Luther und der Antisemitismus
Zum diesjährigen Themenschwerpunkt Reformation und Politik der bundesweiten Veranstaltungsreihe Lutherdekade bietet die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zwei öffentliche Vorträge im Nordhäuser Museum Flohburg mit anschließender Publikumsdiskussion an...
Unter dem Titel Abneigung, Anfeindung, Antisemitismus? Martin Luthers Verhältnis zu den Juden aus historischer Sicht spricht der Historiker und Antisemitismusforscher Andreas Froese-Karow im ersten Vortrag am Montag, 26. Mai 2014 um 19.30 Uhr über die Judenfeindschaft in Luthers Schriften.
Anhand konkreter Textbeispiele aus den Schriften des Reformators geht er der Frage nach, ob Martin Luther aus heutiger Perspektive als ein Vorläufer und Wegbereiter des modernen Antisemitismus anzusehen ist.
Im zweiten Vortrag unter dem Titel Von Luther zu Hitler. Überlegungen zum Verhältnis von Protestantismus und Nationalsozialismus stellt Gedenkstättenleiter Dr. Jens-Christian Wagner am Montag, 7. Juli 2014 um 19.30 Uhr die Beziehungen zwischen der protestantischen Kirche und dem NS-Staat vor. Anhand konkreter Beispiele zeigt der Historiker die mitunter engen inhaltlichen und personellen Verflechtungen zwischen beiden Seiten auf, die auf der Tradition der protestantischen Staatskirche im Kaiserreich gründeten und sich oftmals in einer systemkonformen Zusammenarbeit von Religions- und Kirchenvertretern mit dem NS-Regime widerspiegelten.
Beide Veranstaltungen finden in Zusammenarbeit zwischen der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und der Stadt Nordhausen statt. Der Eintritt ist frei.
Autor: red
Kommentare
Wolfi65
21.05.2014, 14:14 Uhr
Man wird den Verdacht nicht los
dass Martin Luther mit dem Nationalsozialismus in eine Schublade gesteckt werden soll. Die ist Arrogant, Anmassend und völlig an den Haaren herbei gezogen, zumal Luther in einer ganz anderen Zeit gelebt und gearbeitet hat. Da muss sich eine gewisse Klientel schon etwas besseres einfallen lassen, um den Verdienten Reformator zu kriminalisieren.
Retupmoc
21.05.2014, 14:43 Uhr
Heute Luther
Morgen Müntzer, Übermorgen Otto I. und nächste Woche Karl der Große ...
Die Vortragsreihe wäre noch beliebig zu erweitern !
Boris Weißtal
21.05.2014, 17:17 Uhr
Wer nicht lesen kann, sollte mit Vorwürfen zurückhaltender sein.
Der Vorwurf, der Artikel bringt Luther in die Nähe des Nationalsozialismus ist so dumm wie unbegründet. So was geschieht, wenn man nicht richtig lesen oder verstehen kann.
Dies passiert, wenn man nicht versteht, dass der Artikel sich zu zwei VERSCHIEDENEN Vorträgen einlässt.
Der erste Vortrag handelt von dem Antisemiten Luther. Luther war im Übrigen zu Beginn seines großen Wirkens keinstenfalls Antisemit. Vielmehr glaubte er, dass nur die katholische Kirche und ihr Pabst die Juden vom Übertritt zum Christentum abhielten. Er unterhielt in dieser Zeit rege und gute Kontakte zu führenden Juden. Erst als der erhoffte Massenübertritt der Juden zum Protestantismus ausblieb, schlug seine Hoffnung in fast fanatischen Hass um und er diffamierte die Juden mit den primitivsten Verleumdungen. Folglich wurde er ein Antisemit und hierüber handelt Vortrag No. 1.
In dem Artikel steht wo nirgends, dass Luther daher Nationalsozialist war. Auch verbietet sich eine solche Logik von selbst, da zwar alle Nationalsozialisten judenfeindlich waren, nicht alle Antesemiten sind indes Nationalsozialisten. Es gab und gibt genauso monarchisch, kommunistisch und auch katholisch geprägten Antisemitismus.
Der zweite Vortrag handelt vom Verhältnis der evangelischen Kirche zum Nationalsozialismus. Nicht mehr und nicht weniger. Natürlich könnte man hier unterstellen, dass auch ein Vortrag zum Verhältnis der katholischen Kirche zum Nationalsozialismus hätte sein können, wovon es im Übrigen Viele gibt. Dies vernachlässigt aber, dass die Vorträge in dieser Reihe der Lutherdekade (auch hier hätte eine bessere Auffassungsgabe das Fehlurteil vermieden) gehalten werden, alle Zeiten des Protestantismus beleuchten. Da hat halt die katholische Kirche nix zu suchen. Auch kann von der KZ-Gedenkstätte wohl kaum ein sinnvoller Beitrag vom Verhältnis der evangelischen Kirche zum Profifußball erwartet werden. Die bleiben halt bei ihren Laisten.
