Di, 14:48 Uhr
14.10.2003
Die schnellste Baustelle der SWG
Nordhausen (nnz). In der Rautenstraße wird gebaut. Die Häuser der Ostseite verändern ihr Gesicht. Vieles liegt hinter Vorhängen im Verborgenen. Die nnz hat einen Blick hinter den Vorhang gewagt.
Es ist nicht unsere größte – aber unsere schnellste Baustelle. Sie hat den Anschein eines Ameisenhaufens, aber es steckt System dahinter, sagt Maik Müller, Abteilungsleiter Bautechnik bei der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG). Die saniert seit Juli in der Rautenstrasse – in der Nordhäuser Stadtmitte - drei große Wohnhäuser mit insgesamt 130 Wohnungen und muss bis zum Beginn der Landesgartenschau im April fertig sein. Auch deshalb arbeiten 20 Firmen gleichzeitig in und an den Gebäuden, die für insgesamt 5, 5 Millionen Euro komplett saniert werden.
Der Fertigstellungstermin steht wie angekündigt für den März 2004, so Peter Spannaus von der SWG, der zusammen mit Müller die Baustelle betreut. Zwar habe es zwischenzeitlich ausschreibungs- und witterungstechnische Verzögerungen gegeben, doch man liege gut im Plan. Die geballte Ladung an Bauarbeitern in den Häusern sei natürlich eine Belastung für die in den Häusern verbliebenen Mieter; rund die Hälfte aller Wohnungsbesitzer. Allerdings liege darin auch der Vorteil: Wir haben einen maximal gestrafften Bauablaufplan, der dafür sorgt, dass ganz viel in ganz kurzer Zeit passiert und die Bauzeit so kurz wie möglich gehalten wird, so Spannaus. Die bewohnten Wohnungen seien als erste fertig saniert gewesen und auch zum Großteil schon übergeben worden.
Fertig – bis auf die Dachgeschosse - ist auch schon der Einbau der neuen Fenster. Wir haben uns aus optisch-gestalterischen Gründen für die Natur-Holz-Fenster entschieden, die lediglich mit Lasur überzogen werden. Sie passen so besser in die Gesamtansicht, erklärt Spannaus. Auch für die Mieter brächten die Fenster Vorteile: Sie hätten nicht nur eine bessere Wärmedämm-Fähigkeit, sondern entsprächen der Schallschutzklasse 3, die Fenster Richtung Rautenstrasse sogar der Klasse 4. Zusätzlich sind in den Schlaf- und Kinderzimmern noch Schallschutzlüfter eingebaut. Damit kann man die Luft im Raum wechseln, ohne die Fenster öffnen zu müssen - denn das hat bisher bedeutet, dass die Straßenbahn und die Autos der Rautenstraße akustisch mitten durch die Wohnung gefahren sind, sagte Maik Müller.
Neben dem Einbau der Fenster sei auch die Installation sämtlicher Ver- und Entsorgungsleitungen erledigt, und die Läden in den Erdgeschossen hätten neue Schaufenster bekommen. Der Umbau der Geschäftsräume sei auch abgeschlossen, durch Veränderung von Grundrissen seien zwei Geschäftsräume für Sozialstation und Frisör hinzu gekommen. Innerhalb der nächsten zwei Wochen würde auch die Dachsanierung – zwischendurch musste man hier mit einem Wassereinbruch fertig werden – abgeschlossen. Danach beginne man mit dem Ausbau der Wohnungen an dieser Stelle. In den mittleren Wohnungen werde man zur Straße hin noch Fensterläden installieren.
Auf Hochtouren läuft zu Zeit der Einbau der Fahrstühle innerhalb der Häuser; die Außenfahrstühle werden bis Mitte Dezember angebracht, erklärte Spannaus. Mit den Fahrstühlen seien dann die Hälfte der Wohnungen ebenerdig erreichbar, die restlichen über eine halbe Treppe. Durch den Anbau der gläsernen Fahrstuhlschächte an die Treppenhäuser und dem Wegfall der Außenwand würden diese deutlich heller werden. Bei den Häusern, wo die Fahrstühle ins Haus gebaut würden, werde eine große Glasfläche im Dach für natürliches Licht sorgen.
