Offener Brief an Oberbürgermeister
Warum wurden Schleifen abgeschnitten?
In dieser Woche wurde in Nordhausen auf verschiedene Weise der Opfer der Bombenangriffe im April 1945 gedacht. Dazu hat ein Nordhäuser dem Oberbürgermeister Kai Buchmann nun einen offenen Brief geschrieben...
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
ich wähle die Form des offenen Briefes, da Transparenz in öffentlichen Dingen in unserem gemeinsamen Interesse liegt. Zunächst meinen herzlichen Dank an Sie als ersten dienenden Bürger der Stadt Nordhausen, den Oberbürgermeister, für die wirkliche gelungene Gedenkveranstaltung vom gestrigen Tag vor dem Rathaus.
Ihnen ist es als parteilosen Repräsentanten der Stadt gelungen, was vielen Politikern nicht gelingen will. Sie haben der verbindenden Trauer den notwendigen Raum geboten. Es war schön zu sehen, wie Sie in der Organisation einen Bogen schlagen konnten von den Zeitzeugen über die Generation des Wiederaufbaus bis hin zu den jungen Bürgern von heute.
Als Vertreter unserer noch nicht im Stadtrat repräsentierten Partei haben wir uns als Teil der Bürgerschaft gefühlt, als Teil des demokratischen Spektrums. Um unseren Gefühlen und unserem Respekt Form und Ausdruck zu verleihen, haben wir einen Kranz niedergelegt.
Dass Sie in Ihrer Verantwortung den Kranz nach der Veranstaltung in die Dekoration der Opfersäule mit einbezogen haben, hat mich sehr gefreut. Nicht zu meiner Freude hat beigetragen, dass es möglich war, dass unsere Schleifen ohne Rücksprache mit uns abgeschnitten wurden.
Den Opfern zum Gedenken, Den Bürgern des demokratischen Aufbaus zum Dank, den Lebenden zur Mahnung" – das war doch der kleinste gemeinsame Nenner" der Gedenkveranstaltung, oder? AfD Kreisverband NEM – diesen Bereich zu entfernen hätte ich ohne zu zögern angesichts des vermuteten politischen Frühlings sofort zugestimmt.
Wir haben uns vor der Veranstaltung gegrüßt, Sie hätten mich dazu ansprechen können, auch nach der Veranstaltung – aber so, einfach beide Schleifen abschneiden! Was soll damit ausgedrückt werden?
Sie sind als Oberbürgermeister angetreten um vieles anders und besser zu machen. Hier wäre eine Chance dazu gewesen, die Sie leider verstreichen ließen. Lassen Sie sich doch bitte nicht instrumentalisieren von denen, deren Wirken Sie zur Kandidatur bewegt hat. Die Bürger der Stadt sind es allemal Wert.
Verwirrt hat mich und einige andere mehr auch das starke Aufgebot von Sicherheitskräften rund um die Veranstaltung. Für mich waren das Einsatzausrüstungen, keine normale Öffentlichkeitsuniform der Beamten. Wer sollte da vor wem beschützt werden? Jeder vor jeden, alle vor sich selbst? Gab es Erkenntnisse zu geplanten Angriffen von wem auch immer? Oder sollten Teile der Bürgerschaft diszipliniert werden? Eine gespenstige Situation an einem 4. April 2018, mittags 12.00 Uhr in Nordhausen – bei einem öffentlichen und unstrittigen Gedenken. Was für ein Bild vermittelt denn die Stadt nach Außen?
Ich hoffe, dass meine Worte ein offenes Ohr finden und dass man in Zukunft besser zusammenfindet. Ich werde weiterhin alles versuchen, um die Stadt zu unterstützen, auch durch Klärung der Finanzthemen der Stadt im Landtag in Erfurt, auch durch Nutzung unserer Fraktion im Bundestag. In diesem Sinne viel Erfolg für Ihre Tätigkeit zum Wohle der Stadt
Mit bürgerlichen Grüßen
Jörg Prophet
Autor: red
Anmerkung der Redaktion:
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Kommentare
Herr Taft
05.04.2018, 11:58 Uhr
Oh oh.... Mimmimmimmmi
Wenn die Polizei nicht da ist und es passiert etwas, wird geschrien... Ist sie da und alles bleibt ruhig wird auch geschrien. Schleifchen gestutzt... Wahrscheinlich um" links grün versiffte " Tätlichkeiten von vorne herein auszuschließen.
