So, 08:32 Uhr
17.06.2012
Ausstellung zu Diskursen
Die 15 belegt es, in Limlingerode treffen sich am kommenden Wochenende Poeten und Gäste zu einer Jubiläumsveranstaltung. Hinzu kommt, dass vor zehn Jahren das rekonstruierte Geburtshaus der Dichterin Sarah Kirsch, die ehemalige Pfarre, seiner neuen Bestimmung als Haus für die Lyrik übergeben wurde. nnz-Autorin Heidelore Kneffel mit einem Vorbericht...
Petra Albrecht in Limlingerode (Foto: privat)
Von Anfang an war dort auch die Bildende Kunst beheimatet. Es freut die Mitglieder des Fördervereins Dichterstätte Sarah Kirsch, dass die in Weimar beheimatete Künstlerin Petra Albrecht ihre neuesten Aquarelle und Zeichnungen zu den diesjährigen Diskursen zeigen wird. Bis dato ist sie besonders als Holzschneiderin bekannt geworden. Solche Drucke hat sie in der Vergangenheit auch in Limlingerode ausgestellt. 2003 belebten ihre farbigen Drucke über die Lyrik Sarah Kirschs das Haus.
Die Dichterin hatte vorher Petra Albrecht in ihrem Weimarer Atelier besucht und antwortete in einem Interview auf die Frage, was das Schönste während ihres Aufenthaltes in Thüringen gewesen sei: Das war der Besuch bei der Künstlerin Petra Albrecht. Hoch oben, gleich unter dem weißblauen Himmel, den wir durchs oberlichtige große Atelierfenster sahen, öffnete sich die Zauberwelt der Farben vor uns. Die Holzschnitte und die Holzschneiderin selbst haben mich sehr beeindruckt. Ich bin gespannt darauf, wie die Serie insgesamt wirkt, wenn sie in Limlingerode ausgestellt wird.
Im Jahr 2005 entstand eine zweite Ausstellung für Limlingerode, denn gemeinsam mit Karin Kisker hatte sie ein Kunstbuch illustriert, das zum 70. Geburtstag der Dichterin erschien: Kommt der Schnee im Sturm geflogen. Petra Albrecht war 1999 auch die erste Preisträgerin des Nordhäuser Grafikpreises der Ilsetraut-Glock-Grabe-Stiftung.
Zu den 15. Limlingeröder Diskursen zeigt sich die Künstlerin nun mit Arbeiten in einer anderen Technik, dem Aquarellieren. Auch Zeichnungen werden ausgestellt. Sie gab ihrer Präsentation den Titel: Schönes, o Muse, möge ich besingen. Das ist die letzte Zeile des Jenseitsgedichtes der antiken griechischen Dichterin Sappho. Ein weiteres Gedicht dieser berühmten Frau, das Altersgedicht, fasziniert Petra Albrecht gleichermaßen. Neben den Sappho gewidmeten Blättern gibt es Impressionen zum Thema Griechenland, zu dessen Mythologie. So sieht man Sirtaki, Schatzhaus, Verlassener Thron, Omphalos (Mittelpunkt der Welt), Löwentor, Geburt der Athena, Nike fliegt aus.
Man kann sich den Bildern der Künstlerin auch nähern, wenn man etwas über den Entstehungsprozess erfährt. Petra Albrecht äußert: Ich nehme Gegenstände (Objekte), Figuren, Landschaften, die ich sehe, d. h., in der Gegenwart aktuell erlebe und Dinge aus der Vergangenheit, die ich in Ausstellungen entdecke oder auf Abbildungen verschiedenster Art erblicke. Das alles forme ich nach meiner Empfindung in meine Bildsprache, dem Thema entsprechend. Mit der bildnerischen Technik lasse ich mich treiben und teste aus, was mit der Farbe und den Formen möglich ist. Ich bin beim Arbeiten, egal, ob Holzschnitt, Aquarell oder Zeichnung immer auf Entdeckungsreise. Hier kann ich die Zeiten vermischen, die Räume auch. Trotzdem bleibt meine Sicht die von heute, also aus meiner Lebenszeit.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz
Petra Albrecht in Limlingerode (Foto: privat)
Von Anfang an war dort auch die Bildende Kunst beheimatet. Es freut die Mitglieder des Fördervereins Dichterstätte Sarah Kirsch, dass die in Weimar beheimatete Künstlerin Petra Albrecht ihre neuesten Aquarelle und Zeichnungen zu den diesjährigen Diskursen zeigen wird. Bis dato ist sie besonders als Holzschneiderin bekannt geworden. Solche Drucke hat sie in der Vergangenheit auch in Limlingerode ausgestellt. 2003 belebten ihre farbigen Drucke über die Lyrik Sarah Kirschs das Haus.
Die Dichterin hatte vorher Petra Albrecht in ihrem Weimarer Atelier besucht und antwortete in einem Interview auf die Frage, was das Schönste während ihres Aufenthaltes in Thüringen gewesen sei: Das war der Besuch bei der Künstlerin Petra Albrecht. Hoch oben, gleich unter dem weißblauen Himmel, den wir durchs oberlichtige große Atelierfenster sahen, öffnete sich die Zauberwelt der Farben vor uns. Die Holzschnitte und die Holzschneiderin selbst haben mich sehr beeindruckt. Ich bin gespannt darauf, wie die Serie insgesamt wirkt, wenn sie in Limlingerode ausgestellt wird. Im Jahr 2005 entstand eine zweite Ausstellung für Limlingerode, denn gemeinsam mit Karin Kisker hatte sie ein Kunstbuch illustriert, das zum 70. Geburtstag der Dichterin erschien: Kommt der Schnee im Sturm geflogen. Petra Albrecht war 1999 auch die erste Preisträgerin des Nordhäuser Grafikpreises der Ilsetraut-Glock-Grabe-Stiftung.
Zu den 15. Limlingeröder Diskursen zeigt sich die Künstlerin nun mit Arbeiten in einer anderen Technik, dem Aquarellieren. Auch Zeichnungen werden ausgestellt. Sie gab ihrer Präsentation den Titel: Schönes, o Muse, möge ich besingen. Das ist die letzte Zeile des Jenseitsgedichtes der antiken griechischen Dichterin Sappho. Ein weiteres Gedicht dieser berühmten Frau, das Altersgedicht, fasziniert Petra Albrecht gleichermaßen. Neben den Sappho gewidmeten Blättern gibt es Impressionen zum Thema Griechenland, zu dessen Mythologie. So sieht man Sirtaki, Schatzhaus, Verlassener Thron, Omphalos (Mittelpunkt der Welt), Löwentor, Geburt der Athena, Nike fliegt aus.
Man kann sich den Bildern der Künstlerin auch nähern, wenn man etwas über den Entstehungsprozess erfährt. Petra Albrecht äußert: Ich nehme Gegenstände (Objekte), Figuren, Landschaften, die ich sehe, d. h., in der Gegenwart aktuell erlebe und Dinge aus der Vergangenheit, die ich in Ausstellungen entdecke oder auf Abbildungen verschiedenster Art erblicke. Das alles forme ich nach meiner Empfindung in meine Bildsprache, dem Thema entsprechend. Mit der bildnerischen Technik lasse ich mich treiben und teste aus, was mit der Farbe und den Formen möglich ist. Ich bin beim Arbeiten, egal, ob Holzschnitt, Aquarell oder Zeichnung immer auf Entdeckungsreise. Hier kann ich die Zeiten vermischen, die Räume auch. Trotzdem bleibt meine Sicht die von heute, also aus meiner Lebenszeit.
Heidelore Kneffel




