Sa, 20:08 Uhr
25.08.2001
Von Machern und Sympathisanten
Sondershausen/Nordhausen (nnz). Es war ein sportlicher Einstieg in dieses Wochenende. Am Freitag traf sich ein Teil der internationalen Leitathletik-Elite in Sondershausen, am Samstag war Volkssport auf dem Hohekreuz-Sportplatz angesagt. Obwohl die teilnehmenden Athleten sportliche Welten trennen, hatten beide Veranstaltungen Gemeinsamkeiten anzubieten.
Auf dem Göldner purzelten am Freitagabend nicht nur die Hausrekorde auf dem Tartan oder in der Weitsprunggrube, die Veranstalter konnten auch einen Besucherrekord vermelden. Mehr als 2.500 zahlende Gäste sahen beim traditionellen Leichtathletik-Meeting Sportangebote vom Feinsten. Einer der Stars zeigte gleich zu Beginn, was er nach der Weltmeisterschaft und dem Titel noch drauf hat. Lars Riedel ließ die Konkurrenz mit 67,25 Meter hinter sich. Doch bei solch einem Meeting zeigt sich der Recke aus Chemnitz nicht als der Unnahbare. Unzählige Autogramme, ein kurzer Talk mit dem Mann am Tresen im Festzelt, das macht den Weltmeister kurzum sympathisch. Ob nun Jürgen Schult, Oliver-Sven Buder oder Melanie Paschke (siehe nnz-Foto) - sie alle kamen nach Sondershausen, nahmen nicht nur Preisgeld und Geschenke in Empfang, nein, sie hatten auch das Feeling für die Begeisterung der Zuschauer im Gepäck.
Das Leichathletik-Meeting kann ohne Zweifel als großer Erfolg bewertet werden. Möglich machte das eine durch und durch sportlich eingestellte Führungsmannschaft im Sondershäuser Rathaus sowie ein Team von Sponsoren, allen voran die Kyffhäuser Sparkasse und die Autohaus Peter GmbH an ihrem Standort in Sondershausen. Hier stehen Leute an der Spitze einer Organisationsmannschaft, die in der kommunalen Politik und in der Wirtschaft den Ton angeben. Sie reißen weitere Geldgeber mit, üben fast einen Zwang aus, mit dabei zu sein. Daß die Meetings in Sondershausen einen Namen nicht nur in Nordthüringen besitzen, das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Daß dabei die Musikstadt zielstrebig zur Sportstadt mutiert, mag ein nicht ganz ungewollter Nebeneffekt sein und man hatte einst sehr klein angefangen. Im Gegensatz zu Nordhausen hat man es in der Nachbarstadt verstanden, aus den kleinen Brötchen langsam aber sicher ein schmackhaftes Brot werden zu lassen. Ob nun der Göldner als Leichtathletik-Mekka oder als Fußballkessel fungiert, in Nordthüringen sind die Sondershäuser Spitze und haben Nordhausen den Rang gänzlich abgelaufen.
Klein angefangen haben vor Jahren auch die Macher des LV Altstadt 98.
Heute nun lud der Vorstand zum dritten Vereinsportfest auf dem Hohekreuz-Sportplatz ein und konnte das 300. Vereinsmitglied aufnehmen. Hunderte sportbegeisterte Nordhäuser und viele Schüler des Humboldt-Gymnasiums kamen trotz sengender Hitze und maßen ihre Kräfte. Die Sportarten reichten von traditionell (Leichathletik, Faustball, Fußball) bis zu ausgefallen (Altstadt-Steine-Stoßen). Ein Gast des Vereinssportfestes kam denn auch gleich aus Japan angereist. Prof. Masakazu Akashi weilte auf Einladung von Volker Vogt vom Humboldt-Gymnasium in Nordhausen. Beide kennen sich seit 1984, damals lernten sie sich auf einem Germanistik-Kurs kennen. Die Kontakte wurden gepflegt und intensiviert. Prof. Akashi zeigte sich angenehm überrascht ob des Zuspruches der Veranstaltung. Das, was als Experiment geplant war, konnte bereits nach einigen Stunden als Erfolg gewertet werden. Die Einheit von Sportverein und Schule. Damit geht der LV Altstadt mit seinem Chef Dieter Jürgens neue Wege, und wie sich zeigt, mit zunehmender Resonanz.
Doch auch die engagierten Leute aus der Altstadt wären ohne Unterstützung aus der Wirtschaft aufgeschmissen. So zeigte sich auch an diesem Beispiel, dass die Unternehmen eigentlich nicht nur geben, sondern auch nehmen wollen. Wenn die Nordbrand GmbH sich an diesem heutigen Tage mit einer finanziellen Zuwendung beteiligte, dann liegt das zum einen daran, dass dieses Unternehmen mit der Region verwachsen ist und parallel dazu europaweit agiert. Zum anderen aber fällt das Sponsoring auf viele Augen und Ohren und irgendwann einmal auch auf die Geschmacksnerven. Flagge zeigen am heimatlichen Standort ist angesagt, doch zuvor steht das miteinander sprechen. Vereine müssen auf den Sponsor zugehen, dem Selbstlauf folgt sonst schnell der Leerlauf.
