eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
So, 12:32 Uhr
05.06.2011

nnz-Betrachtung: Verbieten oder ertragen

Das Spektakel ist vorbei und hat nach dem Finale eine gute Nachricht: Es gab keinerlei handgreifliche Auseinandersetzungen, keine Gewalt. Die Meldung kommt von der Polizeidirektion und soll Ausgangspunkt dieser Betrachtung sein...

Nazis in der Nachbarstadt (Foto: privat) Nazis in der Nachbarstadt (Foto: privat)
Kein Problem für die Verwaltungen im Kyffhäuserkreis: Thüringentag der nationalen Jugend in Sondershausen

Wie viele Polizeibeamte bei brütender Hitze in Sondershausen das Treffen einer Partei bewachen mussten, die nicht verboten ist, bleibt wohl exakt das Geheimnis der Ordnungsmacht. Ist eigentlich auch egal, die Beamten müssen jeder zugelassenen Partei ihr Versammlungsrecht gewähren und müssen Störungen abwenden. Egal, ob Gefahr aus der Versammlung kommt oder in ihr hinein will.

Wie geht man also mit Veranstaltungen der rechtsextremen NPD um? Dies ist auch in Zukunft die zentrale Frage, mit der sich Verwaltungen und die Politik quälen müssen. In Nordhausen ist das sehr zwiespältig gehändelt worden. Dort hatte man sich eigentlich im Rathaus nach nnz-Informationen mit der Polizei dafür ausgesprochen, die NPD auf dem Segelflugplatz ihren Thüringentag feiern lassen. Veranstaltungsverantwortlich ist jedoch das Landratsamt. Dort wurde an dessen Spitze alles versucht, die Veranstaltung zu verhindern. Ob das rechtens ist, werden vermutlich Gerichte noch zu klären haben. Ein Beispiel dazu gab es in Nordthüringen schon - mit einer Niederlage für die dortigen Verwaltungen.

Also gab es in Nordhausen mehrere, klug angelegte Gegenveranstaltungen. Angemeldet von Parteien, Organisationen, Vereinen oder Verbänden, die ebenfalls nicht verboten sind in diesem Land und sich - rechtlich gesehen - auf einer Ebene mit der NPD befinden - weil nicht verboten. Und von denen mindestens eine Partei immer noch im Visier des Verfassungsschutzes aufzufinden ist. Rechtlich gesehen ist das ein Fakt, freilich sind Inhalte nicht vergleichbar. Da ist - außer bei der NPD - keinerlei Menschenverachtung zu finden, da gibt es keinen Rassismus, da gibt es die klare Haltung zu jeder Form von Faschismus. Die Aufzählung kann weitergeführt werden.

Kurze Blende - nach Sondershausen. Dort wurde die Ausweichveranstaltung der NPD nicht verboten, obwohl Zeit dazu gewesen wäre. Die Ausweichvariante war der dortigen Verwaltung samt Staatsmacht seit Beginn dieser Woche bekannt. Die Sondershäuser - ausgenommen 20 Frauen und Männer, die mit der LINKE protestierten und damit ziemlich allein waren - interessierten sich nicht für die braune Schose. Stellen Sie sich vor, die NPD veranstaltet sich und niemand nimmt davon Kenntnis. Ich kann mir das vorstellen, weiß aber auch, dass das in gewissen politischen Kreisen obsolet ist.

Aber - bei genauerer Betrachtung - wer hat denn gegen die NPD-Veranstaltung protestiert? Ich habe zum Beispiel keinen meiner Nachbarn gesehen, keine Bekannten. Ich habe die gesehen, die ich in Stadtrats- oder Kreistagssitzungen sehe, bei Veranstaltungen im Audimax der Fachhochschule sehe. Hart ausgedrückt, es haben die protestiert, die immer in der Öffentlichkeit zu sehen sind. Wo war der normale Bürger, wo waren die Menschen, die jenseits eines politischen Mandats zu finden sind? Wo war am Bahnhof oder am Rathaus in Nordhausen der Otto-Normal-Bürger?

Was also ist zu tun? Was soll gegen eine politische Strömung getan werden, die ein Sammelbecken von alten und jungen Nazis ist, die immer noch nicht geschnallt haben, was einst in Deutschland geschah, die sich in diversen Foren immer noch mit "national-sozialistischen Grüßen" von einander verabschieden oder die SS-Runen auf ihre prallen Oberarme tätowiert haben? Wegsperren? Integrieren?

Hilft ein Verbot der NPD? Ist es das Allheilmittel, um schlussendlich auch adäquate Vereinigungen zu verbieten? Was passiert danach in den Köpfen der Mitglieder, in den Köpfen der Sympathisanten? Diese Fragen müssen beantwortet werden. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Beantwortung gefragt. Nur: diese Gesellschaft hat momentan keine wirkliche Antwort. Immer weiter Geld in diverse Projekte gegen "Rechts" stecken oder Liegestühle und Stoffbeutel damit zu finanzieren, das ist lächerlich. Weil einfach am Problem und dessen Lösung vorbeigehend. Und so wird es bleiben - es ist der Spagat zwischen verbieten oder ertragen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Wolfi65
05.06.2011, 12:56 Uhr
Bösartig
Ich dachte immer, die NPD Leute und deren Anhänger sind immer so böse zu anderen Mitbürgern. Keine Auseinandersetzungen, daß passt ja gar nicht in das propagierte Bild von der ach so rechts-extremen Partei.
Oder sollte es am tausend Mann oder Frau starken Polizei Heer gelegen haben? Fragen die jeder Mitbürger für sich selber beantworten muss.
-Insider-
05.06.2011, 13:16 Uhr
das
soziale ungleichgewicht ist der keim für fast jedes braunes gedankengut. es kommt (nahzeu) keiner auf die welt und denkt "ausländer raus", dass ist erziehung, dass ist lenkung durch die medien, dass entsteht durch die soziale schicht. ich will nicht sagen, dass jeder rechte ein H4ler ist, aber die anzahl derer ist wesentlich größer als die der rechten anwälte.

was muss also der staat tun?

