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Di, 16:16 Uhr
09.08.2011

Keine neue Verritzung

Keine neuen Gips-Tagebaue im Naturpark Südharz und in der gesamten Gipskarstlandschaft des Landkreises Nordhausen. Dafür will sich die SPD-Landtagsabgeordnete Eleonore Mühlbauer einsetzen. Die Frau besuchte heute Nordhausen...

Keine Kompromisse beim Gips (Foto: privat) Keine Kompromisse beim Gips (Foto: privat)

Mühlbauer traf sich heute mit Landrat Joachim Claus (CDU) (rechts) und Nordhausens Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) im Nordhäuser Rathaus. Frau Mühlbauer ist die Sprecherin der SPD-Fraktion für Landwirtschaft und Naturschutz im Landtag.

Bürgermeister Jendricke verwies auf den jahrzehntelangen parteiübergreifenden Konsens mit Blick auf den Schutz der Südharzer Gipskarstlandschaft vor weiteren Gips-Tagebauen. „Da herrscht enger Schulterschluss auch zwischen Rathaus und Landratsamt“, so Jendricke. Man habe in Stadt und Landkreis schon in der Vergangenheit ausreichend Abbauflächen zur Verfügung gestellt, die über mehrere Jahrzehnte genutzt werden können“, so Jendricke.

Landrat Joachim Claus verwies auf die Bedeutung der Gipskarstlandschaft mit der europaweit einmaligen Flora und Fauna. „Das ist ein großes Pfund, mit dem wir auch bei der Vermarktung des Naturparks wuchern“, sagte der Landrat.

Grundanliegen des Arbeitsbesuches war der Informationsaustausch zur bundesländerübergreifenden Vermarktung des Harzes als Touristenziel sowie die Umsetzung der neuen Potenziale des Naturparks Südharz. Dem Landrat und dem Bürgermeister ging es bei dem Gespräch zusammen darum, auch der Landespolitik aufzuzeigen, dass Thüringen nicht nur aus dem Thüringer Wald besteht. „Für unseren Südharz machen wir uns gern gemeinsam stark“, so Claus und Jendricke.
Autor: nnz

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
09.08.2011, 17:39 Uhr
Großes Lob für Mühlbauer, Jendricke und Claus!
Dieser Beitrag und das Treffen, der diesem zugrundeliegt, verdient mein ganz großes Kompliment. Alle genannten Personen haben meines Erachtens erkannt, welchen Wert wir in unserem Landkreis an der internattional anerkannt bedeutsamen Gipskarstlandschaft haben.

Das nenne ich Weitblick, Augenmaß und Verantwortung. Mein Kompliment für Bürgermeister Jendricke, Landrat Claus und Frau Mühlbauer. Ich denke, dass viele Menschen die Aussagen dieses Treffens begrüßen werden. Nicht nur die Neustädter und Petersdorfer, sondern auch die Rüdigsdorfer, Nordhäuser und gewiss auch viele Ellricher.

Wenn wir unsere Landschaft mit Augenmaß betrachten, dann gibt es viele Möglichkeiten, nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Erhaltung für einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung zu sorgen. Manche Ängste der Wirtschaft halte ich für unbegründet, wenn es keine neuen Steinbrüche gibt.

Ein Blick in die Biosphärenreservate Rhön, in den NP Hochharz und in das BR Mittlere Elbe zeigen, dass sich Wirtschaft und Landschaftsschutz nicht ausschließen.
Diese Zusammenkunft heute ist eine Wegmarke mit langfristig positiven Auswirkungen - sofern sie tatsächlich mit Leben erfüllt wird. Das aber wird erst die Zukunft zeigen.

Die alten Nordhäuser Vorkämpfer für unsere Region von Wallroth über Osswald bis hin zu Dr. hc. Kurt Wein, Prof. Dr. Hermann Meusel und Dr. Walter Elmer werden vor Freude in ihren Gräbern Purzelbäume schlagen, sofern sie diesen nnz-Beitrag gelesen haben sollten.
Wolfi65
09.08.2011, 21:01 Uhr
Alles nicht schlecht
Mit Wohlwollen kann der NNZ Leser diese Willensbekundungen zur Kenntnis nehmen.
Aber allein der Umstand, daß der Weiterbetrieb der heutigen Abbaufelder reicht, um tiefe Einschnitte in der Natur und Landschaft im Südharz zu hinterlassen,wie z.B. der Tagebau Rottleberode, lassen für die Zukunft böses ahnen.

