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Fr, 18:27 Uhr
01.07.2011

nnz-Forum: Gefahr an der Straße

Die nnz hatte vor einigen Tagen über das Wuchern von Bärenklau in Herreden berichtet. Doch an andernorts lauern die Gefahren, weiß eine Leserin der nnz zu berichten...


Bärenklau findet man auch zwischen Buchholz und Steigerthal. Wann wird endlich etwas passieren? Wie giftig Bärenklau ist weiß bekanntlich jeder Erwachsene. Geradezu verführerisch wirkt diese giftige Pflanze auf Kinder. Denn die bis zu zehn Zentimeter dicken Stängel der Pflanze wecken bei Kindern großes Interesse, um sie zum Spielen, beispielsweise als Schwerter zu benutzen.

Die großen Blütendächer und Blätter laden zum verstecken geradezu ein. Doch allein die Berührung der Pflanze - und insbesondere der Kontakt mit dem Pflanzensaft -verursacht heftige Hautreizungen und Verbrennungen ersten bis zweiten Grades durch Einwirkung der UV-Strahlen des Sonnenlicht.

Das erste Kind liegt bereits mit schlimmen Folgen im Krankenhaus, sollen weitere folgen? Wann wird endlich etwas getan? Bekannt ist dieses Problem schon länger, aber wann wird der Bärenklau beseitigt? Ich hoffe so schnell wie möglich.
Sandra Meyer
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Kommentare
egw
01.07.2011, 18.59 Uhr
Bärenklau
Welche Kinder spielen eigentlich im Straßengraben??? Da fallen mir andere Risikofaktoren ein! Autos, Glasscherben, ...!Aber die Brennnessel darf bleiben oder?
Bleistift und Lineal
01.07.2011, 23.23 Uhr
bärenklau
mein erster ratschlag gegen die allgemeine gefährdung, welche durch bärenklau für kinder ausgeht, wäre folgender: den kindern erklären, dass man an und mit dieser pflanze nicht spielen darf. die verfasserin sagt schon ganz richtig, dass sich die erwachsenen der gefahr bewusst sind. wie wäre es, wenn eltern und erzieher verantwortungsbewusst handeln und ihr wissen an ihre kinder weitergeben?

natürlich müsste man sich dafür mit den kindern beschäftigen. vom srtl-gucken und gameboy-spielen lernen sie's nicht.
alternativ kann natürlich auch von den kommunen gefordert werden, jede einzelne straße, jeden weg und jede schneise, jedes grundstück und jede einzelne waldlichtung quadratmeterweise auf bärenklau zu kontrollieren. macht den eltern weniger arbeit als sich mit den kindern zu beschäftigen, ist klar...
Pe_rle
02.07.2011, 09.04 Uhr
Bärenklau !!!
also jetzt mal allen ernstes,wir haben in den 50er und 60er Jahren auch schon mit Bärenklau gespielt. Damals stand das Zeug an der Zorge und am Frauenberg am Maß,hat niemanden interresiert und stand auch keinem im Weg.

Ich kann mich nicht erinnern das jemand davon krank geworden ist.Heute wird ein riesen Klamauk um das Zeug gemacht. Wenn es in der heutigen Zeit so "gefährlich" geworden sein sollte, dann muß eben der Stadt und Landkreis seine Hausaufgaben korrekt machen und es beseitigen.

Die privaten Hauseigentümer werden auch regelmäßig auf Ihre Pflichten hingewiesen.
Marta D.
02.07.2011, 10.21 Uhr
Immer die anderen….
haben Schuld. So schlimm es auch ist, wenn tatsächlich ein Kind an dieser Pflanze verletzt hat, so stellt sich mir die Frage, wo waren die Eltern.Haben die Eltern ihre Aufsichtspflicht ausgeübt?
Die Aufsichtspflicht ist schließlich Teil der Personensorge und umfasst das Recht und die Pflicht der Eltern, das Kind zu pflegen, zu erziehen und zu beaufsichtigen.