Bei der Fassadensanierung wolle man noch in diesem Jahr die Straßenansicht zu Ende bringen. Diese Arbeiten sind allerdings stark witterungsabhängig. Wegen der Beschaffenheit von Putz und Vollwärmeschutz müssen konstant 5 Grad herrschen. Das kann bedeuten, dass diese Arbeiten den Winter über ruhen müssen, erklärte Spannaus – der Innenausbau läuft aber auch im Winter weiter. Auch die Balkone könnten erst im kommenden Jahr – nach dem Anschluss der Fassaden-Sanierung - angebaut werden. Dann – als letzten Schritt – werde man auch die Außenanlagen hinter den Häusern neu gestalten.
In den Wohnungen seien mit der Sanierung die metallenen Absturz-Gitter vor den Fenstern verschwunden, sie würden künftig außen angebracht. Gleichzeitig wurden die Wohnblock-typischen Türeinfassungen entfernt und Fensterbänke eingebaut, wie auch neue, schallschützende und einbruchssichere Wohnungseingangstüren.
Die Mieter wollen zunehmend stark individuelle geprägte Wohnungen weit weg vom Charakter des Plattenbaus, erklärte Spannhaus. So habe man unterschiedliche Badvarianten – zum Beispiel mit oder ohne Wanne – im Angebot, bei den Wohnungen sei man auf Mieterwünsche weitestgehend eingegangen. Man habe teilweise Wohnungen zusammengelegt, denn wir wollen auch bei den Leerwohnungen für jeden Geschmack etwas anbieten. Das Konzept scheine auch aufzugehen: Für 28 bisher leer stehende Wohnungen haben wir verbindliche Miet-Interessenten. Grund dafür sei sicher auch der günstige Mietpreis, der auch nach der Sanierung unter fünf Euro pro Quadratmeter Kaltmiete liege.
Unser Dank geht nicht nur an die Mieter und Gewerbetreibenden, sondern auch an alle Bauarbeiter, die teilweise weit über den offiziellen Feierabend hinaus im Gange sind. Wir wissen, dass es nicht nur für die Bewohner schwierig ist, wenn viele Firmen gleichzeitig am Werk sind, so Peter Spannaus.
Autor: nnzEs ist nicht unsere größte – aber unsere schnellste Baustelle. Sie hat den Anschein eines Ameisenhaufens, aber es steckt System dahinter, sagt Maik Müller, Abteilungsleiter Bautechnik bei der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG). Die saniert seit Juli in der Rautenstrasse – in der Nordhäuser Stadtmitte - drei große Wohnhäuser mit insgesamt 130 Wohnungen und muss bis zum Beginn der Landesgartenschau im April fertig sein. Auch deshalb arbeiten 20 Firmen gleichzeitig in und an den Gebäuden, die für insgesamt 5, 5 Millionen Euro komplett saniert werden.
Der Fertigstellungstermin steht wie angekündigt für den März 2004, so Peter Spannaus von der SWG, der zusammen mit Müller die Baustelle betreut. Zwar habe es zwischenzeitlich ausschreibungs- und witterungstechnische Verzögerungen gegeben, doch man liege gut im Plan. Die geballte Ladung an Bauarbeitern in den Häusern sei natürlich eine Belastung für die in den Häusern verbliebenen Mieter; rund die Hälfte aller Wohnungsbesitzer. Allerdings liege darin auch der Vorteil: Wir haben einen maximal gestrafften Bauablaufplan, der dafür sorgt, dass ganz viel in ganz kurzer Zeit passiert und die Bauzeit so kurz wie möglich gehalten wird, so Spannaus. Die bewohnten Wohnungen seien als erste fertig saniert gewesen und auch zum Großteil schon übergeben worden.