Vielleicht wird irgendwann die Ausflugsgastätte Kalkhütte nur noch mit einer Seilbahn, oder gar nicht mehr erreichbar sein?

Der Stein Nummer 100 ist dann in einem Museum zu besichtigen und die Thyra ist im Bereich des Alten Stolberg zu einem See geworden.Das kleine Örtchen Stempeda befindet sich dann an diesem See und man kann dort sich Boote ausleihen um nach Rottleberode zu Rudern.

Ist ja auch nicht schlecht und man sollte sich nicht ständig über Kleinigkeiten aufregen.
Pe_rle
10.08.2011, 08:59 Uhr
Wolfi 65
dem kann ich noch einen drauf setzen. Wie wäre es,wenn man von Niedersachswerfen aus den Gips schneller ab baut,dahinter liegt bekanntlich die Gedenkstätte Mittelbau-Dora.
Ich wäre mal auf die Politik gespannt, was Sie dann zu sagen hätten????? Dann wäre keiner was gewesen. Ich glaub ich treff gerade ein Wespennest!!!
Bodo Schwarzberg
10.08.2011, 09:02 Uhr
Keine "Neuverritzung" heißt nicht "keine Verritzung"!
Dem Lob für die drei Hauptakteure folgt neues Nachdenken: Die sehr positive Erneuerung einer Ablehnung neuer Steinbrüche (also "Neuverritzung") sollte nun noch die Erklärung folgen, dass es künftig keine VERRITZUNG mehr gibt. Denn eine Verritzung kann auch die Erweiterung bestehender Steinbrüche sein, was durch den erzielten Konsens, keine neuen Steinbrüche zuzulassen, nicht ausgeschlossen wird.

Denn ob ich nun zwei Steinbrüche habe, oder eben einen vergrößerten, läuft hinsichtlich Flächenverbrauch / Karstzerstörung auf Dasselbe hinaus. Am Rüsselsee ist das anschaulich. Von daher fordere ich Herrn Jendricke, Herrn Claus und Frau Mühlbauer nun auf, auch über diese Hürde zu gehen. Ich habe manchmal den Eindruck, dass man nicht sehr gern bereit ist, der Ministerpräsidentin zu folgen, die bei ihrem Besuch in Neustadt jüngst sagte "Wir wollen keinen Gipsabbau!" - Kein Gipsabbau bedeutet aber keine Verritzung. Und das haben weder Herr Jendricke, noch Herr Claus und Frau Mühlbauer bisher gesagt. Also vielleicht doch ein Hintertürchen? Hier werden wir dranbleiben.
Unichsachnoch
10.08.2011, 09:30 Uhr
Arbeitsplatzgefährdung
Diese gesamten Diskussionen verfolge ich mit großen Bauchschmerzen. Gefährden sie doch meinen Arbeitsplatz und meine Existenz, die ich mir als Arbeiter in einem nicht weit entfernten Gipwerk, aufgebaut habe.

Jeder hier im Landkreis und aus der Landesregierung wettert gegen den Gipsabbau. Was aber dahinter steht, sieht KEINER! Folgebranchen, wie Papierhersteller, Speditionen, Elektriker, Dachdecker uvm. werden bei einem eventuellen Einbruch der Gipsindustrie mangels Rohsteinen extrem leiden. Das möchte ich an dieser Stelle endlich einmal los werden.

P.S. Jeder der gegen Gipsabbau ist, sollte einmal versuchen, einen Tag ohne die Produkte der Gipsindustrie auszukommen! Ich denke mal so an keramische Erzeugnisse, wie Kaffeetassen, Toilettenbecken und Waschbecken. Außerdem die gesamte Trockenausbau-Industrie und so könnte ich hier weiter aufzählen!
Bitte halten Sie sich das alles mal vor Augen.
Ein Arbeiter aus einem Gipswerk
Bommel39
10.08.2011, 09:51 Uhr
Diesen Kommentar
bezüglich der Arbeitsplätze finde ich phantastisch. Bin mal gespannt auf die Argumente der Gipsabbaugegner. Dixi-Klo? Plastik-Tasse zum Kaffee trinken?

