Mi, 19:03 Uhr
24.10.2012
Die erste Stunde
Das, was in einem Parlament zum Alltag gehört, das soll es jetzt auch in den kommunalen Niederungen geben: eine aktuelle Stunde. Die Premiere erlebten am Abend einige Frauen und Männer, gemeinsam mit der Einladerin, Landrätin Birgit Keller (LINKE)...
Veranstaltungsort war das Foyer des historischen Landratsamtes, was ohnehin darauf schließen ließ, dass die Messlatte der Erwartung hinsichtlich der Teilnahme nicht allzu hoch gelegt wurde. Und doch, die bereitgestellten Stühle reichten nicht aus.
Im Mittelpunkt der ersten aktuellen Stunde stand die irgendwann zu erwartende Gebietsreform in Thüringen unter dem Motto eines grenzenlosen Kreises, dessen Finanzen sich langsam aber sicher dem Zustand der Desaströsität annähern. Deshalb waren die von Birgit Keller zunächst vorgetragenen Zahlen auch keine Unbekannten für das Auditorium.
Und so müsse sich der Landkreis eigentlich aufstellen wie ein Unternehmen, meinte Keller. Das allerdings – mit Verlaub – würde sich auf dem Weg zum Konkursgericht befinden. Und dann folgten die bekannten Allgemeinplätze wie Sparsamkeit, Effizienz, Strukturschwäche, Ärztemangel. Die Probleme ließen sich fortsetzen. Und so seien größere Landkreise das Allheilmittel, so die These von Keller. Und vor allem sei die überaus große Kreisstadt ein gewisses Problem für die Gesamtheit.
Nur: Gibt es in einem größeren Landkreis automatisch mehr Hausärzte?
Und es folgten weitere bekannte Parolen wie: die Zusammenlegung der Fischereibehörden, der Rettungsleitstellen der Landkreise Nordhausen und Kyffhäuser, die schon seit Jahren diskutiert werden und im Archiv dieser Zeitung nachgelesen werden können.
Die Fragen zur Diskussion, die kamen von Mitarbeitern aus der Verwaltung, vom Görsbacher Bürgermeister Siegfried Junker, der fehlende Gelder für die Gewässerunterhaltung anmahnte. Heike Umbach gab zu bedenken, dass man mit dem Kyffhäuserkreis und dem Landkreis Nordhausen zwei finanzschwache Gebilde zusammenschließe, dabei käme keine starke Kommune heraus. Andreas Weigel sprach sich für eine Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung aus, man müsse das künstliche Gebilde eines Landkreises und dessen wirklich notwendige Aufgaben überdenken.
Und so war diese erste aktuelle Stunde in der Kreisverwaltung tatsächlich eine Premiere, die vielleicht sogar Lust am mehr machen könnte. Es kann also besser werden. Vorschlag: Zu Beginn einer solchen Runde könnte zu dem vorgeschlagenen Thema zwei kurze Referate zu Pro oder zu Contra stehen, bitte aber noch partei-politisch gewürzt. Dann würden die Zuhöre noch mehr zur Diskussion gereizt.
Autor: nnzVeranstaltungsort war das Foyer des historischen Landratsamtes, was ohnehin darauf schließen ließ, dass die Messlatte der Erwartung hinsichtlich der Teilnahme nicht allzu hoch gelegt wurde. Und doch, die bereitgestellten Stühle reichten nicht aus.
Im Mittelpunkt der ersten aktuellen Stunde stand die irgendwann zu erwartende Gebietsreform in Thüringen unter dem Motto eines grenzenlosen Kreises, dessen Finanzen sich langsam aber sicher dem Zustand der Desaströsität annähern. Deshalb waren die von Birgit Keller zunächst vorgetragenen Zahlen auch keine Unbekannten für das Auditorium.
Und so müsse sich der Landkreis eigentlich aufstellen wie ein Unternehmen, meinte Keller. Das allerdings – mit Verlaub – würde sich auf dem Weg zum Konkursgericht befinden. Und dann folgten die bekannten Allgemeinplätze wie Sparsamkeit, Effizienz, Strukturschwäche, Ärztemangel. Die Probleme ließen sich fortsetzen. Und so seien größere Landkreise das Allheilmittel, so die These von Keller. Und vor allem sei die überaus große Kreisstadt ein gewisses Problem für die Gesamtheit.
Nur: Gibt es in einem größeren Landkreis automatisch mehr Hausärzte?
Und es folgten weitere bekannte Parolen wie: die Zusammenlegung der Fischereibehörden, der Rettungsleitstellen der Landkreise Nordhausen und Kyffhäuser, die schon seit Jahren diskutiert werden und im Archiv dieser Zeitung nachgelesen werden können.
Die Fragen zur Diskussion, die kamen von Mitarbeitern aus der Verwaltung, vom Görsbacher Bürgermeister Siegfried Junker, der fehlende Gelder für die Gewässerunterhaltung anmahnte. Heike Umbach gab zu bedenken, dass man mit dem Kyffhäuserkreis und dem Landkreis Nordhausen zwei finanzschwache Gebilde zusammenschließe, dabei käme keine starke Kommune heraus. Andreas Weigel sprach sich für eine Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung aus, man müsse das künstliche Gebilde eines Landkreises und dessen wirklich notwendige Aufgaben überdenken.
Und so war diese erste aktuelle Stunde in der Kreisverwaltung tatsächlich eine Premiere, die vielleicht sogar Lust am mehr machen könnte. Es kann also besser werden. Vorschlag: Zu Beginn einer solchen Runde könnte zu dem vorgeschlagenen Thema zwei kurze Referate zu Pro oder zu Contra stehen, bitte aber noch partei-politisch gewürzt. Dann würden die Zuhöre noch mehr zur Diskussion gereizt.





