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Do, 15:05 Uhr
27.06.2013

Glück darf keine Planungsgröße sein

„Risikobewertung; Havarie- und Katastrophenplan bei Extremwettersituationen; Gefahren durch Hochwasser“ – unter dieser Überschrift hatte gestern Nordhausens Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh zu einem Fachleute-Treffen ins Rathaus eingeladen...

Hochwasser-Experten im Rathaus (Foto: P. Grabe|Stadtverwaltung Nordhausen) Hochwasser-Experten im Rathaus (Foto: P. Grabe|Stadtverwaltung Nordhausen)

Anlass waren die jüngsten Hochwasserereignisse in Deutschland. Neben den Vertreten der Stadtverwaltung war auch Kreisbrandinspektor Wilfried Ittershagen zum Treffen gekommen, Vertreter der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, der Energieversorgung Nordhausen, des Wasserverbands Nordhausen, des Gewässerunterhaltungsverbands „Harzvorland“ sowie des Stadtentwässerungsbetriebs.

„Nordhausen hatte bei den letzten Unwettern einfach Glück, weil die Front vorbeigezogen ist, allerdings nur wenige hundert Kilometer. Doch Glück ist keine zuverlässige Planungsgröße. Schon morgen kann es uns treffen, deshalb wollten wir uns informieren, ob und wie wir vorbereitet sind. Das ist der Fall und das ist beruhigend“, so Dr. Zeh.

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Trotzdem seien noch einige Arbeiten zu erledigen. „Für die Menschen und Unternehmen in den hochwassergefährdeten Gebieten in der Stadt muss ein effektives Informationssystem aufgebaut werden. Dies ist die Erfahrung unserer Berufsfeuerwehr bei ihren Hilfs-Einsätzen in den Hochwassergebeiten. In entsprechenden Karten haben die Gewässerunterhaltungspflichtigen - Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie und Gewässerunterhaltungsverband „Harzvorland“ - Bereiche dargestellt, die bei Starkniederschlägen besonders gefährdet sind. Diese sollen allen Beteiligten zur Verfügung gestellt werden, um entsprechende Havariepläne zu erarbeiten und letztendlich auch Eigenvorsorge treffen zu können. Im Extremfall muss Mensch- und Tier innerhalb kürzester Zeit evakuiert werden. Darauf muss man sie rechtzeitig vorbereiten können“, so Dr. Zeh.

Bei der Informationsweitergabe sollen die Bürgermeister der Ortsteile eine tragende Rolle spielen, dies regte Nordhausens ehrenamtlicher Beigeordneter Manfred König an, zugleich Leimbacher Ortsbürgermeister und städtischer Vertreter im Gewässerunterhaltungsverband. So sollen die Vertreter der Ortsteile in die jährliche Aktualisierung der Havariepläne stärker einbezogen werden.

Eine erhöhte Aufmerksamkeit soll weiterhin den Flur- und Straßengräben gewidmet werden, die im Hochwasserfall eine wichtige Funktion hätten. Dabei sei die Pflege-Arbeit des Gewässerunterhaltungsverbandes „Harzvorland“ – ein Zusammenschluss mehrerer Städte und Gemeinden der Region zur Gewässerpflege – extrem wichtig. Wie auch bei der Unterhaltung des Flusses „Salza“. Dieser versande zunehmend. „Diese Aufgabe kann eine Kommune allein nicht stemmen, deshalb ist die bewährte Verbandsarbeit auch in Zukunft ein wichtiges Instrument“, so Dr. Zeh.

„Der Freistaat hat angekündigt, bis Ende diesen Jahres die Überschwemmungsgebiete für die Gewässer I Ordnung - im Stadtgebiet Zorge und Helme - mit Darstellung der Wasserspiegellage Verfügung zu stellen. Diese Informationen sind für die Hilfskräfte und die Eigenvorsorge sehr hilfreich, weil dadurch die Wassertiefen bei Überschwemmungen differenziert entnommen werden können“, sagte Dr. Zeh.
Autor: red

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