An die Arbeitnehmer wird hier nämlich nicht gedacht. Oder haben die Gegner Alternativen für die Arbeiter?
TeeEff
10.08.2011, 10:23 Uhr
Desinformation!
Das Porzellan der Kloschüssel und Waschbecken besteht vorallem aus Kaolin (Porzellanerde, Porzellanton), Feldspat und Quarz.

Steingut bzw. das dichtgebrannte Steinzeug, wie Tassen und Teller sind ebenso aus Feldspat und Quarz sowie anderen sogn. Tonmineralien wie z.B. etlichen Silikaten. Gips, also Kalziumsulfat bzw. Kalk (Kalziumkarbonat) oder sucht man dabei eher vergebens, oder es kommt nur in Spuren vor.

Ich sag nicht das es ein unwichtiger Stoff wäre, aber den irreführenden Kommentar kann man hier so nicht stehen lassen.

Und ja, ich hab in meinen Werkstoff-Vorlesungen, wenn sie auch vor etlichen Jahren waren, ganz gut aufgepasst und ein Jahr lang ging es da nur um Gläser und (Einsatz-)Keramiken. Und zum Glück ist das nur recht übersichtliche anorganische Chemie!
Unichsachnoch
10.08.2011, 10:50 Uhr
Zusammensetzung
Über die Zusammensetzung will ich hier garnicht streiten! Es geht mir hauptsächlich um die wirklich vielen Arbeitsplätze, die daran hängen. Von einem blauen Blümchen, was dort wächst, wird meine Familie nicht satt!

Das ist das Problem, was niemand dabei bedenkt. Ich gebe auch gerne zu, daß wir hier in einer tollen Landschaft leben, um die uns so mancher beneidet. Gipsabbau kann man schnell verbieten. Wo sind die Alternativen?
Wolfi65
10.08.2011, 11:07 Uhr
Arbeitsplätze...
sind schon immer als Totschlagsargument mißbraucht worden. Ich kann ja die Arbeiter und Angestellten verstehen, welche sich zu diesem Thema in ihrer Existenz bedroht fühlen. Aber um noch einmal den TeeEff beizupflichten.

Eine Wasch- oder Toilettenschuessel kann man auch aus Kunstoff herstellen. Bei der Benutzung fallen vielleicht warme Themperaturen an, aber keine Hohen, welche den Werkstoff angreifen würden. Man denke da an die Säurebeständigen Kunstoffe in der Autoindustrie. Diese muessen auch ganz schön was aushalten können.

Umweltschutz nur so weit, wie mein eigener Arbeitsplatz nicht gefährdet ist, geht nicht.
Aber wie schon mal geschrieben: Ein paar Tagebaulöcher mehr oder weniger in Deutschland, darauf kommt es auch nicht mehr an. Oder doch?
Herr Taft
10.08.2011, 11:13 Uhr
es ist der Dauerkonflikt
Wirtschaft (also auch Arbeitsplätze) vs. Naturschutz. Eine gesunde Natur ist bedeutsam für unser aller Wohlergehen, aber ohne Job ist das Wohlergehen auch ziemlich eingeschränkt....aber wir hätten dann GAAAANZ viel Zeit ehrenamtlich die Umwelt zu schützen.... So schön, wie der Gips-Karst ist - er wird nie der große Publikumsmagnet sein - wäre der Umweltschutzfraktion sicher ohnehin nicht recht wenn Horden von Touris die schützenswerten Pflanzen zertrampeln. Unter wirtschaftlichen Aspekten sind die Gipswerke also ganz klar von größerer Bedeutung. Es ist die Frage nach der Priorisierung. Welches Gewicht wird der Wirtschaft und welches dem Umweltschutz eingeräumt. Wir leben nunmal in einer wirtschaftlich eher schwachen Region, weswegen wir mit Abwanderung und Arbeitslosigkeit zu kämpfen haben.

