ellrich es selbst in die Hand nehmen...

Ortsteilbürgermeisterin Bärbel Kirchner  (Foto: Susanne Schedwill) Ortsteilbürgermeisterin Bärbel Kirchner (Foto: Susanne Schedwill)
Es war die Nachricht, mit der keiner der rund 35 Sülzhayner am Dienstagabend im Haus des Gastes gerechnet hatte. „Wir haben die Absicht, im Rahmen eines Planverfahrens diese Straße wieder auf die Agenda zu schieben“, sagte Ronald Kuß, Fachgebietsleiter der Ellricher Stadtverwaltung, während der Ortsteilsratsitzung.

Mittlerweile ist die alte L 1014 Eigentum der Stadt Ellrich und gilt als sonstige Straße, wie Feld- und Waldwege auch. „Es ist ein Versuch wert“, warb Kuß weiter. Eine bis zu 90-prozentige Förderung stünde in Aussicht. In der Ellricher Stadtverwaltung präferiert man eine abgespeckte Ausbauvariante auf der alten Trassenführung, aber nur 4,50 Meter breit und für Schwerlastverkehr gesperrt. Der Ortschaftsrat soll sich nun positionieren, ob die Trasse in Richtung Norden noch gewollt ist. Außerdem ist eine Ämterkonferenz geplant, bei der mit allen Trägern der öffentlichen Belange über die Idee auf kurzem Wege gesprochen werden soll.

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Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand dann aber doch der Stand des Ortsentwicklungskonzeptes, mit dem Sülzhayn einen starken Ortskern erhalten soll. In einem ersten Schritt soll die Dr.-Kremser-Straße auf 900 Metern ausgebaut werden. Allerdings ist der Baubeginn wieder in die Ferne gerückt und dass, obwohl das Amt für Landwirtschaft und Flurneuordnung (ALF) in Gotha Fördermittel bereits in Höhe von 1,108 Millionen Euro zugesagt hat. Das Problem: die immens gestiegenen Kosten für Tief- und Straßenbauarbeiten.

Drei Firmen hatten sich an der Ausschreibung beteiligt, die preiswerteste Firma, Mütze & Rätzel, lag mit ihrem Angebot 29 Prozent darüber. Das bedeutet Mehrkosten in Höhe von rund 300.000 Euro. Die Stadt Ellrich hat nun am 27. August einen Termin im ALF, um über eine mögliche Nachförderung zu verhandeln. Im kommenden Stadtrat, am 24. September, wird das Thema auf der Tagesordnung stehen. Schließlich muss der Rat, sollte die höhere Summe gefördert werden, auch den städtischen Eigenanteil per Ratsbeschluss erhöhen. Von einer erneuten Ausschreibung sieht Kuß momentan ab, weil er nicht davon ausgeht, in einem zweiten Anlauf geringere Preise zu erzielen.

Für die Turnhalle, die die Stadt erwerben und dann sanieren will, steht die Bewilligung von Fördermitteln noch aus. „Wir sind vorsichtig optimistisch“, so Kuß zu diesem Thema.

Noch bis Ende November bleibt die Straße zwischen Ellrich und Sülzhayn gesperrt. Momentan wird die Brücke am Ortsausgang Ellrich erneuert, weil sie baufällig war. In dieser Zeit müssen die Ellricher über Werna nach Sülzhayn fahren.

Wolfgang Schramm bat die Stadtverwaltung um Hilfe, um die von der Trockenheit geschwächten Rhododendren zu retten. „Die Büsche sind 70 Jahre alt und einige sind wohl nicht mehr zu retten“, so Schramm. Schließlich feiere der Ort jedes Jahr sein Rhododendrenfest. Nicht auszudenken, wenn die Büsche alle eingingen. Vielen Sülzhaynern lägen die Rhododendren am Herzen. Kuß entgegnete, dass die Stadt nicht die geeignete Technik habe, um die Büsche regelmäßig zu gießen. Eine einmalige Aktion würde hingegen nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein.

