Fr, 12:50 Uhr
10.10.2014
Goldenes Herbstquartal aber...
Die Geschäftslage im Nord- und Mittelthüringer Handwerk ist in diesem Herbst mit 87,2 Punkten im Konjunkturklimaindex konstant hoch. Damit zeigt sich im vierten Jahr in Folge das heimische Handwerk in hervorragender Verfassung, kommentiert Erfurts Handwerkskammerpräsident Stefan Lobenstein die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage...
Betrachtet man die Erwartungen, deuten erste Anzeichen jedoch auf eine leichte Abkühlung hin. Lobenstein erklärt dies mit den zu erwartenden Auswirkungen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, da sowohl die Industrieproduktion in den letzten Monaten deutlich gesunken ist und auch das Konsumverhalten zurückhaltender wird.
Betriebe, die für den gewerblichen Bedarf produzieren, spüren die Abkühlung bereits und sind in ihren aktuellen Einschätzungen wie auch in ihren Erwartungen deutlich zurückhaltender als andere Branchen. Die insgesamt positive Entwicklung der Geschäftslage im dritten Quartal 2014 wird in erster Linie durch das Baugewerbe, Kfz-Gewerbe sowie die Nahrungsmittelhandwerke getragen. Hier liegen auch die Beschäftigungsimpulse. Lobenstein: Vor allem das Bau- und Ausbaugewerbe aber auch die Bäcker und Fleischer gaben an, Beschäftigung aufzubauen. Allerdings gestaltet sich die Fachkräfterekrutierung schwierig. In nahezu allen Branchen werden Fachkräfte sowie Lehrlinge gesucht.
Steigende Umsätze und Auftragseingänge im dritten Quartal registrierten insbesondere das Bau- und Ausbaugewerbe sowie das Gesundheitsgewerbe. Preissteigerungen fanden in den Nahrungsmittelhandwerken statt. Allerdings liegt hier die Investitionsneigung am niedrigsten.
Die durchschnittliche Auftragsreichweite sinkt zwar leicht von 7,6 auf 7,0 Wochen. Aber auch dieser Wert ist hervorragend und verdeutlicht die grundsätzlich gute Auftragslage. Jeder zweite Betrieb ist zu über 90 Prozent ausgelastet. Die hohe Auslastung spiegelt die gute Auftragslage aber auch den Fachkräftebedarf wieder. Viele Betriebe können und würden gerne expandieren, finden aber keine Mitarbeiter. In vielen Branchen lässt sich dieses Manko auch nicht durch Rationalisierungen und Investitionen in neue Maschinen und Anlagen kompensieren, erklärt der Präsident.
Lobenstein sieht in der Gesamtbetrachtung der Umfrageergebnisse die Wachstumsspitze im Handwerk erreicht. Trotz des guten letzten Quartals sind die Erwartungen bereits nicht mehr so hoch. Das Handwerk reagiert stets etwas zeitverzögert auf die gesamtwirtschaftliche Großwetterlage. Daher ist zu vermuten, dass wir die europäischen und weltweiten Krisen, die unsere produzierende Industrie und die Finanzwirtschaft beeinflussen, spätestens im kommenden Jahr zu spüren bekommen.
Ob sich aus der zu erwartenden Konjunkturdelle eine Krise entwickelt, bleibt abzuwarten. Für Lobenstein ist wichtig, dass sich die Bundesregierung in ihrer wirtschaftspolitischen Ausrichtung auf eine konjunkturelle Abkühlung vorbereitet. In Deutschland hat sich in den letzten Jahren vor allem der Binnenmarkt und hier das Handwerk als stabilisierender Faktor erwiesen. Diese Stärke müssen wir stärken, beispielsweise indem Investitionen unter anderem in den Bereichen Erneuerbare Energien, energetische Gebäudesanierung oder Stadtumbau unterstützt werden. Auch der Staat ist aufgefordert, die gesunde Balance zwischen sparen und investieren zu halten. Die Infrastruktur zum Beispiel im Straßen- und Schienennetz darf nicht auf Verschleiß gefahren werden.