Ich frage mich auch ob die Eltern mal etwas Zeit gefunden haben, ihrem Kind zu zeigen wie die Pflanzen aussehen und welche Gefahren von diesen Pflanzen ausgehen können.

Die Herkulesstaude sollte doch nun wirklich jedem Erwachsen bekannt sein und wenn nicht, kann man sich im Internet
(z.B. unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Riesen-Bärenklau) informieren.

Wenn Frau Meyer in der Nähe des Standortes der Herkulesstauden wohnt, ist es doch ein leichtes für Sie den Eigentümer der befallenen Flächen zu ermitteln. Der ist schließlich für seine Fläche verantwortlich.In einem Dorf fragt man nur in einem größeren Landwirtschaftsbetrieb nach. Die kennen sich in den Eigentumsverhältnissen gut aus.
Bevor man den „Anderen“ die Schuld zuschiebt, sollte man selbst auch etwas
Zivilcourage beweisen.

Soll mit diesem Leserbrief der verantwortlichen Eigentümer erreicht
werden, dann hoffe ich, dieser Artikel hat den gewünschten Erfolg und
der Eigentümer reagiert schnell.
Luftikus
02.07.2011, 13.30 Uhr
Was soll die Stadt denn noch alles tun?
erst duch den Park Hohenrode ist der Bärenklau wieder in aller Munde. Die letzten 40 Jahre hat sich kein Mensch darum gekümmert. Erst als Frau Hartmann den Park Hohenrode mit der Bürgerstiftung erwarb, wurde die Pflanze als Staatsfeind Nr.1 erklärt, nachdem sich sogar Frau Oberbürgermeisterin beim pflücken verbrannte. Wollen wir morgen noch die Disteln und Vogelbeeren vernichten?

Sollen jetzt auf Kosten der Steuerzahler Gartenfirmen beauftragt werden, welche diese Pflanzen entfernen. Vielleicht können einfach mal die Anwohner oder beherzten Bürger ein paar Handschuhe nehmen und die Pflanzen mit samt Wurzel rausziehen. Sie dürfte dann vertrocknen.
Peppone
02.07.2011, 16.53 Uhr
Show must go on.
Mit Ihrer durchaus löblichen und vernünftigen Einstellung zum Bärenklau, Staudenknöterich und Co stehen Sie, lieber Luntemann, leider nun mal so ziemlich alleine da.

Der Treppenwitz ist, dass solche Konsorten wie Hohenrode-Kneiff diesen Mist erst hier eingeschleppt haben. Aber angeblich soll das alles ja ein botanisches Refugium sein, welches in Zukunft vieler Staats- und Steuerknete bedarf und ganz, ganz wichtig ist.

Frau Hartmann und Herr Jendricke stehen schließlich mit ihrem guten Namen für dieses Neophyten - Projekt!

