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Mi, 21:57 Uhr
29.10.2014

Nichts für schwache Nerven

In einem dramatischen Spiel besiegte der Thüringer HC die SG BBM Bietigheim mit 28:25 (13:16). Das Spiel des Tabellenführers zeigte über weite Strecken nicht die gewohnte Qualität im Abwehrverhalten und in der Angriffseffektivität...


Auch ein Verdienst der Gäste, die mit Annamaria Ilyes (9 Treffer) die stärkste Spielerin der Partie in ihren Reihen hatten. Für den Thüringer HC war Nadja Nadgornaja mit acht Treffern erfolgreichste Werferin.

Bis zur 9. Spielminute sahen die Zuschauer beide Mannschaften auf Augenhöhe - 12 Treffer in 8 Minuten deuten auf keine besonderen Abwehrstärken hin. So kam die Karte zum Team-Time-Out von Herbert Müller folgerichtig. Bis dahin hatte man eine treffsichere Nadja Nadgornaja erlebt und eine konzentriert agierende Katrin Engel.

Auf der Gegenseite gab es eine herausragende Akteurin: Annamaria Ilyes spielte fehlerlos und traf nach Belieben. Bis zur Halbzeitpause hatte sie bereits acht Treffer auf dem Konto. Beim THC zeigte Svenja Huber Abschlussschwächen, die man von ihr so lange nicht sah. Die anderen Nebenspielerinnen machten es nicht viel besser.

Nach der 20. Minute zogen die Gäste erstmals mehr als ein Tor davon, in der 27. Minute zeigte die Anzeigetafel ein 11:15 - kurz vorher hatte Dinah Eckerle dabei noch einen Strafwurf von Zana Maric gehalten. Der THC schien die Halbzeit herbei zu sehnen - die SG-Damen rissen die Arme hoch und feierten die 16:13 Halbzeitführung wie einen kleinen Sieg.

Die zweite Hälfte begann mit Jana Krause im THC-Tor, was die Chancenverwertung und die Angriffseffektivität angeht, blieb es bei den Gastgeberinnen unverändert. So hatten die Gäste in der 39.Minute noch einen komfortablen Vorsprung von 18:15. In den nächsten drei Minuten schafften Nadgornaja, Wohlbold und Engel mit einem Lauf den Ausgleich. Aber das Spiel kippten sie damit noch nicht. Bietigheim blieb dran und weiter torgefährlich.

Beim 20:19 verhinderte Jana Krause mit einer tollen Strafwurf-Parade gegen Maric noch den erneuten Ausgleich, doch kurz darauf gelang Gina Lorentsen das 20:20. Und die Partie blieb spannend - eine kurzzeitige 23:20 Führung des THC verkürzte Angela Malestein noch einmal.

Dann schien das Pendel doch für den THC auszuschlagen. Danick Snelder erhöhte auf 24:21 (54.Min) Den Sack hätte dann Svenja Huber zubinden können - aber statt mit dem Strafwurf das 25:21 zu markieren, traf sie die Gästetorhüterin ins Gesicht, die Schiedsrichter werteten dies als Unsportlichkeit und zogen die Rote Karte. Nach einer zusätzlichen Zeitstrafe für Danick Snelder stand der Gastgeber nur mit vier Spielerinnen auf dem Feld. Im Angriff gab es wieder Fehlwürfe von außen - die Gäste trafen und vier Minuten vor Schluss war der Annamaria Ilyes mit ihrem neunten Tor der Anschluss zum 23:24 gelungen. Die Thüringerinnen behielten schließlich über die Stationen 25:23, 27:25 die Partie unter Kontrolle und behielten mit einem 28:25 die wichtigen Punkte in der Salza-Halle.

Stimmen zum Spiel:

Bo Milton Anderson (SG BBM): Dem THC Glückwunsch zum Sieg. Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, jedoch in der 2. Hälfte dem hohen Tempo des THC Tribut gezollt und zu viele technische Fehler gemacht. Aber hier kann man verlieren und wir sind auf einem gutem Weg. Toll das Publikum und die tolle Stimmung.

Herbert Müller (THC): Das war kein Spiel für meine schwachen Nerven, aber auch solche Hundsspiele muss man gewinnen. In der ersten Halbzeit war ich unzufrieden mit der Abwehr - vorn haben wir zuviel verworfen. Dann haben wir aggressiver zugepackt und über den Kampf gewonnen. Es war ein kämpferisches gutes Spiel, aber spieltechnisch nur schwer zu ertragen. Doch es gilt: die Punkte sind wichtig und die haben wir hier behalten.
Autor: red

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