Do, 08:20 Uhr
13.09.2012
nnz-Betrachtung: Betreuung auf Zeit?
Die jüngsten Bürgermeister- und Landratswahlen haben den Menschen im Landkreis Nordhausen neue politische Betreuungen gebracht. Wie aber sieht deren Zukunft aus? Wir haben mal nachgefragt...
Da sich Birgit Keller (LINKE) und Dr. Klaus Zeh (CDU) ob ihres Wahlsieges aus dem Landtagsgeschehen verabschieden mussten, sind für die beiden neue Gesichter nachgerückt. Evelin Groß (CDU) und Diana Skibbe (LINKE) sind also die indirekten Profiteure des Wahlausgangs vom Mai in Nordhausen.
Wie aber sehen die beiden Frauen ihre politische Zukunft? Und vor allem: Wo wird soll die verortet sein? Evelin Groß ließ wissen, dass sie es als große Ehre betrachtet, "in und für Nordhausen politisch aktiv werden zu können. Deshalb ist es für mich selbstverständlich, dass ich mich nicht auf Zeit einrichte". Für den Beobachter heißt dass, Frau Groß will hier in Nordhausen für den Landtag kandidieren, was ihr gutes Recht ist.
Allerdings, diese Intention stößt schon jetzt nicht nur auf Beifall. So sind Stimmen zu hören, die da meinen, dass es in der Nordhäuser CDU genügend Mitglieder gebe, die ebenfalls tauglich für den Job eines Landtagsabgeordneten sind. Offen sagt das kaum jemand, doch in einigen Zirkeln wird das gemunkelt.
"Wir haben darüber noch nicht gesprochen", sagt Ortschef Stefan Nüßle auf Anfrage und schiebt nach: "Möglich ist alles". Letztlich aber sei es noch einige Zeit hin, bis es zur Kür eines Kandidaten oder einer Kandidatin kommt. So wolle man sich zu gegebener Zeit eine Meinung vom Vorstand bilden und einen Vorschlag unterbreiten. Das letzte Wort hat dann aber immer noch die Basis und die kann selbst in der CDU sehr rebellisch sein. Dem beugt auch Evelin Groß vor, in dem sie sagt: "Zunächst ist es ureigenste Sache der Nordhäuser CDU, einen Kandidaten oder eine Kandidatin zu küren."
Von rechts nach links, zu Diana Skibbe. Die LINKE-Abgeordnete hatte sich am Montag dieser Woche offiziell mit ihrem Büro in Nordhausen vorgestellt. Für die Frau ist die politische Betreuung des Landkreises Nordhausen ein Job auf Zeit, indem sie sich festlegt: "Sollte ich noch einmal für den Landtag antreten, möchte ich das jedoch gern in meinem Heimatkreis, dem Landkreis Greiz tun." Dort sitzt Frau Skibbe im Stadtrat von Zeulenroda-Triebes und spielt liebend gern Schach. Skibbe ist vermutlich auch klar, dass eine Ostthüringerin in Nordhausen auf Dauer nicht angenommen wird. "Ich glaube, dass dass die die LINKE im Landkreis Nordhausen durchaus jüngere und kluge Mitglieder hat, die in der Lage wären, den Landkreis als Abgeordnete im Thüringer Landtag zu vertreten."
Zurück zur CDU. Die muss sich in Nordhausen in der Tat Gedanken machen, wen sie in das Rennen 2014 schicken will. Denn die Situation ist - startegisch gesehen - ähnlich der vor den OB-Wahlen in diesem Jahr: Da Dr. Zeh nicht mehr antreten wird, werden die Karten völlig neu gemischt. Es wird also keinen "Platzhirsch" mehr geben. Dazu kommt, dass Zeh im Jahr 2009 nur 400 Stimmen mehr einheimsen konnte als Rainer Bachmann von den Linken.
Und da hätten wir noch die jetzige Staatssekretärin im Carius-Ministerium, Inge Klaan. Drene beruflich-politische Zukunft ist unmittelbar mit dem Ausgang der Wahlen in zwei Jahren verknüpft. Für Frau Klaan gibt es mehrere Optionen. Einerseits kann sie durch den Landesvorstand der CDU mit einem sicheren Listenplatz versorgt werden. Sollte das aus bislang unerfindlichen Gründen nicht funktionieren, dann gilt eine Direkt-Kandidatur nahezu als sicher. Gestern danach befragt, sagte sie einen bekannten Satz: "Schauen wir mal!"
Zum Schluss noch der Blick in die Sozialdemokratie des Landkreises. Nach der Demontage von Dagmar Becker durch Christoph Matschie und seine Jünger in Nordhausen und Erfurt ist von einer politischen Betreuung der Menschen im Landkreis Nordhausen nichts zu spüren. Weder auf Landtags- noch auf Bundestagsebene. Für die SPD scheint ein Auftritt eines Promis einmal im Jahr zu reichen. Für 2013 soll Hannelore Kraft zum Jahresempfang eingeladen werden...
