tv nt eic kyf msh nnz uhz
Do, 07:55 Uhr
16.10.2014

Genauer hinsehen

Am kommenden Montag soll der Nordhäuser Stadtrat über die Erhöhung des Kassenkredites von derzeit rund 11 Millionen Euro auf künftig 16 Millionen Euro beraten und entscheiden. Viel wird dazu diskutiert, ein genaues Hinschauen lohnt sich...

Prima: Zweimal Null (Foto: Stadtverwaltung Nordhausen) Prima: Zweimal Null (Foto: Stadtverwaltung Nordhausen)
In vielen Tabellen und Grafiken wurde die aktuelle Haushaltssituation der Stadtverwaltung erläutert und auch der Weg dorthin veranschaulicht.

029
Dabei wird vor allem seitens der SPD gewürdigt, dass es ja in den Rechnungsergebnissen 2011 und 2012 eine Null beim Kassenkredit gegeben habe. Und diese beiden sozialdemokratischen Referenzjahre fallen natürlich in die Zeit der damals regierenden sozialdemokratischen Oberbürgermeisterin.

So weit, so gut. Schaut man sich allerdings diese beiden Jahre genauer an, kommt der interessierte Betrachter schon ins Grübeln. Zum Beispiel beim Blick auf das Jahr 2011. Da wurde der Kassenkredit Ende April noch in Höhe von rund 4,4 Millionen Euro in Anspruch genommen. Ein Monat später steht dann - wie von Zauberhand - eine Null. Ähnliches tat sich ein Jahr später. Ende April eine Inanspruchnahme von 2,9 Millionen Euro, Ende Mai die Null.

Nun muss man wissen, dass im April und Mai eines jeden Jahres die Füllhörner über die Kommunen dieses Freistaates ausgeschüttet werden. Und das nicht zu knapp, schließlich "kommen im April die Schlüsselzuweisungen des Freistaates aus dem Finanzausgleichsgesetz und im Mai die Gemeindeanteile aus der Umsatz- und Einkommenssteuer", teilt die Stadtverwaltung auf Nachfrage der nnz mit.

Im Jahr 2011 waren das zusammen 6,6 Millionen Euro und ein Jahr später 5,6 Millionen Euro. Und so wird aus dem vermeintlichen wirtschaftlichen Handeln ein ganz normaler Vorgang der Buchhaltung.

Wie es dann zur weiteren Inanspruchnahme des Kassenkredites im Folgejahr kam, darüber wurde in der nnz ausführlich berichtet (zum Beispiel gestiegene Kreisumlage, weniger Steuereinnahmen, höhere Personalkosten). Es lohnt sich also immer wieder, ein wenig genauer hinzusehen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige MSO digital

Cookies

Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.
Cookies akzeptieren
nur technisch notwendige
Javascript muss aktiviert sein.