Einige Anwohner äußerten ihren Unmut über den Lärm rund um die Flüchtlingsunterkunft im Ortszentrum. Mittags- und Abendruhe würden in den vergangenen Wochen nicht eingehalten. An den heißen Sommerabenden hätte es bis nach 23 Uhr abends Krach, laute Musik und Kindergeschrei gegeben. „Das ist nicht mehr zumutbar“, sagte ein Anwohner. Ortsteilbürgermeisterin Bärbel Kirchner ergänzte, dass jetzt viele neue Familien verschiedener Herkunft in den Wohnungen leben. Die Stadt Ellrich will sich nun schriftlich an den Landkreis als Eigentümer der Immobilie wenden. „Der Landrat hat damals zu uns gesagt, er lässt uns nicht im Stich“, appellierte eine Anwohnerin an Ortsteilrat und Roland Kuß, sich möglichst bald an die Kreisverwaltung zu wenden, um die Probleme zu schildern.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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Kommentare
Iffland
21.08.2018, 22:23 Uhr
touristischer Anschluss von Sülzhayn an den Harz
Mit dieser Straße wird die Region um Sülzhayn an den Westharz angeschlossen. Von Sülzhayn aus ließ sich schon früher gut in Richtung Brocken wandern. 28 km sind es bis zum höchsten Punkt im Harz. Zu Fuß ist man über diese Straße in knapp 2 Stunden in Hohegeiß oder Benneckenstein und in nur 1 Stunde in Rothesütte. Es wäre vermutlich ein Lichtblick und eine Chance für diese Region.
Flitzpiepe
22.08.2018, 10:45 Uhr
Straße und Wandern?
Was denn jetzt?
Wenn das wieder eine Straße werden soll, kann man nicht darauf wandern. Es sei denn man ist lebensmüde.
Also entweder oder.
egw
22.08.2018, 12:20 Uhr
Straße ins Blaue ... @iffland
WER wandert von Sülzhayn zum Brocken und zurück??? Das ist ein Tagesmarsch und nichts für die Mehrzahl der Ausflügler!Keine Ahnung aber 1. Kommentar.... Nach Rothesütte braucht es gewandert auf einem guten Waldweg etwa 30min, ebenso zum Jägerfleck - aber da stehe ich ja und hab noch mind 15 - 20min Weg nach Rothesütte, Benneckenstein oder Hohegeiß und da ist dann Tourismus,dort lassen die Leute Geld z.B. in den Cafés, Biergärten und im Winter beim rodeln. Oder per Pkw nach Schierke/Torfhaus und von dort wandern,da bleibt aber das Geld auch nicht in Sülzhayn. Touristisch wird in Sülzhayn nie wieder mehr laufen als heute - also fast nichts.Außer dem Hotel,in das sich Leute verlaufen um evtl. wirklich Ruhe zu finden oder weil es billig war, ist dort nichts. Kein Eiscafé, keine Einkaufsmöglichkeit, kein Imbiss, kein Bad, keine Bowlingbahn - dafür aber diverse Ruinen-kauft die doch auf oder tragt sie ab oder saniert die Straße zum Hotel. Wer soll die neue Straße räumen/warten einmal im Winter schieben/salzen reicht da nicht, die Stadt schaffte es die letzten Jahre kaum im Ort. Wer wandert auf einer befahrenen Straße ohne Bürgersteig???Wie kommt das Holz aus dem Wald, wenn dort für Lkws gesperrt ist??? Alles was Sülzhayn hat Ruhe/Natur wollt ihr durch eine Straße verbauen
Appenröder
23.08.2018, 09:39 Uhr
Täglich grüßt das Murmeltier
Und wieder träumen einige der Stadtoberen von Geld, welches sie nicht haben, bzw. was an anderer Stelle dringender benötigt wird. Man könnte fast meinen, da steckt ein System dahinter...
Diese Straße wäre natürlich schön um auch den nördlichsten Ortsteil Rothesütte näher an die Stadt heranzurücken, aber das war es auch schon. Die Straße wird keine Wiederbelebung von Sülzhayn bringen und auch nicht für einen Zuwachs an Tourismus sorgen. Dafür hat Sülzhayn einfach nichts zu bieten. Natürlich kann man von Sülzhayn aus Wandertouren machen, aber da gibt es ehrlich gesagt im Harz genügend andere und reizvollere Umgebungen. Wandertouren kann man von vielen Orten im Harz starten, das ist kein Herausstellungsmerkmal. Die goldenen Zeiten sind für Sülzhayn leider vorüber, das sollte man sich im Rathaus so langsam mal eingestehen.
Ich kenne es so, dass ich zunächst erst einmal meine Hausaufgaben machen muss, das heißt meinen Verpflichtungen nachkommen muss: Steuern, Versicherungen und Kredite zahlen. Erst dann kann ich sehen, was am Ende übrig ist und mir dann etwas Besonderes leisten. Das scheint aber in Ellrich nicht der Fall zu sein: Hier wird über eine nicht unbedingt notwendige Straße nachgedacht, obwohl so viele gesetzliche Pflichtaufgaben nicht erledigt werden, beispielhaft die teils desolaten Straßenzustände von Anwohnerstraßen in Ellrich, unbefestigte Nebenstraßen in den Ortsteilen, die zu sichernden Ruinen in Ellrich und Sülzhayn und nicht zuletzt, das leidige Thema Brandschutz mit dem immensen Investitionsstau. Aber das ist ja ein Thema für sich.
Immerhin (Achtung Sarkasmus, wer es nicht versteht, möge bitte nicht weiterlesen) können bei einem Brand die gut aufgestellten Feuerwehren umliegenden Gemeinden über die neuen Straßen dann zur Hilfe eilen, wenn die eigenen Wehren kaputtgespart wurden. Und während die Betroffenen auf die Feuerwehr warten, können sie sich die Zeit bis zu deren Eintreffen dank des kommunal gefoörderten Breitbandausbaus mit Youtube-Videos in HD verkürzen. Sollte das Haus dann doch abgebrannt sein, hat man ja mit einer kommunalen Sporthalle auch gleich eine Notunterkunft für die Bewohner. Wenn ich das so recht überlege, steckt ja vielleicht doch mehr hinter den Entscheidungen im Ellricher Rathaus...
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