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Mo, 07:28 Uhr
10.10.2011

nnz-Forum: Niedersachswerfens Mü(h)llberg

Bodo Schwarzberg war wieder einmal im Landkreis Nordhausen unterwegs. Was er dort vorfand hatte ihm fast die Sprache verschlagen. Oder ist es bereits gelebte Normalität?

Mühlberg bei Niedersachswerfen (Foto: privat) Mühlberg bei Niedersachswerfen (Foto: privat)

Ich war gestern damit beschäftigt, für mein vor dem Abschluss stehendes Buch „Menschenbilder aus der Harz- Und Kyffhäuserregion“ noch ein paar „Lückenbilder“ von unserem wunderschönen und verschwiegenen Naturpark Südharz zu schießen und durchstreifte dabei mit meiner Kamera auch die Gemeinde Niedersachswerfen und deren nähere Umgebung. Dabei gelangen mir folgende eindrucksvollen Aufnahmen vom Naturschutzgebiet Mühlberg.

Alle auf den Bildern abgebildeten Gegenstände oder Tiere sind nicht frei erfunden oder irgendwie an den Mühlberg „anmontiert“ worden. Die Ähnlichkeit mit tatsächlich existierenden Gegenständen und Lebewesen wäre demzufolge nicht etwa rein zufällig sondern sie ist erdrückend!
Mühlberg bei Niedersachswerfen (Foto: B. Schwarzberg)
Mühlberg bei Niedersachswerfen (Foto: B. Schwarzberg)
Mühlberg bei Niedersachswerfen (Foto: B. Schwarzberg)
Erdrückend ist aber auch der Widerspruch zwischen einigen dieser Bilder und der „Thüringer Verordnung über den Naturpark Südharz“ vom 01.12.2010 in der der § 3 Abs. 2/2b fordert: „Im Naturpark sollen deshalb mit dem Ziel die Siedlungen, insbesondere Orte mit Tourismusfunktion, als attraktive touristische Anlaufpunkte unter anderem mit Angeboten der Umweltbildung landschaftlich angemessen entwickelt, von den Siedlungen ausgehend Naturerlebnisräume schonend erschlossen sowie entsprechend touristische Infrastruktur ermöglicht werden.“

Darf eine Gemeinde und die Allgemeinheit solche Schandflecken dulden? Sind das Ordnungsamt, die Umwelt- und Naturschutzbehörden hier schon aktiv geworden? Oder wissen sie gar nichts von diesem so „schonend“, wie der Kohnstein „erschlossenen Naturerlebnisraum“? Und wie alt darf der Naturpark denn noch werden, bis sich auch der gezeigte Landschaftsausschnitt „landschaftlich angemessen entwickelt“?

Die nnz und ihre Leserschaft freut sich auf alle ernstgemeinten Zuschriften der angesprochenen Behörden. Und vielleicht sollten solche vergleichenden Fotoserien öfters in der nnz erscheinen. Denn Motive und Motivation gibt es mehr als genug! In meinem Buch wird übrigens nur das Mühlbergbild mit Ponys erscheinen.
Bodo Schwarzberg
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Kommentare
Grizzly
10.10.2011, 08.26 Uhr
Lösung
Herr Schwarzberg!!!Bitte fangen Sie doch mal mit einer Vorbildfunktion an und beginnen mit der Beräumung des Unrates. Bestimmt folgen Ihnen viele Gleichgesinnte.LG
Unichsachnoch
10.10.2011, 10.34 Uhr
Müll in der schönen Karstlandschaft
Diese Fotos sind echt niederschmetternd! Sind doch der größte Teil der Bevölkerung für eine touristische Erschließung der Region. Und dann so etwas?? Also hier brauch keiner mehr gegen den Gipsabbau wettern und solche Schandflecken zulassen!!! Ich denke hier besonders an den "Schulterschluss zwischen Land- und Stadtverwaltungen", der hier vor einiger Zeit so toll propagiert wurde!!

Aber nicht nur in der Umgebung von Niedersachswerfen gibt es MÜLLSCHANDFLECKEN. Auch am Karstwanderweg (in der Nähe des Hirschenteiches) werden z.B. Computermonitore entsorgt und keiner stört sich dran. Diese Liste mit Müllschandflecken kann man bestimmt beliebig weiter führen. Ich hoffe auf eine Reaktion der zuständigen Behörden.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Kowalczyk
Harz-Hase
10.10.2011, 13.06 Uhr
Falsche Darstellung.
Herr Schwarzberg. Als erstes Frage ich mich wie Sie diese Fotos aufgenommen haben, ohne Eigentumsrechte zu verletzen? Um solche Fotos aufzunehmen mussten Sie eines der beiden Grundstücke betreten wodurch sich die nächste Frage ergibt, ob Sie von den Eigentümern eine Erlaubnis besitzen, diese Grundstücke zu betreten und Aufnahmen zu machen.