Aber klar.... Natürlich alles nur um die afd zu ärgern... Viel Spaß in der Opferrolle. Für mich das typische AFD-Mimmimmi
free Gigi
05.04.2018, 12:24 Uhr
korrekt @Nussi
das typisch links-grün versiffte Milieu und deren "Propagandahöhlen".
Jene die stets nach Demokratie rufen aber selbst beschmieren und randalieren...
Rene Strube
05.04.2018, 13:35 Uhr
Spätzlevernichters Niveau
Herr Prophet hat doch hier einen sehr niveauvollen Artikel geschrieben. Die Schleifenaufschrift war auch dem Anlass angemessen. Das Schänden des Kranzes war niederträchtig und eine Straftat. Wenn dieser Artikel nun schon kommentiert werden muss, kann man wegen dem ernsten Hintergrund etwas Niveau erwarten.
Leser X
05.04.2018, 13:44 Uhr
Könnt Ihr nicht ...
... bei diesem Thema einfach nur mal die Klappe halten? Muss man selbst beim Gedenken an die vielen Opfer seine politischen Streitigkeiten öffentlich austragen? Es nervt!
I.H.
05.04.2018, 14:56 Uhr
Inszeniertes Theater - dem Anlass unangemessen
Was Sie hier machen Herr Prophet, ist eine von vornherein geplante, unwürdige Inszenierung.
henry12
05.04.2018, 15:10 Uhr
Etwa Bedenken wegen der Gedenken ?
Man muss sich mal vorstellen, das wäre seitens der AFD passiert. Tagesschau Hauptnachrichten und Statements von Roth bis Kipping über Connemann hätte es gegeben.
Ich bin mal auf die Antwort vom OB gespannt. Das AfD Bashing zeigt, das sie auf dem richtigen Weg ist.
Susanne Blau
05.04.2018, 15:27 Uhr
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Herr Schröder
05.04.2018, 15:50 Uhr
Wahlkampf?
Es stehen Kommunal- und auch Landtagswahlen ins Haus. Herr Prophet hat den Wahlkampf für sich bzw. seine Partei bereits eröffnet. Daran werden wir uns in den kommenden Wochen und Monaten wohl oder über gewöhnen müssen.
Crimderöder
05.04.2018, 15:57 Uhr
Die unerträglichen Provokationen der AfD
Die AfD hat mal wieder provoziert! Weil ihre Vertreter es wagten, einen Kranz an der Gedenksäule niederzulegen. Wie es bis 2012 auch gang und gäbe in Nordhausen war.
Aus politischer Hygiene wollen die lokalen 'Akteure' jedoch die drittgrößte Partei und Oppositionsführerin im Bundestag nicht dabei wissen und haben kurzerhand die Schleifen abgeschnitten. Was für ein Armutszeugnis!
Bernd
05.04.2018, 16:07 Uhr
AFD bringt Lichts ins Dunkel
Sehr interessante Frage Herr Prophet und ich würde mir auch eine Veröffentlichung der Stellungnahme von unserem OB wünschen. Bitte bleiben Sie am Ball Herr Greiner!
So wie mit der Beschneidung des Kranzes geht es seit Jahren mit der Meinung der Bürger! Ist die Meinung Links und Multikulti orientiert, dann darf sie veröffentlicht werden, ist sie jedoch auch nur in kleinster Form abweichend, dann muss beschnitten werden! Es ist schon wie zu DDR Zeiten!
Barbarossa´s Spross
05.04.2018, 23:55 Uhr
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Andreas Dittmar
06.04.2018, 00:35 Uhr
Diese Aktion war echt überflüssig....
Da werden sie bei uns bestimmt niemanden finden der auf so eine Idee kommt und von einem Kranz die Widmung entfernt @henry12 . Das gehört sich nicht. Jörg hat hier vollkommen recht. Man hätte im Vorfeld darüber reden können. Diese Aktion war nicht notwendig und ist einfach respektlos. Wenn ich mir dann so die Kommentare von Nussbaum und I.H. durchlese, mache ich mir auch ernsthaft Gedanken .
