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Do, 18:58 Uhr
09.10.2014

Was wäre wenn? - Bummm!

Gestern hatte die nnz ausführlich über den Finanzvortrag der Stadtverwaltung berichtet, der eigentlich nur ein Ziel hatte: Die Notwendigkeit der Erhöhung des Kassenkredites von derzeit rund 11 Millionen Euro auf 16 Millionen Euro darzustellen. Was aber passiert, wenn das nicht genehmigt wird. Die nnz auf Suche nach Antworten...


Nun könnte man meinen, die Verwaltung hat die Mitglieder des Hauptausschusses mit der Antwort allein gelassen. Dem ist aber nicht so, denn nach der Powerpoint-Präsentation im öffentlichen Teil soll es noch einen Nachtrag im nichtöffentlichen Teil gegeben haben.

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Und dabei soll dieses Worst-Case-Szenario in drei Stufen dargestellt worden sein. In einer ersten Stufe müssen die Zahlungen der Kreisumlage ausgesetzt werden, auch würden keine Steuern mehr rückerstattet. Investitionen sind ebenso ausgeschlossen wie die Hingabe von Sicherheiten für städtische Unternehmen.

Danach wird die zweite Stufe "gezündet", die eine Einstellung aller freiwilligen Leistungen vorsieht. Die Zuschüsse für das Theater und die Kitas müssten kurzfristig ausgesetzt werden. Das gleiche gilt für Rechnungen, die die Stadt zu begleichen habe.

Im Super-Gau (dritte Stufe) könnten Verträge gekündigt, Verpflichtungen aufgelöst, Bezüge und Gehälter gekürzt oder die Arbeitszeit der Mitarbeiter reduziert werden. Übrigens auch - sehr interessant hinsichtlich der Stadträte - die Fraktions- und Ausschussgelder sollen gekürzt werden.

Fachleute meinen, gerade letztes sollte als erste Stufe erwogen werden, damit sich die betroffenen Stadträte endlich auf einen Haushalt einigen können, der - im Idealfall - auch noch ausgeglichen ist.

Von der Zukunft zur Gegenwart

Die sieht - aufmerksame nnz-Leser wissen das - ebenfalls nicht so rosig aus. Betrachtet man den doppischen Finanzhaushalt, dann klafft für das kommende Jahr zwischen Einzahlungen und Auszahlungen eine Lücke von elf Millionen Euro, im Jahr darauf von fast zehn Millionen Euro. Bei der Analyse einzelner Prestige-Projekte der vergangenen Jahre wird das Dilemma deutlich. Im Ergebnishaushalt stehen unter der Position Bürgerhaus Erträge von 156.000 Euro Aufwendungen von 900.000 Euro gegenüber. Macht ein negatives Saldo von 744.000 Euro. Darin enthalten sind 205.000 Euro an Abschreibungen sowie 260.000 Euro für Unterhaltung und Bewirtschaftung. Jährlich.

Oder sehen wir uns die Flohburg an. Hier beläuft sich der Saldo auf -240.000 Euro, wobei 127.000 Euro abgeschrieben und 80.000 Euro für die Unterhaltung und Bewirtschaftung ausgegeben werden müssen. Diese Abschreibungen müssen in der Doppik erwirtschaftet werden, sonst genehmigt keine Aufsichtsbehörde dieser Welt diese Haushalte. Vielleicht die auf Sizilien...
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Hans Dittmar
09.10.2014, 21:08 Uhr
Der Haushalt und kein Ende
Nun ist das eingetreten, wovor CDU und FDP jahrelang gewarnt haben, die unprofessionelle Planung und Fehlkalkulation der Folgekosten bringen die Stadt in Nöten.
Doch wird es nun mehr in der Öffentlichkeit ausgetragen.

Diese Öffentlichkeitsarbeit der SPD, so viele Nachfragen und Bedenken zu äußern, hätte ich mir in der Zeit von Oberbürgermeisterin Rinke gewünscht bis 2012 gewünscht. Nach der Veröffentlichung der Zahlen stellte sich nun auch heraus, dass es mehr ein glücklicher Umstand war, das 2010/11 der Kassenkredit auf NULL stand. Unerwartet hohe Einnahmen und keine Auszahlungen auf der anderen Seite. Diese kamen erst mit den Rechnungen der Bauvorhaben.

In Wahrheit ist der Haushalt dieser Stadt noch lange nicht so schlecht wie er von der SPD verkauft wird. Jetzt muß es von Seiten der SPD heißen, hinsetzen und mit den anderen Fraktionen und Gruppen einen gemeinsamen Haushalt beschließen. Das hat die CDU unter Frau Rinke getan und das kann man der SPD unter Herrn Dr. Zeh auch verlangen.

