So, 16:33 Uhr
03.03.2013
Die EM-Krone für Schwanitz
Christina Schwanitz stieg bei der Hallen-Europameisterschaft im schwedischen Göteborg am Sonntagmittag als Favoritin in den Ring. Die Kugelstoßerin vom LV 90 Erzgebirge wurde dieser Rolle gerecht, wie Sandra Arm zu berichten weiß...
Schwanitz in Nordhausen (Foto: Indoor)
Sie holte sich aufgrund des letzten Versuchs auf 19,25 Meter die Goldmedaille – ihr zugleich erster internationaler Titel. Noch dazu war es auch die erste Medaille für das deutsche Team bei dieser Hallen-EM. Mit 19,04 Meter sicherte sich die Olympia-Zweite Yevgeniya Kolodko aus Russland die Silbermedaille vor der Weißrussin Alena Kopets (18,85 m).
Die zweite Deutsche, Josephine Terlecki, belegte mit neuer Saisonbestleistung, sie übertraf 18,16 Meter, Rang sechs. Die U20-Weltmeisterin Shanice Craft scheiterte schon in der Qualifikation. Der Mannheimerin fehlten am Ende 16 Zentimeter zur Achtplatzierten.
Es war ein nervenaufreibender und spannender Wettkampf, den die Athletinnen in der Multifunktionsarena Scandinavium boten. Vor allem Schwanitz bekam ihre Nerven zu Beginn noch nicht in den Griff. Das mit den Nerven muss ich noch ein bisschen üben. Ich habe bei den ersten Versuchen überlegt und das funktioniert nicht, weil der Körper langsamer ist, wenn man mitdenkt, sagte sie gegenüber leichtathletik.de. Nach dem ersten ungültigen Durchgang folgte im zweiten ein Stoß auf 18,21 Meter. Das war allerdings noch nicht das, was die 27-Jährige wirklich kann. Viel zu souverän präsentierte sie sich in den vergangenen Wochen und Monaten auf nationalem und internationalem Parkett.
Ihre fünf Jahre alte persönliche Bestweite pulverisierte sie erst am vergangenen Wochenende bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften in Dortmund als die Kugel auf 19,79 Meter flog, diese Weite bedeutete zugleich neue Welt-Jahresbestleistung. Diese neue Leichtigkeit, begründet mit auf den im November entfernten Metallschrott von fünf Fuß-OPs, schien ihr nun auf dem Weg nach Göteborg irgendwo verloren gegangen zu sein. An ihre Bestweite kam sie nicht annähernd heran. Sie tat sich schwer, erst im letzten und sechsten Versuch, eigentlich die Spezialität von Ralf Bartels, gelang ihr dann der Befreiungsschlag – 19,25 Meter, der Gold bedeutete.
Was folgte war pure Erleichterung und ein Jubelschrei. Ihre Freude war auch im Gespräch mit leichtathletik.de zu spüren: Beim letzten Versuch, habe ich einfach meinen Körper machen lassen, der weiß schon, wie das geht. Es ist ein super schönes Gefühl, das erste Mal einen solch großen Wettkampf zu gewinnen. Ob sie sich dabei im Vorfeld vielleicht Tipps von Bartels, dem Routinier und Mannschaftskapitän des DLV-Teams, hinsichtlich des Geheimnisses des letzten Versuchs geholt hat, ist nicht überliefert. Mit diesem Stoß verwies Schwanitz aber Mitfavoritin Kolodko auf der Zielgeraden noch auf den Silberrang.
Nach der Qualifikation am Vortag zog neben Schwanitz, sie übertraf 18,77 Meter, auch Josephine Terlecki vom SC Magdeburg mit 17,81 Meter als Sechste ins Finale ein. Nach der Qualifikation sagte die gebürtige Weimarerin gegenüber leichtathletik.de: Ich bin ganz froh, dass ich weiter gestoßen habe als bei der Hallen-DM. Das war das Ziel. Für das Finale hatte sie sich aber noch mehr vorgenommen, wollte sie doch am liebsten eine 18 vor das Komma setzen. Das gelang ihr gleich zweimal, nämlich im dritten (18,04 m) und fünften (18,16 m) Versuch. Die 18,16 Meter bedeuteten in der Endabrechnung Rang sechs sowie neue Saisonbestleistung.
Daher war die Freude bei der 27-Jährigen nach dem Wettkampf im Interview mit leichtathletik.de umso größer: Es hat mit den 18 Metern geklappt, sogar zweimal. Das war schön. Dass es weiter als vor zwei Jahren in Paris war, ist auch super. Ich bin ein bisschen lockerer rangegangen als in der Quali. Ich wusste, ich habe sechs Stöße. Ich konnte mich noch ein bisschen steigern. Es war kein ganz runder Wettkampf, aber ein guter Anfang.
Wie befreiend so eine Operation, in dem Fall von Schwanitz, sein kann, bewies sie bereits Mitte Januar bei der 13. Auflage des Energie-Indoor in Nordhausen. Sie dominierte den Wettkampf und stieg damals mit starken 19,17 Metern, die zu diesem Zeitpunkt Jahresbestleistung bedeuteten, in die Saison ein. Noch keine 18 vor dem Komma erschien bei Terlecki in der Ergebnisliste. Sie belegte mit 17,55 Metern den dritten Rang. Doch auch sie wusste sich in den kommenden Wochen wie Schwanitz zu steigern.
