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Fr, 14:27 Uhr
12.04.2013

nnz-Forum: Das Problem mit der Lade

Am Donnerstag erschien in der nnz der Beitrag „Mit Gewinn recyclen“, der ein „brisantes“ Thema zum Inhalt hat, nach nach Meinung eines Lesers aber am Kern der Sache vorbei geht...


Nicht auf dem „ordentlichen Entsorgen“ sollte der Schwerpunkt liegen, sondern auf der Möglichkeit, mit kleinen Reparaturen eine möglichst lange Gebrauchsdauer zu ermöglichen. „Schmeiß weg – kauf neu“ – dieser kritische Film läuft in diesen Tagen im Fernsehen zum wiederholten Male. So sehr ich einerseits gegen Programm-Wiederholungen bin, so sehr wäre ich andererseits dafür, dieses Thema so oft zu wiederholen, bis dieser volkswirtschaftliche Unfug des Wegwerfens von teuren, aber angeblich nicht reparierbaren Geräten aufhört.

Auch wenn man aus den verschiedensten Gründen die DDR nicht loben darf, weil da schließlich alles und jedes schlechter war: In diesem Punkt hatte sie unseren heutigen Ansichten und Gewohnheiten doch einiges voraus…..

Ich habe beispielsweise einen DVD-Recorder, dessen Lade sich beim Druck auf den entsprechenden Schalter des Gerätes oder der Fernbedienung nicht mehr öffnet, wenn keine Scheibe im Gerät liegt. Liegt jedoch eine DVD in der Lade, lässt sie sich auch öffnen. Nur hat sie sich leider geschlossen, bevor ich beim letzten Wechsel schnell noch eine Scheibe hineinlegen konnte, damit sie sich dann auch wieder öffnen ließe.

Also habe ich das Gerät zur Reparatur gebracht, 15 Euro bezahlt und dafür die Auskunft bekommen, dass für dieses Gerät keine Ersatzteile vorhanden oder lieferbar sind. Gleichartige Geräte gibt es jedoch dutzendweise und alle diese Geräte haben eine Lade, die sich öffnen und schließen lassen muss. Es ist nicht anzunehmen, dass es für diesen simplen Vorgang so viele unterschiedliche Patente gibt, dass ein Auswechseln nicht möglich ist.

Die Geräte sind so „unterschiedlich“, dass man beispielsweise einen TOSHIBA-Recorder ohne weiteres auch mit einer Bedienungsanleitung eines FUNAI-Recorders betreiben könnte – die Bedienungsanleitungen und die Bedienungsschritte sind identisch, nur die verwendbaren DVD-Rohlinge sind unterschiedlich. Und da soll es unmöglich sein, eine klemmende Lade zur Räson zu bringen?

„Schmeiß weg – kauf neu“ – dieser Grundsatz mag „modern“, die „ordentliche Entsorgung“ heute der „normale“ Weg sein. Er könnte uns eines Tages aber auch arg auf die Füße fallen!
Eduard Seifert, Großlohra
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
-----7
12.04.2013, 14:44 Uhr
Kleiner Tipp Herr Seifert
An den meisten CD-,DVD-Playern oder -Rekordern ist an der Lade ein kleines Loch. Mit einer aufgebogenen Büroklammer dort vorsichtig einstechen und dann öffnet sich die Lade mechanisch. Falls Sie das Loch nicht finden, mal die Klappe öffnen und dort suchen.

Viel Erfolg!
Windhauch
13.04.2013, 16:39 Uhr
Ich glaube schon...
...dass man die DDR auch mal loben darf, und sollte! Denn in der DDR konnte mann wahrlich nach Herzenslust reparieren, vorausgesetzt, man hatte die richtigen Ersatzteile!

Ach, was war es für eine Freude, wenn der freundliche Herr an der Luke des Reifenhandels am Taschenberg die Frage nach einer möglichen Reparatur des Trabi-Reifens mit der Gegenfrage beantwortete: Hast´en auch ´n Schlauch mit?

Sehr gern hörte ich auch an anderer Stelle die Frage des "Serviceleisters", hast´en Bleischein?!, wenn gerade die alte Autobatterie den Geist aufgegeben hatte.

Und was wurde so wunderbar untereinander kommuniziert in der DDR? Denn mindestens viermal im Monat fragte ich beim IFA-Fachhandel nach Unterbrecherkontakten für´n Trabi und nach Zylinderkopfdichtungen für den Wartburg. Diese brauchte ich zwar nicht, konnte die aber gegebenenfalls beim Nachbarn für den Schlauch (s. o.) tauschen. Herrlich!

Nur die Lade des DVD-Recorders, die hätte man wahrscheinlich auch in der DDR nicht repariert, denn für Geräte aus´m Westen, da waren die Ersatzteile wirklich knapp!

Trotzdem war nicht alles schlecht in der DDR!
Freundschaft!
-----7
13.04.2013, 17:25 Uhr
Ja etwas Windhauch...
...kann man diesbezüglich die DDR auch loben. Allerdings waren da Reparaturen noch erschwinglich und neue Geräte einfach zu teuer. Man hatte sogar findige Privatpersonen, die einem den Fernseher etc. mal eben reparierten. Wenn mir als Kind mal meine TT-Lok (Modelleisenbahn) kaputt ging, sammelte ich vorher Altstoffe und verdiente mir damit das Geld für die Reparatur. Meine Oma war Putzfrau in einer Kneipe und da kamen einige Schnapsflaschen an. Das war auch noch das Gute an der DDR, dass man sich als Kind sein Taschengeld aufbessern konnte.

Heutzutage ist es genau anders herum. Ein Neugerät kostet manchmal weniger, als eine Reparatur. Flaschen wirft man in den Container. Aber einige Annahmestellen für Altpapier gibt es ja noch. Für manche, die sich ihr Geld aufbessern möchten, lohnt es sich also noch. Manch einer nimmt aber den bequemeren Weg und werfen das Papier in die entsprechende Tonne. So verdient nur das Recycling-Unternehmen wie z.B. Remondis daran.

An Herrn Seifert, man könnte in dem DVD-Recorder auch das Laufwerk austauschen. Ich müsste mich mal schlau machen, was es für ein Laufwerk enthält und ich könnte ein gebrauchtes suchen. So ein Laufwerk kostet gebraucht vielleicht 5-15 EUR. Sie bräuchten mir dann nur den Materialpreis für die Anschaffung geben, falls ich nicht sogar ein passendes habe. Okay - bringen und abholen müssten Sie es dann auch. Meine Leistung bei der Reparatur ist aber kostenlos! Bei Interesse wenden Sie sich an die Redaktion, dann bekommen Sie meine Mail-Adresse.
Janko
13.04.2013, 23:36 Uhr
das ist fantastisch...
...und ich habe gerade echt ein DDR-solidaritätsgefühl.
"ich kann dies und das, und wenn es RFT nicht reparieren kann, bringe es mir vorbei." das ist, als ob man 30 jahre alte "eulenspiegel" liest.

warum gibt es so'ne solidarität heutezutage nicht mehr, bzw nicht öfters?
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