Ein gewisses Maß an Umweltschutz ist unbedingt erforderlich, aber Vorrang sollte dem Erhalt und der Schaffung von Arbeitsplätzen haben. Schließlich hängt daran die Zukunft der gesamten Region. Umweltschutz ist (ich übertreibe) ein Luxusproblem, welches wir uns hier nur begrenzt leisten können.
Unichsachnoch
10.08.2011, 12:33 Uhr
@TeeEff
Und wie kommt es, daß die Keramikindustrie unwarscheinliche Massen an Gips abnimmt? Ganz zu schweigen von der Dentalindustrie...
Bodo Schwarzberg
10.08.2011, 12:46 Uhr
Gips, Arbeitsplätze und Weitblick
Ich finde das differenzierte Spektrum der Kommentatoren sehr interessant. Zwei argumente stoßen mir aber sauer auf:

1.) Arbeitsplätze
Die Gipsbbauindustrie wird nicht müde zu betonen, dass sie so viele Arbeitsplätze schafft. Andererseits hat es das Ellricher Gipswerk fast kompellt verschlafen, seine Produktion auf Reagipse umzustellen. Damit gefährdet das Unternehmen seine eigenen Arbeitsplätze. Denn die Firma kann ja nicht zwangsläufig davon ausgehen, dass sie ständig neue Abbaufelder überreicht bekommt.

Weiterhin bitte ich darum, den Blick über den Tellerrand zu wagen. Irgendwann gibt es so oder so keinen Gipsabbau mehr. Dann haben wir eine zerstörte oder dilettantisch renaturierte Landschaft, die keiner mehr sehen will. Die Umgebung voon Niedersachswerfen und Ellrich macht das schon heute anschaulich. Langfristig denken heißt daher Landschaft erhalten, denn von der und in der müssen die späteren Generationen leben. Mich stört hier, dass niemand die Chancen der region für Arbeitsplätze aus dem Tourismus und der Vermarktung regionaler Produkte benennt. Schauen Sie in die Thüringer Rhön, wie viele Arbeitsplätze dort durch das Biosphärenreservat geschaffen wurden. Wir müssen nachhaltig denken, ganz im Sinne des Zeitgeistes und den Blick über eingefahrene Strukturen hinaus wagen, neues wagen.

Wenn hier jemand schreibt, hier würden sowieso keine Touristen herkommen, so verweise ich wieder auf die Rhön: Es hängt doch von der Herangehenssweise der Verwaltungen und Tourismusverbände ab. Sich hinzustellen und zu sagen, es käme ja eh keiner und daher bräuchten wir den Gipsabbau, halte ich für nicht langfrsitig genug und vor allem nicht flexibel genug gedacht. Wenn es Möglichkeiten gibt, die Landschaft zu erhalten und nicht kurzfristigen Profiten zu opfern, und zugleich Arbeitsplätze zu bekommen, warum gehen wir es nicht an und beharren stattdessen im Althergebrachten? Es gibt doch genügend Beispiele, wie es funktioniert: Warum schauen wir nicht dorthin?

Schauen Sie sich mal das gebeutelte 7-Seenland südlich Leipzig an, was die Gemeinden dort aus der ehmaligen Kohlelandschaft machen und wieviele Leute dorthin kommen! Ich finde es traurig, wenn sich hier Leute hinstellen und jammern: "Es kommt ja sowieso keiner."

2.) "Von Blauer Blume können wir uns nichts kaufen"
Mich ärgert, dass viele noch nicht verstanden haben, dass wir nicht aus einem Chemie- oder Stahlwerk stammen, sondern als Menschheit nur entstehen konnten, weil uns intakte Ökosysteme hervorgebracht haben. Brechen diese zusammen, dann gehen auch wir. Machen wir weiter so, wie bisher, schätzen wir die Ökosysteme und ihre Elemente ("Blaue Blume") so wenig, wie bisher, sind unsere Tage gezählt. Denn alles ist mit einander vernetzt. Bricht ein Stein im System weg, folgt eine Kaskade.

Der Klimawandel, die Bevölkerungsexplosion, die Milliarde Hungernder, die Regenwaldabholzung und das weltweite Artensterben: Wir hängen da mit drin, liebe Leser, und wir haben nur eine Chance, wenn wir das Wirtschaftssystem so ändern, dass es naturgerecht ist. Der Mensch ist durch das Wirken der Naturgesetze entstanden, und nicht durch die Gesetze des Marktes. Daher bleibt dem Markt im Sinne seines eigenen Überlebens und auch im Sinne der Arbeitsplätze nichts anderes übrig, als sich den Natuurgesetzen zu unterwerfen. Die sitzen am längeren Hebel, wie wir weltweit sehen können.
Ökosystemschutz ist Wirtschaftsschutz: Denn wer kann noch verdienen, wenn die Wirtschaft die Grundlagen, die ihr das Wirtschaften überhaupt erst ermöglicht, zerstört?