Es gehört hier zwar nicht her aber die Jenigen, welche immer noch glauben, dass alles in bester Ordnung ist, sollten sich mal das Statement des aus dem Amt scheidenden Weimarer Landrats Hans-Helmut Münchberg durchlesen. Einfach in einer Suchmaschine nach Heuchler beherrschen derzeit die öffentliche Meinung suchen....
Herr Taft
06.04.2018, 10:40 Uhr
... Nichts ist in Ordnung....
... Herr Dittmar, Herr Prophet. Es läuft vieles schief in diesem Land. Allerdings brauchen wir keine Von Storch, Gauland und Höckes um das wieder in Ordnung zu bringen.
Die AFD ist mit Bernd Lucke an der Spitze als eine Partei der Intellektuellen und Wirtschaftsliberalen angetreten. Euroskeptisch, marktwirtschaftlichen orientiert. Damals fand ich die AFD interessant
Aber dies nationale, ausländerfeindliche, rückwärtsgewandte.... .. Entschuldigung.... patriotische Attitüde die sich immer mehr verschärft... Das geht gar nicht.
Blueman
06.04.2018, 10:55 Uhr
Warum der offene Brief?
Ich verstehe den Sinn dieses offenen Briefes nicht? Hätte man im Vorfeld nicht einfach mit dem Bürgermeister sprechen können? Vielleicht gibt es eine einfache Erklärung warum die Schleifen weg sind? Nordhausen ist nicht Berlin, da ist eine direkte Kommunikation möglich. Oder ist eine einfache Klärung nicht gewollt, dass man die übliche Opferrolle einnehmen kann?
Leser X
06.04.2018, 12:09 Uhr
Blueman...
... das klang doch schon in einigen Beiträgen an und ich meine das auch: das ganze ist eine lange geplante Propagandashow. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. PR eben...
Mueller13
06.04.2018, 12:29 Uhr
@ Spätzlevernichter - ein paar Berichtigungen
Zitat SV: "Aber dies nationale, ausländerfeindliche, rückwärts gewandte.... .. Entschuldigung.... patriotische Attitüde die sich immer mehr verschärft... Das geht gar nicht."
Zum Glück entscheiden nicht Sie was geht, sondern der Wähler und der ist im Moment noch allein in der Kabine ;-).
"Ausländerfeindlich"? Werden Sie lange suchen müssen. Sie werden keinerlei Anhaltspunkte finden. Die AfD lehnt die Islamisierung Deutschlands ab und den unkontrollierten Zuzug kulturfremder ungebildeter Personen. Dies ist eine Argumentation, der sich ein Großteil der Bevölkerung anschließen (wenn sie nicht ideologisch verblendet sind).
"Rückwärtsgewandt"? Wer definiert, was rückwärtsgewandt ist? Ich habe ein Problem mit eben beschriebenen Umständen (Islamisierung, Zuwanderung). Das mag für Sie eine andere Richtung sein, aber rückwärts ist es definitiv nicht.
"National"? Ja, warum nicht. Wir sollten zuerst unsere (nationalen) Probleme bereinigen, ehe wir die Probleme anderer bekämpfen bzw. anderen unsere Probleme auf's Auge drücken wollen.
Vielleicht haben Sie es noch nicht bemerkt, aber Ihre Vision der Vereinigten Staaten von Europa ist tot. Einige haben sich abgewandt. Viele akzeptieren es nur noch, solange wir bezahlen.
Gerade hier ist es zwingend nötig wieder zwei Schritte zurückzugehen und die nationalen Eigenschaften der Völker zu akzeptieren. Es lebe das Europa der Nationen.
sarkaso
06.04.2018, 14:39 Uhr
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Herr Schröder
06.04.2018, 14:54 Uhr
Spätzlevernichter
Genau So!
Die AfD ist schon lange keine Alternative für Deutschland mehr. Sie bringen das in ihrem Kommentar sehr schön auf den Punkt! Außer Flüchtlinge bietet diese Partei schon lange nichts mehr an!
Demokrit
06.04.2018, 16:39 Uhr
intellektuelle Glanzleistung der Schleifchenabschneider ^^
liebe AfD, vermutlich habt ihr rechtes Gedankengut in den Schleifchen verstecken und verbreiten wollen, und das können die Kandidaten der "nationalen Front" euch nicht so ohne weiteres durchgehen lassen. Wo kommen wir auch hin, wenn sich hier jeder erdreistet ungefragt Kränze niederlegen zu wollen.
