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Mi, 21:59 Uhr
19.11.2014

THC gewinnt "Weihnachts-Meisterschaft"

Im letzten Bundesligaspiel vor der EM-Pause besiegte der Thüringer HC den VfL Oldenburg in der EWE Arena mit 32:27 (19:15). Das Spitzenspiel bot rassigen Handball, auch wenn man phasenweise dem Deutschen Meister die Strapazen der letzen Wochen anmerkte. Es gelang den Thüringerinnen stets die Situationen zu meistern, so auch die letzten 12 Minuten ohne Abwehr-Ass Danick Snelder...


Für die Thüringerinnen war Meike Schmelzer mit acht Feldtoren die beste Werferin, ebenfalls acht Treffer erzielte Julia Wenzl für den VfL.

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Der THC startete gut in die Partie. Die Rückraumspielerinnen Katrin Engel und Nadja Nadgornaja sorgten für die 2:0 Führung. Der VfL Oldenburg hingegen tat sich in den ersten Minuten schwer und fand kaum ein Mittel um die Gäste-Abwehr zu überwinden. In der achten Minute erhöhte Svenja Huber von Rechtsaußen auf 5:2. Die Schiedsrichter zeigten von Beginn an eine konsequente Linie und versuchten gleich die Härte aus dem Spiel zu nehmen.

Das bereitete dem Deutschen Meister einige Probleme, ist man doch Champions League Härte gewohnt. Der VfL hingegen stabilisierte sich und nutzte die technischen Fehler der Thüringerinnen sofort aus. Angie Geschke vollendete einen 4:0-Lauf der Gastgeberinnen per Tempogegenstoß. Die komfortable drei Tore Führung des THC verwandelte sich in einen Ein-Tor-Rückstand (7:8/14. Minute). Trainer Herbert Müller zog daraufhin die Notbremse und nahm sein erstes Team-Timeout.

Dies zeigte Wirkung, der Thüringer HC konnte das Spiel erneut drehen. Oldenburg kämpfte verbissen um den Anschluss. Doch angetrieben von ihrer starken Kapitänin Kerstin Wohlbold konnten sich die Gäste etwas absetzen. Kerstin Wohlbold setzte sich mehrmals schön im 1-gegen-1 durch und verteilte gekonnte Zuspiele an ihre Nebenleute. Meike Schmelzer zeigte sich am heutigen Tag äußerst treffsicher. Die junge Spielerin zeigte ihre Vielseitigkeit und schloss in der 23. Minute einen Tempogegenstoß zum 15:11 ab.

Sie zeigte sich sowohl von ihrer Stammposition als auch von Linksaußen gleichermaßen treffsicher. Kurz darauf erhielt der VfL einen Strafwurf, doch diesen konnte Jana Krause parieren. Im Gegenzug machte es Katrin Engel besser und erhöhte zur fünf Tore Führung. der Tabellenzweite gab sich nicht auf und kam durch zwei schnelle Tempogegenstöße wieder auf 13:16 heran. Zwei Minuten vor dem Ende hatte Carolin Müller von der sieben Meter Linie die Chance weiter zu verkürzen. Doch auch diesmal blieb Jana Krause Sieger. In die Kabinen ging es mit 19:15 für den Thüringer HC.

Der VfL konnte zum Start in die zweite Hälfte mit einem verwandelten Strafwurf von Julia Wenzl auf 16:19 verkürzen, aber im Gegenzug legte Meike Schmelzer wieder vor. Im nächsten Tempogegenstoß bediente Meike Schmelzer auf Linksaußen mit einem schönen langen Pass Svenja Huber, die den Ball zum 21:16 über Tess Wester im VfL-Tor hob. Die Norddeutschen spielten hochkonzentriert in der Abwehr, kamen zu Ballgewinnen und konnten ihre Stärke ins Spiel bringen. Tore von Angie Geschke, Maike Schirmer und Julia Wenzl ließen die Thüringerinnen nicht weiter enteilen. In der 43. Minute gelang Katrin Engel wieder eine Fünf-Tore-Führung (25:20), aber die hielt nicht lange.

Zweimal geriet der THC in Unterzahl, Danick Snelder kassierte ihre zweite Zeitstrafe und musste sich fortan in der Abwehr disziplinieren, was ihr nur kurze Zeit gelang. Die Schiedsrichter entschieden nach einem Foul in der 48. Minute auf die dritte Zeitstrafe für die Niederländerin - damit war für sie die Partie zuende. Der VfL war auf 24:26 herangekommen und machte sich daran die Partie zu drehen. Ohne die wohl stärkste Abwehrspielerin der Thüringerinnen sollten noch 12 schwere Minuten folgen. Jana Krause hielt jetzt einen Hundertprozenter. Es waren Befreiungsaktionen gefragt - eine solche lieferte Nadja Nadgornaja mit einem schönen Fernwurftreffer trotz Manndeckung und in den nächsten Angriffen brillierte wieder Jana Krause mit starken Paraden.

Lydia Jakubisova und die heute in Abwehr und Angriff bärenstarke Meike Schmelzer schlossen einen Drei-Tore-Lauf zum 29:24 erfolgreich ab und sorgten damit sechs Minuten vor dem Ende für eine Vorentscheidung. Der VfL blieb weiter druckvoll, die Gäste ließen jedoch nichts mehr anbrennen. Zwei Tore von Kerstin Wohlbold, die eine super Regieleistung über fast 60 Minuten zeigte, sicherten den deutlichen Endstand von 32:27 und die große Freude über das zweite erreichte Saison-Zwischenziel: Der THC ist "Weihnachtsmeister" !
Stephanie Lapp / Roman Knabe

Stimmen nach dem Spiel:

Herbert Müller (THC): Ich gratuliere Oldenburg für den super Saisonstart. Das Spiel hatte alles was zu einem Spitzenspiel gehört. Es war fantastisch. Jetzt haben wir noch ein Spiel am Samstag und dann gehen wir in die wohlverdiente Pause.

Leszek Krowicki (VfL): Glückwunsch und Kompliment an Herbert und seine Mannschaft. Letztendlich war der Sieg hochverdient. Heute war für uns eigentlich viel mehr möglich. Wir hatten viele Fehlwürfe und haben phasenweise nicht diszipliniert gespielt. Der THC hat durch die hohe Belastung der letzten Wochen nicht so dynamisch gewirkt, aber es hat gegen uns gereicht. Sie haben clever gespielt und das Tempo raus genommen. Aus so einem Spiel kann meine junge Mannschaft sehr viel lernen.
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