Die aktuelle Einschätzung der Geschäftslage ist im dritten Quartal 2014 auf 87,2 Punkte kräftig gestiegen. Nur 12,8 Prozent der Betriebe beschreiben ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht. Dies sind weniger Betriebe als im gleichen Quartal des Vorjahres mit 14,1 Prozent. Die aktuelle Geschäftslage wird sogar besser eingeschätzt als die Erwartung für das kommende Quartal. Hier rechnen 85,9 Prozent mit einer positiven Geschäftsentwicklung. Somit könnte die aktuelle Geschäftslage die Spitze des konjunkturellen Wachstums im Handwerk im Jahr 2014 darstellen. Die positive Entwicklung der Geschäftslage wird vor allem durch die Baugewerbe, Kfz-Gewerbe, personenbezogene Dienstleistungen sowie das Nahrungsgewerbe getragen.
Beschäftigung:
Insgesamt 92,1 Prozent der Betriebe im dritten Quartal 2014 haben Ihre Beschäftigtenzahlen konstant gehalten bzw. gesteigert. Eine Erhöhung der Beschäftigtenzahlen konnten 13,5 Prozent der Betriebe vermelden. Positive Beschäftigungsimpulse gingen dabei vor allem aus dem Bau und Ausbaugewerbe sowie dem Nahrungsgewerbe aus. Eine Reduzierung der Mitarbeiterzahl war dagegen nur bei 7,9 Prozent der Betriebe zu verzeichnen. Dies ist 1 Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert. Personalabbau fand vor allem im Gewerblichen Bedarf und Gesundheitsgewerbe statt. Auch im Bereich der Beschäftigung ist die aktuelle Situation besser als die Erwartung. Im kommenden Quartal planen nur 5,7 Prozent der Betriebe die Anzahl der Mitarbeiter zu erhöhen. Im Gegenzug dazu wollen 8,6 Prozent der Betriebe ihre Mitarbeiteranzahl reduzieren.
Umsätze:
Die positive Geschäftslage schlägt sich auch begünstigend auf die Umsatzentwicklung nieder. Im dritten Quartal 2014 konnten 21,7 Prozent der befragten Handwerksbetriebe ihre Umsätze steigern. Allerdings ist dieses Wachstum mit Vorsicht zu genießen, da es ein Jahr zuvor noch 25,4 Prozent der Betriebe waren. Demgegenüber betrug der Anteil der Unternehmen, die Umsatzeinbußen hinnehmen mussten ganze 15,4 Prozent, nach 17,3 Prozent im Vorjahr.
Der Saldo aus steigenden und sinkenden Umsätzen beträgt somit im Herbst-Quartal 2014 plus 10,0
Prozentpunkte, was einmal mehr den positiven Wachstumstrend des Handwerks im dritten Quartal 2014 unterstreicht. Aber auch hier ist, wie schon bei der Geschäftslage und der Beschäftigtenentwicklung, die aktuelle Lage deutlich positiver als die Erwartung. Hier rechnen 18,5 Prozent der Betriebe mit steigenden Umsätzen und 19,3 Prozent mit Umsatzrückgängen.
Auftragsbestand:
Der Anteil der Betriebe, die ein Auftragsplus verbuchen konnten hat sich im dritten Quartal 2014 auf 22,7 Prozent gegenüber 22,4 Prozent vor einem Jahr nur leicht erhöht. Zu einem Auftragsminus kam es bei 14,8 Prozent der Betriebe, dies ist eine Verbesserung gegenüber noch 15,4 Prozent im Vorjahresquartal. Derzeit rechnen 19,2 Prozent der Betriebe mit einer Steigerung ihrer Auftragseingänge (Vorjahr: 16,4 Prozent), so dass man davon ausgehen kann, dass sich dieser positive Trend auch im Folgequartal fortsetzen wird.
Verkaufspreise:
Von den befragten Betrieben gaben 10,0 Prozent an, dass sich ihre Verkaufspreise erhöht haben (Vorjahr: 12,3 Prozent). Im selben Zeitraum haben 11,7 Prozent der Betriebe ihre Verkaufspreise reduziert (Vorjahr: 12,5 Prozent). Im Folgequartal planen 8,0 Prozent der Betriebe Verkaufspreissteigerungen (Vorjahr: 9,8 Prozent) und 15,0 Prozent Verkaufspreisreduzierungen (Vorjahr: 11,8 Prozent), daher kann in den kommenden Wochen mit steigenden Verkaufspreisen gerechnet werden. Preissteigerungen fanden vor allem im Nahrungsmittelhandwerk statt.
