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Do, 10:50 Uhr
21.02.2013

Einigkeit demonstriert

Was treibt die Spitzen der Fraktionen des Nordhäuser Kreistages um, wenn sie die nnz am frühen Donnerstagvormittag zu einem Gespräch einladen? Natürlich Personalien...


Das wäre die Besetzung der Stelle des zweiten Beigeordneten der Kreisverwaltung. Verständnis haben Rainer Bachmann und Egon Primas schon für die Bedenken der Bürger und Bürgermeister des Landkreises (siehe nnz-Archiv). Allerdings solle auch die Sicht der Personalentwicklung endlich einmal betrachtet werden, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Primas. Konkret sehe das so aus:

Habe das Landratsamt Anfang der 90er Jahre noch 711 Mitarbeiter in Lohn und Brot gehabt, so seien es im vergangenen Jahr 496 geworden. Weniger gab es im Jahr 2007 mit 420. In den Folgejahren seien Zuwächse durch das Jobcenter sowie durch die Kommunalisierung von Aufgaben zu verzeichnen gewesen.

Rainer Bachmann (LINKE) sagte, die künftige Struktur der Verwaltungsspitze (Landrätin und zwei hauptamtliche Beigeordnete) käme auch der Zahl der im kommunalen Bereich tätigen Frauen und Männer entgegen. Fast 3.000 seien es in den Verwaltungen und kommunalen Unternehmungen.

In Richtung Stadt und insbesondere in Richtung Barbara Rinke machte Primas deutlich, dass drei hauptamtliche Spitzenverwalter im Rathaus seit Jahrzehnten die Regel wären. Bachmann und Primas machten deutlich, dass die Entscheidung für einen zweiten Beigeordneten auch von der SPD-Fraktionsvorsitzenden Dagmar Becker mitgetragen werde. Und überhaupt: ehrenamtlich könne man diesen Job nicht leisten.

Für Landrätin Birgit Keller (LINKE) sei es eine mehrheitliche Entscheidung des Kreistages gewesen, einen zweiten hauptamtlichen Beigeordneten zu installieren. Also werde in Kürze ausgeschrieben. Und außerdem habe Frau Keller keine Muße, neue leitende Mitarbeiter einzustellen, die nahezu unkündbar sind und dann in einer Gebietsreform mitgenommen werden müssen. Die Stelle des hauptamtlichen Beigeordneten sei jedoch immer auf sechs Jahre befristet. Übrigens: die Stelle der in diesem Jahr ausscheidenden Jugendamtsleiterin werde nicht wieder besetzt.

Letztlich – da waren sich die heutigen Protagonisten einig – sei die Besetzung eine politische Entscheidung. Ob sie fachlich notwendig ist, das wird wohl in der Öffentlichkeit und selbst in den Fraktionen des Kreistages weiter diskutiert werden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Dora75
21.02.2013, 11:49 Uhr
Was für ein Wurf
Na da sind sich ja mal wieder alle einig.Sogar Frau Becker. Das sind die Wahren Gesichter. So sieht bei den Herrschaften Sparen aus. Lächerlich nichts anderes.
Die Stelle der Jugendamtsleiterin wird nicht neu Besetzt. Was für ein Wurf. Gerade diese Stelle währe am wichtigsten,den da gehen die Bürger hin wen sie sorgen haben.
Georg
21.02.2013, 12:30 Uhr
Diese ...
Ausschreibung kann man sich sparen. Die Personalie ist doch, so wie auch bei Frau Haase, bereits schon ausgekungelt.
Retupmoc
21.02.2013, 13:13 Uhr
Großer Wurf
"Na, da sind sich ja mal wieder alle einig. Sogar Frau Becker. Das sind die wahren Gesichter. So sieht bei den Herrschaften Sparen aus. Lächerlich, nichts anderes.
Die Stelle der Jugendamtsleiterin wird nicht neu besetzt. Was für ein Wurf. Gerade diese Stelle währe am Wichtigsten,denn da gehen die Bürger hin, wenn sie Sorgen haben."

Also ich gehe zu keinem Jugendamtsleiter, wenn ich Sorgen habe. Eher schon zum Doktor. Die Stelle ist durchaus nicht nötig. Das ist meine Ansicht. Aber jeder hat halt so seine Vorlieben.
Dora75
21.02.2013, 18:56 Uhr
Retupmoc
Wie sie leider nicht wisssen ist die Stelle der Jugendamtsleiterin auch Leiterin für Soziales. Aber wie sie schon sagten ist es für einige Menschen der weg zum Doktor wichtiger. Da stimme ich ihnen zu.
lumpi22
22.02.2013, 08:19 Uhr
Guten Tag Herr Nüssle!
Na dann ist doch alles wieder mal schon vorher klar: Linke und CDU sind für den 2. Abgeordneten und wählen dann Herrn Nüssle in "geheimer Abstimmung" als den "besten Kanditaten". All die anderen, die sich zur Wahl stellen, haben keine Chance!

