Auto gegen Bahn
Auf den Gleisen der Harzer Schmalspurbahnen hat sich gestern Nachmittag ein Unfall ereignet. Wir haben die Einzelheiten für Sie aufbereitet...
Gegen 16 Uhr war nach Angaben der Nordhäuser Polizei eine Straßenbahn (Combino) zwischen Niedersachswerfen und Nordhausen unterwegs. Der Fahrzeugführer gab die entsprechenden Signale auch am Bahnübergang Ricarda-Huch-Straße. Die allerdings ignorierte eine 18 Jahre junge Frau in ihrem Nissan Micra.
Trotz einer sofort eingeleiteten Bremsung wurde das Auto von dem Schienenfahrzeug erfasst und fast 20 Meter mitgeschleift, teil die Polizei mit. Wie durch ein Wunder blieb die Frau unverletzt, dennoch wurde sie zur Beobachtung ins Südharz-Klinikum gebracht. Die 20 Fahrgäste in der Bahn blieben unverletzt.
Rund eine Stunde war die HSB-Strecke wegen der Bergung gesperrt, danach wurde der Verkehr wieder aufgenommen.
Autor: nnz
Kommentare
NDH45
20.11.2012, 12:53 Uhr
Unbeschrankter Bahnübergang!
Dieser Bahnübergang ist sehr schlecht einsehbar. Weder der Triebfahrzeugführer noch die Autofahrer haben an diesem Bahnübergang ausreichend sicht. Die angebrachten Stoppschilder helfen da nicht. Es wird Zeit, dass dieser Bahnübergang entsprechend mit einer Signalanlage ausgestattet wird. In Planung ist die Anlage doch wohl schon.
Nur gur, dass keine Personen verletzt wurden. Es sollte schnell reagiert werden.
Wolfi65
20.11.2012, 13:22 Uhr
Gerade deswegen
Weil wieder nichts "richtiges" passiert ist, wird eine Schrankenanlage so schnell nicht kommen. Sachschaden zahlt bequem die Versicherung. Aber bei Personenschaden ermittelt der Anwalt des Staates. Dann wirds ungemütlich. Erst wenn einer "zerlegt" wird, dann rührt sich was. Hand drauf!
Salzaerin
20.11.2012, 13:59 Uhr
Korrekt, Wolfi
Man stelle sich mal vor, es ist Sommer, die Bäume und Büsche grünen gerade in ihrer besten Zeit und dann kommt so ein Autofahrer. Der sieht dann gar nicht, ob die Bahn kommt. Und die Kinder im angrenzenden Freizeithaus spielen gerade ahnungslos. Dann kracht es, Fahrzeugteile fliegen durch die Luft und treffen zufällig eines der Kinder... Jeder kann sich den Rest denken.
Oder im Winter wird dort ja nicht gestreut, ein Auto kann nicht mehr bremsen...
Daher, an diesem Bahnübergang MUSS ein Lichtzeichen her, wenn möglich, auch eine Halbschranke.
beindh59
20.11.2012, 16:08 Uhr
Lichtzeichen.....
...werden von Auto-und Radfahrern genauso ignoriert wie das STOP-Schild, welches besagten BÜ ziert...
Salzaerin
20.11.2012, 19:36 Uhr
mag sein...
aber es ist für Autofahrer schon aus mehreren Metern Entfernung zu erkennen, ob eine Bahn kommt oder nicht. Wenn ich über besagten Bahnübergang fahre, taste ich mich auch langsam vor, um zu sehen, ob eine Bahn kommt. Dabei fällt mir auf, dass ich schon so gut wie auf den Gleisen stehe...
Frankledig
20.11.2012, 20:05 Uhr
Bahnübergang....
Vieleicht sollte man auch mal anmerken das diese Straße ja nur eine Anlieger- und keine Durchgangsstraße ist....
ratemal
20.11.2012, 22:16 Uhr
immer wieder die Straßenbahn
Manchmal, aber nur manchmal habe ich das Gefühl, die Straßenbahnfahrer sind die wahren Könige der Landstraßen. Da wird erst geklingelt und dann erst gebremst oder eine Kreuzung oder auch Gefahrenstelle ohne gedrosselte Geschwindigkeit befahren... Ich weiß das ist unpopulär aber meine Beobachtung, leider öfter als ich es mir wünschen würde. Sorry, diesmal konnte ich meine Meinung nicht zurückhalten!
Bodo Schwarzberg
20.11.2012, 22:41 Uhr
Übergang: Autofahrer, nicht die Bahn
Ich kann den Ausführungen einiger Kommentatoren nicht folgen. Wenn der Bahnübergang so schlecht einsehbar ist, wie geschrieben, müsste es dort bedeutend öfter krachen. Eine Leserin schreibt ja auch, dass man ihn durchaus einsehen kann. Zudem: Die Tram ist kein ICE: Wer als Autofahrer langsam an den Übergang heranfährt kann nach Ertönen des Achtungssignals vom Triebfahrzeug gewiss noch rechtzeitig anhalten, auch wenn er oder sie den Übergang nicht leicht einsehen kann.
Auch hier dürfte die STVO eindeutig sagen, dass der Autofahrer in jedem Fall der Bahn die Vorfahrt lassen und entsprechend aufmerksam sein sollte!
Diese Pflicht kann man, schon gar nicht an einem kaum autobefahrenen Übergang, mit der Forderung nach sehr teuren Schranken kompensieren!
Glück für die junge Frau, dass sie unverletzt blieb. Wenn sie die andere Richtung benutzt hätte, wäre es bestimmt weniger gut für sie ausgegangen. Und ich bin mir sicher, dass ihr so etwas nie wieder passieren wird.
*ich*
21.11.2012, 09:08 Uhr
Achtungssignal
Ich habe des öfteren festgestellt, dass die Duo nicht hupt, wenn sie an diesen Bahnübergang fährt, vor allem nicht aus Richtung Harz. Wäre in diesem Fall zu klären, ob dort gehupt wurde. Zum Glück ist der jungen Frau nichts passiert. Zusätzlich wäre zu erwähnen, dass das Hupen der Duo sehr leise ist.
ratemal
21.11.2012, 09:45 Uhr
Nachsatz
Ergänzend zum Beitrag von Herrn Schwarzberg möchte ich anmerken oder besser wünschen, daß dem Straßenbahnführer dies ebenfalls nicht mehr passiert. Rücksichtnahme sollte immer von beiden Seiten ausgehen!
wenn ich
so manchen Kommentar lese, hoffe ich, dass mir die Schreiber nie im Strassenverkehr begegnen.
Ich setze mal vorraus, dass die Autofahrerin Ortskenntnisse besitzt, dann hätte sie jederzeit mit einer Bahn rechnen müssen, ob mit oder ohne Signal ist dabei völlig belanglos. Desweiteren ist der Besuch der Fahrschule noch nicht allzulange her, da sollte die junge Frau doch noch wissen, wie man sich an einem Andreaskreuz oder Stopschild zu verhalten hat. Was wäre eigentlich gewesen, wenn anstelle der Strassenbahn ein Kind die Fahrbahn überquert hätte? Sollte man die Eltern dann dafür verantwortlich machen, weil das Kind ohne Klingel oder Blinklicht die Strasse quert? Es ist gut, dass niemandem etwas passiert ist. Die junge Frau hat ja nun genug Zeit, um über ihre Fahrweise nachzudenken, das würde ich auch einigen Kommentatoren mal raten. Vielleicht mal ein Ticket kaufen und in der Strassenbahn mitfahren, um auch mal die andere Sichtweise kennen zu lernen.
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