Mi, 15:55 Uhr
19.09.2012
Die Rettung des BIC
Was ist nicht alles in den vergangenen Jahren über das notleidende Technologie- und Innovationszentrum BIC Nordthüringen berichtet worden. Jetzt hat die GmbH einen neuen, einen ehrenamtlichen Geschäftsführer berufen. Einen hauptamtlichen kann sich die Gesellschaft eigentlich schon lange nicht mehr leisten...
Hans-Georg Müller, der künftige Geschäftsführer, spricht von einer Phase der Konsolidierung. Von einer Situation, die nicht mehr mit der von einigen Wochen vergleichbar ist. Wie ist aber der Status Quo? Helmut Nüchter, der Jahre als Geschäftsführer tätig war, sagte, dass die Gesellschaft seit 1994 mit zu wenig Kapital ausgestattet sei. Hinzu kommen Rückforderungen des Landes samt Zinsen, die immer wieder zu schlechten Jahresergebnissen führte, sagte Nüchter. Wir hätten uns gewünscht, dass das besser ausgefallen wäre.
Im vergangenen Jahr sei dann ein Sanierungskonzept entwickelt worden, dessen wichtigster Schritt ein Sale and Leaseback-Modell ist. Das BIC mietet die Räume von den beiden Sparkassen in Nord- und Sondershausen, die das Gebäude samt Grundstück zuvor von der GmbH für 1,25 Millionen Euro gekauft haben. Die wiederum vermieten an den Generalmieter BIC. So gibt es keine Abschreibungen oder Zinszahlungen in der BIC-Bilanz mehr, auch kein Gehalt eines Geschäftsführers taucht nicht mehr auf. Und schwubbs – die Bilanz stimmt.
Mit dem Verkaufserlös werden die Darlehen getilgt und auch der Anspruch des Freistaates konnte bedient werden. Das forderte rund 800.000 Euro zurück, 400.000 Euro wurden bereits zurückgezahlt, der Rest wurde zum größten Teil erlassen. Es gibt zudem keinerlei Verbindlichkeiten mehr. Dafür gibt es jetzt tatsächlich wieder Eigenkapital.
Einnahmen gibt es jetzt aus Projekten und Mieten in Höhe von 30.000 Euro pro Monat. Zur Höhe der Projekteinnahmen können weder Müller noch Nüchter Aussagen treffen. Momentan ist das Nordhäuser Objekt mit 80 Prozent ausgelastet, in Sondershausen sind es knapp über 50 Prozent. Neu soll nun auch die Ausrichtung des BIC sich darstellen. Ab 2014 können wieder Fördermittel abgegriffen werden, Gelder der EU, die für ein Projektmanagement genutzt werden sollen. Statt Wirtschaftsförderung soll es nun Arbeitsmarktförderung geben.
Wie auch immer: Ohne Fördermittel wird sich hier nichts mehr drehen. Soll es auch nicht, denn laut Nüchter war das BIC nie auf Gewinnerzielung ausgerichtet. Junge Firmen gab es vier bis fünf, die sich nach dem BIC-Aufenthalt ins Umland ausgegründet hatten. Resümierend kann konstatiert werden: Auftrag verfehlt.
Autor: nnzHans-Georg Müller, der künftige Geschäftsführer, spricht von einer Phase der Konsolidierung. Von einer Situation, die nicht mehr mit der von einigen Wochen vergleichbar ist. Wie ist aber der Status Quo? Helmut Nüchter, der Jahre als Geschäftsführer tätig war, sagte, dass die Gesellschaft seit 1994 mit zu wenig Kapital ausgestattet sei. Hinzu kommen Rückforderungen des Landes samt Zinsen, die immer wieder zu schlechten Jahresergebnissen führte, sagte Nüchter. Wir hätten uns gewünscht, dass das besser ausgefallen wäre.
Im vergangenen Jahr sei dann ein Sanierungskonzept entwickelt worden, dessen wichtigster Schritt ein Sale and Leaseback-Modell ist. Das BIC mietet die Räume von den beiden Sparkassen in Nord- und Sondershausen, die das Gebäude samt Grundstück zuvor von der GmbH für 1,25 Millionen Euro gekauft haben. Die wiederum vermieten an den Generalmieter BIC. So gibt es keine Abschreibungen oder Zinszahlungen in der BIC-Bilanz mehr, auch kein Gehalt eines Geschäftsführers taucht nicht mehr auf. Und schwubbs – die Bilanz stimmt.
Mit dem Verkaufserlös werden die Darlehen getilgt und auch der Anspruch des Freistaates konnte bedient werden. Das forderte rund 800.000 Euro zurück, 400.000 Euro wurden bereits zurückgezahlt, der Rest wurde zum größten Teil erlassen. Es gibt zudem keinerlei Verbindlichkeiten mehr. Dafür gibt es jetzt tatsächlich wieder Eigenkapital.
Einnahmen gibt es jetzt aus Projekten und Mieten in Höhe von 30.000 Euro pro Monat. Zur Höhe der Projekteinnahmen können weder Müller noch Nüchter Aussagen treffen. Momentan ist das Nordhäuser Objekt mit 80 Prozent ausgelastet, in Sondershausen sind es knapp über 50 Prozent. Neu soll nun auch die Ausrichtung des BIC sich darstellen. Ab 2014 können wieder Fördermittel abgegriffen werden, Gelder der EU, die für ein Projektmanagement genutzt werden sollen. Statt Wirtschaftsförderung soll es nun Arbeitsmarktförderung geben.
Wie auch immer: Ohne Fördermittel wird sich hier nichts mehr drehen. Soll es auch nicht, denn laut Nüchter war das BIC nie auf Gewinnerzielung ausgerichtet. Junge Firmen gab es vier bis fünf, die sich nach dem BIC-Aufenthalt ins Umland ausgegründet hatten. Resümierend kann konstatiert werden: Auftrag verfehlt.