So wird Politik "gemacht", von wegen Sparen, Sparen - nein erst an sich denken und dann die Bürger zur Kasse bitten!
So habe ich das bisher hier in der NNZ nachlesen können..., traurig diese Politik!

Und ganz ehrlich, in Frau Keller hatte ich doch mehr Hoffnung gesetzt, aber wenn der Chef des Finanzausschusses (Herr Bachmann von den Linken) diesen Posten unbedingt zur Klärung von "rechtlichen Fragen, zum Beispiel die der Haftung" benötigt, na dann ist das sehr wichtig!

Nur ich kenne keinen Politiker, der für Geldverschendung (Bau der Kulturbibliothek u.u.u.) hier haften mußten...
Sorry, meine Arbeit ruft, die ist mir wichtiger als diese grauenvolle Politik!
Paulinchen
22.02.2013, 10:36 Uhr
Was im Bundestag möglich ist,
sollte doch wohl in Nordhausen schon gar kein Problem sein. Gestern war den Nachrichten zu entnehmen,, dass wir demnächst ca. 100 Bundestagsabgeornete haben werden, wie bis her. 8000,- € mal 100, das ist schon ein schönes Sümmchen, was der Steuerzahler da monatlich abdrücken muss.

Wenn ich dabei an die wirtschaftliche Statistik der Thüringer Landkreise denke und Nordhausen dort auf Platz zwei rangiert, können wir uns das ganz sicher leisten, noch mehr Angestellte in der Verwaltung einzustellen. Oder war das der zweite Platz von hinten, den wir inne haben? Dann sollte es aber doch wohl eher nachdenklich stimmen.
NDHler
22.02.2013, 11:03 Uhr
Wie früher!
Primas und Bachmann kennen sich doch aus alten DDR Zeiten. Damals hat man auch schon gemeinsam an einem Strang gezogen, damals für die gute (kommunistische) Sache. Der eine in der Blockpartei CDU der andere an vorderster Front in der SED! Das verbindet! Da lassen sich solche Personaldeals leicht über die Bühne bringen. Die Bedenken der Bürgerinnen und Bürger interessieren wie damals keinen, immerhin zeigt man „Verständnis“!
Retupmoc
22.02.2013, 11:20 Uhr
Richtig erkannt
@ Paulinchen ! Wir regen uns hier im Landkreis über Peanuts auf und die Bundesregierung schafft man so ganz nebenbei Abgeordnete mehr, die ein Schweinegeld verdienen. DIE sollen DA OBEN erstmal sparen.
Gudrun1974
23.02.2013, 07:41 Uhr
Politische Entscheidung? Was für ein Blödsinn! Widerstand!
"Politische Entscheidung" - was für eine Phrase, was für ein Blödsinn! Oder kann mir das mal einer übersetzen?

Fakt ist: Hier entscheiden irgendwelche betagten Leute, die sich schon von vorvorgestern kennen, über die Vergabe von Posten - und wagen sich damit noch an die Öffentlichkeit! Und die Leute in ihren Fraktionen schauen zu und trauen sich nicht, den Mund aufzumachen aus Angst, irgendwelche Privilegien zu verlieren.

Der Landkreis ist pleite! Es wird kein Geld mehr da sein für Jugend- und Sozialarbeit! Aber für einen Posten, der dieses "Nichts" verwalten soll!

Wir leben in einem Rechtsstaat, die Staatsgewalt geht vom Volke aus! Ich werde jetzt jedenfalls ein Schreiben ans Landesverwaltungsamt aufsetzen. Diesem Wahnsinn von Parteienfilz muss ein Ende gesetzt werden! Noch ist Zeit dafür. Noch hat Herr Nüßle die Stelle nicht! Wo das endet, kann man in Griechenland beobachten.

PS: Welche berufliche Qualifikation hat er eigentlich? Was arbeitet er derzeit?
Der Roland
23.02.2013, 09:17 Uhr
Politische Entscheidung
Warum die Aufregung? Die Formulierungen "politischer Wille", "politisch so gewollt" sind doch nicht neu. Diese Argumentation war doch in der Vergangenheit in Stadt und Landratsamt gang und gäbe. Da hat sich keiner aufgeregt, sondern auch alles mitgemacht. Sparen doch nicht bei sich selbst, sondern nur bei anderen. So ist es doch überall und war auch in der Vergangenheit bei Stadt und Landratsamt so. In der Politik wir doch nur taktiert. Wer und was ist von "Nutzen" in welcher Situation.
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