Desweiteren halte ich diesen Bericht für eine einseitige Darstellung, ohne sich mal die Mühe zu machen ein wenig zu hinterfragen. Ich kann jetzt nur für das eine Grundstück sprechen auf welchen die Beräumung bereits begonnnen hat, welches durch Alteigentümer in diesen Zustand gebracht worden ist, und neue Eigentümer den Unrat, der 20- 30 Jahre entstanden ist nicht innerhalb von 4 Wochen beräumen können, somal das auch mit einen erheblichen Kostenaufwand verbunden ist.

Ich verabscheue Menschen, die andere an den Pranger stellen wollen und selber sich über Gesetze hinwegsetzen und diese vorsätzlich verletzen.
Wolfi65
10.10.2011, 14.37 Uhr
Landfrieden
Hier steht der Verdacht des Landfriedensbruches im Raum, wenn es sich wirklich um Privatgrundstücke handeln sollte. Auch ein Herr Schwarzberg kann nicht machen was er will. Daß dort Müll vielleicht über Jahre vom Alteigentümer abgelagert wurde, steht auf einen anderen Blatt.

Natürlich sollte das Grundstück als solches mit Schildern gekennzeichnet und vielleicht mit einem Hund gesichert werden um lästige Fotografen und Heimatentdecker abzuwehren.

Wenn der Müll sich als gefährlich herausstellen sollte, ist auch Herr Schwarzberg berechtig zu hinterfragen und zu dokumentieren.

Aber auf ein wenig Schwefelsäure aus einer Autobatterie und oder Quecksilber aus Energiesparlampen im Grundwasser kommt es doch auch nicht mehr an.

Die Krankheit Krebs ist auf dem Vormarsch und man sollte sich nicht um ungelegte Eier kümmern.
lost_in_love
10.10.2011, 15.56 Uhr
seit doch froh
Meine Güte...
Seit doch froh das es jemanden gibt der es mal ans Tageslicht bringt! Wir selbst haben oft beim spazieren gehen ganze Mülllandschaften aufgefunden. Es ist schon schlimm genug das es überhaupt sowas hier gibt und das leider nicht zu knapp. Ich finde es gut das endlich mal wer darüber schreibt!

Macht ja hier sonst keiner was. Wir sollten langsam mal anfangen die Natur zu respektieren und sie nicht so verschanden.
Trixie Kuntze
10.10.2011, 20.28 Uhr
Mühlberg
Herr Schwarzberg,
wenn dem so ist, wie es von Harz-Hase hier geschrieben wird, sollten Sie doch etwas besser recherchieren. Ich halte es für richtig, dass hier jeder schreiben darf und seine Meinung Vertreten kann.
Bleistift und Lineal
10.10.2011, 21.46 Uhr
bitte, bitte...
...etwas mehr sachlichkeit.
dass herr schwarzberg tinteninkontinent ist, ist doch nnz-lesern hinlänglich bekannt. nu ja, jetzt steigt er halt noch über zäune. was soll's.
Frankledig
10.10.2011, 22.01 Uhr
Bingo!
@ janko...101 Punkt!
TeeEff
11.10.2011, 14.33 Uhr
Fragen über Fragen
War das Gelände eingefriedet? Lies: umzäunt?

Ansonsten kann man das erstmal rel. easy betreten u.a. wenn dort Wege langführen. Dann gilt auch für die Fotos die er da gemacht hat wohl auch die Panoramafreiheit - also auch kein Problem.

Und der hier um sich geworfene Begriff Landfriedensbruch...vielleicht mal das StGB §125 diesbezüglich ansehen?

Okay hier mal in kurz:

"§ 125 Landfriedensbruch

(1) Wer sich an

1. Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder Sachen oder

2. Bedrohungen von Menschen mit einer Gewalttätigkeit,

die aus einer Menschenmenge in einer die öffentliche Sicherheit gefährdenden Weise mit vereinten Kräften begangen werden, als Täter oder Teilnehmer beteiligt oder wer auf die Menschenmenge einwirkt, um ihre Bereitschaft zu solchen Handlungen zu fördern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

(2) Soweit die in Absatz 1 Nr. 1, 2 bezeichneten Handlungen in § 113 mit Strafe bedroht sind, gilt § 113 Abs. 3, 4 sinngemäß."


Das liest sich zwar nicht ganz einfach, aber wie man durchaus sieht ist Landfriedensbruch nicht mal annähernd in der Diskussion!

