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Mo, 15:41 Uhr
15.04.2013

Auch in Ellrich wurde gedacht

Anlässlich des 68. Jahrestages der Befreiung des KZ-Außenlagers „Juliushütte“fand in Ellrich eine Gedenkveranstaltung statt. Die Ansprache hielt Ellrichs Bürgermeister Matthias Ehrhold...


„An einem Tag, an dem wir den vielen ermordeten Menschen gedenken, nehme ich auch in Hinblick auf die in Deutschland in diesem Jahr anstehenden Bundestagswahlen und der immer noch andauernden globalen Finanzkrise zum Anlass, um die Aufmerksamkeit auf die heutigen Ereignisse zu richten.

Neofaschistisches Gedankengut betritt leider immer mehr in unterschiedlichen Erscheinungsformen die politische Szene. Neonazis verfügen über neue, effektive Organisationsstrukturen, was durch die NSU-Affäre mehr als deutlich wurde.
Auch in diesem Jahr legten Bürgermeister Matthias Ehrhold, sowie der Bürgermeister der Samtgemeinde Walkenried, Herr Dieter Haberland, gemeinsam einen Kranz nieder. (Foto: G. Schröter)
Ehemalige Häftlinge des KZ Buchenwald, Mittelbau-Dora und Juliushütte verneigten sich am Sonnabendnachmittag in Trauer und Respekt vor dem Gedenkstein. (Foto: G. Schröter)
In einer sehr bewegenden Zeremonie wurde durch die Angehörigen, der in Ellrich ums Leben gekommenen Häftlinge gedacht. (Foto: G. Schröter)
Im Freistaat Sachsen und im Land Brandenburg sind sie in den Landtagen und im Landkreis Nordhausen im Kreistag vertreten. Meine Hoffnung ruht auf alle wahlberechtigten Menschen in der Bundesrepublik, dass Sie am 22. September dieses Jahr bei der anstehenden Bundestagswahl rechtsextremistische Gruppierungen keine Chance geben.

Der Auftrieb der Neonazis mit ihren nationalistischen, ausländerfeindlichen Parolen ist nicht zuletzt der wachsenden Schere zwischen Arm und Reich in unserem Land geschuldet. Perspektivlosigkeit besonders für junge Menschen ist ein fruchtbarer Boden für neofaschistische Parolen. Dies lehrt uns schon die Geschichte der Jahre 1930 bis 1933.

Wir können und dürfen nicht vergessen, wie viel Leid für die Welt gerade von deutschem Boden ausgegangen ist. Diese historische Tatsache bringt für uns eine große Verantwortung mit sich.“

Anschließend las Nina Reip, Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora, aus dem Buch „Survie “ (Überlebt) Buchautor Etienne Lafond-Masurel ein Zitat in französischer Sprache vor. Mit einer Schweigeminute wurde der vielen umgekommenen Häftlingen gedacht.
Autor: red

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