Ich habe auch schon überlegt, ob ich hier einen Park für Neozoene wie Warzenschweine, Nilpferde und die Big Five eröffne. Das würde doch gut dazu passen. Und wenn die Viecher dann irgendwann Überhand nehmen, dann veranstallten wir auf Staats- und Steuerknete einfach Großwildjagden! Leider fehlt mir für solche Spinnereien ganz einfach die Zeit!
Bodo Schwarzberg
02.07.2011, 19.33 Uhr
Gefahr Bärenklau wird übertrieben
Selbstverständlich ist Heracleum mantegazzianum ein invasiver Neophyt, der aus dem Kaukasus stammt und aus verschiedenen Gründen (nicht nur zu Zierzwecken) eingeführt wurde. Dennoch finde ich die Diskussion hier zu dem Thema nicht ganz sachlich. Zum einen ist der Riesen-Bärenklau nicht durch den Park-Hohenrode nach Nordhausen gekommen. Das ist einfach verkehrt. Er wurde in Thüringen erstmals 1912 von Reinecke am Ufer der Gera bei Kühnhausen nachgewiesen (Quelle: Flora Thüringen von Korsch et.al. 2006). Der Park Hohenrode aber wurde viel früher bepflanzt.
Die Art breitet sich in ganz Mitteleuropa flächendeckend aus. Und natürlich ist sie durch die Photocumarine auch giftig. Allerdings gibt es bedeutend giftigere einheimische Pflanzen, die schon immer bei uns siedeln, z.B. der Gelbe Eisenhut Aconitum vulparia, der Gefleckte Schierling (Conium maculatum) und die Herbstzeitlose Colchicum autumnale). Vor allem letztere verursacht immer wieder schwere Vergiftungen, z.B. durch Verwechslung mit Bärlauch Allium ursinum. Darüber regt sich aber niemand auf, obwohl sich auch die Herbstzeitlose infolge der Eutrophierung immer weiter ausbreitet.
Weiterhin zählt auch der kleinere Verwandte der Herkulesstaude Wiesen-Bärenklau Heracleum sphondylium zur heimischen Flora. Auch er verursacht seit Jahrhunderten Vergiftungen (Wiesen-Dermatitis), worüber sich auch niemandand erregt. Von daher halte ich die Ängste der Menschen vor dem Riesen-Bärenklau für eine Folge des mit ihm verbundenen Medien-Hyps. Ungleich größere Gefahren drohen unseren Kindern aber z.B. durch Fehlernährung und Bewegungsarmut. Diabetes II und Bluthochdruck bei Kindern und Jugendlichen nehmen zu, 15% sind übergewichtig, mit allen verheerenden Folgen bis hin zu einem frühen Tod. Hier anzusetzen, würde bedeutend mehr zum Wohle von bedeutend mehr Kindern beitragen, als die Kampfansage an die Herkulesstaude.
Ich rufe zu einer Versachlichung der Diskussion auf.
Fakt aber ist: Heracleum mantegazzinaum verdrängt einheimische Arten und sollte von daher schon bekämpft werden. Allerdings ist dies sehr, sehr schwierig und langwierig. Ich verweise auf frühere Mitteilungen von mir. Realistisch wäre eine regelmäßige Verhinderung des Aussamens durch Entfernung der Blütenstände. Dies könnte zumindest lokal die Ausbreitung bremsen. Diese zu stoppen dürfte aber vollkommen unmöglich sein. Da er bereits flächendeckend präsent ist müsste er auch flächendeckend bekämpft werden, da er sich sonst immer wieder aus anderen Gebieten bei uns ansiedeln wird. Die flächendeckende Bekämpfung aber dürfte wohl kaum stattfinden. Von daher werden wir lernen müssen, mit dieser Art zu leben. Außerdem besiedelt sie auf Grund ihrer Ansprüche nicht alle Biotope, also z.B. keine ausgesprochen trockenen Flächen.

Wer von den Kommentatoren den Park Hohenrode und die Aktivitäten dort kritisiert, dem, sei zudem Folgendes gesagt: Erstens wird gerade dort die Herkulesstaude beispielhaft bekämpft und zweitens ist er ein dendrolgisches Kleinod von europäischem Rang, was der Stadt Nordhausen gut zu Gesicht steht. Ich verweise auch auf die vielen Veranstaltungen, die dort stattfinden. Von daher sind Steuermittel dort gut angelegt. Der Großteil der Arbeiten dort wird zudem auf ehrenamtlicher Basis durchgeführt. Dies zu würdigen, kommt hier deutlich zu kurz.
Bodo Schwarzberg
03.07.2011, 10.00 Uhr
Riesen-Bärenklau-Werdet selbst aktiv!
Zudem fordere ich die Kommentatoren auf, nicht nur andere zu kritisieren, sondern selbst tätig zu werden, wie z.B. die Menschen, die die Herkulesstaude im Park Hohenrode mit wachsendem Erfolg beseitigen: Warum denn immer auf den Staat warten, wo wir doch alle mündige Bürger sein wollen?

Also mein Vorschlag: Erfassen Sie alle Vorkommen der Herkulesstaude und teilen Sie die der Unteren Naturschutzbehörde mit. Das wäre viel hilfreicher. Entfernt sodann selbst in Absprache mit der UNB die Blütenstände und fragt nach, wo ihr sie am besten entsorgen könnt. - Und schon ist die Gefahr durch die Art etwas geringer geworden und Ihre Kinder wären für das Thema sensibilisiert.

