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Fr, 07:20 Uhr
02.05.2014

Hilfe für Kinder aus Weißrussland

Die Dritte Welt Initiative in Nordhausen wird im August dieses Jahres wieder Kinder aus Weißrussland nach Nordhausen einladen. Dazu brauchen die Macher auch Ihre Unterstützung. Ein Beitrag von Dr. Volker Ermisch, dem Vorsitzenden der „Dritte-Welt-Initiative Nordhausen" in der nnz...


Es ist nicht überraschend, aber für mich dann doch immer wieder erstaunlich, wie schnell wir Menschen vergessen. Selbst Umweltkatastrophen von erheblichem Ausmaß und Langzeitwirkung, wie
  • die Kernschmelze im Block 2 des KKW Three Mile Island auf der gleichnamigen Insel im Susquehanna River bei Harrisburg in Pennsylvania (USA) am 28. März 1979
  • die Explosion des Reaktors 4 im Kernkraftwerk Tschernobyl (Ukraine) am 26. April 1986
  • die Explosion mehrerer Reaktoren im Kernkraftwerk Fukushima (Japan) nach einem Tsunami am 11. März 2011
sind sehr schnell aus unserem Gedächtnis verschwunden.

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Die Gefahren und Risiken aber, die mit der Nutzung der Nukleartechnologie verbunden sind bleiben. Höchstens den Jahrestagen dieser Ereignisse widmen sich die Medien dann noch, um uns diese Katastrophen in Erinnerung zu rufen, mehr aber auch nicht. Dann geht alles wieder seinen Gang.

Es sind vor allem die Langzeitfolgen dieser Katastrophen, die den Menschen vor Ort zu schaffen machen und ihre Gesundheit und ihr Leben bedrohen. Das ist aber für Außenstehende nicht so greifbar, wie die unmittelbaren, sofortigen und für alle sichtbaren Wirkungen einer Katastrophe oder Unfalls.

Die Kernschmelze in Three Mile Island hat nach offiziellen Angaben keine Opfer gefordert. Unabhängige Langzeitstudien zeigen aber eine deutliche Erhöhung von Krebserkrankungen in Abhängigkeit von der Windrichtung in der Umgebung des Kernkraftwerkes.

Am 26. April diesen Jahres jährt sich zum 28. Mal die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Die Menschen in den betroffenen Gebieten in der Ukraine und in Weißrussland werden noch heute tagtäglich an dieses Ereignis erinnert und leiden unter seinen negativen Auswirkungen auf ihre Gesundheit und ihre wirtschaftlichen Verhältnisse. Es gibt inzwischen viele Opfer, aber auch hier sind es offiziellen Angaben zufolge nur wenige.

Und so ist es laut Regierungsangaben auch in Fukushima. Es gibt keine direkten Opfer durch die Reaktorexplosionen, die inzwischen drei Jahre zurück liegen. Die japanische Regierung verhält sich nicht besser als die damalige Sowjetregierung nach Tschernobyl. Sie verharmlost, verschweigt und verschleiert. Ihrer Fürsorgepflicht gegenüber der japanischen Bevölkerung kommt sie nicht nach.

Eindrucksvoll dargestellt wurde das in dem Vortrag von Alexander Neureuter am 4. März 2014 im Rahmen des 8. Energieforums an der Fachhochschule Nordhausen. Allen Interessierten kann ich daher das Buch von Neureuter mit dem Titel „Fukushima 360 °“ empfehlen, aus dem ich nachfolgend zitieren möchte: „Fukushima ist eine deutliche Mahnung an uns alle, denn noch immer gibt es weltweit 437 Atomreaktoren in 31 Ländern, auch in unserer Nachbarschaft. Selbst bei den modernsten dieser hochkomplexen Anlagen kann jederzeit durch eine eigentlich undenkbare Verkettung eigentlich unmöglicher Umstände die Kühlung ausfallen und die rechnerisch eigentlich unwahrscheinliche, unkontrollierbare Kernschmelze eintreten.“

Zurück zu den Folgen von Tschernobyl vor allem für die Kinder in dieser Region, die vermehrt an Lungenentzündung und Allergien erkranken und einem höheren Risiko, an Krebs zu erkranken ausgesetzt sind. Um ihnen zu helfen, führen wir nun mehr schon sei 1991 jeden Sommer einen Erholungsaufenthalt für Kinder aus der Region Gomel (Weißrussland) in Nordhausen durch.

Möglich war das über eine so lange Zeit nur, weil wir viele engagierte Mitstreiter hatten und haben. Diesen und den vielen Gasteltern möchten wir für ihre langjährige Hilfe und den großen persönlichen Einsatz danken.

Auf diese Unterstützung bauend werden wir auch in diesem Sommer wieder die Ferienaktion für die Kinder aus Weißrussland durchführen. Denn sie brauchen weiterhin unsere Hilfe. Für den Zeitraum vom 1.8. bis 9.8.2014 suchen wir noch Gasteltern, die weißrussische Kinder aufnehmen und betreuen wollen.

Interessierte Gasteltern können sich jeweils dienstags zwischen 14:00 und 16:00 Uhr unter der Telefonnummer 954 99 52 melden. Wir freuen uns auch über Geldspenden auf unser Spendenkonto bei der Kreissparkasse Nordhausen IBAN: DE34 8205 4052 0032 1915 20
Dr. Volker Ermisch, Vorsitzender „Dritte-Welt-Initiative Nordhausen“
Autor: red

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