Investitionstätigkeit:
Die Investitionsbereitschaft der Handwerksunternehmen im Kammerbezirk Erfurt ist leicht gesunken. So haben im dritten Quartal 2014 75,7 Prozent der befragten Unternehmen mehr oder gleichbleibend investiert, während es im Vergleichsquartal des Vorjahres noch 78,1 Prozent waren.
Autor: redBetrachtet man die Erwartungen, deuten erste Anzeichen jedoch auf eine leichte Abkühlung hin. Lobenstein erklärt dies mit den zu erwartenden Auswirkungen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, da sowohl die Industrieproduktion in den letzten Monaten deutlich gesunken ist und auch das Konsumverhalten zurückhaltender wird.
Betriebe, die für den gewerblichen Bedarf produzieren, spüren die Abkühlung bereits und sind in ihren aktuellen Einschätzungen wie auch in ihren Erwartungen deutlich zurückhaltender als andere Branchen. Die insgesamt positive Entwicklung der Geschäftslage im dritten Quartal 2014 wird in erster Linie durch das Baugewerbe, Kfz-Gewerbe sowie die Nahrungsmittelhandwerke getragen. Hier liegen auch die Beschäftigungsimpulse. Lobenstein: Vor allem das Bau- und Ausbaugewerbe aber auch die Bäcker und Fleischer gaben an, Beschäftigung aufzubauen. Allerdings gestaltet sich die Fachkräfterekrutierung schwierig. In nahezu allen Branchen werden Fachkräfte sowie Lehrlinge gesucht.
Steigende Umsätze und Auftragseingänge im dritten Quartal registrierten insbesondere das Bau- und Ausbaugewerbe sowie das Gesundheitsgewerbe. Preissteigerungen fanden in den Nahrungsmittelhandwerken statt. Allerdings liegt hier die Investitionsneigung am niedrigsten.
Die durchschnittliche Auftragsreichweite sinkt zwar leicht von 7,6 auf 7,0 Wochen. Aber auch dieser Wert ist hervorragend und verdeutlicht die grundsätzlich gute Auftragslage. Jeder zweite Betrieb ist zu über 90 Prozent ausgelastet. Die hohe Auslastung spiegelt die gute Auftragslage aber auch den Fachkräftebedarf wieder. Viele Betriebe können und würden gerne expandieren, finden aber keine Mitarbeiter. In vielen Branchen lässt sich dieses Manko auch nicht durch Rationalisierungen und Investitionen in neue Maschinen und Anlagen kompensieren, erklärt der Präsident.
Lobenstein sieht in der Gesamtbetrachtung der Umfrageergebnisse die Wachstumsspitze im Handwerk erreicht. Trotz des guten letzten Quartals sind die Erwartungen bereits nicht mehr so hoch. Das Handwerk reagiert stets etwas zeitverzögert auf die gesamtwirtschaftliche Großwetterlage. Daher ist zu vermuten, dass wir die europäischen und weltweiten Krisen, die unsere produzierende Industrie und die Finanzwirtschaft beeinflussen, spätestens im kommenden Jahr zu spüren bekommen.
Ob sich aus der zu erwartenden Konjunkturdelle eine Krise entwickelt, bleibt abzuwarten. Für Lobenstein ist wichtig, dass sich die Bundesregierung in ihrer wirtschaftspolitischen Ausrichtung auf eine konjunkturelle Abkühlung vorbereitet. In Deutschland hat sich in den letzten Jahren vor allem der Binnenmarkt und hier das Handwerk als stabilisierender Faktor erwiesen. Diese Stärke müssen wir stärken, beispielsweise indem Investitionen unter anderem in den Bereichen Erneuerbare Energien, energetische Gebäudesanierung oder Stadtumbau unterstützt werden. Auch der Staat ist aufgefordert, die gesunde Balance zwischen sparen und investieren zu halten. Die Infrastruktur zum Beispiel im Straßen- und Schienennetz darf nicht auf Verschleiß gefahren werden.
Konjunkturumfrage im Detail
Geschäftslage:Die aktuelle Einschätzung der Geschäftslage ist im dritten Quartal 2014 auf 87,2 Punkte kräftig gestiegen. Nur 12,8 Prozent der Betriebe beschreiben ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht. Dies sind weniger Betriebe als im gleichen Quartal des Vorjahres mit 14,1 Prozent. Die aktuelle Geschäftslage wird sogar besser eingeschätzt als die Erwartung für das kommende Quartal. Hier rechnen 85,9 Prozent mit einer positiven Geschäftsentwicklung. Somit könnte die aktuelle Geschäftslage die Spitze des konjunkturellen Wachstums im Handwerk im Jahr 2014 darstellen. Die positive Entwicklung der Geschäftslage wird vor allem durch die Baugewerbe, Kfz-Gewerbe, personenbezogene Dienstleistungen sowie das Nahrungsgewerbe getragen.
