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Fr, 09:31 Uhr
06.01.2012

Widerstand formiert sich

Eigentlich scheint ja schon alles klar zu sein: Der Ilfelder Teil des Herder-Gymnasiums soll geschlossen werden. Darauf haben sich – still und heimlich – vermutlich Kreisverwaltung und Kreistag verständigt. Nun formiert sich im Südharz der erste Widerstand...


„Wir haben uns um diese Pfarrstelle in Ilfeld auch beworben, weil die Kinder früh den Schulranzen aufsetzen und in die Schule laufen können“, sagte Pfarrer Gregor Heimrich am Abend in „seinem“ Pfarrhaus. Er bringt damit auf den Punkt, was die Eltern, was aber auch viele Ilfelder wütend macht: Der Gymnasiumteil soll geschlossen werden, den Südharzern wird somit ein weiteres Stück ihrer Identität geraubt.

Doch sie wollen den Widerstand wagen, das wurde bei der gestrigen Versammlung der Elternsprecher und ihrer Stellvertreter des Schulteils deutlich. „Anfang dieses Schuljahres hatte uns die Schulleitung versichert, dass nach den Herbstferien ein neuer Stundenplan für weniger Stundenausfälle sorgen werde. Und tatsächlich – seit Anfang November gibt es fast keine Unterrichtsausfälle mehr“, berichtet Schulelternsprecher Kai Liebig der nnz.

Liebig berichtet auch davon, wie bei der Neugestaltung des Stundenplans die Schülerinnen und Schüler samt Eltern mitgewirkt hätten. All das Bemühen soll nun umsonst gewesen sein? „Wir werden nicht aufgeben, die Eltern werden sich diese bürokratische Entscheidung nicht gefallen lassen und wir werden unseren Protest schon deutlich machen“, versprich Liebig.

Am Abend verständigten sich die Klassenelternsprecher im Ilfeder Pfarrhaus darauf, ihre Meinung und ihre Vorschläge in einem Brief an Landrat Joachim Claus darzulegen. Auch soll der zuständige Ausschuss des Kreistages nach Ilfeld eingeladen werden. Weitere Aktionen sind geplant. Fest im Terminkalender vieler Eltern ist bereits der 31. Januar zu finden. Dann kommt in Nordhausen der Kreistag zusammen.

Letztlich, so ist vielen Ilfeldern klar, geht nicht mit der Aufgabe dieses Schulteil nicht nur ein weiteres Teil der Ilfelder Identität verloren, sondern es besteht die Gefahr, dass nach dem Auszugs des Gymnasiums auch die Regelschule dem Rotstift der Kreisverwalter zum Opfer fallen könnte.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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Kommentare
pro Ilfeld
06.01.2012, 13:54 Uhr
Alles schon entschieden???
Ich finde es sehr gut das die ersten gegen die drohende Schulschließung in Ilfeld protestieren.

Hier noch mal ein Aufruf an alle Ilfelder und Einwohner der Nachbarorte:

Der Kreistag in Nordhausen will sich nun also am 31.01.2012 mit der Schließung des Gymnasiums in Ilfeld befassen. Warum eigentlich? Für den Herrn Landrat Joachim Claus ist doch sowieso bereits alles klar. Er winkt ja jede Idee zur Rettung des Ilfelder Schulteils ab. Und obendrein reagiert er ja auch mit Unverständnis auf die Protstete der Menschen gegen diese Schließung. Egal ob es um den Erhalt des Gymnasiums geht oder den Vorschlag der Einrichtung einer Gemeinschaftsschule.

Es bleibt bei der Kreistagssitzung am 31.01.2012 zu hoffen das die Kreistagsmitglieder der SPD, Grünen und eventuell der Linken Fraktion der gleichen Meinung wie Ihre Landtagskandidaten Arndt Schelenhaus (SPD) und John Dauert (Grüne) sind und eine Mehrheit zum Erhalt der Schule in Ilfeld finden.

In einer Sache bin ich mir ziemlich sicher: Steht erst mal ein Teil der Schule in Ilfeld leer wird es auch nicht lange dauern bis die dort noch ansässige Grundschule auch der Streichung zum Opfer fällt. Ich glaube kaum das eine Schule mit einem genutzen und einem nicht genutzen Geäudeteil dann sehr lange zu halten wäre.

Ich möchte, das mein Kind eine gute Schulausbildung vor Ort bekommt in einer Schule die es von der ersten Klasse bis zum Abschluß durchweg besuchen kann, ohne sich ständig an neue Lehrer und Mitschüler gewöhnen zu müssen und ohne alltäglich mit Bus und Zug in andere Orte fahren zu müssen nur weil die bestehende Schule vor Ort wegen irgendwelchen Sparmaßnahmen und einer Zentralisierung (vor allem auf die Kreisstadt) geschlossen wurde.

Ich möchte alle Einwohner von Ilfeld und der umliegenden Gemeinden aufrufen sich persönlich mit einem Protstbrief an Landrat Joachim Claus zu wenden. Oftmals haben solche Aktivitäten schon ware Wunder bewirkt. Und nur ein solches kann der Schulschließung in Ilfeld noch entgegenwirken.
H.Buntfuß
06.01.2012, 17:31 Uhr
Bildung
Wenn wir unsere Politiker so reden hören, ist die Bildung unserer Kinder, eine der wichtigsten Aufgaben die sie haben.

Aber wenn das Geld durch ihre Misswirtschaft (siehe Nentzelsrode Mülldeponie) ausgeht, ist das erste woran sie denken, UNSERE KINDER. Da wird gekürzt und gespart, anstatt die Verantwortlichen der Misswirtschaft zu bestrafen.

Na ja das geht ja auch nicht, ich glaube da müsste fast der gesamte Kreistag auf der Strafbank sitzen, da wäre der Kreis Handlungsunfähig, aber ist er das nicht auch so.

Denn was die Damen und Herren da so zusammen bringen, darauf kann man auch noch verzichten. Denn viele ihrer Beschlüsse halte ich für sehr zweifelhaft.
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