Di, 14:16 Uhr
14.10.2003
Sollstedt macht mobil
Sollstedt (nnz). Am Freitag ist in Sollstedt eine Versammlung der Einwohner angesagt. Sie wollen wissen, wie es nun endlich mit dem Bau der Autobahn 38 in ihrer Region weitergeht? Die Planungen verzögern sich und die Politik will sich dazu nicht bekennen. Die nnz mit einer Betrachtung.
Jürgen Hohberg schreibt als Bürgermeister gern Briefe. In den zurückliegenden Monaten hat er einen umfangreichen Schriftverkehr in Richtung Berlin gepflegt. Mal war das Stolpe-Ministerium, mal war die DEGES der Adressat. Alles, was der Sollstedter Bürgermeister wissen wollte waren Antworten auf die Fragen, wie und wann die A 38 zwischen Bleicherode und Breitenworbis gebaut wird. Vor allem, wann mit den Planungen begonnen wird. Auf seine Schreiben an Manfred Stolpe vom 17. und 23. März erhielt er am 12. Mai eine Antwort. Eine exakte Voraussage des Zeitbedarfs für das Planfeststellungsverfahren ist nicht möglich..., schrieb ihm ein Ministerieller. Den Wortlaut dieses konkreten Schreibens können Sie im nnz-Archiv recherchieren.
Doch die Sollstedter ließen sich nicht entmutigen und schrieben weiter. Sie beauftragten auch ihren zuständigen Bundestagsabgeordneten. Manfred Grund (CDU) leitete seinerseits eine Anfrage an das Ministerium weiter. Die Antwort enthielt nichts Neues. Und so schrieben die Sollstedter denn auch noch an eine Thüringerin im Stolpe-Ministerium. Iris Gleicke (SPD) kommt aus Thüringen, ist nach den Bundestagswahlen im vergangenen Jahr nach Berlin befördert worden und war seitdem zu jeder feierlichen Freigabe eines Autobahnabschnitts der A 38 in Thüringen und Sachsen-Anhalt dabei. Da ließ es sich ja auch prächtig loben und feiern. Vor allem feierte man – von der Bühne oben - sich selbst.
Jetzt, da das Wahlvolk Antworten auf ungelöste Probleme haben will, ist der Weg nach Sollstedt zu weit von Berlin. Vor allem an einem Freitag. Viele von denen, die zum Beispiel bei Wipperdorf vor Monaten auf der Bühne standen, waren angeschrieben worden. Einige Neue kamen hinzu. Fast alle lehnten das Gesprächsangebot der Sollstedter ab. So zum Beispiel Iris Gleicke, der Herr Wintjen von der DEGES, auch der Nachfolger von Franz Schuster im Amtes des Thüringer Wirtschaftsministers ließ sich entschuldigen. Jürgen Reinholz schickte wenigstens noch einen Vertreter.
Wenn die Landtagsabgeordneten an diesem Freitag noch rechtzeitig aus dem Plenum in Erfurt entlassen werden, dann könnten auch noch Egon Primas (CDU) oder Dagmar Becker (SPD) in Sollstedt aufkreuzen. Gleiches gilt für Wirtschaftsstaatssekretär Riechwien. Doch mal ehrlich, was sollen Politiker schon den Menschen in Sollstedt sagen? Das sie natürlich wollen, dass sie die Menschen verstehen? Das es aber zu unvorhersehbaren Schwierigkeiten gekommen ist? Oder meint man in Berlin intern, dass die Sollstedter doch eigentlich froh sein sollen über die neue Autobahn, die sie mit der Welt verbinden wird. Und was macht es da schon, wenn dieser kleine Abschnitt nicht 2005, sondern 2006 oder vielleicht erst 2007 fertig ist! Eigentlich sind sie ja undankbar, die Sollstedter, ihre Bürgerinitiative und ihr Bürgermeister.
Das die Sollstedter aber in den kommenden Jahren unendlich belastet werden, das versteht man in Berlin vielleicht, es muß aber der großen Politik untergeordnet werden. Das ist mit der A 38 wie mit allen anderen Unverständlichkeiten der Basis. Doch die Sollstedter haben vielleicht auch nur einen taktischen Fehler begangen. Sie hätten schon im vergangenen Jahr auf die Barrikaden gehen müssen. Da wurde wenigstens noch der Bundestag gewählt. Doch vor dem jetzigen Freitag ist kein Wahlkampf angesagt.
