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Mi, 07:30 Uhr
22.08.2018
Habau übt Kritik an neuer AKS Studie

Pragmatismus statt Prunk

Es war einmal 2015: die Firma Habau aus Heringen erstellt für den Verein Wacker '90 Nordhausen ein Konzept zum Stadionumbau. Geschätzter Kostenpunkt damals: 6,2 Millionen Euro. Eine neue Studie ging jüngst von deutlich höheren Kosten aus. In Heringen kritisierte man jetzt die Herangehensweise der Studie und das Verhalten des Rathauses. Die Grundlagen aus 2015 seien immer noch der beste Weg den AKS zu revitalisieren...

Habau-Plan zum Umbau des AKS aus dem Jahr 2015 (Foto: Habau Hoch- und Tiefbau GmbH) Habau-Plan zum Umbau des AKS aus dem Jahr 2015 (Foto: Habau Hoch- und Tiefbau GmbH)

Rund 15,4 Millionen Euro würde er kosten, der runderneuerte Albert-Kuntz-Sportpark. Geschätzte Fertigstellung bei zügigem Projektbeginn und laufendem Spielbetrieb: 2024. Zu diesem Schluss kommt eine vom Rathaus in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie, die vergangene Woche bekannt geworden war.

In Heringen war man ob dieser Zahlen zuletzt reichlich verwundert. Die Firma Habau hatte bereits 2015 auf Bitten des Vereins Wacker '90 Nordhausen ein umfangreiches Konzept samt Raumplanung zur "Revitalisierung" des Albert-Kuntz-Sportparkes erstellt. Geschätzte Kosten damals: rund 6,2 Millionen Euro. "Nach einem Besuch im Stadion waren die Ideen schnell gefunden", sagt Habau-Geschäftsführer Dr. Jens Stark, das Stadion, so die Überlegung, könnte in Richtung Hotel diagonal versetzt werden, entsprechend der Regularien des Deutschen Fußballbundes würde man die erneuerte Anlage mit den nötigen Räumlichkeiten versehen: Lager, Umkleiden, Presseraum, VIP-Bereich, Flutlicht, Platz für Sicherheit und Technik. Kurz: den Dingen, die für den Betrieb nötig sind. Geschätzte Bauzeit bei laufendem Spielbetrieb: zwei Jahre. Gekostet hat das ganze den Verein keinen Cent, Habau hatte die Pläne, Grafiken und Grundrisse im Rahmen eines Sponsorings erstellt.

"Die Aufgabenstellung damals war eine vernünftige und funktionale Spielstätte für wenig Geld und mit geringem Aufwand zu planen", so Dr. Stark, der Verein habe Pragmatismus statt Prunk verlangt.

Die Studie aus 2015 sei "nicht tragfähig", begründete die nun die Nordhäuser Stadtverwaltung in der vergangenen Woche ihre Entscheidung, die Büros Drees & Sommer und die Albert Speer + Partner für rund 40.000 Euro damit zu beauftragen, das Konzept noch einmal prüfen zu lassen und einen Aus- bzw. Umbau auf ein 5.000 Zuschauer umfassendes Stadion sowie dessen Erweiterung auf ein 10.000 Besucher fassendes Stadion darzustellen.

Fachlich hat man in Heringen mit der Arbeit der Kollegen kein Problem, die Büros seien durchaus versiert und verstünden ihr Handwerk, meint Mario Böhnhardt, Projektleiter bei Habau. Kritisch sieht man hingegen die Herangehensweise der Studie und das Verhalten der Rathausspitze. Die Habau'schen Pläne für eine interne Revision zu nutzen sei absolut verständlich, meint Böhnhardt, die Zahlen der Firma ohne weiteres einem direkten Mitbewerber zu überlassen sei hingegen "äußerst fragwürdig" und in der Branche absolut nicht üblich.