Mueller13
06.04.2018, 17:57 Uhr
@ Herr Schröder: genau die Einthemenpartei
Jaja, die Partei mit nur einem Thema...
Erst war es die Eurohasserpartei,
dann die Griechenhasserpartei,
dann die Flüchtlingshasserpartei...
ich kann Ihnen die nächsten Themen schon sagen:
Finanzen, Rente, Bildung, EU, Familie
Aber warum auch nicht auf dem Flüchtlingsthema reiten? Wenn es einen schnell ans Ziel bringt...
Man kann natürlich auch wie die SPD auf Familiennachzug oder Gerechtigkeit setzen, wird dabei aber nur begrenzten Erfolg haben. Warum sollte man auch ein totes Pferd reiten, macht irgendwie nur bei der SPD Sinn ;-)
Kritiker2010
06.04.2018, 18:49 Uhr
Nachhilfe für unsere besten Demokraten!
Lektion 1:
Demokratie kennt kein links oder rechts, kaum gut oder böse. Demokratie ist nicht rot, grün, blau, braun oder schwarz, nicht links oder rechts und auch nicht Multikulti, Öko oder Feinstaub-Plakette.
Lektion 2:
Demokratie ist ein permanenter Prozess der Vermittlung, die Suche nach einem gemeinsamen Nenner, ein Geben und Nehmen von allen Seiten. Demokratie ist wie eine Fahrt ins Blaue, Ziel unbekannt. Man nicht einmal wann und ob die Fahrt je enden wird. Der Status-quo ist dabei nur eine Momentaufnahme.
Lektion 3:
Demokratie ist der politische Konsens all derer, die konstruktiv zum Zusammenleben beitragen.
Ein kleiner dummer Glatzkopf darf sich dabei ebenso am demokratischen Prozess beteiligen, wie ein autonomer Steinewerfer … aber eben im demokratischen Rahmen und jeder muss dabei die Meinung des anderen ertragen. Daraus erst entsteht die Mitte - der Konsens, den die Mehrheit mittragen wird.
Wenn man eine Richtungskorrektur einseitig verhindert, passiert diese irgendwann doch und dann sehr viel deutlicher - so wie eine Sinuskurve bei jedem Extrempunkt die Richtung ändert.
Resümee:
Schleifchen abschneiden ist Kindergarten, undemokratisch und spannt nur die Feder für den späteren Reflex der Gesellschaft.
Im Übrigen empfehle ich es zu vermeiden, untadelige Menschen leichtfertig als Nazis zu beschimpfen. Das ist nicht nur undemokratisch, sondern eine amtliche Beleidigung und beinahe gleichzusetzen mit dem Leugnen des Holocaust.
Andreas Dittmar
06.04.2018, 22:13 Uhr
@Spätzlevernichter, ich versuche es nochmal
Eigentlich wollte ich mit meinem Verweis zum Statement des Weimarer LR die Disskusion nicht in die falsche Richtung lenken. Ihre Haltung zur AfD haben sie ja schon mehrfach in vielen Kommentaren zum Ausdruck gebracht und auch die Gründe genannt. Es ist ihre eigene Sicht auf die Dinge und das akzeptiere ich auch so oder diskutiere eben mit Ihnen darüber wenn gewünscht.
Hier geht es allerdings darum, wie man durch eine absolut überflüssige Aktion am Rande einer Gedenkveranstaltung Öl ins Feuer gießt und das eigentlich wichtige Thema des Tages weit in den Hintergrund stellt. Das ist Jörg Prophet's Sicht auf die Dinge welche er hier in seinem Brief zum Ausdruck bringt. Ich sehe das genau so und wenn ich mir die Kommentare durchlese, stehen wir auch nicht allein da mit unserer Wahrnehmung. Sie haben die Disskusion zum Thema mit ihrer Meinung eingeleitet mit .....Oh oh.... Mimmim..... und der Opferrolle. Andere Kommentatoren nehmen das Ereignis als inszeniertes Theater, Wahlkampf und lange geplante Propagandashow wahr. Das sind natürlich auch Meinungen, die ich persönlich ernst nehme. Aber glaubt jemand von euch ernsthaft, dass wir uns im Kreisverband hinsetzen und uns darüber Gedanken machen, wie man so eine Veranstaltung, die den 8800 Opfern eines sinnlosen Bombenangriffs gewidmet ist, für Wahlkampfzwecke bzw. eine PR-Kampange nutzen kann ?
