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Sa, 11:32 Uhr
21.04.2018
Bibermanagement in Thüringen

Junge Biber gehen auf Wanderschaft

Der Frühling ist eine schöne Jahreszeit, die Blätter treiben aus, die ersten Blüten lassen sich blicken, die Bienen summen und die Vögel beginnen mit der Brut. „Jetzt im Frühjahr gehen auch die jungen Biber auf Wanderschaft und können an Flüssen und Teichen im ganzen Land auftauchen“, berichtet Marcus Orlamünder, der Projektkoordinator des NABU-Projektes „Bibermanagement in Thüringen“...

„Haben die Jungbiber den zweiten Winter bei der Familie überlebt, suchen sie sich eigene Reviere. Ressourcen wie Nahrung und Lebensraum reichen im elterlichen Revier nur für eine Familie zum Überleben. Die jungen Tiere werden dann von ihren Eltern regelrecht vertrieben.“

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Auf der Suche nach neuen Lebensräumen wandern Biber durchschnittlich 25 Kilometer, zeigen Erfahrungen aus dem Elbegebiet. Manchmal können es aber sogar über 200 Kilometer sein, die die Tiere zurücklegen. Die Wanderschaft ist für die Biber allerdings auch gefährlich, denn nicht selten geraten sie in Konflikt mit Artgenossen. Kommt es zur Auseinandersetzung, wird zum Teil heftig gebissen. Derartige Kämpfe können sogar zum Tod führen. „Manche Biber fallen auf ihrer Wanderung auch dem Straßen- oder Schienenverkehr zum Opfer.

Jungbiber knabbert an Brennessel (Foto: Siegfried Klaus) Jungbiber knabbert an Brennessel (Foto: Siegfried Klaus)

Junge Biber gehen auf Wanderschaft. Foto: Siegfried Klaus

In Thüringen sind auf diese Weise bereits zirka zehn Biber ums Leben gekommen“, sagt Marcus Orlamünder. Laut des Experten sind dies aber nicht die einzigen Faktoren, die die Ausbreitung des Bibers verlangsamen. „Der Nager hat auch eine geringe Nachwuchsrate von nur zwei bis drei Jungen pro Jahr. In Hochwasserjahren ertrinken häufig sogar fast alle Jungbiber. Kritiker sprechen gerne von einer zu schnellen Ausbreitung des Bibers, auch in Thüringen. Davon kann gar keine Rede sein, denn sie breiten sich deutlich langsamer aus als die meisten anderen wildlebenden Säugetieren“, so Orlamünder.

Damit es die Biber in ihren Revieren leichter haben, pflanzt der NABU an den Ufern von Gewässern Bäume und bringt Weidenstecklinge in die Erde. „Gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern vor Ort, konnten wir zum Beispiel in den letzten beiden Monaten an der Orla und Milz 60 Strauchweiden, 20 Erlen und über 250 Weidenstecklinge pflanzen“, erzählt Marcus Orlamünder.

Das vom Freistaat Thüringen geförderte Vorhaben „Bibermanagement in Thüringen“ wird durch Mittel der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Das Projekt wird vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz unterstützt.
Autor: red

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