Den größten Unterschied in der Konzeption sehen die Heringer in der Vergabemethode. Nach dem hauseigenem Ansatz würde der Umbau des AKS über das Verfahren "Planen und Bauen" gestaltet: es gibt einen hauptverantwortlichen Generalunternehmer (GU), der sich auch um die weiteren Vergaben an Subunternehmer kümmert und die Preise vertraglich festlegt. Der Vergabe an einen GU würde ein Wettbewerb vorausgehen, bei dem sich auch Habau als möglicher Bewerber der Konkurrenz stellen müsste, erläutert Geschäftsführer Stark. Das Verfahren biete mehr Termin-, Planungs-, und Kostensicherheit, sei aber in Nordhausen bisher nie zur Anwendung gekommen. Andere Städte würden regelmäßig auf die Methode "Planen und Bauen" zurückgreifen. Der Nachteil aus unternehmerischer Sicht: das Risiko liegt am Ende beim Generalunternehmer, der die Preise im Jahr des Baubeginns vertraglich festlegen muss.

v.l.: Dr. Ing. Jens Stark und Mario Böhnhardt über ihren Plänen für den AKS (Foto: Angelo Glashagel) v.l.: Dr. Ing. Jens Stark und Mario Böhnhardt über ihren Plänen für den AKS (Foto: Angelo Glashagel)

Auch dem Ansatz der beiden Büros würde ein Wettbewerb vorausgehen, danach würde man, ähnlich anderer Nordhäuser Projekte wie etwa der Feuerwache, nach dem Prinzip der Einzelvergabe verfahren. Das würde Bauzeit und Kosten in die Höhe treiben, da für jedes Gewerk Vergaberichtlinien einzuhalten seien, was viel Zeit in Anspruch nehme. Bei einem Großprojekt wie diesem könne das bis zu 50 verschiedene Firmen betreffen, meint Projektleiter Böhnhardt. Zudem sind die Vergaben nicht zeitlich gebunden. Während der Generalunternehmer bei einem theoretischen Baubeginn im Jahr 2019 auch die entsprechenden Preise vertraglich festhalten müsse, könnten Leistungen in der Einzelvergabe auch zu einem späteren Zeitpunkt ausgelöst werden, entsprechend höher fielen dann auch die Kosten aus. Das neue Konzept trage dem Rechnung in dem es Preissteigerungen mit einem Risikoaufschlag von 10% einkalkuliert.

Auch an anderer Stelle wichen die Kostenschätzungen der beiden Büros deutlich von denen Habaus ab, etwa bei der Baustellensicherung während des Spielbetriebes. Man sehe eine "Verhinderungsargumentation", kritisierten die Ingenieure, allgemein gingen die Pläne von einem wesentlich umfangreicheren Projekt aus, als die ursprüngliche Aufgabenstellung verlangt habe.

Blick auf die Haupttribüne (Foto: Habau) Blick auf die Haupttribüne (Foto: Habau)
"Was braucht man für ein Stadion? Nehmen Sie die Sitze. Die Preise rangieren hier zwischen 30 und 80 Euro. Der günstigere Sitz erfüllt die gleiche Funktion, auch wenn man dann vielleicht nicht so bequem sitzt wie Uli Hoeneß. Reicht ein Standard-Urinal oder muss es das Designerstück sein? Muss in der VIP Lounge Parkett verlegt werden oder tut es auch ein PVC Boden? Der Verein wollte nie mit einem neuen Neubau protzen, man wollte keinen Luxus, sondern ein funktionierendes Stadion", sagt Dr. Jens Stark, "ich kann auch nach unserem Konzept für 15 Millionen bauen, als Unternehmer schlafe ich da wesentlich ruhiger, aber es geht auch anders."

Nach den Preissteigerungen der letzten drei Jahre und den Wünschen die Wacker bezüglich der Umkleiden und sanitären Anlagen für die Nachwuchsmannschaften geäußert hat, rechnet man in Heringen nach dem hauseigenen Plänen jetzt mit Baukosten von rund 9,9 Mio. Euro. Wenn es zeitnah zu einer Entscheidung kommen sollte und die Fördermittel abgerufen werden können.

Man habe viel Erfahrung im Hoch- und Tiefbau, war bereits im Stadionbau in Zwickau, Regensburg, Leverkusen und Wolfsburg tätig und zeichnete als Generalunternehmer auch bei Großprojekten verantwortlich, unterstreicht Stark, "wir haben die Kompetenz im Haus ordentliche Zahlen zu liefern". Das dass eigene Konzept nun mehr oder weniger "zerrissen" wurde und negativ betrachtet werde, sorgt in Heringen daher für einigen Unmut.