Das ist besser, als nur drohend den Zeigefinger ihnen gegenüber zu erhaben. Übrigens können Sie auch gern zu unseren BUND-Sitzungen an jedem zweiten Dienstag im Monat 18:30 ins Vereinshaus Thomas Mann kommen. Kommen dort genug Leute zum Thema Herkulesstaude zusammen, würden wir selbst eine solche Bekämpfungsaktion unterstützen und mitorganisieren.

Wir kritisieren auch nicht nur, sondern packen Probleme selbst an.
Bodo Schwarzberg
03.07.2011, 15.51 Uhr
Jeder Gartenbesitzer schafft potentiell neue "Herkulesstauden"
Ergänzen möchte ich noch, dass mir der Ruf nach dem Staat bei der Bekämpfung von Heracleum mantegazzianum ein wenig wie der Ruf klingt "Haltet den Dieb!" Denn letztlich trägt jeder Gartenbesitzer zur potentiellen Invasion derartiger Arten bei. Arten wie der Punktierte Gilbweiderich (Lysimachia punctata), Drüsiges Springkraut (Impatiens glanduliefera), ja sogar das Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), der sehr invasive Japanische Staudenknöterich (Reynoutria japonica), die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) und viele andere mehr in unserer Landschaft sind aus Gärten "ausgebüxt". Obwohl die Kanadische Goldrute beispielsweise oft schon risige Brachflächen flächendeckend erobert hat, wo sie alles andere verdrängt, sieht man sie noch heute in so manchem Garten.

Jeder Gartenbesitzer, der fremdländische Arten kultiviert, trägt daher eine große Verantwortung für die Verfälschung und Bedrohung unserer heimischen Flora. Und niemand weiß so genau, wie und ob sich solche Arten in unserer Flora etablieren, ob sie eine Einbürgerungstendenz zeigen, wenn ja, wie stark sie ist und ob sie später zu Gesundheitsproblemen führen.
Eine ebenso große Bedrohung auch für die Gesundheit aber stellt die Einwanderung von Arten infolge des Klimawandels dar.

Die vielgescholtene Rainfarnblättrige Ambrosie (Ambrosia tanacetifolia) ist ein solches Beispiel. Da sie erst im Herbst blüht, und so die für Allergiker kritische Jahreszeit verlängert, wird sie für steigende Probleme sorgen.

Übrigens haben aber auch einheimische Arten ,anderswo eingeschleppt, für Probleme gesorgt. Ein Beispiel ist die Rispige Flockenblume (Centaurea stoebe), die in Nordamerika eingeschleppt wurde und dort überdiemensionale Größen erreicht. Bei uns hingegen wird sie kaum 50 cm groß.
Bifiwurst
03.07.2011, 19.47 Uhr
Bärenklau
Also, wir haben uns aus den Stängeln des Bärenlau´s als Kinder schöne Pflöten geschnitzt, da hat keiner einen Pickel oder Atemnot bekommen.
Herr Taft
04.07.2011, 09.40 Uhr
@bifiwurst - und Sommerwiese in Hohenrode
..ganz genau - kann mich gut daran erinnern. Die hohlen Stengel waren für einiges gut - auch oder gerade wenn sie vertrocknet waren. Das Zeug stand überall im Gehege - besonders hinter dem (damals halb verfallenen) Bühnenhaus am Gehegeplatz. Also als Kinder haben uns Brennesseln mehr gestört.

Aber ehrlich - diese "Globalisierung" in der Pflanzenwelt ist für die ein- oder andere einheimische Art sicher nicht gut. Mich würde mal interessieren, welche Arten vom Riesenbärenklau zurückgedrängt werden - bin ja kein Botaniker, aber eine schöne Sommerwiese mit vielen bunten Blüten, wie sie früher im Park Hohenrode zu finden war gefällt mir schon besser, als ein Dickicht aus Bärenklau...

Generell gilt in meinen Augen - alles, was Überhand nimmt gehört ein wenig zurechtgestutzt *nicht ganz ernst gemeint :-)*
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