Auch hier brauchen wir einen Blick über den Tellerrnd: Oder hatte Brecht doch recht als er sagte: "Erst wird gefressen, dann kommt die Moral"?

3.) Ich bin froh, dass die Tendenz gegen den Gipsabbau geht, von den Gemeinden bis hin nach Erfurt. Sachsen-Annhalt ist da weiter als wir. Die haben ihren Gips nicht kurzfristig an Unternehmen verscherbelt und haben jetzt diese Diskussionen nicht, die wir haben. Oder wollen Sie wirklich, dass unsere Landschaft mal so aussieht, wie im LK Osterode?
Unichsachnoch
11.08.2011, 12:32 Uhr
Fazit
Das ist Ihre Meinung Herr Schwarzberg! Jeder hat das Recht auf eine eingene. Meine Überzeugung ist trotzdem: Immer wenn sich Politiker über ein Kontra zum Gipsabbau äußern (in welcher Form auch immer) sägen sie an meiner Existenz! Und, um es mit Ihren Gedanken zu formulieren, irgentwann wird das System zusammenbrechen.
Bitte machen Sie den Gipsabbau nicht verantwortlich für die Katastrophe in Afrika!!!!!
Ich hoffe, daß die Politiker auch an die Arbeiter denken die dann eventuell auf der Straße stehen. Wenn sie schon überparteilichen Schulterschluß zeigen.
Herr Taft
11.08.2011, 17:05 Uhr
Tourismus statt Gipsabbau
...ich kann mir unseren LK beim besten Willen nicht als Touristen-Magneten vorstellen. Was bitte ist so außergewöhnlich hier, dass jemand im LK NDH Urlaub machen will. Wer im Harz wandern will (auch gerne weniger als 147 km *blinzel*) wird direkt in Schierke oder Braunlage Quartier beziehen. Wer baden möchte, wird nicht in Bielen Urlaub machen und wer einkaufen möchte begnügt sich sicher nicht mit Herfag und C&A in Nordhausen. Selbst für Party-Gänger ist Nordhausen nicht wirklich die erste, zweite oder dritte Wahl.

Bei aller Liebe - da reisst es der Gipskarst auch nicht mehr raus. Sicher ist die Sichtweise, den Gipsabbau zu erhalten nicht nachhaltig im Sinne des Umweltschutzes - er sichert aber die Einkommen von einigen hundert Mitbürgern über viele Jahre und mehrere Generationen.

Ich verstehe Sie, Herr Schwarzberg - auch ich möchte nicht in einer Mondlandschaft leben. Ich verstehe jedoch ebenfalls die Ängste der direkt Betroffenen. Wir leben nunmal in einem (sehr erfolgreichen) Industriestaat, der nebenbei bemerkt einer der Fortschrittlichsten in Sachen Umweltschutz ist - sicher auch Dank Leuten wie Ihnen.

Selbst in Finnland - ich sah da jetzt neulich was im TV - bestehen die bewaldeten 86% der Landesfläche nur noch zu 3% aus Urwald. Und Finnland ist wohl eines der Länder, die am Überlegtesten mit ihrer Natur umgehen (Höhrensagen - ohne das recherchiert zu haben). Das Leben ist ein Kompromiss. Umweltschutz und Wirtschaft muss sich nicht ausschließen, kostet aber auf beiden Seiten Opfer.

