Fr, 10:09 Uhr
23.08.2013
In Memoriam
Am Dienstag lädt die Kreissparkasse Nordhausen um 18.30 Uhr in ihre Kunstgalerie ein, um mit einer Ausstellung der Künstlerin und Kunstmäzenin Ilsetraut Glock zu gedenken, die mit knapp 98 Jahren am 30. Januar diesen Jahres in Bonn starb...
Die Einladung zur Ausstellung (Foto: Archiv Kneffel)
Als Ilsetraut Grabe kam sie am 8. April 1915 in Nordhausen am Harz zur Welt. Sie wohnte in der Alexander-Puschkin-Straße, später in der Promenadenstraße, jetzt nach der Künstlerin Käthe Kollwitz benannt. Am Lyzeum in Nordhausen legte sie ihr Abitur ab und studierte dann Kunst in Hannover und Hildesheim. In einem Lebenslauf schrieb sie: Ich wurde dann Lehrerin in Nordhausen in der Wiedigsburgschule, heiratete am 12. 7. 1941 in Nordhausen den Dipl. Landwirt Ernst Glock, wohnhaft in Berlin. 1944 wurde unsere erste Tochter Anne in Nordhausen geboren. Wir erlebten im April 1945 ... in der Aktienbrauerei in zwei Luftangriffen den Untergang der Stadt.
Nach dem Krieg war sie von 1945 bis 1947 als Bühnenbildnerin am Stadttheater in Nordhausen beschäftigt, und lebte dann ab 1948 mit der Familie in Oedekoven bei Bonn als freischaffende Künstlerin.
Glock-Grabe vor ihren Arbeiten (Foto: Archiv Kneffel)
Ihre Grafik und Malerei zeigte sie in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen. Viele Jahre gehörte sie zur Künstlergruppe Bonn, vier Jahre führte sie deren Vorsitz. Ebenso arbeitete sie in der GEDOK Bonn, die sie zum Ehrenmitglied ernannte. Die Stadt Bonn ehrte sie 1991 mit der August-Macke-Medaille.
Im Jahr 1994 kam sie zum Klassentreffen nach Nordhausen und in diesen Tagen wurde im renovierten Ratskeller angesichts der Bogenbilder der Künstlerin Maria Schmidt-Franken, ihrer ersten Kunstlehrerin, die Idee zu einer Förderung der Bildenden Kunst in Nordhausen geboren.
Der Auftakt zum Kennenlernen ihrer eigenen künstlerischen Arbeiten in ihrer Geburtsstadt wurde die Ausstellung in der Kreissparkasse Nordhausen ab 11. Juli 1995. Daran soll die aktuelle Präsentation erinnern, denn sie wünschte sich bei den Kuratoren der Ausstellung, Karin Kisker und Heidelore Kneffel, nach ihrem Tod an diesem Ort eine Erinnerungsschau.
Es handelt sich dabei um ihre exzellenten farbige Drucke in der Technik Radierung/Aquatinta. Die Darstellungen sind oft von literarischen Werken inspiriert oder an Zeitgenössischem orientiert.
Im Mai 1998 unterzeichneten Ilsetraut Glock und die damalige Oberbürgermeisterin Barbara Rinke im Meyenburg-Museum die Gründungsurkunde der Ilsetraut-Glock-Grabe-Stiftung zur Förderung der Bildenden Kunst in Nordhausen.
Alle zwei Jahre wird seit dem der Nordhäuser Grafikpreis der Stiftung ausgelobt und nach einem Jury-Entscheid an Kunstschaffende vergeben. Zur Stiftung gehört eine umfangreiche Kunstsammlung von Werken namhafter Künstlerpersönlichkeiten, die die Stifterin zusammen trug. Gleichzeitig übereignete sie ihrer Heimatstadt eine größere Anzahl ihrer Grafik und Malerei, aus deren Fundus diese Ausstellung zusammengestellt wurde.