Den Stadträten, die letztlich über die weitere Entwicklung entscheiden müssen, wünsche man "ein glückliches Händchen", sagt Stark. In Heringen stünde man bereit sich den Ideen der Mitbewerber zu stellen und sieht sich der Aufgabe Stadionumbau gewachsen. Das Habau-Konzept sei aus eigener Sicht der beste Weg, den AKS zu revitalisieren ohne dabei auf die "Grüne Wiese" zu gehen.
Angelo Glashagel
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Kommentare

22.08.2018, 07.51 Uhr
Alanin | Schon interessant...
Da regt sich der eine über den anderen auf, dass aus der eigenen Planung von 6 Mio unter aktuellen Gesichtspunkten und den Gesichtspunkten der Infrastruktur eher 15 Mio zu veranschlagen sind und im Nebensatz sagt man dann, dass man aktuell selbst mit eher 10 Mio rechnet - ohne die Infrastruktur in Betracht zu ziehen... Fetzt...

Sicher kann man das Station für - jetzt - 10 Mio soweit fit machen, dass es den Vorgaben des DFB entspricht. Aber die Studien gehen ja noch ein Stück weiter. Da wird mit in Betracht gezogen, was infrastrukturell passieren muss, damit das Station an der Stelle überhaupt ordentlich bespielt werden kann...

Warum stellt man das Ding nicht einfach in die Goldene Aue. Planiert ist dort schonmal und genug Platz ist auch da...

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22.08.2018, 08.15 Uhr
Jörg Thümmel | verstehe ich das richtig?
Habau selber geht, die üblichen teurerungen 17% jählich eingerechnet in einem Nebensatz mitlerweile selber von 10 Millionen Baukosten Stand Heute aus? Das allerdings ohne dann noch notwendige Infrastrukturmaßnahmen, wie Zufahrten, Parkplätze, Sicherheitszentrale, die laut der vom Rathaus in Auftrag gegebenen Studie inklusive Stadionkosten bei 15 Millionen liegen und zudem die Gefahr von Anwohnerklagen birgen.

Das angsprochene Modell Planen und Bauen mag zwar smart klingen, bei der Höhe der Investitionssumme entbehrt auch dieses Modell nicht von einer europaweiten Ausschreibung. Dies gilt übrigens auch für das Modell von Mathias dem Großen. Der Schwellenwert für eine europaweite Ausschreibung einer Baumaßnahme liegt bei 4,9E6€.

zum kurzen Nachlesen eine entsprechende Studie der FH FFM
http://www.ikz-hessen.de/sites/default/files/dokumente/Vergaberechtliche%20Probleme%20bei%20IKZ%20-%20Projekten-Herr-P%C3%B6hlker-HSGB%281%29.pdf

Damit dürfte sich das IKZ Projekt Bauen und Planen bei Einsatz öffentlicher Fördermittel, wovon auszugehen ist dementsprechend schwierig gestalten, da derartige Ausschreibungen mindestens 6 -12 Monate Vorlaufzeit benötigen ehe überhaupt ein GU gefunden ist.

Je genauer man sich das ganze betrachtet, desto vernünftiger erscheint die Entscheidung der Stadt sich nicht an diesem Projekt zu beteiligen im Anbetracht von jährlichen Kostensteigerungen von 17% und mehr.

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22.08.2018, 08.43 Uhr
Zukunft | Nur zur Info
Die 15,3 Mio € Baukosten in den städtischen Gutachten beziehen sich nur auf die des Stadions, da ist das Umfeld nicht mit eingerechnet. Ich verstehe nicht, warum man in dieser Region sich aufregt, wenn ein hiesiges Unternehmen vielleicht einen Auftrag bekommt. Hier sollte man sich mal ein Beispiel an Bayern nehmen oder am Eichsfeld. Dass Nordhausen ein moderneres Stadion braucht, das hat man selbst im rotgrünen Erfurt politisch eingesehen. Nur in der Region nicht.

Warum gibt es eine solche Aufregung nicht beim Theater? dessen Sanierung soll offiziell mehr als 24 Mio Euro kosten, inoffiziell sind es vielleicht schon 30 Mio. Wie stand es hier schon mal - das eine ist Hochkultur, das andere "Belustigung für Primaten".

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22.08.2018, 08.46 Uhr
Alanin | Man man...
... von OB Buchmann denken was man will. Aber der Mann ist Controller, der kennt sich mit Zahlen, Budgets und Investitionen aus. Das sollte man vielleicht im Hinterkopf behalten... Und wenn man vorher merkt, dass man sich eine Investition nicht leisten kann, dann sollte man davon vielleicht Abstand nehmen. Er hätte ja auch einfach Blind das Stadion bauen können, nach ihm die Sintflut...