Sollte der Tourismus tatsächlich florieren, würden Sie bestimmt auch gegen den Bau eines 5-Sterne Hotels im Alten Stolberg protestieren, da eben auch beim Bau der Anlage und des Golfplatzes, der Zufahrt u.s.w. eben auch die blauen Blümchen weichen müssen...
Herr Taft
11.08.2011, 17:09 Uhr
Tourismus statt Gipsabbau
...ich kann mir unseren LK beim besten Willen nicht als Touristen-Magneten vorstellen. Was bitte ist so außergewöhnlich hier, dass jemand im LK NDH Urlaub machen will. Wer im Harz wandern will (auch gerne weniger als 147 km *blinzel*) wird direkt in Schierke oder Braunlage Quartier beziehen. Wer baden möchte, wird nicht in Bielen Urlaub machen und wer einkaufen möchte begnügt sich sicher nicht mit Herfag und C&A in Nordhausen. Selbst für Party-Gänger ist Nordhausen nicht wirklich die erste, zweite oder dritte Wahl. Bei aller Liebe - da reisst es der Gipskarst auch nicht mehr raus. Sicher ist die Sichtweise, den Gipsabbau zu erhalten nicht nachhaltig im Sinne des Umweltschutzes - er sichert aber die Einkommen von einigen hundert Mitbürgern über viele Jahre und mehrere Generationen. Ich verstehe Sie, Herr Schwarzberg - auch ich möchte nicht in einer Mondlandschaft leben. Ich verstehe jedoch ebenfalls die Ängste der direkt Betroffenen. Wir leben nunmal in einem (sehr erfolgreichen) Industriestaat, der nebenbei bemerkt einer der Fortschrittlichsten in Sachen Umweltschutz ist - sicher auch Dank Leuten wie Ihnen. Selbst in Finnland - ich sah da jetzt neulich was im TV - bestehen die bewaldeten 86% der Landesfläche nur noch zu 3% aus Urwald. Und Finnland ist wohl eines der Länder, die am Überlegtesten mit ihrer Natur umgehen (Höhrensagen - ohne das recherchiert zu haben). Das Leben ist ein Kompromiss. Umweltschutz und Wirtschaft muss sich nicht ausschließen, kostet aber auf beiden Seiten Opfer. Sollte der Tourismus tatsächlich florieren, würden Sie bestimmt auch gegen den Bau eines 5-Sterne Hotels im Alten Stolberg protestieren, da eben auch beim Bau der Anlage und des Golfplatzes, der Zufahrt u.s.w. eben auch die blauen Blümchen weichen müssen...
Peppone
11.08.2011, 21:19 Uhr
Einfach mal anders herum gefragt,
welche Nutzung der natürlichen Ressourcen sind nach Meinung der Grünen und des BUND denn erlaubt? Wahrscheinlich kommen wir mit dieser Fragestellung dem Grünen/BUND Ideal viel schneller näher, als wenn sie zu jeder laufenden Sache ihren Senf dazu geben.

Fassen wir mal die Grüne/BUND Politik regionalgeschichtlich zusammen: Ein Industriegebiet in der Aue und auch sonst irgendwo anders im Kreis, außer auf der Müllkippe Netzelsrode und auf ehemaligen Gewerbebrachen der Stadt Nordhausen, ist angebliches Teufelswerk und grundsätzlich abzulehnen.

Nun errichtet kein verantwortungsbewußter Mensch, auf einer abgelegenen Müllkippe, die noch dazu genutzt wird, oder mitten in der Stadt Nordhausen ein Industriegebiet, welches mit Emissionen und entsprechenden Auflagen verbunden ist. So blöd ist auch kein Grüner oder BUND Funktionär!

Bleibt immer noch die Frage, wo errichtet man Gewerbe- bzw. Industriegebiete, die den Grünen/BUND passen? Antwort: Nirgendwo!

Warum labern wir hier eigentlich über Verritzung? Antwort: Weil uns Grüne und BUND hinsichtlich eines notwendigen Industriegebietes, welches in der Aue auf ausgeräumter Agrarsteppe kaum jemanden stört, seit Jahren nur Steine und Knüppel, in Form von Klagen und Meinungsmache, zwischen die Beine schmeissen.

Hätten wir ein Industriegebiet mit entsprechenden Arbeitsplätzen, welches sogar einem Biosphärenreservat Südharz in der Zone 3 entsprechen würde, bräuchten wir überhaupt keinen unsäglichen, landschaftszerstörenden Gipsabbau für die ohnehin wenigen "Gips-Arbeitsplätze". Wir könnten darauf locker verzichten. Wer hat uns das alles vermasselt? Antwort: Die hiesigen Grünen und der BUND.

Traurig aber wahr! Und es geht nahtlos weiter mit der Verhinderung und dem Ökowahnsinn. Denen ist vollkommen egal, was hier mit den Menschen geschieht, die in abhängigen Beschäftigungsverhältnissen stehen. Dafür wird sogar Tourismus erfunden, der hier nie eine Rolle gespielt hat und demnächst alles regeln soll!
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