Beschäftigung:
Insgesamt 92,1 Prozent der Betriebe im dritten Quartal 2014 haben Ihre Beschäftigtenzahlen konstant gehalten bzw. gesteigert. Eine Erhöhung der Beschäftigtenzahlen konnten 13,5 Prozent der Betriebe vermelden. Positive Beschäftigungsimpulse gingen dabei vor allem aus dem Bau und Ausbaugewerbe sowie dem Nahrungsgewerbe aus. Eine Reduzierung der Mitarbeiterzahl war dagegen nur bei 7,9 Prozent der Betriebe zu verzeichnen. Dies ist 1 Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert. Personalabbau fand vor allem im Gewerblichen Bedarf und Gesundheitsgewerbe statt. Auch im Bereich der Beschäftigung ist die aktuelle Situation besser als die Erwartung. Im kommenden Quartal planen nur 5,7 Prozent der Betriebe die Anzahl der Mitarbeiter zu erhöhen. Im Gegenzug dazu wollen 8,6 Prozent der Betriebe ihre Mitarbeiteranzahl reduzieren.
Umsätze:
Die positive Geschäftslage schlägt sich auch begünstigend auf die Umsatzentwicklung nieder. Im dritten Quartal 2014 konnten 21,7 Prozent der befragten Handwerksbetriebe ihre Umsätze steigern. Allerdings ist dieses Wachstum mit Vorsicht zu genießen, da es ein Jahr zuvor noch 25,4 Prozent der Betriebe waren. Demgegenüber betrug der Anteil der Unternehmen, die Umsatzeinbußen hinnehmen mussten ganze 15,4 Prozent, nach 17,3 Prozent im Vorjahr.
Der Saldo aus steigenden und sinkenden Umsätzen beträgt somit im Herbst-Quartal 2014 plus 10,0
Prozentpunkte, was einmal mehr den positiven Wachstumstrend des Handwerks im dritten Quartal 2014 unterstreicht. Aber auch hier ist, wie schon bei der Geschäftslage und der Beschäftigtenentwicklung, die aktuelle Lage deutlich positiver als die Erwartung. Hier rechnen 18,5 Prozent der Betriebe mit steigenden Umsätzen und 19,3 Prozent mit Umsatzrückgängen.
Auftragsbestand:
Der Anteil der Betriebe, die ein Auftragsplus verbuchen konnten hat sich im dritten Quartal 2014 auf 22,7 Prozent gegenüber 22,4 Prozent vor einem Jahr nur leicht erhöht. Zu einem Auftragsminus kam es bei 14,8 Prozent der Betriebe, dies ist eine Verbesserung gegenüber noch 15,4 Prozent im Vorjahresquartal. Derzeit rechnen 19,2 Prozent der Betriebe mit einer Steigerung ihrer Auftragseingänge (Vorjahr: 16,4 Prozent), so dass man davon ausgehen kann, dass sich dieser positive Trend auch im Folgequartal fortsetzen wird.
Verkaufspreise:
Von den befragten Betrieben gaben 10,0 Prozent an, dass sich ihre Verkaufspreise erhöht haben (Vorjahr: 12,3 Prozent). Im selben Zeitraum haben 11,7 Prozent der Betriebe ihre Verkaufspreise reduziert (Vorjahr: 12,5 Prozent). Im Folgequartal planen 8,0 Prozent der Betriebe Verkaufspreissteigerungen (Vorjahr: 9,8 Prozent) und 15,0 Prozent Verkaufspreisreduzierungen (Vorjahr: 11,8 Prozent), daher kann in den kommenden Wochen mit steigenden Verkaufspreisen gerechnet werden. Preissteigerungen fanden vor allem im Nahrungsmittelhandwerk statt.
Investitionstätigkeit:
Die Investitionsbereitschaft der Handwerksunternehmen im Kammerbezirk Erfurt ist leicht gesunken. So haben im dritten Quartal 2014 75,7 Prozent der befragten Unternehmen mehr oder gleichbleibend investiert, während es im Vergleichsquartal des Vorjahres noch 78,1 Prozent waren.







