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Di, 17:42 Uhr
11.10.2011

Fragen und Antworten

Die ersten sechs Punkte einer jeden Sitzung des Kreistages ähneln sich. Bürgerfragestunde ohne fragende Bürger, Feststellungen, Bestätigungen und Anfragen. Trotzdem wollen wir hier ein wenig ins Detail gehen.


Richtig los ging diese Kreistagssitzung mit dem Bericht des Landrates und der schwierigen Gestaltung des Kreishaushaltes. Bedeutende Erhöhungen bei den sozialen Pflichtausgaben sowie der Horror-Ausblick auf das kommenden Jahr bestimmten den ersten Teil der Ausführungen von Joachim Claus (CDU). Ein Haushaltsausgleich sei im kommenden Jahr nur dann möglich, wenn es gravierende Einschnitte bei den Ausgaben gebe. Ob in der kommenden Sitzung Mitte November überhaupt ein ausgeglichener Haushaltsentwurf 2012 vorgelegt werden könne, das sei jetzt noch nicht sicher.

Aber auf jeden Fall will der Landrat ein Haushaltssicherungskonzept bis zum Jahr 2020 vorlegen, das sowohl die Entwicklung der Personalkosten als auch die Zukunft des Abfallwirtschaftszentrums beinhalten soll.

Zum Bericht des Landrates selbst gab es keine Anfragen, wohl aber zur Einnahmesituation. Winfried Theuerkauf (SPD) wollte wissen, wann es endlich eine Satzung zur Kostendeckung bei Rettungseinsätzen gebe (siehe nnz von heute)? Auch wolle man wissen, ob es eine Erstattung der Kosten bei einem Einsatz in Heringen in diesem Jahr gegeben habe.

Birgit Keller (LINKE) will wissen, wie sich die Personalsituation am Herder-Gymnasium entwickle und was der Landkreis gedenke, dagegen zu wirken. Nach Informationen der Partei gebe es einen Unterrichtsausfall von 20 Prozent, eine Besserung sei nicht in Sicht. Offene Stellen würden nicht besetzt. Ähnliches wollten auch die Bündnisgrünen geklärt wissen. Klaus-Dieter Drick (FDP), und im wahren Leben Schulleiter, attestierte Gisela Hartmann (B90/Grüne) schlicht und ergreifend ein Unwissen in der Schulpolitik.

Anmerkungen gab es vom Landrat. Das kurzfristige „Problem Herder“ sei gelöst, das mittelfristige müsse im Land gelöst werden, denn in Erfurt wird der Lehrereinsatz quantitativ geregelt.
Autor: nnz

Kommentare
Schleip-Ols
14.10.2011, 12.10 Uhr
Problemfalll Herder-Gymnasium
Interessante Ansichten, die im Nordhäuser Kreistag und insbesondere von Klaus-Dieter Drick (FDP) vertreten werden. Jedoch dürfte eine Vielzahl von Eltern, deren Kinder im Nordhäuser Herder-Gymnasium lernen, diese Ansichten nicht teilen.

Für mich als Vater eines Kindes, das im Herder-Gymnasium lernt, sind diese offensichtliche Ignoranz und das Verleugnen der tatsächlichen Probleme nicht nachvollziehbar. Und trotzdem sich die Kinder natürlich über jede ausgefallene Unterrichtstunden freuen, so wissen sie doch, dass es um ihre Zukunft geht, die da so leichtfertig aufs Spiel gesetzt wird.

Wenn ein Gremium, wie der Nordhäuser Kreistag, für das Problem des Unterrichtsausfalls an Schulen nicht originär zuständig ist, so ist das eine Sache. Eine andere Sache ist es aber, Frau Gisela Hartmann (Bündnis 90/Die Grünen) oder aber Frau Birgit Keller (Die Linke), Unwissenheit zu attestieren, wenn diese auf solche, faktisch vorliegenden Probleme hinweisen.

Es bringt nichts, Missstände mit allgemeinen Aussagen immer wieder schön zu reden. Das führt lediglich dazu, dass man irgendwann selbst an das glaubt, was man erzählt. Es wird aber nie die Situation als solche verbessern.

LASSEN SIE UNS DOCH ENDLICH MAL KONKRET WERDEN !!!