Interessant ist aber, wenn immer die Gedenkstätte sich hier zu Wort meldet, gewisse Kommentatoren regelmäßig aufbegehren. Da wird dann diesem Klientel (mein Gott das sind studierte Historiker!) das eigene geistige Unvermögen als plakativen Vorwurf gleich entgegengehalten. Das Motiv liegt nahe und bestätigt sich in entsprechenden Kommentatoren.
Wolfi65
21.05.2014, 18:32 Uhr
Wie schon geschrieben @Weisstal
Immer Anmassend und anders Denkende diffamieren. Ich weiss aus welcher Ecke der Kommentator herkommt und somit ist alles geschrieben.
Janko
21.05.2014, 19:54 Uhr
lieber herr weißtal,
ich weiß wirklich nicht, wieso jemand überhaupt noch versucht, auf der nnz logisch und sachlich zu argumentieren. der zeit- und arbeitsaufwand ist doch angesichts der hier vertretenen hauptkommentatoren von vornherein vergeblich und der versuch, in echten meinungsaustausch zu treten, wie es sein sollte, zum scheitern verurteilt.
nehmen Sie doch nur wolfies antwort. der merkt nicht mal im zweiten versuch, was er für unsinn schreibt.
hab ich jetzt gechattet, liebe nnz? sei gnädig: nicht mehr als andere, oder?
ich wünscht wirklich, Ihr würdet das niveau dieser einstmals echt interessanten und informativen nordhäuser internet-seite wieder heben.
aber wer soll den schrott der trolle denn dauernd ertragen?
Icke82ndh
21.05.2014, 20:56 Uhr
Antisemitismus nicht gleich Antisemitismus
Ein häufig gebrauchtes Schlagwort. Dazu gilt es vorrangig zu klären, was Semiten” sind.
Als Semiten werden (historische) Völker bezeichnet, die eine semitische Sprache sprechen.
Der deutsche Historiker August Ludwig von Schlözer prägte 1781 den Begriff mit Bezug auf die Völkertafel der Genesis. Nach einem biblischen Mythos führte Abraham seine Abstammung auf Sem, den ältesten Sohn Noachs zurück. In Anlehnung daran bezeichnete man in biblischer Zeit alle Völker des Nahen Ostens, die sich als Nachkommen Abrahams betrachteten, als Söhne des Sem.
Demnach gehören zu den Semiten die Äthiopier, Araber, Hyksos, Malteser, Minäer, Sabäer, Ostsemiten, Akkader, Babylonier, Assyrer, Amoriter, Ammoniter, Aramäer, Hebräer, Kanaaniter, Moabiter, Nabatäer, Phönizier, Samaritaner und Syrer.
Die Semiten im sprachwissenschaftlichen Sinne sind mit den Nachkommen Sems der Bibel nicht völlig identisch. So sprachen die Kanaaniter zwar eine semitische Sprache, der biblische Stammvater Kanaan wird jedoch als Sohn des Noach-Sohnes Ham beschrieben.
Heutige semitisch-sprachige Völker sind z. B. Araber, Aramäer und Malteser. Der Sammelbegriff Semiten wird aber eher in Bezug auf die historischen Völker verwendet.
Die einseitige Verwendung in Bezug auf Judenfeindlichkeit”, ist demzufolge falsch. Hier wäre der Begriff Antijudaismus” treffender.
Semiten sind ihrem Wesen nach nomadisch.
PS: Lesen sie doch mal den Redebeitrag von Professor Joseph Massad "Die Letzten der Semiten"
Wolfi65
21.05.2014, 21:46 Uhr
Der Spiegel wird die Antwort sein
Wer mit seinen Argumenten am Ende ist, wird eben beleidigend und anmassend.
Boris Weißtal
22.05.2014, 00:59 Uhr
BILD oder ARTE
Sie - ach quatsch Seelenverwandte dürfen duzen -Du Janko hast leider Recht. Ein niveauvoller Austausch, auch bei unterschiedlichen Meinungen, ist bei den hiesigen omnipräsenten Dauerblödsinnsquatschern nicht mehr möglich. An manchen Tagen bieten die beiden Dauerkommentatoren (wenn sie nicht sogar identisch sind) 80 % der "Meinungsäußerungen" hier. Auf inhaltliche Argumente wird entsprechend nur noch mit tumben Plattitüden reagiert.
Dabei ist das Thema Antisemitismus viel zu ernst, als dass hier finsterste Verschwörungstheoretiker eine Plattform erhalten. Ich werde daher Deinem Beispiel folgen und mich diesem Schwachsinn entziehen und meine Aktivitäten ab sofort zurückfahren.
Fairerweise habe ich Verständnis für die NNZ. Sie lebt von Werbung und somit von Zugriffszahlen und diese werden von Kommentaren angeheizt.
Deshalb meine Empfehlung an den guten PSG:
Entweder eine Niveauschranke einführen oder Kommentare zukünftig in zwei erst nach Klick sichtbaren Gruppen sortieren:
Motto: Bild oder Arte, wobei ich kein Problem habe , wenn ein deftiger Scherz meinerseits auch mal bei "BILD" landet.
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