So, 09:31 Uhr
05.05.2013
Journal des Luxus und der Moden
Im Kellergeschoss der Nordhäuser Flohburg befindet sich ein klimatisierter Ausstellungsraum. Ein solcher ist für ein die Historie der Stadt präsentierendes Haus unumgänglich, denn die Dauerausstellung bekommt durch Wechselausstellungen die besondere Würze...
Diese Präsentationen werden vom Museum selbst konzipiert oder aus anderen Regionen geliehen. Dadurch wird die Aussagekraft der eigenen Exponate verstärkt, ergänzt.
Zur Zeit zeigt, wie berichtet, der gebürtige Nordhäuser Karl-Heinz Döring seine in Jahren zusammengetragene Sammlung, die die Blicke auf Thüringen lenkt. Sie ist noch bis zum 2. Juni zu besichtigen. Döring stellt exquisite Stücke aus seiner Buch- und Autographensammlung aus. Weimar ist ein Dreh- und Angelpunkt der Präsentation. In einer Vitrine wird das Augenmerk auf eine bemerkenswerte Persönlichkeit der Weimarer Gesellschaft gelenkt, auf Johann Friedrich Justin Bertuch.
Diese Kleinstadt hatte das Glück, dass sich im 18. und 19. Jahrhundert dort Menschen niederließen, die insbesondere für die Kultur und Kunst Beispielgebendes schufen.
Dame aus dem Journal (Foto: Archiv Kneffel)
Bertuch, ungefähr in Goethes Alter, war einer von ihnen, wurde 1747 in Weimar geboren, studiert Theologie, dann Jura in Jena, interessiert sich jedoch vor allem für Literatur und Naturwissenschaften, bricht sein Studium ab und wird Hauslehrer auf einem Gut. Von seinem Arbeitgeber erlernt er Spanisch und übersetzt Miguel de Servantes Buch Don Quichotte ins Deutsche.
Wieder in Weimar, arbeitet Bertuch anfangs als Verwalter der herzoglichen Privatfinanzen und bekleidet Staatsämter. Er wird Mitarbeiter bei Christoph Martin Wielands Zeitschrift Teutscher Merkur, ist Übersetzer, Verleger, Geschäftsmann und Organisator. Seine Aktivitäten sind geprägt von den Ideen der Aufklärung und besitzen hohes soziales Engagement.
1774 erarbeitet er ein Konzept für eine Zeichenschule, in der die Schüler nach ihren Fähigkeiten und unabhängig ihrer sozialen Herkunft gefördert werden sollen. Die Idee wird verwirklicht, die Schule berühmt. Bis zum Krieg 1806 gibt Bertuch die Allgemeine Literatur-Zeitung und das Journal des Luxus und der Moden, naturkundliche Schriften, geografische Karten und Kinderbücher heraus. Beispiele davon zeigt die Ausstellung in der Flohburg, dazu Autographen von Persönlichkeiten, die aus unterschiedlichen Gründen an ihn schrieben.
Sein Verlag entwickelt sich zu einer kulturellen Instanz. Friedrich Justin Bertuch versteht sich als literarischer Geburtshelfer. Neben dem Verlagshaus mit Papiermühle und Druckerei baut er auch eine Fabrik für Papierblumen und ein Industrie-Comptoir auf und wird so zum größten Arbeitgeber Weimars. Er beschäftigt bis zu 450 Angestellte, die er gut bezahlt. Seine letzten Jahre verbringt der vielseitige Mann zurückgezogen und stirbt am 3. April 1822.
Heidelore Kneffel
Autor: redDiese Präsentationen werden vom Museum selbst konzipiert oder aus anderen Regionen geliehen. Dadurch wird die Aussagekraft der eigenen Exponate verstärkt, ergänzt.
Zur Zeit zeigt, wie berichtet, der gebürtige Nordhäuser Karl-Heinz Döring seine in Jahren zusammengetragene Sammlung, die die Blicke auf Thüringen lenkt. Sie ist noch bis zum 2. Juni zu besichtigen. Döring stellt exquisite Stücke aus seiner Buch- und Autographensammlung aus. Weimar ist ein Dreh- und Angelpunkt der Präsentation. In einer Vitrine wird das Augenmerk auf eine bemerkenswerte Persönlichkeit der Weimarer Gesellschaft gelenkt, auf Johann Friedrich Justin Bertuch.
Diese Kleinstadt hatte das Glück, dass sich im 18. und 19. Jahrhundert dort Menschen niederließen, die insbesondere für die Kultur und Kunst Beispielgebendes schufen.
Dame aus dem Journal (Foto: Archiv Kneffel)
Bertuch, ungefähr in Goethes Alter, war einer von ihnen, wurde 1747 in Weimar geboren, studiert Theologie, dann Jura in Jena, interessiert sich jedoch vor allem für Literatur und Naturwissenschaften, bricht sein Studium ab und wird Hauslehrer auf einem Gut. Von seinem Arbeitgeber erlernt er Spanisch und übersetzt Miguel de Servantes Buch Don Quichotte ins Deutsche.Wieder in Weimar, arbeitet Bertuch anfangs als Verwalter der herzoglichen Privatfinanzen und bekleidet Staatsämter. Er wird Mitarbeiter bei Christoph Martin Wielands Zeitschrift Teutscher Merkur, ist Übersetzer, Verleger, Geschäftsmann und Organisator. Seine Aktivitäten sind geprägt von den Ideen der Aufklärung und besitzen hohes soziales Engagement.
1774 erarbeitet er ein Konzept für eine Zeichenschule, in der die Schüler nach ihren Fähigkeiten und unabhängig ihrer sozialen Herkunft gefördert werden sollen. Die Idee wird verwirklicht, die Schule berühmt. Bis zum Krieg 1806 gibt Bertuch die Allgemeine Literatur-Zeitung und das Journal des Luxus und der Moden, naturkundliche Schriften, geografische Karten und Kinderbücher heraus. Beispiele davon zeigt die Ausstellung in der Flohburg, dazu Autographen von Persönlichkeiten, die aus unterschiedlichen Gründen an ihn schrieben.
Sein Verlag entwickelt sich zu einer kulturellen Instanz. Friedrich Justin Bertuch versteht sich als literarischer Geburtshelfer. Neben dem Verlagshaus mit Papiermühle und Druckerei baut er auch eine Fabrik für Papierblumen und ein Industrie-Comptoir auf und wird so zum größten Arbeitgeber Weimars. Er beschäftigt bis zu 450 Angestellte, die er gut bezahlt. Seine letzten Jahre verbringt der vielseitige Mann zurückgezogen und stirbt am 3. April 1822.
Heidelore Kneffel



