So, 08:29 Uhr
17.06.2012
nnz-Forum: Wo bleibt Verantwortung?
Viele Leser der nnz hatten sich bereits in den vergangenen Stunden zu den zehn ausgesetzten Katz geäußert. Im Forum der nnz eine weitere Stellungnahme...
Zum einen ist es verwerflich, junge Katzen auszusetzen. Schließlich hat ja der Mensch selbst die wilde Falb-Katze einst domestiziert und damit auch eine ethische Verantwortung übernommen. Sich dieser tatsächlich und mit aller Konsequenz zu stellen, steht auf einem ganz anderen Blatt, wie wir ständig sehen können.
Denn all zu oft vergisst der naturentfremdete Bürger, dass sein liebgewonnenes Kätzchen kein Plüschtier, sondern ein biologisches Wesen ist. Hält der Mensch eine Katze, so hat er sich ihren Verhaltensmustern zu stellen. Tut er dies nicht, vergeht er sich an etwas ganz Natürlichem, was schon lange vor ihm und unabhängig von ihm existierte. Auch das aber ist ethisch fragwürdig und an sich verwerflich.
Traurig eigentlich, dass die Tierärztin nur noch die Sterilisation empfehlen kann, um die Geister, die der Mensch einst rief, also die Katzen, wieder los zu werden. Eben weil sie sich ansonsten ungehemmt vermehren und in den Siedlungen zur Plage werden.
Als wenn all dies nicht schon jammervoll genug wäre, so treibt falschverstandene Tierliebe in Nordhausen und anderswo auch noch ganz andere Blüten: Da ist das gehätschelte, gemästete "Katzenfass" auf vier Beinen, dass an Bluthochdruck und Diabetes leidet, oft wie Herrschen und Frauchen auch, und da ist die Katze an der Leine, der man immer öfters begegnet.
Doch auch wenn die Katzen vielen Menschen mit ihrem dem Kindchenschema entsprechenden Köpfchen die Herzen erweichen: Sie sind und bleiben Beutegreifer, besser bekannt unter dem Begriff "Raubtier": Anders als ein Hund lebt die Katze natürlicherweise als Einzelgänger und nicht in einem Verband. Das, was mit dem Verhalten des Hundes noch vereinbar ist, ist bei Katzen Tierquälerei. Wer einen Menschen mit einer Katze an der Leine sieht, sollte ihm das deutlich sagen. Schlimm, was der Mensch so alles unter Tierliebe versteht.
Vergessen wir übrigens auch nicht, dass die Natur Gesetzen unterliegt, die sich oft nicht mit unseren unblutigen Vorstellungen decken. Draußen im Wald herrschen natürlicherweise Mord und Totschlag. Und wenn sich die Tierärztin über junge, hungernde Katzen erregt: Müsste sie sich dann nicht auch über die von Katzen "bestialisch" zugerichteten Mäuse erregen?
Nun gut: Der Vergleich hinkt ein wenig, weil ja Mitbürger die jungen Katzen ausgesetzt haben. Aber das Beispiel zeigt, wie weit wir uns durch unsere Arroganz, die Natur zu "werten", von der Realität, der auch wir unterliegen, entfernt haben.
Unter den Menschen ist doch eine Wertung nach Rasse und Herkunft verpönt? Warum nicht auch bezüglich der Tiere und ihres Verhaltens? Und nicht zuletzt: An ein paar jungen, sterbenden Katzen werden die Ökosysteme der Erde nicht zusammenbrechen: Der permanente Verlust wildlebender Arten, die nicht unter dem Bannstrahl unserer "Tierliebe" stehen, wird auch unser Schchiksal besiegeln. Wir täten besser daran, uns um unserer Existenz willen für die Erhaltung des naturgegebenen "Mord und Totschlag" in der Natur einzusetzen, als unser eigenes Wohlfühlgefühl vom Wohl einiger Hauskatzen abhängig zu machen. Die Quittung für dieses abnorme Ambivaenz werden wir noch erhalten. Nur wohl leider zu spät.
