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Mo, 06:25 Uhr
31.10.2016
Das Wetter im Oktober

Kraftlose Sonne

Ein außergewöhnlich starkes Hochdruckgebiet blockierte im Oktober 2016 die Zugbahn atlantischer Tiefdruckgebiete nach Osteuropa. Diese blieben so meist über West- oder Mitteleuropa hängen. Während des ganzen Monats konnte damit, von wenigen Ausnahmen abgesehen, wolkenreiche und meist kühle Luft einfließen. Unter dem Strich wird der Oktober in der Bundesrepublik dadurch extrem sonnenscheinarm ausfallen...

Wetter-Bild (Foto: Gernot Thelemann) Wetter-Bild (Foto: Gernot Thelemann)
Er ist zugleich leicht zu kühl und bringt durchschnittliche Niederschlagsummen. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Im Oktober 2016 lag die Durchschnittstemperatur mit 8,6 Grad Celsius (°C) um 0,4 Grad unter der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung -0,6 Grad. Damit war er in Deutschland der erste zu kalte Monat im Jahr 2016. Der Übergang vom warmen Altweibersommerwetter in ungemütlich kühles Herbstwetter war bereits Anfang Oktober zu spüren. So datierte Dresden-Strehlen am 1. den deutschlandweiten Höchstwert mit 24,7 °C; bereits zwei Tage später zeigte das Quecksilber dort nur noch kühle 13,7 °C.

In den letzten Tagen der ersten Monatshälfte sanken die Temperaturen in Deutschland unter dem Einfluss des ungewöhnlich starken Skandinavienhochs „Peter“ nachts gebietsweise in den Frostbereich: Am 13. registrierte der DWD in Oberstdorf -4,9 °C und damit den bundesweit tiefsten Oktoberwert. Am Nachmittag des 24. meldete Oberstdorf dagegen mit Unterstützung des Föhns eher sommerliche 23,1 °C.

Niederschlagssoll genau getroffen

Nach den beiden niederschlagsarmen Monaten August und September 2016 wurde im Oktober mit 56 Litern pro Quadratmeter (l/m²) das langjährige Mittel erreicht. Zu Beginn des Monats bescherte der Ausläufer von Tief „Zofia“ den östlichen Bundesländern die lang ersehnten Niederschläge nach der zuvor anhaltenden Trockenheit. Das Tiefdruckgebiet „Danielle“, das sich zum Ende des zweiten und zu Beginn des letzten Oktober-Drittels über Deutschland einnistete, brachte am 20. in Waibstadt, südöstlich von Heidelberg, mit 45,7 l/m² die deutschlandweit größte Tagesmenge.

Mit fast 200 l/m² fiel im Harz aufsummiert der meiste Niederschlag. In Ostfriesland wurde mancherorts mit insgesamt nur rund 15 l/m² dagegen das größte Defizit verzeichnet.

Mit rund 60 Stunden erreichte der Monat nur 57 Prozent seines Klimawertes von 109 Stunden und war damit nach 1974 und 1998 der sonnenärmste Oktober seit Beginn der bundesweiten Messungen 1951. Am längsten zeigte sich die Sonne im äußersten Süden Deutschlands mit bis zu 110 Stunden; am wenigsten im Erzgebirge und im Harz mit örtlich nur rund 30 Stunden.

Sachsen Anhalt

Sachsen-Anhalt: Sachsen-Anhalt meldete durchschnittlich 8,9 °C (9,4 ° C) und fast 65 l/m² - das entsprach 178 Prozent des Klimawertes (36 l/m²). Mit etwa 45 Stunden erreichte der Oktober 2016 beim Sonnenschein dagegen nur 44 Prozent des Solls (104 Stunden) und war damit der sonnenscheinärmste seit Beginn von Messungen 1951.

Thüringen

Thüringen präsentierte sich mit 8,1 °C (8,4 °C) als eine vergleichsweise kühle und mit über 65 l/m² (48 l/m²) als eine niederschlagsreiche Region. Mit nur 45 Stunden war es das sonnenscheinärmste Bundesland. Diese Summe entsprach nur 41 Prozent des Klimawertes (107 Stunden).

In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode
Autor: red

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