Die Entwicklung unserer Heimat liegt uns am Herzen, so schrieb am 30. September die Sollstedter Bürgerinitiative an Dr. Manfred Stolpe. Dieser Satz war vor 14 Jahren die Basis für die Gründung der BIS. Doch spätestens am Freitag werden auch die Mitglieder der BIS wissen, wie die Politiker in Bund und Land den Begriff Heimat definieren.
Autor: nnzJürgen Hohberg schreibt als Bürgermeister gern Briefe. In den zurückliegenden Monaten hat er einen umfangreichen Schriftverkehr in Richtung Berlin gepflegt. Mal war das Stolpe-Ministerium, mal war die DEGES der Adressat. Alles, was der Sollstedter Bürgermeister wissen wollte waren Antworten auf die Fragen, wie und wann die A 38 zwischen Bleicherode und Breitenworbis gebaut wird. Vor allem, wann mit den Planungen begonnen wird. Auf seine Schreiben an Manfred Stolpe vom 17. und 23. März erhielt er am 12. Mai eine Antwort. Eine exakte Voraussage des Zeitbedarfs für das Planfeststellungsverfahren ist nicht möglich..., schrieb ihm ein Ministerieller. Den Wortlaut dieses konkreten Schreibens können Sie im nnz-Archiv recherchieren.
Doch die Sollstedter ließen sich nicht entmutigen und schrieben weiter. Sie beauftragten auch ihren zuständigen Bundestagsabgeordneten. Manfred Grund (CDU) leitete seinerseits eine Anfrage an das Ministerium weiter. Die Antwort enthielt nichts Neues. Und so schrieben die Sollstedter denn auch noch an eine Thüringerin im Stolpe-Ministerium. Iris Gleicke (SPD) kommt aus Thüringen, ist nach den Bundestagswahlen im vergangenen Jahr nach Berlin befördert worden und war seitdem zu jeder feierlichen Freigabe eines Autobahnabschnitts der A 38 in Thüringen und Sachsen-Anhalt dabei. Da ließ es sich ja auch prächtig loben und feiern. Vor allem feierte man – von der Bühne oben - sich selbst.
Jetzt, da das Wahlvolk Antworten auf ungelöste Probleme haben will, ist der Weg nach Sollstedt zu weit von Berlin. Vor allem an einem Freitag. Viele von denen, die zum Beispiel bei Wipperdorf vor Monaten auf der Bühne standen, waren angeschrieben worden. Einige Neue kamen hinzu. Fast alle lehnten das Gesprächsangebot der Sollstedter ab. So zum Beispiel Iris Gleicke, der Herr Wintjen von der DEGES, auch der Nachfolger von Franz Schuster im Amtes des Thüringer Wirtschaftsministers ließ sich entschuldigen. Jürgen Reinholz schickte wenigstens noch einen Vertreter.
Wenn die Landtagsabgeordneten an diesem Freitag noch rechtzeitig aus dem Plenum in Erfurt entlassen werden, dann könnten auch noch Egon Primas (CDU) oder Dagmar Becker (SPD) in Sollstedt aufkreuzen. Gleiches gilt für Wirtschaftsstaatssekretär Riechwien. Doch mal ehrlich, was sollen Politiker schon den Menschen in Sollstedt sagen? Das sie natürlich wollen, dass sie die Menschen verstehen? Das es aber zu unvorhersehbaren Schwierigkeiten gekommen ist? Oder meint man in Berlin intern, dass die Sollstedter doch eigentlich froh sein sollen über die neue Autobahn, die sie mit der Welt verbinden wird. Und was macht es da schon, wenn dieser kleine Abschnitt nicht 2005, sondern 2006 oder vielleicht erst 2007 fertig ist! Eigentlich sind sie ja undankbar, die Sollstedter, ihre Bürgerinitiative und ihr Bürgermeister.
Das die Sollstedter aber in den kommenden Jahren unendlich belastet werden, das versteht man in Berlin vielleicht, es muß aber der großen Politik untergeordnet werden. Das ist mit der A 38 wie mit allen anderen Unverständlichkeiten der Basis. Doch die Sollstedter haben vielleicht auch nur einen taktischen Fehler begangen. Sie hätten schon im vergangenen Jahr auf die Barrikaden gehen müssen. Da wurde wenigstens noch der Bundestag gewählt. Doch vor dem jetzigen Freitag ist kein Wahlkampf angesagt.
Die Entwicklung unserer Heimat liegt uns am Herzen, so schrieb am 30. September die Sollstedter Bürgerinitiative an Dr. Manfred Stolpe. Dieser Satz war vor 14 Jahren die Basis für die Gründung der BIS. Doch spätestens am Freitag werden auch die Mitglieder der BIS wissen, wie die Politiker in Bund und Land den Begriff Heimat definieren.

