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Di, 14:47 Uhr
14.10.2003

Den Mantel zerreißen

Nordhausen (nnz). „Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit“ – dieser Satz stand im Jahr 1943 auf dem Flugblatt einer Widerstandsgruppe. Sie nannte sich „Weiße Rose“. Ihr ist eine Ausstellung gewidmet, die ab Montag in Nordhausen zu sehen sein wird.


Die Weiße Rose Stiftung führt 2001-2003 in den neuen Bundesländern ein größeres Ausstellungs- und Jugendprojekt durch: Kinder und Jugendliche sollen durch die Beschäftigung mit dem Widerstand der „Weißen Rose“ gegen den Nationalsozialismus 1942/1943 motiviert werden zur Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit und allgemeiner Aggressivität bzw. Mobbing in den eigenen Reihen.

2003 steht Thüringen im Mittelpunkt. Als Kooperationspartner konnte die Konrad Adenauer Stiftung e. V. gewonnen werden. Das von den Kommunen, dem Bundesfamilienministerium (Förderprogramm ENTIMON) und dem Thüringer Kultusministerium finanzierte Projekt besucht neben Erfurt fünf weitere Städte: Ohrdruf, Suhl, Leinefelde, Erfurt, Rudolstadt und Nordhausen. Seit dem Start 2001 beteiligten sich 18 Städte in Brandenburg und Sachsen. Über die rund 80-100 Schulprojekte, die hier initiiert wurden, berichtete die Presse bereits mehrfach.

Im Rahmen dieses Projektes laden die Weiße Rose Stiftung und die Konrad Adenauer Stiftung e.V. zur Ausstellungseröffnung ein: Am 20. Oktober 2003, um 14.00 Uhr, wird die Ausstellung „Weiße Rose, Studentischer Widerstand gegen Hitler 1942/1943“ im Bürgersaal Nordhausen eröffnet. Um 12.30 Uhr werden Nordhäuser Schüler ein Zeitzeugengespräch mit dem Vorstandsmitglied der Weißen Rose Stiftung, Anneliese Knoop-Graf, im Bürgersaal führen.

Parallel zur Präsentation der Ausstellung an den sechs Orten in Thüringen und Zeitzeugengesprächen werden gemeinsam mit Schulen und Jugendeinrichtungen selbstgestaltete Begleitprojekte im Rahmen von Workshops initiiert, die die Themen der Ausstellung vertiefen. Ideen zu Projekten wie z. B. selbstverfasste Theaterstücke, eigene Ausstellungen, Videoproduktionen, „Spurensuche Widerstand in N.N.“ und gestalterische Auseinandersetzungen mit dem Thema sollen so entwickelt und Projekte auf den Weg gebracht werden. Die Weiße Rose Stiftung bietet entsprechende Materialien, darunter Originaldokumente in Kopie.

Die in München ansässige Weiße Rose Stiftung wurde 1987 von Überlebenden der studentischen Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus, und Angehörigen hingerichteter Mitglieder ins Leben gerufen. Die Stiftung trägt die Ziele und Ideale der Weißen Rose in die Gegenwart, sei es durch Ausstellungen, Schulprojekte und Zeitzeugengespräche, sei es durch Gedächtnisvorlesungen oder die Städtegemeinschaft im Zeichen der Weißen Rose.
Autor: nnz

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