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Fr, 11:06 Uhr
14.03.2014

Der „Schatz“ im Stubenbüfett

Was Egon Linsel aus Nordhausen nicht mehr für die neue Wohnung gebrauchen konnte, sollte Sperrmüll werden. Ein altes Stubenbüfett musste auch dran glauben. Als er es auseinandernahm, erlebte der Mann eine faustdicke Überraschung. Es fand sich zwischen den Leisten ein 100-Mark-Schein. Was es damit auf sich hat, erfuhr Kurt Frank von nnz-Leser Jürgen Mehne...


Nordhausen/Großwechsungen. Neben dem Geldschein fanden sich zwei handgeschriebene Zettel, die darüber Aufschluss geben. Hans Alert wohnte in Großwechsungen. Er sei an der Fertigung des Büfetts beteiligt gewesen, schrieb er. Er sei Lehrling im 4. Jahr und 17 Jahre alt. Seine Bemerkungen endeten mit dem Hitler-Gruß.

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Das andere Schriftstück verfasste Alerts Lehrherr, Tischlermeister D. Einicke. Der wohnte in Nordhausen, Sandstraße 2. Wer die 100 Mark einmal finden sollte, möge sich einen guten Tag machen, stand geschrieben. Er war es auch, der das Geld spendete. Das kostbare Möbelstück selbst habe 300 Mark gekostet. Einicke und sein Lehrling schrieben das am 12. Juni 1936.

Erst nach 78 Jahren lüftete sich das Geheimnis, kam der „Schatz“ ans Tageslicht. Vielleicht waren Lehrling und Meister damals der Überzeugung, das Dritte Reich habe 1000 Jahre Bestand, wie von einem Führer verkündet, und eines Tages würde sich der Finder über den Geldschein freuen. Wären es Euro, hätte Egon Linsel euphorisch womöglich einen Luftsprung vollzogen.

Hans Alert, der damalige Lehrling, wäre heute 95 Jahre, lebte er noch. Vielleicht wurde er zur Wehrmacht eingezogen und fiel irgendwo an der Front. Eventuell aber hat er noch Angehörige in Großwechsungen, wo er wohnte, die etwas über seinen weiteren Lebensweg sagen können.

Angesprochen sind auch die Nachfahren des Tischlermeisters D. Einicke, dessen Wohnanschrift Sandstraße 2, Nordhausen, lautete.

Wortmeldungen per E-Mail an www. nnz-online.de, Telefonisch an 03631/ 974434 oder schriftlich an die nnz, Richard-Dehmel-Straße 9 in 99734 Nordhausen.
Schatz gefunden (Foto: privat)
Schatz gefunden (Foto: privat)
Schatz gefunden (Foto: privat)
Autor: red

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Kommentare
snowcat
14.03.2014, 13:26 Uhr
Tischlerei Einicke
In Kleinfurra gibt/gab es eine Tischlerei Einicke.Viell.Nachfahren bzw Verwandtschaft? !
ichwarsnich
14.03.2014, 20:55 Uhr
Hans Alert
war unser Onkel und ist im Krieg gefallen. Er war der Zwillingsbruder von Kurt Alert,der auch im Krieg ums Leben kam. Seine weiteren Brüder Otto Alert, Walter Alert und seine Schwester Luise Alert sind ebenfalls verstorben. Einzige lebende Schwester ist Frau Martha Knabe aus Großwechsungen, die im Seniorenheim Salza lebt.
Wolfi65
15.03.2014, 10:26 Uhr
Das sind doch aber Privatprobleme...
und gehören nicht in eine Zeitung.
Die genannte Leute sich aufgrund der weit zurückliegenden Ereignisse nicht mehr am Leben oder sind im Heim.

So einen 100 Markschein müsste ich auch noch irgendwo liegen haben.
Aber dafür gibt es sowieso nicht viel außer einen feuchten Händedruck eines Sammlers.
h3631
15.03.2014, 15:33 Uhr
Interessant
Was man in einen alten Stubenbüfett alles so findet.Es ist interessant.Wolfi65 wenn Sie meinen das es Privatprobleme sind dann schreiben Sie über ihr Arbeitsleben,speziell über Bahn Angelegenheiten,auch nicht mehr.Oder ist das was anderes? MfG
Wolfi65
15.03.2014, 17:12 Uhr
Wer lesen und verstehen kann
Ist klar im Vorteil. Ein Leser und Kommentator hat eine Frage im Bereich der DBAG gestellt und ich habe darauf geantwortet, mit dem Verweis auf das WWW. Von Privaten Sachen habe ich so gut Nichts geschrieben. Es ging hauptsächlich um Vorschriften und deren Anwendungen. Aber mit Vorschriften und deren Anwendungen kennen Sie sich bestimmt besser aus.
erwa
15.03.2014, 20:38 Uhr
Die faustdicke Überraschung ...
ist natürlich keine Überraschung. Hier war kein Tischlermeister besonders großzügig, er war wohl nur auf "Verulke" aus. Denn der beigefügte Schein aus der Kaiserzeit hatte keinerlei Gültigkeit mehr. Er war schon lange ungültig, hst die Inflation nicht überstanden. Der Meister hätte eigentlich großzügiger sein sollen und einen Milliardenschein von 1923 der dankbaren Nachwelt spendieren.
Eisberg
16.03.2014, 12:58 Uhr
Interessant
Es ist schon schön zu lesen was alles im Leben so passieren kann.Es kann auch mal etwas lustiges sein und nicht immer nur frustrierte Gedanken.Ich finde es gut das die Verwanten geantwortet haben.
ichwarsnich
16.03.2014, 16:49 Uhr
Es war bestimmt ein Späßchen der beiden,
denn vom erzählen her wissen wir,dass Hans Alert ein sehr guter und lustiger Mensch war. Und auch nach so vielen Jahren haben der Meister und sein Lehrling wohl damit tatsächlich noch Menschen zum Lächeln bringen können,was auch ganz bestimmt ihre Absicht war. Schade,dass er das nicht miterleben durfte. Mit nur 24 Jahren starb er an der Front. Eine alte Mitteilung der Wehrmacht ist noch in unserem Besitz,wo seiner Mutter mitgeteilt wurde,dass er " für Volk und Vaterland" starb.
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