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzDa sich Birgit Keller (LINKE) und Dr. Klaus Zeh (CDU) ob ihres Wahlsieges aus dem Landtagsgeschehen verabschieden mussten, sind für die beiden neue Gesichter nachgerückt. Evelin Groß (CDU) und Diana Skibbe (LINKE) sind also die indirekten Profiteure des Wahlausgangs vom Mai in Nordhausen.
Wie aber sehen die beiden Frauen ihre politische Zukunft? Und vor allem: Wo wird soll die verortet sein? Evelin Groß ließ wissen, dass sie es als große Ehre betrachtet, "in und für Nordhausen politisch aktiv werden zu können. Deshalb ist es für mich selbstverständlich, dass ich mich nicht auf Zeit einrichte". Für den Beobachter heißt dass, Frau Groß will hier in Nordhausen für den Landtag kandidieren, was ihr gutes Recht ist.
Allerdings, diese Intention stößt schon jetzt nicht nur auf Beifall. So sind Stimmen zu hören, die da meinen, dass es in der Nordhäuser CDU genügend Mitglieder gebe, die ebenfalls tauglich für den Job eines Landtagsabgeordneten sind. Offen sagt das kaum jemand, doch in einigen Zirkeln wird das gemunkelt.
"Wir haben darüber noch nicht gesprochen", sagt Ortschef Stefan Nüßle auf Anfrage und schiebt nach: "Möglich ist alles". Letztlich aber sei es noch einige Zeit hin, bis es zur Kür eines Kandidaten oder einer Kandidatin kommt. So wolle man sich zu gegebener Zeit eine Meinung vom Vorstand bilden und einen Vorschlag unterbreiten. Das letzte Wort hat dann aber immer noch die Basis und die kann selbst in der CDU sehr rebellisch sein. Dem beugt auch Evelin Groß vor, in dem sie sagt: "Zunächst ist es ureigenste Sache der Nordhäuser CDU, einen Kandidaten oder eine Kandidatin zu küren."
Von rechts nach links, zu Diana Skibbe. Die LINKE-Abgeordnete hatte sich am Montag dieser Woche offiziell mit ihrem Büro in Nordhausen vorgestellt. Für die Frau ist die politische Betreuung des Landkreises Nordhausen ein Job auf Zeit, indem sie sich festlegt: "Sollte ich noch einmal für den Landtag antreten, möchte ich das jedoch gern in meinem Heimatkreis, dem Landkreis Greiz tun." Dort sitzt Frau Skibbe im Stadtrat von Zeulenroda-Triebes und spielt liebend gern Schach. Skibbe ist vermutlich auch klar, dass eine Ostthüringerin in Nordhausen auf Dauer nicht angenommen wird. "Ich glaube, dass dass die die LINKE im Landkreis Nordhausen durchaus jüngere und kluge Mitglieder hat, die in der Lage wären, den Landkreis als Abgeordnete im Thüringer Landtag zu vertreten."
Zurück zur CDU. Die muss sich in Nordhausen in der Tat Gedanken machen, wen sie in das Rennen 2014 schicken will. Denn die Situation ist - startegisch gesehen - ähnlich der vor den OB-Wahlen in diesem Jahr: Da Dr. Zeh nicht mehr antreten wird, werden die Karten völlig neu gemischt. Es wird also keinen "Platzhirsch" mehr geben. Dazu kommt, dass Zeh im Jahr 2009 nur 400 Stimmen mehr einheimsen konnte als Rainer Bachmann von den Linken.
Und da hätten wir noch die jetzige Staatssekretärin im Carius-Ministerium, Inge Klaan. Drene beruflich-politische Zukunft ist unmittelbar mit dem Ausgang der Wahlen in zwei Jahren verknüpft. Für Frau Klaan gibt es mehrere Optionen. Einerseits kann sie durch den Landesvorstand der CDU mit einem sicheren Listenplatz versorgt werden. Sollte das aus bislang unerfindlichen Gründen nicht funktionieren, dann gilt eine Direkt-Kandidatur nahezu als sicher. Gestern danach befragt, sagte sie einen bekannten Satz: "Schauen wir mal!"
Zum Schluss noch der Blick in die Sozialdemokratie des Landkreises. Nach der Demontage von Dagmar Becker durch Christoph Matschie und seine Jünger in Nordhausen und Erfurt ist von einer politischen Betreuung der Menschen im Landkreis Nordhausen nichts zu spüren. Weder auf Landtags- noch auf Bundestagsebene. Für die SPD scheint ein Auftritt eines Promis einmal im Jahr zu reichen. Für 2013 soll Hannelore Kraft zum Jahresempfang eingeladen werden...
Peter-Stefan Greiner

