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Do, 17:30 Uhr
14.08.2003

Von Waldbrand und anderen Gefahren

Nordhausen (nnz). Viele Menschen haben sich von der Natur abgewandt, nutzen sie als billige Müllkippe und achten nicht auf den Umweltschutz. Viele Politiker haben sich genauso von den Bürgern abgewandt und interessieren sich nur selten für deren Bedürfnisse. Egon Primas (CDU) sieht das anders. Heute informierte sich der Landtagsabgeordnete in drei Thüringer Forstämtern über deren Probleme und suchte nach gemeinsamen Lösungen.


Text und Foto: Wiethoff Nach wie vor herrscht Waldbrandwarnstufe 3 im Landkreis. Der Regen von insgesamt 2 mm brachte keine Entwarnung, da er nicht durch das Laub der Bäume an den Boden dringen konnte. So eine Situation habe es noch nicht gegeben, erklärte Forstamtsleiter Klaus Wilhelm Brüggemann. Im Jahr 1995 sei es zwar ähnlich heiß gewesen, und es habe auch Waldbrände gegeben, aber damals hätten wenigstens die Flüsse noch Wasser geführt, das zum Löschen verwendet werden konnte. Jetzt würde der Hauptharzfluß Bere stellenweise keines oder kaum Wasser führen. Eine äußerst ungünstige Situation, da es im Forstamtsbereich schon viermal gebrannt hat (nnz berichtete).

Die Brandursache sei immer der Mensch, Leichtsinn, Vorsatz oder ein Arbeitsunfall wie eine brennende Erntemaschine. Wenn die Feuerwehr nicht so schnell reagiert hätte, lobt der Forstamtsleiter, dann hätte aus jedem Brand ein richtig großer, vernichtender Waldbrand werden können. In Thüringen gab es bisher 50 Waldbrände, die 12 ha Land vernichteten. In den vergangenen Jahren habe es etwa 20 Brände und 4-5 ha Schaden gegeben.

Den Landtagsabgeordneten Egon Primas (CDU) interessierte sehr, was die Forstleute gegen die Gefahr unternehmen. Der Bereitschaftsdienst der Förster sei zur Zeit doppelt besetzt, Mitarbeiter würde besonders gefährdete Gebiete in Stadtnähe und an den Gleisen der HSB vermehrt kontrollieren, und nach Bränden bleibt auch eine Brandwache zurück, die das Wiederaufflammen des Herdes verhindert, wurde er informiert. Ein Dank gebühre nicht nur den freiwilligen und der Berufsfeuerwehr, sondern auch allen Waldarbeitern, die so tatkräftig gegen die Gefahr kämpfen, betonten alle Anwesenden.

Über Leichtsinn und Unvorsicht vor allem junger Menschen konnten der Abgeordnete und seine Begleiter nur den Kopf schütteln. Daß Jugendliche bei Niedersachswerfen ein Lagerfeuer und einen Grill entzündeten und damit einen Brand entfachten, das läßt schon sehr am gesunden Menschenverstand zweifeln. Solche Menschen bedürfen der Belehrung, darin waren sich alle einig. In Jugendwaldheimen und bei den diesjährigen Waldjugendspielen soll das Thema Brandgefahr daher besonders aufgegriffen und den Kindern ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur nahegebracht werden.

Ein weiteres unerfreuliches Thema wurde ebenfalls angesprochen, das Motocrossfahren im Wald und in den Naturschutzgebieten, wie der Rüdigsdorfer Schweiz. Sicher wissen solche Rowdies, die teilweise in Bussen aus anderen Bundesländern zu ihrem zerstörerischen Treiben anreisen, nicht welche seltenen Pflanzen und Tierarten sie vernichten. Ob sie ein Rundgang mit dem Förster umstimmen könnte? Vor allem da es im Landkreis Nordhausen eine Motocrossstrecke gibt, die genutzt werden kann, sollen ihnen harte Strafen den Spaß verderben. Die Polizei kooperiert zu diesem Zweck mit den Forstleuten.

Auch Personen, die Müll illegal entsorgen, ganze Wohnungseinrichtungen mit Kühlschrank und Fernseher kann man in der Natur finden, werden in Zukunft kräftig zur Kasse gebeten. Der Verwarnungs- und Bußgeldkatalog sieht Beträge von 20 - 3000 Euro vor. Nur mit Belehrung sei den Menschen nicht beizukommen, sie müßten es am eigenen Geldbeutel spüren, meint Gerd Wunderlich, der Egon Primas begleitete.

Positives gibt es aber auch zu vermelden. Die Planung zur Ausweisung der Reitwege in Nordthüringen ist fast abgeschlossen. Der von vielen Reitern gewünschte Weg nach Pullmann City II, der Westernstadt bei Hasselfelde, konnte berücksichtigt werden. Sobald die neuen Wege amtlich sind, sollen sie Eingang in Wanderkarten und touristische Publikationen finden. Auch Jäger, Waldbesitzer und der Harzklub hätten in Bezug auf die Neuordnung der Wege sehr gut kooperiert. Bleibt nur zu hoffen, daß auch das Wetter langsam wieder vernünftig wird und die Waldbrandgefahr zurückgeht. Der heutige Regen war zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber schon mal ein guter Anfang.
Autor: nnz

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