Susanne Blau
07.04.2018, 10:44 Uhr
Offener Brief an die AfD
Es war bisher eine gute Tradition in Nordhausen, dass das Gedenken an die Bombentoten ein stilles und persönliches Gedenken war. Eine leise Veranstaltung, die ohne Parteiensymbolik und -rhetorik auskam. Der Grund für diese Form der Veranstaltung ist, dass sich den deutschen Kriegstoten eben nur auf der Ebene der persönlichen Leid- und Verlusterfahrung gedenken läßt. Außerhalb des persönlichen Rahmens, d.h. auf einer politischen Ebene, lassen sich die deutschen Kriegstoten nicht mehr von den unzähligen anderen Toten und Ermordeten und dem dafür verantwortlichen Regime trennen.
Mit Ihrer Parteiveranstaltung haben sie das Gedenken auf diese politische Ebene befördert. Die Fehlstellen ihres Gedenkens zeigen die politische Agenda, die sie damit verfolgen: es ist der Versuch Tote gegeneinander aufzurechnen und damit die deutschen Verbrechen zu relativieren. Sie reiht sich ein in ähnliche Veranstaltungen Ihrer Partei wie z.B. dem Versuch Höckes, an der Buchenwald-Gedenkstätte einen Kranz niederzulegen, der den Opfer von Nationalsozialismus und Stalinismus gleichermaßen gewidmet war.
Mit solchen Veranstaltungen wollen Sie Ihren Anhängern sagen: Seht her, auch wir hatten unsere Opfer! Seht her, auch andere haben Verbrechen begangen! Und neuerdings: Seht her, auch wir konnen stolz auf unsere Soldaten sein! Es war halt Krieg und die Zeiten waren schlimm! - Eine solche geschichtsvergessene Haltung ist der "Markenkern" Ihrer Partei. Das Anerkennen der Verantwortung für die Verbrechen Deutschlands war und ist Grundlage der Staatsräson aller deutschen Staaten nach 1945. Wer das nicht anerkennt, stellt sich bewußt außerhalb jeglicher Diskussion. Und darum wurden wohl auch die Schleifen entfernt.
Mit menschenfreundlichen Grüßen
Susanne Blau
Andreas Dittmar
07.04.2018, 18:20 Uhr
@Susanne Blau, Vorschriften für Gedenkkultur und Vergangenheitsbewältigung ?
Die Verantwortung für die Verbrechen, welche zwischen 1933 und 1945 begangen wurden, tragen ausschließlich die Täter. Im Nürnberger Kriegsverbrechertribunal und auch in späteren Prozessen wurden die Beschuldigten juristisch zur Verantwortung gezogen und je nach Beweislage als Täter verurteilt und auch bestraft. Die juristische Grundlage dafür bildeten die zum Tatzeitpunkt gültigen nationalen und internationalen Gesetze.
Die von Ihnen propagierte Staatsräson wurde zwar vielfach politisch diskutiert und man versuchte sich auch an juristischen Bewertungen. Diese letztendlich gesetzlich festzuschreiben sozusagen als Ausnahme für Deutschland, scheiterte eben an der Existenz zweier deutscher Staaten und ihrer gegenseitigen Anerkennung im Jahre 1972. Auch unterschiedliche Auffassungen über die Rechtsnachfolge des ehemaligen "Deutschen Reiches" können nur zu dem Fazit führen, dass derjenige sich für Kriegsverbrechen und Verstöße gegen das Völkerrecht zu verantworten hat, der diese befiehlt und ausführt. So wird auch aktuell verfahren.
Diese Rechtssprechung bezieht sich nicht nur auf Einzelpersonen sondern auch auf Gruppierungen welche gemeinschaftlich Verbrechen begehen. Das entbindet natürlich Niemanden von der gesellschaftlichen Verpflichtung sich gegen Gewalt und für ein friedliches Miteinander einzusetzen. Unterschiedliche Auffassungen über den Umgang mit der Vergangenheit und der Übernahme einer besonderen Verantwortung akzeptiere ich natürlich auch allerdings steht es Niemandem zu Andere politisch zu bevormunden und/oder dabei juristische Grenzen zu überschreiten.
geloescht 010
07.04.2018, 18:25 Uhr
Frau Blau - zur Klarstellung
Sehr geehrte Frau Blau.