Und ich finde es schon sinnvoll, dass man sich von Experten plausibel vorrechnen lässt, was eine Investition kostet und dann abzuwägen...

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22.08.2018, 08.46 Uhr
Kilian Baltres | Verwunderliche Politik in Nordhausen
Wer soll das alles eigentlich noch verstehen? Bis vor kurzen hieß es noch Nordhausen darf kein Geld ausgeben für Sachen, die freiwillig sind. Jetzt plötzlich will man viel Geld ausgeben für einen AKS und für ein Theaterneubau, der mit 30 Millionen. Euro doppelt so teuer werden soll wie der AKS.
Dazu kommt, daß Herr Kai Buchmann im Wahlkampf versprach (ich habe es selber beim Kamingespräch in der Musikschule gehört!!!), unbedingt die Steuern zu senken, wenn finanzieller Spielraum da ist. Der ist doch nun da, oder doch nicht?
Man bekommt das Gefühl, daß man absichtlich dumm gehalten werden soll. Es hat sich also nichts geändert. K. Baltres

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22.08.2018, 09.15 Uhr
Jörg Thümmel | Finanzieller Spielraum
ist wohl eher nicht vorhanden, da NDH nach wie vor unter Zwangshaushalt und kommunaler Aufsicht steht. Das wiederum ist unter anderem ein Abschiedsgeschenk der ehemaligen Sozialdemokratichen Denkmäler, die heute abbezahlt werden müssen.

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22.08.2018, 09.27 Uhr
Herr Schröder | AKS / Kilian Baltres
Das meiste sind Fördergelder. Frau Keller ist die erste Nordhäuser Landtagsabgeordnete bzw. Ministerin welche sich richtig für Nordhausen ins Zeug legt. Das Theater wird zu 90 % gefördert, beim AKS plant die Stadt auch nur mit 1 Millionen. Der Rest kommt vom Land und dem Verein.

Die Kostensteigerungen durch steigende Preise sind ja allgemein das Problem bei Großprojekten. Wenn sich der Baubeginn der Feuerwache noch weiter hinauszögert, wird diese auch um einiges teurer. So lange die Zinsen so günstig sind, explodieren die Preise jedes Jahr förmlich.
Bei den Planungen für den AKS liegen aber immer noch 5,5 Millionen zwischen Habau und der Buchmann Verhinderungsstudie.
Lassen wir das hier, gebaut wird nicht. Das hat sich Buchmann schon mal 40.000 €uro kosten lassen!

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22.08.2018, 09.29 Uhr
Rainer H. | Wie weiter mit dem Stadion
Richtig hilfreich war dieser Artikel nicht. Das Unternehmen sagt, bei Direktvergabe an uns machen wir es günstiger. Aber das sind mittlerweile auch über 10 Mio Euro und wenn man fertig ist vermutlich 11 oder 12 Mio. Euro. Das große Problem, egal ob Luxus- oder HarzIV- Ausstattung, es stehen nur 8,2 Mio. zur Verfügung - kein Cent mehr! Und da kann man sich streiten wie man will. Frau Keller widerlegte zudem erst kürzlich die Aussage von Jendricke, das genug Geld in Erfurt läge, man müsse es nur abrufen. Er sagte, dass man auch 10 oder 15 Mio. bekäme. Dem widersprach Ministerin Keller nun eindeutig. Es gibt nur 6,2 Mio und keinen Cent mehr.
Die einzige Lösung die hier in Nordhausen weiterhilft, es bedarf einer Firma die für 8,2 Mio. baut.

