Offener Brief an Oberbürgermeister
Warum wurden Schleifen abgeschnitten?
Donnerstag, 05. April 2018, 11:13 Uhr
In dieser Woche wurde in Nordhausen auf verschiedene Weise der Opfer der Bombenangriffe im April 1945 gedacht. Dazu hat ein Nordhäuser dem Oberbürgermeister Kai Buchmann nun einen offenen Brief geschrieben...
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
ich wähle die Form des offenen Briefes, da Transparenz in öffentlichen Dingen in unserem gemeinsamen Interesse liegt. Zunächst meinen herzlichen Dank an Sie als ersten dienenden Bürger der Stadt Nordhausen, den Oberbürgermeister, für die wirkliche gelungene Gedenkveranstaltung vom gestrigen Tag vor dem Rathaus.
Ihnen ist es als parteilosen Repräsentanten der Stadt gelungen, was vielen Politikern nicht gelingen will. Sie haben der verbindenden Trauer den notwendigen Raum geboten. Es war schön zu sehen, wie Sie in der Organisation einen Bogen schlagen konnten von den Zeitzeugen über die Generation des Wiederaufbaus bis hin zu den jungen Bürgern von heute.
Als Vertreter unserer noch nicht im Stadtrat repräsentierten Partei haben wir uns als Teil der Bürgerschaft gefühlt, als Teil des demokratischen Spektrums. Um unseren Gefühlen und unserem Respekt Form und Ausdruck zu verleihen, haben wir einen Kranz niedergelegt.
Dass Sie in Ihrer Verantwortung den Kranz nach der Veranstaltung in die Dekoration der Opfersäule mit einbezogen haben, hat mich sehr gefreut. Nicht zu meiner Freude hat beigetragen, dass es möglich war, dass unsere Schleifen ohne Rücksprache mit uns abgeschnitten wurden.
Den Opfern zum Gedenken, Den Bürgern des demokratischen Aufbaus zum Dank, den Lebenden zur Mahnung" – das war doch der kleinste gemeinsame Nenner" der Gedenkveranstaltung, oder? AfD Kreisverband NEM – diesen Bereich zu entfernen hätte ich ohne zu zögern angesichts des vermuteten politischen Frühlings sofort zugestimmt.
Wir haben uns vor der Veranstaltung gegrüßt, Sie hätten mich dazu ansprechen können, auch nach der Veranstaltung – aber so, einfach beide Schleifen abschneiden! Was soll damit ausgedrückt werden?
Sie sind als Oberbürgermeister angetreten um vieles anders und besser zu machen. Hier wäre eine Chance dazu gewesen, die Sie leider verstreichen ließen. Lassen Sie sich doch bitte nicht instrumentalisieren von denen, deren Wirken Sie zur Kandidatur bewegt hat. Die Bürger der Stadt sind es allemal Wert.
Verwirrt hat mich und einige andere mehr auch das starke Aufgebot von Sicherheitskräften rund um die Veranstaltung. Für mich waren das Einsatzausrüstungen, keine normale Öffentlichkeitsuniform der Beamten. Wer sollte da vor wem beschützt werden? Jeder vor jeden, alle vor sich selbst? Gab es Erkenntnisse zu geplanten Angriffen von wem auch immer? Oder sollten Teile der Bürgerschaft diszipliniert werden? Eine gespenstige Situation an einem 4. April 2018, mittags 12.00 Uhr in Nordhausen – bei einem öffentlichen und unstrittigen Gedenken. Was für ein Bild vermittelt denn die Stadt nach Außen?
Ich hoffe, dass meine Worte ein offenes Ohr finden und dass man in Zukunft besser zusammenfindet. Ich werde weiterhin alles versuchen, um die Stadt zu unterstützen, auch durch Klärung der Finanzthemen der Stadt im Landtag in Erfurt, auch durch Nutzung unserer Fraktion im Bundestag. In diesem Sinne viel Erfolg für Ihre Tätigkeit zum Wohle der Stadt
Mit bürgerlichen Grüßen
Jörg Prophet
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
ich wähle die Form des offenen Briefes, da Transparenz in öffentlichen Dingen in unserem gemeinsamen Interesse liegt. Zunächst meinen herzlichen Dank an Sie als ersten dienenden Bürger der Stadt Nordhausen, den Oberbürgermeister, für die wirkliche gelungene Gedenkveranstaltung vom gestrigen Tag vor dem Rathaus.
Ihnen ist es als parteilosen Repräsentanten der Stadt gelungen, was vielen Politikern nicht gelingen will. Sie haben der verbindenden Trauer den notwendigen Raum geboten. Es war schön zu sehen, wie Sie in der Organisation einen Bogen schlagen konnten von den Zeitzeugen über die Generation des Wiederaufbaus bis hin zu den jungen Bürgern von heute.
Als Vertreter unserer noch nicht im Stadtrat repräsentierten Partei haben wir uns als Teil der Bürgerschaft gefühlt, als Teil des demokratischen Spektrums. Um unseren Gefühlen und unserem Respekt Form und Ausdruck zu verleihen, haben wir einen Kranz niedergelegt.
Dass Sie in Ihrer Verantwortung den Kranz nach der Veranstaltung in die Dekoration der Opfersäule mit einbezogen haben, hat mich sehr gefreut. Nicht zu meiner Freude hat beigetragen, dass es möglich war, dass unsere Schleifen ohne Rücksprache mit uns abgeschnitten wurden.
Den Opfern zum Gedenken, Den Bürgern des demokratischen Aufbaus zum Dank, den Lebenden zur Mahnung" – das war doch der kleinste gemeinsame Nenner" der Gedenkveranstaltung, oder? AfD Kreisverband NEM – diesen Bereich zu entfernen hätte ich ohne zu zögern angesichts des vermuteten politischen Frühlings sofort zugestimmt.
Wir haben uns vor der Veranstaltung gegrüßt, Sie hätten mich dazu ansprechen können, auch nach der Veranstaltung – aber so, einfach beide Schleifen abschneiden! Was soll damit ausgedrückt werden?
Sie sind als Oberbürgermeister angetreten um vieles anders und besser zu machen. Hier wäre eine Chance dazu gewesen, die Sie leider verstreichen ließen. Lassen Sie sich doch bitte nicht instrumentalisieren von denen, deren Wirken Sie zur Kandidatur bewegt hat. Die Bürger der Stadt sind es allemal Wert.
Verwirrt hat mich und einige andere mehr auch das starke Aufgebot von Sicherheitskräften rund um die Veranstaltung. Für mich waren das Einsatzausrüstungen, keine normale Öffentlichkeitsuniform der Beamten. Wer sollte da vor wem beschützt werden? Jeder vor jeden, alle vor sich selbst? Gab es Erkenntnisse zu geplanten Angriffen von wem auch immer? Oder sollten Teile der Bürgerschaft diszipliniert werden? Eine gespenstige Situation an einem 4. April 2018, mittags 12.00 Uhr in Nordhausen – bei einem öffentlichen und unstrittigen Gedenken. Was für ein Bild vermittelt denn die Stadt nach Außen?
Ich hoffe, dass meine Worte ein offenes Ohr finden und dass man in Zukunft besser zusammenfindet. Ich werde weiterhin alles versuchen, um die Stadt zu unterstützen, auch durch Klärung der Finanzthemen der Stadt im Landtag in Erfurt, auch durch Nutzung unserer Fraktion im Bundestag. In diesem Sinne viel Erfolg für Ihre Tätigkeit zum Wohle der Stadt
Mit bürgerlichen Grüßen
Jörg Prophet
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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