Jeder hat die Freiheit die objektive Welt mit seinen subjektiven Meinungen zu spiegeln - Ergebniss offen.
Ich verwahre mich hiermit gegen Ihre Nationalistischen und Menschenverachtenden Unterstellungen sowohl gegen meine Person als auch gegen die Alternative für Deutschland.
Ideologische Trübung des Bewusstseins ist keine Entschuldigung für derartige Entgleisungen.
Wenn Sie unserer Einladung auf den Alten Friedhof gefolgt wären , hätten Sie in meiner Rede meine Ausführungen zur NICHT Aufrechnung von Terror und Unrecht hören können.
Wer ständig die Trillerpfeife benutzt hat wenig Chance zum Zuhören.
Ich lade Sie gern zu einem persönlichen Gespräch unter Moderation von Herrn Greiner ein. Ich erwarte für Ihre Unterstellungen eine Entschuldigung. Für Ihre Bekannten zur Information, Jörg Prophet ist mein richtiger Name, ich wohne Am Hagenberg 2 in Nordhausen. Aber das wurde ja schon recherchiert .
Ihre Vorgänger haben mich zur Antragstellung auf ständige Ausreise aus der Deutschen Demokratischen Republik gedrängt - Ihnen wird es nicht ein zweites Mal gelingen. Versprochen.
Mit bürgerlichen Grüßen
Blueman
07.04.2018, 19:57 Uhr
SusanneBlau hat doch recht...
... mit der Analyse zur Handlungsweise der AfD. Ich empfinde sie als außerordentlich objektiv. Keine Objektivität kann ich hingegen in den Ausführungen und angedeuteten Vermutung ob der Gesinnung und Integrität von SusanneBlau erkennen. Hier wird wieder mal versucht andersdenkende Kommentatorinnen zu diskreditieren. Ob SusanneBlau Mitglied der SED war mag ich nicht zu beurteilen, aber mir scheint Realist kann es auch nicht. Auch Herr Dittmar argumentiert nach dem selben Muster. Wie ich schon oben angeführt habe, hätte man auch einfach nachfragen können, warum die Schleifen nicht mehr da sind. Stattdessen wird mit einem offenen Brief ein Feuer entfacht und und mit künstlicher Empörung Öl ins Feuer gegeben. Für mich mehr als offensichtlich das hier versucht wird krampfhaft die Opferrolle zu behalten.
P.S. Falls SusanneBlau für das drängen zum Stellen des Ausreiseantrag von Realist verantwortlich ist, halte ich eine einfache Entschuldigung für nicht ausreichend!
Wie Bitte
07.04.2018, 20:26 Uhr
AfD fordert -
vehemend eine Stellungname ein, verweigert selbst aber eine Aussage zu der Aussage, dass AFd- Mitglieder selbst die Schleifen abgeschnitten haben um, genau diese Diskussion zu forzieren. Dass das geplant war.
Da könnte von der AfD sofort gegengehalten werden, aber das tut sie nicht. Warum?
Liane Enzinger
07.04.2018, 21:05 Uhr
@Frau Bläulich- Das Nordäuser System will Afd nicht mitspielen lassen ...
... weil der Provinzsandkasten schon seit 2 Jahrzehnten mit den Berufsjugendlichen der nordhäuser etablierten Parteien voll ist. Es bleibt lustig in unserer Kleinstadt.
Liane Enzinger, M.A.
Herr Taft
07.04.2018, 21:16 Uhr
@A. Dittmar
Zitat:"Aber glaubt jemand von euch ernsthaft, dass wir uns im Kreisverband hinsetzen und uns darüber Gedanken machen, wie man so eine Veranstaltung, die den 8800 Opfern eines sinnlosen Bombenangriffs gewidmet ist, für Wahlkampfzwecke bzw. eine PR-Kampange nutzen kann ?"
Antwort : Ganz klares Ja!
