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Mi, 12:14 Uhr
29.10.2014

Blasii-Brunnen wird abgedeckt

Er ist eine Art Phantom der Architekturgeschichte der Stadt. Kaum jemand weiß, das am östlichen Ende der Blasii-Kirche noch ein versteckter Brunnen liegt, der bis heute Wasser führt. Und er wird es wohl auch bleiben - der Brunnen wurde heute wieder abgedeckt...

Erst Mitte der 90er Jahre hatte man den Brunnen wiederentdeckt. Da er nicht zu den relativ gut dokumentierten und bekannten Wasserkünsten gehört (wie der kaum 100 Meter entfernte Pferdebrunnen), wusste damals niemand so recht, wie und wann der Schacht gebohrt worden war.

Inzwischen wird vermutet, dass es sich um einen reinen Versorgungsbrunnen handelt, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert angelegt worden sein könnte. Der Brunnen ist etwa 16 Meter tief und führt ab einer Tiefe von 13 Meter immer noch Wasser. Die Anwohner der Häuserzeile am Pferdemarkt werden sich hier wohl frisches Nass besorgt haben.

Wobei sich die hygienischen Verhältnisse wie auch die Wasserversorgung damals noch auf mittelalterlichem Niveau befanden. Mit wachsender Bevölkerung wurde es immer schwieriger, die Versorgung mit Wasser sicher zu stellen.

Wird wieder abgedeckt - der Brunnen an der Blasii Kirche (Foto: Angelo Glashagel) Wird wieder abgedeckt - der Brunnen an der Blasii Kirche (Foto: Angelo Glashagel)

Um 1880 beginnt man in Nordhausen eine zentrale Wasserversorgung aufzubauen, zunächst gespeist durch Wasser aus dem Ottostollen bei Ilfeld, später auch durch die Talsperre bei Neustadt. In dieser Zeit wurde der Brunnen nahe der Blasii-Kirche wohl erstmals abgedeckt und geriet über die Jahre in Vergessenheit.

Angesichts der anstehenden Sanierung des Blasii-Kirchplatzes hätte man den Brunnen sicher auch wieder öffnen können. Als Bürger diese Idee vorbrachten, waren die Planungen jedoch bereits abgeschlossen. Der Kranz des Brunnens wurde inzwischen mit einem Betonkranz versehen und wird heute wieder versiegelt, jedoch nicht verfüllt werden. Somit bleibt er immerhin für die Nachwelt erhalten, die ihn in der Zukunft erneut entdecken und über seine Ursprünge rätseln kann.
Angelo Glashagel
Autor: red

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