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22.08.2018, 09.43 Uhr
Flitzpiepe | Wenn ich das alles lese
komme ich immer mehr zu dem Schluss, dass Wacker nicht mehr mit der Stadt rechnen sollte. Auch nichts mehr versuchen sollte. Zu viel Zeit ist schon ohne Ergebnis vergangen.
Wacker/Knauf sollte das alleine machen. Dann aber auch 'Nordhausen' aus dem Namen streichen. Die Stadt/OB Buchmann ist unzuverlässig. Von dem Wenigen was OB Buchmann von sich gibt, glaube ich ihm kein Wort mehr.
Soll die Stadt wenigstens die Feuerwehr hinbekommen und hoffentlich mal was Positives vom IG 'Goldene Aue' berichten. Das beides wird schwer genug. Die Theater-Sanierung sollte ebenfalls tabu sein.
Die Stadt kann nur noch den schlechten Istzustand verwalten. Ein Gestalten ist nicht mehr drin. Verwaltungsdiktatur wurde hier mal genannt. Das Wort trifft es ganz gut. Wobei ich der Meinung bin, da das gesamte System von EU und Regierung über Land bis zur Stadt auf Schulden machen ausgerichtet ist, ist es sinnlos als Stadt Nordhausen dort nicht mitzumachen. Die anderen werden sich freuen, Nordhausen fällt weiter ab und die anderen werden trotzdem fürs Schulden machen belohnt bzw. wenn es nicht mehr geht, kommt es zum Schuldenschnitt.

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22.08.2018, 10.05 Uhr
Kilian Baltres | @Herr Schröder das mit AKS Fördermittel verstehe ich
Aber es bleiben doch Eigenanteile für die Stadt? Beim Theater dann auch besonders viele, wenn ich alles richtig verstehe und dann noch die Unterhaltskosten und die Zuschüsse für den laufenden Betrieb?!
Mir geht es vor allem darum, daß man uns als “Normalbürger“ irgendwie außen vorläßt oder bewußt falsch informiert. Und daß man vor der Wahl Versprechungen machte (Steuern senken, Offenheit, Mitbestimmung, Ende des Streits), von denen schon nach einem Jahr nichts mehr übrig blieb. Darum geht es. K.Baltres

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22.08.2018, 10.18 Uhr
Herr Schröder | Kilian Baltres
Sicher bleiben Eigenanteile der Stadt. Bei der 90%igen Förderung des Theaters durch Bund und Land sind das 10% der geplanten Summe. Bei 30 Millionen also 3 Millionen. Beim AKS plant die Stadt mit 1 Millionen, eine weitere gibt der Verein, der Rest sind Fördergelder vom Land.

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22.08.2018, 11.03 Uhr
Jörg Thümmel | Ob es sich tatsächlich um rückzahlungsfreie Fördergelder handelt
oder aber eher um ein zinsloses Darlehen des Freistaates Thüringen ist offen.

Dahingehend gehen die Meinungen und die Standpunkte in diversen Veröffentlichungen auseinander. Es klang vielmals an, dass es sich lediglich um die zweite Variante handelt und die Summe mitnichten rückzahlungsfrei wäre, sondern sehr wohl von der Kommune an den jeweiligen Kreditgeber zurückgezahlt werden muss. Un damit würden die Kosten dann doch in der Stadt bleiben.

Desweiteren stehen, die Habau Variante käme zum tragen, von Landesseite, in welcher Form auch immer lediglich 6,8 Millionen zur Verfügung, zuzüglich der 1 Million von Wacker würde das bei den jetzt im Raum stehenden 10 Millionen Euro Baukosten immer noch ein Finanzierungsloch von 2,2 Millionen Euro bedeuten.

Wer trägt diese Summe letztendlich? Stadt, Kreis, Land? Egal am Ende trägt es der Steuerzahler

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22.08.2018, 11.04 Uhr
Flitzpiepe | Wenn diese Förderung
für Theater und AKS im Landeshaushalt aber wirklich nur Schuldendiensthilfe ist, bleibt die Stadt doch auf dem ganzen Betrag sitzen, auch wenn diese Schulden erst in einigen Jahren wirksam werden.

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22.08.2018, 11.15 Uhr
Zukunft | Für die beiden Finanzexperten
Es gibt 1. Fördermittel, die nur dann zurückzuzahlen sind, wenn sie zweckentfremdet eingesetzt werden. Und es gibt 2. Nicht rückzahlbare Darlehen des Landes. Beides also sind keine Kredite im Sinne der reinen Lehre, sondern Fördergelder. Eigenmittel sind für die Gewährung von Fördergeldern fast immer notwendig (Ausnahmen sind feuerwehrtechnische Geräte). Die Eigenmittel sind immer vom Bauherren zu tragen. Warum nur fragt niemand nach der Höhe der Eigenmittel beim Theater?