Bleibt also noch unerlaubtes Betreten das einem zu §123 führt.

"§ 123
Hausfriedensbruch

(1) Wer in die Wohnung, in die Geschäftsräume oder in das befriedete Besitztum eines anderen oder in abgeschlossene Räume, welche zum öffentlichen Dienst oder Verkehr bestimmt sind, widerrechtlich eindringt, oder wer, wenn er ohne Befugnis darin verweilt, auf die Aufforderung des Berechtigten sich nicht entfernt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt.


Wie ich schon oben fragte - war es eingezäunt? Wurde er aufgefordert zu gehen?

Also ich tät mir an der Stelle des Herrn Schwarzenberg eher keine Sorgen machen. Und den Leuten die hier mit Begrifflichkeiten von Straftatbeständen/Offizialdelikten um sich werfen, rate ich vorher mal kurz zu checken was sie eigentlich bedeuten.

Üble Nachrede und unrechtmäßige Verdächtigung sind nämlich durchaus verfolgbar und eher recht flexibel gefasst.
Wolfi65
11.10.2011, 16.15 Uhr
Ist bekannt!
Sämtliche Gesetzlichkeiten und Ausführungen sind hinlänglich bekannt. Deswegen wäre auch eine kleine Erläuterung vollkommen ausreichend gewesen.

Da die betreffenden Paragraphen auch der Gegenseite bekannt sind, erübrigt sich diese erschöpfenden Erläuterung. Eine Betretung der Privatgrundstücke ohne Erlaubnis des Eigentümes stellt zumindest den Tatbestand der Besitzstörung in den Raum.
§ 862 BGB)
TeeEff
11.10.2011, 19.21 Uhr
So so § 862 BGB
Vielleicht sich mal einige Urteile dazu im Volltext und der Urteilsbesprechung ansehen und dann erkennen worum es dabei eigentlich geht?

Naja ist hier aber keine Rechtsberatung, von daher: Viel Glück...
Bodo Schwarzberg
11.10.2011, 19.41 Uhr
Freude über "Müllzuschriften"
Es freut mich sehr, dass das Thema so viele von Ihnen aufgewühlt hat. Genau das habe ich mir gewünscht und ich werde auf dieser Strecke nun erst recht weitermachen. Umweltfrevel aufzuzeigen und anzuprangern tut bitter Not und ist immer aktuell.

Das betreffende Gelände ist übrigens nicht eingezäunt. Einen Zaun würde ich für solche Aufnahmen nicht übersteigen. Es ist bequem entlang eines Ackerrandes erreichbar. Nicht einmal den Acker habe ich dabei betreten. Die betreffende Müllansammlung dürfte auch gut vom Mühlberg einsehbar und mit einem halbwegs guten Tele fotografierbar sein.

Ich verstehe daher nicht, warum sich hier manche Kommentatoren so erregen. Die meisten Wiesen und Weiden sind nicht eingezäunt, aber Privatbesitz. Niemand regt sich auf, wenn Pilzsammler Champignons auf diesen Wiesen sammeln.

Natürlich ist das Müllfoto für manche eine peinliche Angelegenheit. Und ich kann von deren Standpunkt her verstehen, dass sie jetzt schauen, ob ich etwas falsch gemacht habe. - Ganz anders übrigens als bei den Champignonsammlern! Oder wie erklären Sie sich diese unterschiedliche Betrachtungsweise?

Während ich mir die Kommentare mit großem Interesse durchgelesen habe, ärgert mich,dass sich keine der angesprochenen Behörden geäußert hat. Das aber hätte ich erwartet, zumal sie ja schon anhand der Zuschriften sehen müssten, das ein öffentliches Interesse an der Angelegenheit besteht und weil b) bestimmt gegen alle möglichen Regeln verstoßen wurde und wird, für deren Einhaltung diese Behörden ja eigentlich zuständig sind.

Damit werden sie sich gewiss nicht unbedingt mehr Freunde machen. Hoffentlich werden sie nun wenigstens im "Hintergrund" gegen den Müllsammler tätig.
Übrigens solle hier niemand denken, ich würde es bei einem solchen Beitrag belassen: Ich werde in ein paar Wochen gewiss nachschauen, ob sich etwas zum Positiven gewendet hat und in der Landschaft meine Augen weiterhin offenhalten - auch um die Diskussion anzuregen.

Beste Grüße
Bodo Schwarzberg
TeeEff
11.10.2011, 20.28 Uhr
Sehr geehrter Herr Schwarzenberg
wie sie sicherlich Wissen wird in diesem nicht der bestraft der falsches tut, sondern der der darauf hinweist.

Viel Erfolg trotzdem!
Gudrun1974
12.10.2011, 22.57 Uhr
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