Was also haben das Leichtathletik-Meeting in Sondershausen und das Vereinssportfest in Nordhausen gemeinsam? Zwei Dinge: Die richtigen Macher und richtigen Sympathisanten. Beides fällt jedoch dem Spitzensport in Nordhausen zunehmend schwerer zu erheischen. Es wäre jedoch schade, dass sportbegeisterte Nordhäuser künftig nach Sondershausen fahren müssen, um niveauvollen Thüringer Sport erleben zu können.
Autor: nnz
Auf dem Göldner purzelten am Freitagabend nicht nur die Hausrekorde auf dem Tartan oder in der Weitsprunggrube, die Veranstalter konnten auch einen Besucherrekord vermelden. Mehr als 2.500 zahlende Gäste sahen beim traditionellen Leichtathletik-Meeting Sportangebote vom Feinsten. Einer der Stars zeigte gleich zu Beginn, was er nach der Weltmeisterschaft und dem Titel noch drauf hat. Lars Riedel ließ die Konkurrenz mit 67,25 Meter hinter sich. Doch bei solch einem Meeting zeigt sich der Recke aus Chemnitz nicht als der Unnahbare. Unzählige Autogramme, ein kurzer Talk mit dem Mann am Tresen im Festzelt, das macht den Weltmeister kurzum sympathisch. Ob nun Jürgen Schult, Oliver-Sven Buder oder Melanie Paschke (siehe nnz-Foto) - sie alle kamen nach Sondershausen, nahmen nicht nur Preisgeld und Geschenke in Empfang, nein, sie hatten auch das Feeling für die Begeisterung der Zuschauer im Gepäck. Das Leichathletik-Meeting kann ohne Zweifel als großer Erfolg bewertet werden. Möglich machte das eine durch und durch sportlich eingestellte Führungsmannschaft im Sondershäuser Rathaus sowie ein Team von Sponsoren, allen voran die Kyffhäuser Sparkasse und die Autohaus Peter GmbH an ihrem Standort in Sondershausen. Hier stehen Leute an der Spitze einer Organisationsmannschaft, die in der kommunalen Politik und in der Wirtschaft den Ton angeben. Sie reißen weitere Geldgeber mit, üben fast einen Zwang aus, mit dabei zu sein. Daß die Meetings in Sondershausen einen Namen nicht nur in Nordthüringen besitzen, das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Daß dabei die Musikstadt zielstrebig zur Sportstadt mutiert, mag ein nicht ganz ungewollter Nebeneffekt sein und man hatte einst sehr klein angefangen. Im Gegensatz zu Nordhausen hat man es in der Nachbarstadt verstanden, aus den kleinen Brötchen langsam aber sicher ein schmackhaftes Brot werden zu lassen. Ob nun der Göldner als Leichtathletik-Mekka oder als Fußballkessel fungiert, in Nordthüringen sind die Sondershäuser Spitze und haben Nordhausen den Rang gänzlich abgelaufen.
Klein angefangen haben vor Jahren auch die Macher des LV Altstadt 98.
Heute nun lud der Vorstand zum dritten Vereinsportfest auf dem Hohekreuz-Sportplatz ein und konnte das 300. Vereinsmitglied aufnehmen. Hunderte sportbegeisterte Nordhäuser und viele Schüler des Humboldt-Gymnasiums kamen trotz sengender Hitze und maßen ihre Kräfte. Die Sportarten reichten von traditionell (Leichathletik, Faustball, Fußball) bis zu ausgefallen (Altstadt-Steine-Stoßen). Ein Gast des Vereinssportfestes kam denn auch gleich aus Japan angereist. Prof. Masakazu Akashi weilte auf Einladung von Volker Vogt vom Humboldt-Gymnasium in Nordhausen. Beide kennen sich seit 1984, damals lernten sie sich auf einem Germanistik-Kurs kennen. Die Kontakte wurden gepflegt und intensiviert. Prof. Akashi zeigte sich angenehm überrascht ob des Zuspruches der Veranstaltung. Das, was als Experiment geplant war, konnte bereits nach einigen Stunden als Erfolg gewertet werden. Die Einheit von Sportverein und Schule. Damit geht der LV Altstadt mit seinem Chef Dieter Jürgens neue Wege, und wie sich zeigt, mit zunehmender Resonanz. Doch auch die engagierten Leute aus der Altstadt wären ohne Unterstützung aus der Wirtschaft aufgeschmissen. So zeigte sich auch an diesem Beispiel, dass die Unternehmen eigentlich nicht nur geben, sondern auch nehmen wollen. Wenn die Nordbrand GmbH sich an diesem heutigen Tage mit einer finanziellen Zuwendung beteiligte, dann liegt das zum einen daran, dass dieses Unternehmen mit der Region verwachsen ist und parallel dazu europaweit agiert. Zum anderen aber fällt das Sponsoring auf viele Augen und Ohren und irgendwann einmal auch auf die Geschmacksnerven. Flagge zeigen am heimatlichen Standort ist angesagt, doch zuvor steht das miteinander sprechen. Vereine müssen auf den Sponsor zugehen, dem Selbstlauf folgt sonst schnell der Leerlauf.
Was also haben das Leichtathletik-Meeting in Sondershausen und das Vereinssportfest in Nordhausen gemeinsam? Zwei Dinge: Die richtigen Macher und richtigen Sympathisanten. Beides fällt jedoch dem Spitzensport in Nordhausen zunehmend schwerer zu erheischen. Es wäre jedoch schade, dass sportbegeisterte Nordhäuser künftig nach Sondershausen fahren müssen, um niveauvollen Thüringer Sport erleben zu können.