Am 13. Mai 2002 wurde Ilsetraut Glock Ehrenbürgerin Nordhausens und trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein. 2003 verlieh man ihr in Erfurt in der Staatskanzlei den Thüringischen Verdienstorden sowohl als anerkannte Künstlerin als auch für ihr uneigennütziges Wirken und ihr Mäzenatentum.
Autor: red
Die Einladung zur Ausstellung (Foto: Archiv Kneffel)
Als Ilsetraut Grabe kam sie am 8. April 1915 in Nordhausen am Harz zur Welt. Sie wohnte in der Alexander-Puschkin-Straße, später in der Promenadenstraße, jetzt nach der Künstlerin Käthe Kollwitz benannt. Am Lyzeum in Nordhausen legte sie ihr Abitur ab und studierte dann Kunst in Hannover und Hildesheim. In einem Lebenslauf schrieb sie: Ich wurde dann Lehrerin in Nordhausen in der Wiedigsburgschule, heiratete am 12. 7. 1941 in Nordhausen den Dipl. Landwirt Ernst Glock, wohnhaft in Berlin. 1944 wurde unsere erste Tochter Anne in Nordhausen geboren. Wir erlebten im April 1945 ... in der Aktienbrauerei in zwei Luftangriffen den Untergang der Stadt. Nach dem Krieg war sie von 1945 bis 1947 als Bühnenbildnerin am Stadttheater in Nordhausen beschäftigt, und lebte dann ab 1948 mit der Familie in Oedekoven bei Bonn als freischaffende Künstlerin.
Glock-Grabe vor ihren Arbeiten (Foto: Archiv Kneffel)
Ihre Grafik und Malerei zeigte sie in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen. Viele Jahre gehörte sie zur Künstlergruppe Bonn, vier Jahre führte sie deren Vorsitz. Ebenso arbeitete sie in der GEDOK Bonn, die sie zum Ehrenmitglied ernannte. Die Stadt Bonn ehrte sie 1991 mit der August-Macke-Medaille.Im Jahr 1994 kam sie zum Klassentreffen nach Nordhausen und in diesen Tagen wurde im renovierten Ratskeller angesichts der Bogenbilder der Künstlerin Maria Schmidt-Franken, ihrer ersten Kunstlehrerin, die Idee zu einer Förderung der Bildenden Kunst in Nordhausen geboren.
Der Auftakt zum Kennenlernen ihrer eigenen künstlerischen Arbeiten in ihrer Geburtsstadt wurde die Ausstellung in der Kreissparkasse Nordhausen ab 11. Juli 1995. Daran soll die aktuelle Präsentation erinnern, denn sie wünschte sich bei den Kuratoren der Ausstellung, Karin Kisker und Heidelore Kneffel, nach ihrem Tod an diesem Ort eine Erinnerungsschau.
Es handelt sich dabei um ihre exzellenten farbige Drucke in der Technik Radierung/Aquatinta. Die Darstellungen sind oft von literarischen Werken inspiriert oder an Zeitgenössischem orientiert.
Im Mai 1998 unterzeichneten Ilsetraut Glock und die damalige Oberbürgermeisterin Barbara Rinke im Meyenburg-Museum die Gründungsurkunde der Ilsetraut-Glock-Grabe-Stiftung zur Förderung der Bildenden Kunst in Nordhausen.
Alle zwei Jahre wird seit dem der Nordhäuser Grafikpreis der Stiftung ausgelobt und nach einem Jury-Entscheid an Kunstschaffende vergeben. Zur Stiftung gehört eine umfangreiche Kunstsammlung von Werken namhafter Künstlerpersönlichkeiten, die die Stifterin zusammen trug. Gleichzeitig übereignete sie ihrer Heimatstadt eine größere Anzahl ihrer Grafik und Malerei, aus deren Fundus diese Ausstellung zusammengestellt wurde.
Am 13. Mai 2002 wurde Ilsetraut Glock Ehrenbürgerin Nordhausens und trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein. 2003 verlieh man ihr in Erfurt in der Staatskanzlei den Thüringischen Verdienstorden sowohl als anerkannte Künstlerin als auch für ihr uneigennütziges Wirken und ihr Mäzenatentum.