Autor: red
Schwanitz in Nordhausen (Foto: Indoor)
Sie holte sich aufgrund des letzten Versuchs auf 19,25 Meter die Goldmedaille – ihr zugleich erster internationaler Titel. Noch dazu war es auch die erste Medaille für das deutsche Team bei dieser Hallen-EM. Mit 19,04 Meter sicherte sich die Olympia-Zweite Yevgeniya Kolodko aus Russland die Silbermedaille vor der Weißrussin Alena Kopets (18,85 m). Die zweite Deutsche, Josephine Terlecki, belegte mit neuer Saisonbestleistung, sie übertraf 18,16 Meter, Rang sechs. Die U20-Weltmeisterin Shanice Craft scheiterte schon in der Qualifikation. Der Mannheimerin fehlten am Ende 16 Zentimeter zur Achtplatzierten.
Es war ein nervenaufreibender und spannender Wettkampf, den die Athletinnen in der Multifunktionsarena Scandinavium boten. Vor allem Schwanitz bekam ihre Nerven zu Beginn noch nicht in den Griff. Das mit den Nerven muss ich noch ein bisschen üben. Ich habe bei den ersten Versuchen überlegt und das funktioniert nicht, weil der Körper langsamer ist, wenn man mitdenkt, sagte sie gegenüber leichtathletik.de. Nach dem ersten ungültigen Durchgang folgte im zweiten ein Stoß auf 18,21 Meter. Das war allerdings noch nicht das, was die 27-Jährige wirklich kann. Viel zu souverän präsentierte sie sich in den vergangenen Wochen und Monaten auf nationalem und internationalem Parkett.
Ihre fünf Jahre alte persönliche Bestweite pulverisierte sie erst am vergangenen Wochenende bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften in Dortmund als die Kugel auf 19,79 Meter flog, diese Weite bedeutete zugleich neue Welt-Jahresbestleistung. Diese neue Leichtigkeit, begründet mit auf den im November entfernten Metallschrott von fünf Fuß-OPs, schien ihr nun auf dem Weg nach Göteborg irgendwo verloren gegangen zu sein. An ihre Bestweite kam sie nicht annähernd heran. Sie tat sich schwer, erst im letzten und sechsten Versuch, eigentlich die Spezialität von Ralf Bartels, gelang ihr dann der Befreiungsschlag – 19,25 Meter, der Gold bedeutete.
Was folgte war pure Erleichterung und ein Jubelschrei. Ihre Freude war auch im Gespräch mit leichtathletik.de zu spüren: Beim letzten Versuch, habe ich einfach meinen Körper machen lassen, der weiß schon, wie das geht. Es ist ein super schönes Gefühl, das erste Mal einen solch großen Wettkampf zu gewinnen. Ob sie sich dabei im Vorfeld vielleicht Tipps von Bartels, dem Routinier und Mannschaftskapitän des DLV-Teams, hinsichtlich des Geheimnisses des letzten Versuchs geholt hat, ist nicht überliefert. Mit diesem Stoß verwies Schwanitz aber Mitfavoritin Kolodko auf der Zielgeraden noch auf den Silberrang.
Nach der Qualifikation am Vortag zog neben Schwanitz, sie übertraf 18,77 Meter, auch Josephine Terlecki vom SC Magdeburg mit 17,81 Meter als Sechste ins Finale ein. Nach der Qualifikation sagte die gebürtige Weimarerin gegenüber leichtathletik.de: Ich bin ganz froh, dass ich weiter gestoßen habe als bei der Hallen-DM. Das war das Ziel. Für das Finale hatte sie sich aber noch mehr vorgenommen, wollte sie doch am liebsten eine 18 vor das Komma setzen. Das gelang ihr gleich zweimal, nämlich im dritten (18,04 m) und fünften (18,16 m) Versuch. Die 18,16 Meter bedeuteten in der Endabrechnung Rang sechs sowie neue Saisonbestleistung.
Daher war die Freude bei der 27-Jährigen nach dem Wettkampf im Interview mit leichtathletik.de umso größer: Es hat mit den 18 Metern geklappt, sogar zweimal. Das war schön. Dass es weiter als vor zwei Jahren in Paris war, ist auch super. Ich bin ein bisschen lockerer rangegangen als in der Quali. Ich wusste, ich habe sechs Stöße. Ich konnte mich noch ein bisschen steigern. Es war kein ganz runder Wettkampf, aber ein guter Anfang.
Wie befreiend so eine Operation, in dem Fall von Schwanitz, sein kann, bewies sie bereits Mitte Januar bei der 13. Auflage des Energie-Indoor in Nordhausen. Sie dominierte den Wettkampf und stieg damals mit starken 19,17 Metern, die zu diesem Zeitpunkt Jahresbestleistung bedeuteten, in die Saison ein. Noch keine 18 vor dem Komma erschien bei Terlecki in der Ergebnisliste. Sie belegte mit 17,55 Metern den dritten Rang. Doch auch sie wusste sich in den kommenden Wochen wie Schwanitz zu steigern.

