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Mo, 07:04 Uhr
15.04.2013

ACE schickt Zebra auf Streife

Mit einer neuen bundesweiten Unfallverhütungskampagne will der ACE Auto Club Europa jetzt gegen Mängel an Fußgängerüberwegen zu Felde ziehen. Unter dem Motto "Halten. Sehen. Sichergehen" sollen Kraftfahrer und Fußgänger sensibilisiert werden, die Regeln im Bereich markierter Straßenquerungen zu beachten. Auch im Landkreis Nordhausen...


Kommunen ihrerseits müssten besser dafür sorgen, dass Fußgängerüberwege auch vorschriftsmäßig gestaltet sind. Das ist nach ersten Beobachtungen des ACE nicht überall der Fall. Deshalb und aus Gründen der Unfallverhütung wollen Fachleute des Clubs das Verhalten an Fußgängerüberwegen prüfen.

Der Vorsitzende des ACE-Kreises Nordhausen, Jörg Lorenz, macht klar, dass das Thema einen überaus ernsten Hintergrund hat. Im Jahr 2011 ereigneten sich nach Angaben von Lorenz bundesweit 5.362 Unfälle ausschließlich an Zebrastreifen, das waren 262 oder 4,8 Prozent mehr als im Jahr davor.

Die Verkehrsopferbilanz 2011 zu 2010 im Einzelnen: 31 getötete Fußgänger, das waren 19 mehr als im Jahr 2010 und entspricht einer Steigerung von 38,7 Prozent, 908 Schwerverletzte gegenüber 858 im Jahr 2010 (plus 5,5 Prozent) und 4.423 Leichtverletzte gegenüber 4.223 im Jahr 2010 (plus 4,5 Prozent).

An Zebrastreifen werden laut ACE 71,2 Prozent der Unfälle von Autofahrern und Zweiradfahrern einschließlich Radfahrern verursacht. 28,8 Prozent gehen demnach auf das Konto von Fußgängern. „Wir wollen Unfälle an Zebrastreifen durch unsere neue Kampagne künftig mit verhüten helfen und sehen hier einen dringenden Handlungsbedarf“, sagt der ACE – Kreisvorsitzende.

Viele Verkehrsteilnehmer ahnten zwar, was Sorglosigkeit und Fahrlässigkeit am Zebrastreifen Schlimmes anrichten könne. „Doch die Übernahme von Selbstverantwortung ist häufig ebenso unterentwickelt wie die praktische Umsetzung eigenen Wissens“.

Fahrzeugführer werden laut ACE mit einem Bußgeld in Höhe von 80 Euro und 4 Punkten bestraft werden, wenn sie
  • einem Berechtigten nicht das Überqueren der Fahrbahn ermöglichen, obwohl dieser den Fußgängerüberweg erkennbar nutzen will,
  • nicht mit mäßiger Geschwindigkeit an den Fußgängerüberweg heranfahren oder
  • an einem Fußgängerüberweg überholen.
Nach den Worten von Lorenz will der ACE im Rahmen der Aktion per Checkliste auch systematisch erkunden, wie es im Detail um die Beschaffenheit der Zebrastreifen bestellt ist.

Das Er­gebnis der Erhebung in mehreren Orten des Landkreises fließt später in eine bundesweite Studie ein, die der ACE voraussichtlich im Herbst veröffentlichen will.
Autor: red

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