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So, 10:17 Uhr
15.05.2016
Millionen Straßenkatzen in Deutschland

Deutscher Tierschutzbund startet Kampagne

Krank, verletzt und abgemagert: Allein in Deutschland leben schätzungsweise rund zwei Millionen frei lebende Katzen. Diese Straßenkatzen bekommen jetzt im Frühjahr weiteren Nachwuchs. Der Deutsche Tierschutzbund startet daher seine neue Kampagne „Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“...

Der Deutsche Tierschutzbund macht mit einer neuen Kampagne auf das Leid der Straßenkatzen in Deutschland aufmerksam. (Foto: Deutscher Tierschutzbund) Der Deutsche Tierschutzbund macht mit einer neuen Kampagne auf das Leid der Straßenkatzen in Deutschland aufmerksam. (Foto: Deutscher Tierschutzbund)
Mit der Kampagne veranschaulicht der Dachverband mit seinen mehr als 740 örtlichen Vereinen den Zusammenhang zwischen dem Leid der Straßenkatzen und der Wichtigkeit der Kastration von Freigängerkatzen aus Privathaushalten. Letztere tragen durch unkontrollierte Fortpflanzung erheblich zum Erhalt der Straßenkatzen-Population bei.

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Insbesondere die Geburt der sogenannten „Maikätzchen“ stellt auch die Tierheime vor große Herausforderungen: Oft sorgen unerwünschter Nachwuchs von Hauskatzen oder aufgegriffene Welpen von Straßenkatzen für regelrechte Katzenschwemmen. Die Tierschützer appellieren daher an alle Katzenbesitzer, vor allem wenn sie den Katzen Freigang gewähren, ihre Tiere frühzeitig kastrieren zu lassen. Zudem fordert der Deutsche Tierschutzbund seit langem eine rechtliche Regelung zum Schutz von Katzen, in der auch das Kastrieren enthalten ist.

„Nur indem Katzenbesitzer verantwortungsvoll handeln und ihr Tier – egal ob weibliche Katze oder Kater – kastrieren lassen, kann die dramatische Anzahl der Katzen ohne ein liebevolles Zuhause langfristig reduziert werden“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Jeder, der seine Katze nicht kastrieren lässt, trägt unmittelbar zum Leid der Straßenkatzen und weiteren Katzenschwemmen in den Tierheimen bei.“ Gleichzeitig nimmt Schröder aber auch den Gesetzgeber in die Pflicht: „Es braucht dringend ein Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsgebot für Freigängerkatzen, um das Problem in den Griff zu bekommen.“

Jede Straßenkatze stammt ursprünglich von einer Hauskatze ab: von ausgesetzten oder zurückgelassenen Tieren oder unkastrierten Freigängern. Die meist scheuen Katzen leben versteckt in Hinterhöfen, Parks oder stillgelegten Industriegebäuden. Als domestizierte Tiere sind Katzen jedoch nicht in der Lage, sich und ihre Nachkommen vollständig alleine zu versorgen. Unterernährung führt zu allgemeiner Schwäche, die Tiere leiden unter Katzenschnupfen und Parasiten, wie Würmern oder Flöhen. Viele Jungkatzen erreichen das Erwachsenalter nicht.

Da Straßenkatzen meist nicht auf den Menschen sozialisiert sind, können die Tierheime sie nicht in ein Zuhause vermitteln. Daher kastrieren die Tierschützer die Katzen und versorgen sie an geeigneten Futterstellen.

Kastration beugt dem Elend der Straßenkatzen vor
Im Vergleich zum Leid der Straßentiere ist die Kastration ein relativ harmloser medizinischer Routineeingriff. Neben der Unfruchtbarmachung birgt die Kastration weitere positive Effekte: Durch den verringerten Fortpflanzungsdrang sind Streitigkeiten, Verletzungen und Krankheitsübertragungen seltener. Auch die Gefahr, bei der Suche nach Paarungspartnern und den teils weiten Streifzügen im Straßenverkehr zu verunglücken, sinkt. Bei weiblichen Katzen können gesundheitliche Risiken im Alter, wie Tumore oder Entzündungen, reduziert werden.