Die AFD glaubt ja auch an abhängige Justiz und manipulierte Medien...
murmeltier
07.04.2018, 22:42 Uhr
Mal überlegen:
Was wäre passiert, wenn irgendjemand vor einigen Jahren, als noch die Verwaltungen und Parteien auch Kränze abgelegt hatten, die Schleifen abgeschnitten wären. Zum Beispiel der von CDU oder SPD? Welche Diskussion wäre das ins Leben gerufen worden? In Sachsen Anhalt wollte die AfD wissen, wie es um die Kriminalität an Schule bestellt ist? Kann man gut finden oder nicht. Plötzlich will das jetzt auch die Landesregierung wissen und beauftragt eine Befragung. Da soll noch mal einer sagen, die AfD wirbelt das System nicht durcheinander. Aber wer stört das System schon, ohne in die Ecke gestellt zu werden. Gerade die SED-PDS, PDS, LINKE müsste das doch wissen.
Leser X
08.04.2018, 09:18 Uhr
Sehr gut, Frau Blau...
... schön zu lesen, dass dieses Forum nur zum Teil in der Hand rechtsgesinnter und geschichtsvergessener Leute ist.
Treuhänder
08.04.2018, 09:20 Uhr
Kampagne
Die PDS oder Linke wollte man in den 90iger Jahren mit der "Roten-Socken"-Kampagne ebenfalls diffamieren. Es ist, wie man heute sieht, nicht gelungen. Diffamiert soll heute die AfD werden. Die Lehren aus der Vergangenheit müssten eigentlich zeigen, dass das nicht funktioniert.
Die AfD ist nicht mal so Oppositionsführerin im Bundestag. Statistiken zeigen, dass die AfD von allen Schichten der Bevölkerung gewählt worden ist. Die Menschen lassen sich das Denken und Herstellen von Zusammenhängen nicht mehr verbieten, auch wenn es gegen den öffentlichen Mainstream ist.
Pe_rle
08.04.2018, 09:59 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Verstoß gegen AGB
henry12
08.04.2018, 10:31 Uhr
Endlosschleife
Die ganze Diskussion hier wird zum Paradebeispiel für die politische Unkultur in diesem Land. Darf die AfD einem Anlass
Gedenken, den schon die anderen Parteien für sich besetzt haben ? Die hier am meisten wettern, treten in anderen Diskussionen als DDR paralysierte auf. Hier wiederum kommen sie mit den gleichen Argumenten wie Kurt Hager und seine FDJ -und SED Funktionäre. Gilt Demokratie nur für sich selbst oder auch für andere, selbst wenn sie eine andere Meinung haben ? Einige hier haben es sich in der Einheitspartei CDUSPDGRÜNEFDP Deutschlands wieder ganz schön bequem gemacht, oder ist das in Wirklichkeit die Sehnsucht nach einer BRDDR mit Verboten, starren Regeln Deutungshoheit,
und Alleinvertretungsanspüchen ? 1989 hat " wir waren das Volk" Transparente mit Rosa Luxemburg Zitaten geschleppt und alle fanden es toll.
geloescht.20250302
08.04.2018, 11:26 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Anm. d. Red.: Gehört nicht zum Thema
Psychoanalytiker
08.04.2018, 11:38 Uhr
Liebe AfD Kritiker ...
... ich habe schon mehrfach zum Ausdruck gebracht, dass ich mit sehr vielem, das sich die AfD auf die Fahnen geschrieben hat, nicht übereinstimme. Dennoch kann ich die Ansichten von Susanne Blau, i.H., Herrn Schröder, Crimderöder, Blueman, Nussbaum u.s.w. in keinster Weise nachvollziehen. Ihr seid nichts weiter als direkte oder indirekte Lemmlinge, die Angela Merkels Theorien hinterher laufen, ohne die Realität zu sehen. Habt Ihr noch immer nicht erkannt, dass die GroKo-Parteien mehr oder weniger heute genau das umsetzen wollen, was die AfD in der Theorie schon vor 2 Jahren forderte und was damals als nazistisch galt? Es wird ja wohl keiner von Ihnen Seehofer als Nazi einstufen wollen, aber unser Innenminister setzt jetzt vermehrt das um, was die AfD schon immer fordert. Warum beschwert Ihr Euch in Euren Kommentaren nicht über diese Praxis von der GroKo? Warum finden 55 Prozent (ZDFUmfrage) der SPD-Mitglieder ihre politische Gegnerin Angela Merkel gut? Könnt Ihr mir mal die Unterschiede der Theorien und der Praxis von Merkel & Co. zur AfD nennen? Im Übrigen kann ich die Nazi-Keule überhaupt nicht mehr hören. 12 Jahre abscheuliches Verhalten von Verbrechern wird immer wieder hervorgeholt, wenn man mit Argumenten nicht mehr weiterkommt. Wenn damit überzeugt werden soll, dann dürft Ihr auch die Kreuzzüge, die Scheiterhaufen, die Mauer und andere Untaten auch nicht vergessen. Wenn in Nordhausen der Opfer des 2. Weltkrieges gedacht werden soll, dann sollte man daran denken, dass darunter sowohl Kommunisten, Sozialisten, Kapitalisten, Nazis und Gefangene waren. Es wurden Menschen aller Couleur getötet, deren man gedenkt und deren man gedenken sollte. Da ist es scheiß egal, wer da gerade Kränze niederlegt. Es geht hier nicht um Weltabschauung oder Religionen, es geht um Menschen. Bitte erst nachdenken, dann kommentieren und dabei nicht den eigenen Standpunkt als Allheilmittel oder einzig richtigen Standpunkt ansehen. Es gibt auch andere Meinungen, und das ist gut so ........