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22.08.2018, 11.25 Uhr
Kilian Baltres | @Schröter, wer wäre von einer Schließung des AKS noch betroffen
Mal angenommen die Stadt gibt den AKS nicht an den Kreis ab und saniert auch nicht wegen der hohen Kosten, was wird dann aus dem AKS? Dasselbe Schicksal wie das Stadion an der Darre?Wer nutzt den AKS eigentlich außer Wacker? K. Baltres

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22.08.2018, 11.27 Uhr
Flitzpiepe | Schuldendiensthilfe
ist also ein nicht rückzahlbares Darlehen des Landes?
Genau das wurde aber an anderer Stelle genau anders geschrieben.
Da werden vom Land nur Kosten drumherum (z.B. Zinsen) übernommen.
Also was ist nun richtig?

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22.08.2018, 11.42 Uhr
Zukunft | Ein letzter Versuch
Es kann durchaus sein, dass Schuldendiensthilfe mal gefallen ist, das aber ist eine völlig andere Kategorie. Damals (vermutlich) 2015, waren keine Fördergelder im Landeshaushalt eingestellt. Nordhausen als Eigentümer hätte also einen Kredit aufnehmen müssen. Um den zu bedienen, hätte es der Schuldendiensthilfe bedorft. Gewährte Fördermittel müssen nicht zurückgezahlt werden. Das wurde hier schon mehrfach erläutert. Ende, aus.

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22.08.2018, 11.47 Uhr
Bekanntschaften | Wenn ein Verein
ein neues Stadion möchte, soll der Verein dieses, meiner Meinung nach, selbst finanzieren.

Es gibt meines Erachtens wichtigere Angelegenheiten, welche den Menschen in dieser Region zu gute kommen würden.

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22.08.2018, 12.11 Uhr
Flitzpiepe | @Zukunft - Nix 2015
Das hier ist ein gutes halbes Jahr alt:
http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=227133
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17.36 Uhr
Zu den Projekten im nächsten Jahr. Bei einem Gespräch mit Ministerin Keller wurden die Sanierung AKS und Theater besprochen. Helfen soll eine sogenannte Schuldendiensthilfe. Das heißt, die Stadt Nordhausen kann - trotz Notleidigkeit - Kredite aufnehmen und das Land trägt sämtliche Kosten wie zum Beispiel Zinsen über einen längeren Zeitraum. Der Pferdefuß: das Landesverwaltungsamt muss das alles genehmigen.
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Also was nun, Finanzexperte Zukunft?
Oder geht es hier nur um die Finanzierung des Eigenanteils?
Hier weiß keiner mehr was Sache ist.

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22.08.2018, 12.26 Uhr
Leser 3421
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrages
22.08.2018, 14.11 Uhr
Kritiker86 | Am besten....
man schließt das AKS und die Feuerwehrwache, und gibt das Geld für vernünftige Straßen aus. Gehwegen und Spielplätze. Diese Diskussionen führen doch zu nix. Entweder bauen oder nicht? Was denn nun? Das Humboldt Gymnasium soll doch auch komplett neu aufgebaut werden dafür ist das Geld da? Wenn ich so Hauswirtschaften würde wäre ich schon längst in der Schuldenfalle. Aber die Hochdekorierten und überbezahlten Beamten wissen natürlich was für uns das beste ist. Nordhausen ist ein einziges Trauerspiel geworden. Gute Nacht....mein liebes Nordhausen.

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22.08.2018, 15.35 Uhr
Nordhäuser1985 | ..............
Man sollte alles verwerfen und folgendes tun:

Eine neue Arena mit Sitzplätzen auf dem Bebelplatz bauen. Dort können die Stadträte, Landräte, Arbeitsgruppen und Gutachter immer ein schönes Stück aufführen.

Da hätte man Eine neue Arena und Theater in einem.

Feuerwehrstation kauft man einfach von Feuerwehrmann Sam und stellt sie auf die geplante Stelle.

Notiz an den OB: - bei einer Besoldung von B4/B5 wäre mir auch alles egal

Denkt daran, jeder Teilnehmer irgendeiner Sitzung bekommt ca. 20€ die Stunde. Da kann man schon mal von Hungerlohn Sprechen.