Die Kinder der Klassenstufe 8 im Herdergymnasium haben laut Lehrplan derzeit 28 Unterrichtsstunden pro Woche. Vorgeschrieben lt. Thüringer Schulordnung sind jedoch 34 Unterrichtsstunden. Das bedeutet, fast 18 % der vom Gesetzgeber verbindlich vorgeschriebenen Unterrichtsstunden werden erst gar nicht in die wöchentliche Stundenplanung unserer Kinder aufgenommen.

In mir regt sich, vorsichtig ausgedrückt, Unbehagen, wenn ich hier die Anmerkung des Landrates lese, das kurzfristige „Problem Herder“ sei gelöst. Denn das ist es mitnichten.

Das Unbehagen nimmt auch nicht ab, wenn Mitglieder des Kreistages in Kenntnis der vorgenannten Zahlen davon reden, das „unsere Schullandschaft im Vergleich zu anderen Regionen in Ordnung ist“. Es ist schlimm genug, wenn es in anderen Regionen noch schlechter um unsere Schüler bestellt ist. Das sollte aber noch lange kein Grund dafür sein, sich mit der jetzigen Situation am Herder-Gymnasium abzufinden.

Und dass unsere Schulen im Landkreis für die Zukunft gut aufgestellt sind (Aussage Herr Jendricke, SPD), mag vielleicht sein, angesichts der momentanen Missstände fehlt mir zum einen der Glaube daran, zum anderen lernt mein Sohn in der Gegenwart und das heißt, jetzt muss sich etwas ändern!
J.Schleip-Ols
NDHler
14.10.2011, 13.11 Uhr
Herder hat ein „Luxus Problem“
Die Zahl der Lehrer im Vergleich zu den Schülern am Herder Gymnasium stimmt schon. Die Schieflage kommt zu einem Teil durch die Außenstelle des Gymnasiums in Ilfeld zustande.

Dort sind einige Lehrer gebunden, die in Nordhausen fehlen. Würde man beide Häuser in Nordhausen bündeln, hätte man wesentlich weniger Unterrichtsausfall als das bisher der Fall ist. Auf Dauer wird man sich diesen „Luxus“ sicher nicht mehr leisten können.
Flitzpiepe
14.10.2011, 14.18 Uhr
Nur Herder Gymnasium?
Ich höre immer nur von Problemen am Herder-Gymnasium. Sicher ist es da am schlimmsten. Aber wenn ich die Ausfallstunden meines Kindes am Humboldt-Gymnasium sehe, ist das auch nicht ohne. Und Einzelfälle nur in dieser Klasse sind das auch nicht, wenn ich mir den täglichen Ausfall/Vertretungsplan des ganzen Gymnasiums ansehe. Das ist ein generelles Problem dieses Schulsystems.

Solange jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht, die Lehrergehälter so unterschiedlich sind, so dass Lehrer aus anderen Bundesländern gar nicht erst gesucht werden, und ein Herr Minister Matschie tatenlos zusieht. Aber man kann nur noch alle 2 Jahre sitzen bleiben! Die wirklichen Probleme bleiben aber liegen und man traut sich nicht ran. Man könnte ja was falsch machen und dann nicht wieder gewählt werden. So kann es nicht besser werden.

Die Bildung darf nicht mehr Ländersache sein sondern vom Bund zentral entschieden werden. Obwohl da vor lauter 'Eurokrise' bis zur nächsten Wahl auch nichts mehr passiert..
Schleip-Ols
14.10.2011, 15.00 Uhr
Das Grundrecht auf Bildung kann kein „Luxusproblem“ sein
Ich denke, mit der Entscheidung für den Standort Ilfeld hat man sich seiner Zeit viele Gedanken gemacht und Für und Wider abgewägt. Die Kinder und Eltern aus diesem Bereich sind für diese Entscheidung sicher sehr dankbar.

Letztlich sind für mich als Elternteil die Gründe für den permanenten Unterrichtsausfall am Herder-Gymnasium zweitrangig. Ob Lehrer aufgrund politischer (Fehl-)Entscheidungen vorzeitig in den Ruhestand geschickt wurden, ob es in Ilfeld eine Außenstelle gibt, ob Lehrer dauerhaft abgeordnet oder krank sind muss die betroffenen Schüler, wie auch deren Eltern nicht interessieren. Wir weisen lediglich auf Probleme hin. Für die Lösungen bekommen andere das Geld.
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