geloescht.20250302
08.04.2018, 12:49 Uhr
Das verstehe ich nicht!
Wie kann man vehement politischen Einheitsbrei verteidigen, aber bei frischem politischen Wind gleich eine Sturmwarnung vor den apokalyptischen Reitern ausgeben?
Wie kann man eine etablierte Partei wählen, die politische Kungelei (Es gibt auf die Fresse, aber wenn Pöstchen rausspringen, hüpfen wir doch ins Kuschelbett!) zur Agenda erhoben hat?
Die CDU/CSU fordert jetzt das, was bei AfD Nazi war!
Grüne wollten mit Merkel koalieren. Früher undenkbar. Aus der Grünen-Feindin Nr. 1 ( Unweltpolitik) wurde The Most Wanted Kanzlerin.
Die Linken mussten und müssen sich seit der Wende mit Stasivorwürfen, Beobachtung und dem Ruf, extremistisch zu sein, herumärgern, finanzieren ungeniert aber solche Floren weiter und sind vorn dabei auf der Kommandobrücke des Anti-AfD-Schlachtschiffes.
Steuerfinanzierte verlogene Doppelmoral ist noch vornehm ausgedrückt, was AfD, deren Wählern und Sympathisanten derzeit zugemutet wird.
Holger18
08.04.2018, 12:57 Uhr
Unpassender Vergleich, damit es auch jeder versteht
Die meisten Kommentatoren verstehen noch nicht, um was es geht und was Frau Blau gemeint hat. Darum ein kleiner, wenn auch unpassender Vergleich:
Bei einer Amokfahrt sind 3 Menschen zu Tode gekommen: der psychisch gestörte Amokfahrer und zwei Passanten. Alle hinterlassen fassungslose Angehörige. Es gibt nun mehrere Möglichkeiten, den Toten zu gedenken:
a) es gibt eine Gedenkveranstaltung für alle Toten gemeinsam - schließlich ist der Schmerz für alle Hinterbliebenen der gleiche,
b) es gibt eine Gedenkveranstaltung für die zwei Passanten, dem Amokfahrer wird nur im Stillen gedacht,
c) es gibt seitens der Landesregierung eine Gedenkveranstaltung für die Passanten und zusätzlich seitens der Partei A eine Gedenkveranstaltung für den Amokfahrer, da dieser nur ein Opfer der herrschenden Psychatrie ist.
Wählen Sie eine Form des Gedenkens, die ihnen am angemessensten erscheint.
Psychoanalytiker
08.04.2018, 14:35 Uhr
@Holger18 ...
... wie Sie selbst schreiben ... ein unpassender Vergleich, bei dem sich mal wieder die CDU (Laschet) und CSU (Seehofer) profilieren wollen. "Seht her, wir sind da" - Foto - "Wir sprechen auch im Namen der Bundeskanzlerin" - Foto - Foto-. Alles Show, zum Leidwesen der Toten und Verletzten.
Übrigens ... wo bleiben die Gegenargumente bezüglich den Theorien der AfD von 2015 und der jetzigen Praxis der GroKo-Parteien? Nur nebenbei: Die AfD finde ich dennoch (noch) nicht wählbar, aber ich bin auch lernfähig. Besonders dann, wenn die etablierten Parteien AfD-Argumente von sich geben und so tun, als sei es die eigene Erfindung, nur um sich selbst darzustellen und zu profilieren.
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