Bodo Schwarzberg
Autor: nnzZum einen ist es verwerflich, junge Katzen auszusetzen. Schließlich hat ja der Mensch selbst die wilde Falb-Katze einst domestiziert und damit auch eine ethische Verantwortung übernommen. Sich dieser tatsächlich und mit aller Konsequenz zu stellen, steht auf einem ganz anderen Blatt, wie wir ständig sehen können.
Denn all zu oft vergisst der naturentfremdete Bürger, dass sein liebgewonnenes Kätzchen kein Plüschtier, sondern ein biologisches Wesen ist. Hält der Mensch eine Katze, so hat er sich ihren Verhaltensmustern zu stellen. Tut er dies nicht, vergeht er sich an etwas ganz Natürlichem, was schon lange vor ihm und unabhängig von ihm existierte. Auch das aber ist ethisch fragwürdig und an sich verwerflich.
Traurig eigentlich, dass die Tierärztin nur noch die Sterilisation empfehlen kann, um die Geister, die der Mensch einst rief, also die Katzen, wieder los zu werden. Eben weil sie sich ansonsten ungehemmt vermehren und in den Siedlungen zur Plage werden.
Als wenn all dies nicht schon jammervoll genug wäre, so treibt falschverstandene Tierliebe in Nordhausen und anderswo auch noch ganz andere Blüten: Da ist das gehätschelte, gemästete "Katzenfass" auf vier Beinen, dass an Bluthochdruck und Diabetes leidet, oft wie Herrschen und Frauchen auch, und da ist die Katze an der Leine, der man immer öfters begegnet.
Doch auch wenn die Katzen vielen Menschen mit ihrem dem Kindchenschema entsprechenden Köpfchen die Herzen erweichen: Sie sind und bleiben Beutegreifer, besser bekannt unter dem Begriff "Raubtier": Anders als ein Hund lebt die Katze natürlicherweise als Einzelgänger und nicht in einem Verband. Das, was mit dem Verhalten des Hundes noch vereinbar ist, ist bei Katzen Tierquälerei. Wer einen Menschen mit einer Katze an der Leine sieht, sollte ihm das deutlich sagen. Schlimm, was der Mensch so alles unter Tierliebe versteht.
Vergessen wir übrigens auch nicht, dass die Natur Gesetzen unterliegt, die sich oft nicht mit unseren unblutigen Vorstellungen decken. Draußen im Wald herrschen natürlicherweise Mord und Totschlag. Und wenn sich die Tierärztin über junge, hungernde Katzen erregt: Müsste sie sich dann nicht auch über die von Katzen "bestialisch" zugerichteten Mäuse erregen?
Nun gut: Der Vergleich hinkt ein wenig, weil ja Mitbürger die jungen Katzen ausgesetzt haben. Aber das Beispiel zeigt, wie weit wir uns durch unsere Arroganz, die Natur zu "werten", von der Realität, der auch wir unterliegen, entfernt haben.
Unter den Menschen ist doch eine Wertung nach Rasse und Herkunft verpönt? Warum nicht auch bezüglich der Tiere und ihres Verhaltens? Und nicht zuletzt: An ein paar jungen, sterbenden Katzen werden die Ökosysteme der Erde nicht zusammenbrechen: Der permanente Verlust wildlebender Arten, die nicht unter dem Bannstrahl unserer "Tierliebe" stehen, wird auch unser Schchiksal besiegeln. Wir täten besser daran, uns um unserer Existenz willen für die Erhaltung des naturgegebenen "Mord und Totschlag" in der Natur einzusetzen, als unser eigenes Wohlfühlgefühl vom Wohl einiger Hauskatzen abhängig zu machen. Die Quittung für dieses abnorme Ambivaenz werden wir noch erhalten. Nur wohl leider zu spät.
Bodo Schwarzberg
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.