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22.08.2018, 18.39 Uhr
HUKL | Alle irgendwie Beteiligte stehen in den Startlöchern, doch es fällt einfach kein Schuss!
Die geplante und dringend notwendige neue Ausrichtung des „AKS“ als derzeitige Spielstätte des gegenwärtigen Nordhäuser Regionalligisten und dürfte unter den vielseitigen allgemeinen Themen in der „nnz“ bei den Kommentatoren eine absolute Priorität haben! Da mir einige andere Fälle in verschiedenen anderen Städten bekannt sind, die solche Entscheidungen bereits zum Teil hinter sich haben, aber einsehen mussten, dass gut gemeinte oftmals völlig finanziell und auch praktisch überdimensionierte Stadien oder Arenen nach deren Fertigstellung nunmehr überwiegend fast ungenutzt in der Gegend stehen, bei denen zwischenzeitlich auch noch die Vermieter oder Mieter sogar pleite sind, sollte Nordhausen als Stadt und derzeitiger Besitzer der Immobilie bereits im Vorfeld dringend davor gewarnt werden!

Wie bereits bekannt ist, mischte sich aber bereits ein unberechtigter Personenkreis vor der Planung in dessen Angelegenheiten ein! So geschehen, lt. obigen Bericht, wurde die fast benachbarte und projekterfahrene Firma Habau irrtümlicherweise durch den Mieter, Wacker Nordhausen, gebeten, bereits vor drei Jahren ein umfangreiches Konzept zur Planung, Ausführung, einschließlich der entsprechenden Raumplanung und andern zum Objekt notwendigen Maßnahmen sowie zu den Kosten zu erstellen. Da aber bei größeren Objekten und bei den schon zugesagten Fördermitteln vom Land Thüringen sowie den bekannten beiderseitigen Einbringen von finanziellen Eigenleistungen eine Ausschreibung dem auf den ersten Blick günstig wirkenden Vorschlag der Fa. Habau vorzuziehen ist, schien seitens der Stadtverwaltung ein weiteres, Angebot notwendig, das allerdings viel zu spät ausgelöst wurde und auch kostenintensiver war, sodass dieses als eine spätere nicht durchführbare Maßnahme zunächst ohne weitere Beachtung auf Eis gelegt wurde.

Allein dem neuen Oberbürgermeister diese zur Verwirrung beitragende Maßnahme der bei in einem finanziell hoch angesiedelten Architektenbüro in Auftrag gegebene 40.000 € - Studie, die auch noch dazu eine doppelt so teure Endlösung als die von Wacker angeforderte kostenlose aus Heringen beinhaltete, ist aber unfair, weil dieser erst seit einiger Zeit sein Amt begleitet und aus verständlichen Gründen hinweist, dass auch andere wichtige Objekte in seiner Stadt voranzutreiben und zu realisieren sind! Ein rechtzeitiges anständiges Miteinander, auch innerhalb der Stadtverwaltung, wäre bestimmt die bessere Vorentscheidung für diese Angelegenheit gewesen, in der man nun aber nach wie vor keinen Schritt weiter ist. Man hat auch versäumt, zwei verschiedene Varianten, nämlich einen kompletten Neubau auf der „grünen Wiese“ (für mich persönlich die günstigere Variante, weil besonders die noch nicht errechneten aber sehr wichtigen bekannten Nebenleistungen (die ohne sonst zu erwartende Einwendungen durchführbar wären) oder eine Sanierung (im Bericht „Revitalisierung“ genannt) zu kalkulieren.

Dass der Nachbar, die Fa. Habau (mit ihrem Chef, Herrn Stark, an der Spitze) nun sauer ist, obwohl einige Vorteile seines Angebotes auf dem ersten Blick zu erkennen waren, wird zu verstehen sein. Doch neben den Kosten, die aber schon jetzt auf rund 10 Millionen einfach angestiegen sind, weiß diese nicht, ob sie als GU, der Vor- und Nachteile haben kann, überhaupt eingesetzt worden wäre.

Letztendlich spielen übrigens auch die sportlichen Leistungen des Mieters eine wesentliche Rolle, ob er sich nach vielen Jahren der verpassten Bemühungen aus der Regionalliga nach oben am Ende dieser Saison verabschieden kann. Zu einem seiner engsten Mitbewerbern dafür zählt allerdings u.a. auch der FC RWE, der nach erlebten Querelen während der Bauphase in einer gleich mehrfach teuren Arena spielen darf, doch durch den finanziellen sowie sportlichen Abstieg und der daraus folgenden Insolvenz, mit einem nahezu komplett ausgewechselten Personal auf allen Ebenen des Vereines, ebenfalls wieder dorthin möchte!

Mehr Zuschauer könnte der übrigens der "AKS" auch vertragen...

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