Mehr Informationen zur Kampagne: www.tierschutzbund.de/Katzenschutz
Autor: nnz

Kommentare
Real Human
16.05.2016, 10.47 Uhr
Just „To be, or not to be”?
Ich habe neulich die folgende Postkarte gekauft:
http://www.filousophieshop.de/Postkarten/Tierisches/f-s258-Hund---Katz.html

Nach dieser „Filousophie“ sollten unsere Haustiere eigentlich alle so behandelt werden, als wären wir entweder ihre für sie sorgenden Gottheiten (oder „Schutzengel“) oder sie unsere vergötterten Hausgenossen. Leider sind wir oft sehr schlechte „Götter“. (Weil in Wirklichkeit nicht ein treusorgender „Gott“ die Menschen nach seinem Bilde schuf, sondern reale Menschenaffen sich ihre „Götter“ und Götzen, brauchen wir uns über Auschwitz nicht zu wundern.)

Wenn wir schon – meist relativ wohlhabend – die unumschränkten Herrscher auf diesem Planeten sind, sollten wir uns jetzt im 21. Jahrhundert etwas besser um unsere Mit-„Geschöpfe“ kümmern – wenigstens um unsere lieben Hausgenossen!

Jetzt im 21. Jahrhundert und hier im durchschnittlich(!) relativ wohlhabenden Mitteleuropa sollte auch endlich der Gesetzgeber stärker einschreiten.

„Es braucht dringend ein Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsgebot für Freigängerkatzen, um das Problem in den Griff zu bekommen.“

Diese Forderung kann ich nur unterstützen, wenn auch vielleicht nur aus egoistischen Gründen. Es könnte nämlich z.B. durchaus auch mal für uns von Vorteil sein, wenn es Tieren in unserer Nähe gut geht. Ich denke dabei an Krankheiten, die durch genetische Veränderungen auf Menschen überspringen könnten – „Zoonosen“. Die Evolution kennt zahlreiche Beispiele dafür, dass Organismen (und damit auch Einzeller und Viren) für ihre Existenz günstige neue ökologische Nischen gefunden haben.

Wenn solche Tiere nicht vermittelt werden können, sollte allerdings auch ihre schmerzlose Einschläferung erwogen werden. Nicht „Sein oder Nichtsein ist die Frage“, sondern das „Wie-Sein“! Ein infantiler „Lebenswahn“ ist bei Tieren, die nur über ein rudimentäres Bewusstsein verfügen, meiner Meinung nach fehl am Platze – vor allem dann, wenn ihr Leben nur ein einziges Leiden ist. Und außerdem: Züchten wir nicht „Nutztiere“, nur um sie für unsere Ernährung zu töten?
Pe_rle
16.05.2016, 13.21 Uhr
Katzenplage
es sind ja nicht nur die Straßenkatzen ,die Probleme machen ,es sind ja auch die Hauskatzen ,die in Schwindelerhöhende Zahlen angewachsen sind.Aus jeder 3ten Parterrewohnung führt eine sogenannte Katzenleiter in die Freiheit.Und die spielen nicht nur außerhalb der Wohnung,nein die sorgen auch noch für Nachwuchs.
Eine Katzensteuer würde das Problem entscheident verändern,zumindest was die Hauskatzen betrifft.Ich schau z.B. auf ein 4 Familienhaus,in dem 3 Familien eine Katze haben,2 davon sind "Freigänger" Das kann nicht normal sein.
Wieso reagieren WBG ,SWG und private Vermieter nur auf Hundebesitzer
Man wird warscheinlich erst munter wenn die Zahl der Katzen die der Ratten übertrumpft.
Und nun noch zum Tierschutzbund,sind es nicht gerade die die nicht unterbinden das Organisationen wie "Tiere in Not" und "Animal" tausende von Hunden und auch Katzen aus aller herren Länder hier einführen dürfen.????
harz59
16.05.2016, 16.48 Uhr
Katzensteuer
.....sollte eingeführt werden.
Alle Hundebesitzer werden zur Kasse gebeten. Warum gilt das für Katzenbesitzer nicht ?
Katzen müssten genauso so gechipt werden , wie Hunde. Weiterhin müsste es Pflicht werden, Freigängerkatzen zu kastrieren.
Würden Katzenbesitzer mehr in die Pflicht genommen werden, würde es sicher weniger “ wilde“ Katzen geben.
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