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Sa, 09:30 Uhr
18.06.2016
geringe Aufklärungsquote

Wo Fahrraddiebe zuschlagen

Die Sommerferien stehen vor der Tür und damit die beste Zeit für Fahrradfahrer. Doch heiß laufen sich nicht nur die Radfahrer selber, sondern ebenso unerwünschte „Trittbrettfahrer“: Die Fahrraddiebe. Wo die Drahteseldiebe am häufigsten zuschlagen, das zeigt jetzt eine Studie...

Für sie beginnt jetzt die wichtigste Zeit des Jahres: fast ein Viertel aller Fahrraddiebstähle entfallen auf nur zwei Sommermonate - Juni und Juli. Im Jahr 2015 waren es insgesamt 335.174 gestohlene Fahrräder. Alleine 233.444 davon entfallen auf die 160 größten deutschen Städte und Landkreise. Grund genug für das Verbraucherportal für Preisvergleiche, billiger.de, sich die Szene in einer Städte-Studie näher anzuschauen.

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Auffallend: Die dürftige Aufklärungsquote. Sie liegt im Schnitt bei gerade einmal dünnen 9,1%. Das bedeutet: 9 von 10 gestohlenen Fahrrädern bleiben verschwunden. Dabei ist Fahrraddiebstahl kein Bagatell-Delikt und für die Täter äußerst einträglich: Denn der Schaden wird pro Jahr auf 160 Millionen Euro geschätzt. Geld, das die Diebe zum Großteil als Umsatz für sich verbuchen können. Denn Tausende der Räder werden auf dem Schwarzmarkt oder dreist über den normalen Fahrradhandel weiterverkauft – oft in anderen Städten oder Ländern, damit es nicht so auffällt.

Ob Potsdam, Lübeck, Freiburg oder Münster – das Geschäft mit gestohlenen Fahrrädern läuft gut. Ganz oben im Straftaten-Ranking findet sich Münster mit 1.719 gestohlenen Rädern pro 100.000 Einwohner (absolut: 5.193, plus 670 gegenüber 2014). Immerhin belegt Sachsen-Anhalts Magdeburg deutschlandweit den zweiten Platz der Klau-Hochburgen. So wurden hier 1.514 „Bikes“ je 100.000 Einwohner von Langfingern und organisierten Banden entwendet – so viele wie fast nirgends in Deutschland. Absolut entspricht dies 3.517 entwendeten Rädern. Cottbus belegt den dritten Rang mit 1.502 Diebstählen je 100.000 Einwohner (1.494 absolut). Ebenfalls bei Diebstahls-Hochburgen vorn dabei ist wieder eine ostdeutsche Stadt: Halle an der Saale (1.445 Delikte je 100.000 Einwohner, gesamt Fahrräder: 3.359).

Fahrraddiebstahl in Deutschland 2015 (Foto: Billiger.de) Fahrraddiebstahl in Deutschland 2015 (Foto: Billiger.de)

Fahrraddiebstähle in Deutschland 2015. Foto: billiger.de

Es folgen Emden (1.376 Delikte je 100.000 Einwohner), Potsdam (1.341 Delikte je 100.000 Einwohner), Landshut (1.308 Delikte je 100.000 EW), Dessau-Roßlau (1.294 Delikte je 100.000 EW), Kiel (1.286 Delikte je 100.000 EW), Oldenburg, Leipzig, Göttingen, Bremen, Delmenhorst, Regensburg, Braunschweig, Bremerhaven, Hamburg, Wilhelmshaven, Aachen, Neumünster, Lübeck, Berlin, Freiburg (Breisgau), Hannover, Speyer, Osnabrück, Bonn und Karlsruhe.

Landkreise: Diebstähle bereits auf Großstadtniveau

Billiger.de wertete auch Daten zum Fahrraddiebstahl auf Landkreis-Ebene aus. Im Top-60-Landkreis-Ranking fällt ein starker Bezug zu den benachbarten städtischen Klau-Hochburgen auf.

So sind etwa die Landkreise um Münster (Borken, Coesfeld, Steinfurt), Cottbus (Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz), Magdeburg, Halle (Saale) oder Dessau-Roßlau (Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg oder Jerichower Land) beim Fahrradklau ebenfalls führend.

Der Landkreis Borken (Platz eins im Landkreis-Ranking) verzeichnete 2015 ein Diebstahl-Aufkommen von 1.048 geklauten Rädern je 100.00 Einwohner (3.826 insgesamt), im Kreis Spree-Neiße (Platz zwei) waren es 981 je 100.000 EW (1.158 insgesamt) und im Kreis Oberspreewald-Lausitz 946 Delikte je 100.000 EW (1.068 insgesamt). Mit diesen Quoten bewegen sich die Kreise auf Großstadtniveau.

Weitere von Fahrraddiebstahl stark betroffene Landkreise in Deutschland sind: Coesfeld, Steinfurt, Pinneberg, Anhalt-Bitterfeld, Gütersloh, Kleve, Vorpommern-Greifswald, Wittenberg, Warendorf, Havelland, Görlitz, Lüneburg, Jerichower Land, Lörrach, Teltow-Fläming, Vechta, Göttingen, Uckermarck, Grafschaft Bentheim, Emsland, Aurich, Stendal, Leer, Celle, Salzlandkreis, Konstanz und Wesel.

Noch immer katastrophale Aufklärungsquoten

Dennoch gibt es keinen Grund zur Freude. Denn ist das Rad erst geklaut, bleibt es in 90% der Fälle auch weg. In Deutschland kommen die Ermittlungsbehörden im Schnitt nur auf 9,1%  Aufklärungsquote. Seit Jahren das gleiche Trauerspiel.

Auffällig sind hier die enormen Schwankungen innerhalb des Vergleichs. So schwanken die Aufklärungsquoten zwischen 27,9% in Jena, 24,5% in Fürth und 24,4% in Cottbus (was eigentlich auch nicht sonderlich berühmt ist) und 2,9% in Passau oder 3,9% in Duisburg, Berlin und Hamburg.

Auf Länderebene führt – wie seit Jahren – Thüringen mit einer vergleichsweisen positiven Quote von 17,9%. Die üblichen Flops sind die Stadtstaaten, welche sich mit Aufklärungsquoten von unter 5,3% ebenfalls am Ende der Skala befinden.

Auffallend ist die relativ hohe Anzahl der sogenannten „nichtdeutschen Tatverdächtigen“. Das sind Bürger ausländischer Staatsangehörigkeit, Staatenlose oder Personen, bei denen die Staatsangehörigkeit ungeklärt ist. Wurden im Jahr 2013 insgesamt 22,6% nichtdeutsche Tatverdächtige dingfest gemacht, waren es 2015 immerhin schon 29,6%.

Absoluter Spitzenreiter im Städteranking ist Offenbach (Main) mit 63,2% nichtdeutschen Tatverdächtigen (2014: 42%). Ebenso weit über dem Durchschnitt: Reutlingen (60,9%), München (53,8%) und Frankfurt (Oder) mit 52,2%.

Auffällig ist, dass 12% der ermittelten nichtdeutschen Tatverdächtigen einen polnischen Pass, rund 10%  einen rumänischen und 9%  einen türkischen Pass besitzen. Die Flüchtlinge sind also nicht das Problem.
Autor: red

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