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Do, 17:24 Uhr
09.11.2017
Gedenken an die Pogromnacht

Es ist besser du gehst weiter

In der Nacht vom 9. auf den 10. November brannte wie fast überall in Deutschland auch in Nordhausen die Synagoge, wurden Geschäfte zertrümmert, Existenzen zerstört und Menschen verschleppt. Fast gibt es niemanden mehr, der diese Nacht noch erlebt hat. Und so viel es in Nordhausen heute der jungen Generation zu, an die Verbrechen der Pogromnacht zu erinnern...

Martini in Nordhausen, die Stadt trifft sich vor dem Lutherdenkmal, andächtig gedenkt man dem Reformator, die Luther-Kerzen brennen, zu Hause wartet schon der Gänsebraten.

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So oder so ähnlich verlief auch das Martinsfest am 10. November 1938. Zeitzeugen berichten später von der bemühten Normalität, während weite Teile der Stadt noch die Scherben der vergangene Nacht lagen. Die Synagoge war in der Nacht im von den Nazis inszenierten "Volkszorn" angezündet worden. SA-Männer waren um 02:15 Uhr in der Nacht gekommen, hatten Benzin mitgebracht und das Gotteshaus angezündet.

Die Feuerwehr rückte an, durfte aber nicht löschen, nur sicherstellen das die Flammen nicht auch auf andere Gebäude übergreifen konnten. In der Stadt zertrümmerte man derweil die Schaufenster der zahlreichen jüdischen Geschäfte.

Gedenken an die Pogromnacht vom 9. November 1938 (Foto: Angelo Glashagel) Gedenken an die Pogromnacht vom 9. November 1938 (Foto: Angelo Glashagel)

Kennen sollte sie jeder, die Geschichte der Reichspogromnacht auch wenn nur noch wenige da sind, die tatsächlich in diesen Tagen zugegen waren. Vieles wurde aufgeschrieben und ist auch heute, nach so vielen Jahren und nach so vielen Gedenkveranstaltungen, immer noch erschütternd. Schülerinnen und Schüler des Herder Gymnasiums waren es heute, die von ihnen zusammengetragene Zeitzeugenberichte vor dem Denkmal für die Nordhäuser Synagoge vortrugen, eindringliche Schilderungen die von Außgrenzung und Misshandlung, vom wegsehen, von Feigheit und Ohnmacht erzählen.

"Es ist besser du gehst weiter", war die Antwort an die sich eine Zeitzeugin auf ihre Nachfrage was denn Geschehen sei erinnerte, "wie ein Schlachtfeld" habe die Stadt ausgesehen, schreibt ein anderer, ein Dritter erinnert sich daran wie SA-Männer einen bekannten Nordhäuser Juden fast im Neptunbrunnen ertränkten.

All das ist lange her, fast vier Generationen, dennoch werde man die Katastrophe nicht vergessen, sagte Oberbürgermeister Kai Buchmann. "Die Verschleppten und Getöteten sind unser Vermächtnis", sagte Buchmann. Aus diesem Grund sei es "wichtig und gut", dass sich gerade Schülerinnen und Schüler der Stadt aktiv mit dem auseinandersetzen, was damals geschehen sei, sagte Buchmann und bedankte ich für das Engagement der Schüler.
Angelo Glashagel
Autor: red

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