Fertig – bis auf die Dachgeschosse - ist auch schon der Einbau der neuen Fenster. Wir haben uns aus optisch-gestalterischen Gründen für die Natur-Holz-Fenster entschieden, die lediglich mit Lasur überzogen werden. Sie passen so besser in die Gesamtansicht, erklärt Spannaus. Auch für die Mieter brächten die Fenster Vorteile: Sie hätten nicht nur eine bessere Wärmedämm-Fähigkeit, sondern entsprächen der Schallschutzklasse 3, die Fenster Richtung Rautenstrasse sogar der Klasse 4. Zusätzlich sind in den Schlaf- und Kinderzimmern noch Schallschutzlüfter eingebaut. Damit kann man die Luft im Raum wechseln, ohne die Fenster öffnen zu müssen - denn das hat bisher bedeutet, dass die Straßenbahn und die Autos der Rautenstraße akustisch mitten durch die Wohnung gefahren sind, sagte Maik Müller.
Neben dem Einbau der Fenster sei auch die Installation sämtlicher Ver- und Entsorgungsleitungen erledigt, und die Läden in den Erdgeschossen hätten neue Schaufenster bekommen. Der Umbau der Geschäftsräume sei auch abgeschlossen, durch Veränderung von Grundrissen seien zwei Geschäftsräume für Sozialstation und Frisör hinzu gekommen. Innerhalb der nächsten zwei Wochen würde auch die Dachsanierung – zwischendurch musste man hier mit einem Wassereinbruch fertig werden – abgeschlossen. Danach beginne man mit dem Ausbau der Wohnungen an dieser Stelle. In den mittleren Wohnungen werde man zur Straße hin noch Fensterläden installieren.
Auf Hochtouren läuft zu Zeit der Einbau der Fahrstühle innerhalb der Häuser; die Außenfahrstühle werden bis Mitte Dezember angebracht, erklärte Spannaus. Mit den Fahrstühlen seien dann die Hälfte der Wohnungen ebenerdig erreichbar, die restlichen über eine halbe Treppe. Durch den Anbau der gläsernen Fahrstuhlschächte an die Treppenhäuser und dem Wegfall der Außenwand würden diese deutlich heller werden. Bei den Häusern, wo die Fahrstühle ins Haus gebaut würden, werde eine große Glasfläche im Dach für natürliches Licht sorgen.
Bei der Fassadensanierung wolle man noch in diesem Jahr die Straßenansicht zu Ende bringen. Diese Arbeiten sind allerdings stark witterungsabhängig. Wegen der Beschaffenheit von Putz und Vollwärmeschutz müssen konstant 5 Grad herrschen. Das kann bedeuten, dass diese Arbeiten den Winter über ruhen müssen, erklärte Spannaus – der Innenausbau läuft aber auch im Winter weiter. Auch die Balkone könnten erst im kommenden Jahr – nach dem Anschluss der Fassaden-Sanierung - angebaut werden. Dann – als letzten Schritt – werde man auch die Außenanlagen hinter den Häusern neu gestalten.
In den Wohnungen seien mit der Sanierung die metallenen Absturz-Gitter vor den Fenstern verschwunden, sie würden künftig außen angebracht. Gleichzeitig wurden die Wohnblock-typischen Türeinfassungen entfernt und Fensterbänke eingebaut, wie auch neue, schallschützende und einbruchssichere Wohnungseingangstüren.
Die Mieter wollen zunehmend stark individuelle geprägte Wohnungen weit weg vom Charakter des Plattenbaus, erklärte Spannhaus. So habe man unterschiedliche Badvarianten – zum Beispiel mit oder ohne Wanne – im Angebot, bei den Wohnungen sei man auf Mieterwünsche weitestgehend eingegangen. Man habe teilweise Wohnungen zusammengelegt, denn wir wollen auch bei den Leerwohnungen für jeden Geschmack etwas anbieten. Das Konzept scheine auch aufzugehen: Für 28 bisher leer stehende Wohnungen haben wir verbindliche Miet-Interessenten. Grund dafür sei sicher auch der günstige Mietpreis, der auch nach der Sanierung unter fünf Euro pro Quadratmeter Kaltmiete liege.
Unser Dank geht nicht nur an die Mieter und Gewerbetreibenden, sondern auch an alle Bauarbeiter, die teilweise weit über den offiziellen Feierabend hinaus im Gange sind. Wir wissen, dass es nicht nur für die Bewohner schwierig ist, wenn viele Firmen gleichzeitig am Werk sind, so Peter Spannaus.