Sollte hier die SPD die Stadt ins schlingern bringen, werden gerade auch die kulturellen Projekte die ersten sein, welche sich vom Markt verabschieden. Dazu zählen unter anderen die Jugend Kunst Schule, das Theater u.a., alles die Spielfelder der ehemaligen Oberbürgermeisterin.
360grad
10.10.2014, 00:39 Uhr
Sie werden schon keinen Schaden nehmen - die Verantwortlichen.
Sie landen im schlimnsten Fall im Jobcenter, aber hinter dem Schreibtisch.

Alles wird gut, aber nicht für alle!
Matthi
10.10.2014, 03:44 Uhr
Wann kommt Erklärung?
Dieses Finanzielle Lage ist nicht über Nacht entstanden.Solche Schuldenberge Summen entstehen nur über viele Jahre!

Ich erwarte eine Stellungnahme des langjährigen Nordhäuser Finanzbürgermeisters Jendricke, wie es soweit kommen konnte!

Wo lebe ich? Warum wurden diese Zahlen jahrelang verheimlicht? Das ist eine Bankrotterklärung!
Babette Klingert
10.10.2014, 07:32 Uhr
Nicht Jendricke allein ....
... als langjähriger Finanzverantwortlicher trägt die Verantwortung.

Dies geschah im Zusammenspiel eines engen Zirkels von privaten- und Parteifreunde: OB Barbara Rinke, der Finanzkontrollerin sowie Kämmerin Karin Spieß.

In diesem intimen Zirkel wurde in Hinterzimmerin Politik gemacht. Und keiner der Stadträte hatte je den Mut, diesem Zirkel in die Arme zu fallen.
krümel
10.10.2014, 07:51 Uhr
Teures Erbe
Ein Erbender hat die Möglichkeit das Erbe nicht anzunehmen, leider war dies mit dem Rinke-Jendricke Erbe für die Stadt nicht möglich.

Es ist jetzt natürlich einfach, wenn die Schuld auf die Stadträte geschoben wird, die aber auf Informationen und Zuarbeit aus der Verwaltung angewiesen sind.

Diese Informationen wurden und werden nie im Ganzen bei diesen ankommen, da sind oft nur stark gefilterte dabei.
Daher wäre es in der Planungs- und Beschlussphase äußerst wichtig gewesen, wenn auch über Folgekosten informiert worden wäre. Dieses auch im Zusammenhang mit den zu erwartenden Einnahmen!

Das allerdings hätte der zu dieser Zeit für die Finanzen verantwortliche Bürgermeister machen müssen, der sollte ja die Stadt vor finanziellen Schieflagen bewahren. Da wäre so mancher realisierte Rinke-Traum, der jetzt teuer zu stehen kommt, wie eine Seifenblase geplatzt.

Letztendlich ist auch nie über Sanierungs- / Renovierungsrückstellungen nachgedacht worden, denn diese teuren Gebäude sind nicht lange neu!
Wie es mit dem Sanierungsstau an städtischen Gebäuden aussieht, das sehen wir am Theater, Waisenhaus, Walkenrieder Hof, Feuerwehr, Lindenhof, Rathaus, Neuem Rathaus u.s.w.

Da kann man sich gut vorstellen, was mit den jetzt noch neuen Prunkbauten passieren wird.
Eckenblitz
10.10.2014, 12:42 Uhr
Politik in NDH
wenn man sich die mühe macht und einmal hinter die kulissen schaut, dann kann ich dem professors zwanziger nur recht geben. man hat nun einmal das gefühl, dass es hier nicht um bürgergerechte politik geht, sondern mehr um korruption und vetternwirtschaft und das auf höchster ebene.

aber wen wundert das, in ganz deutschland werden jährlich etwa 34 milliarden euro an steuergeldern verbrannt, ohne dass jemand dafür zur verantwortung gezogen wird. nein das stimmt so nicht, denn einen dummen gibt es und das ist der steuerzahler. die schuld bei einzelnen politiker/innen zu suchen, dass wäre falsch, sie sind alle samt schuldfähig.
Babette Klingert
10.10.2014, 13:04 Uhr
@ratsknecht: Es geht nicht um Korruption ...
... sondern um eine subtilere Art der Manipulation. Ab einem gewissen Zeitpunkt einer langjährigen Amtszeit setzt offenbar eine "everything goes" - Mentalität ein. So bei Frau Rinke.

Diese Mentalität fand in der aggressiven Art der Politik von Herrn Jendricke den nötigen Lautsprecher. Die weiteren Parteifreunde in der Kämmerei mussten die Kleinstarbeit leisten, damit im Stadrat alles in der gewünschten Richtung lief.

Doch mit der Einführung der Doppik stellten sich sowohl Rinke als auch Rinke selbst ein Bein. Denn dort wurde das Disaster sichtbar, inklusive Abschreibungen.

Nicht umsonst soll Frau Rinke in den letzten Monaten ihrer Amtszeit fast panikartig die Rückabwicklung der Doppik erwogen haben.
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