Man sollte sich diese ganzen "Kein Platz für Faschos in NDH-City"-Aktionen sparen und dieses Geld für die Bekämpfung der Wurzel nehmen. D.h. vorallem gleiche chancen für jeden, egal ob IQ 90 oder 145, egal ob braun oder weiß, egal ob dick oder dünn, egal ob arm oder reich. jeder mensch muss in dieser gesellschaft einen platz für seine soziale und wirtschaftliche entfaltung bekommen.

wenn das dieser staat auf die reihe bekommt, was aber zu 100% nicht gewollt ist, dann finden sich in 5 jahren keine 700 oder 800 mehr zum thüringentag ein, sondern dann sitzt der liedermacher vorne alleine und 5 hardcore-rechte, die einfach diese überzeugung haben...
Bommel39
05.06.2011, 13:51 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Verstoß gegen AGB
I.H.
05.06.2011, 13:59 Uhr
Tja, was is nu richtig?
Was soll man mit denen denn nu machen? Da helfen doch keine Pillen! So 2 bis 5 % der Bevölkerung irren immer herum. Ob bei den Nazis, bei Scientology, den Erdbefreiern ... und sonstigen Sekten.

Ihre Frage is gut Herr Greiner! Hier ne einfache Antwort. Jede Aufmerksamkeit nutzt diesen Verwirrten und bestätigt sie in ihrem Tun und Handeln!

Das heißt jetz nich, dass Sie darüber nich berichten sollen, aber ne "erhöhte" Aufmerksamkeit haben diese Sektierer wirklich nich verdient. Aber ihr macht das schon hier! ;-)

zwei Prozent Verwirrte erträgt - Jupp
-Insider-
05.06.2011, 15:17 Uhr
sie
sollten die prozente bei den wahlen nicht mit dem gegenwärtigen gedankengut gleichsetzen. der gedanke "ausländer raus" existiert sicherlich bei mehr als 2-5% aller deutschen bürger. es ist nahezu egal, in welcher sozialen schicht man sich umhört....die wut bzw die abneigung gegenüber ausländern und menschen mit "migrationshintergrund" ist gewaltig. man kann eig nur froh sein, dass der deutsche das alles daheim am esstisch rauslässt und nicht wie die franzhosen auf der strasse..
TeeEff
05.06.2011, 15:50 Uhr
Klingt fast wehmütig von ihnen...
Herr Greiner, das nichts passiert ist?

Im übrigen wundert es mich, dass sie von den gut 1500 Beamten und auch zwei am Vortag abgeladenen Wasserwerfern nichts wissen. So ein großes Geheimnis macht die Ordnungsmacht darum gar nicht und kurzes über die Darre fahren hätte das gezeigt.

Bei dem Betreuungsverhältnis wundert es übrigens kaum, dass nichts passiert ist, oder?

Aber hätten sie den Polizeibericht konkret gelesen, wäre aufgefallen das faktisch alle Teilnehmer durchsucht und bei etlichen Messer, Schlagstöcke usw. sichergestellt wurden.

Würde man sich nun noch die Mühe machen und die Seite von an-nordthüringen ansehen, wären ihnen die "subtilen" Drohungen gegen das BGR und die "subtilen" Gewaltaufrufe, wie auch das sich auf die Schulterklopfen der Nazis, das sie hier so gut Flagge zeigen konnten und dies als Festigung ihrer Strukturen werten, aufgefallen.

Und mit Sicherheit meinten die 2 Aktionisten von Freies Nordhausen dieses Transparent auf dem Parkdach der Südharzgalerie mit pro "National Sozialismus" auch gar nicht so?
Hmm?

Falls Ihnen das aber entgangen sein sollte, kann man ihnen sicherlich Material diesbezüglich zukommen lassen - nur damit sich das hier von Ihnen hier vermittelte Bild ein wenig abrundet, natürlich.
I.H.
05.06.2011, 15:56 Uhr
Mit "Sie" meinste wohl mich Insider,
Danke für den Hinweis. Ich muss mich korrigieren, nich nur 2 - 5 % sind betroffen, sondern 2 - 5,1 % könnten betroffen sein. Einverstanden?

Was hatte'n ihr selbst festgestelltes Migrationsproblem mit den NPD Kadern und Parteijüngern zu tun, außer, dass diese Nasen "Ihr" Problem für ihre Zwecke benutzen? Könnten Sie mir das mal erklären?

Und Ihrem Text entnehme ich, dass wir Deutsche nich mal halb so schlimm sind wie unsere französischen Nachbarn. Was soll'n das heißen? Darfs ein bisschen mehr Rassismus sein, als in Frankreich?

Wir haben im Osten kein Migrationsproblem und ich beziehe mich hier nich auf Wahlen sondern auf 2 - 5,1 % nix Merker!

denen kann man nich helfen - Jupp
FragedieFrage
05.06.2011, 17:22 Uhr
Die Sonne ist Schuld...
"Wo war der normale Bürger, wo waren die Menschen, die jenseits eines politischen Mandats zu finden sind? Wo war am Bahnhof oder am Rathaus in Nordhausen der Otto-Normal-Bürger? "


Ja wo waren die denn? Sicherlich, es war entweder zu heiß oder zu schön um zu demonstrieren. Vielleicht war auch der Samstag daran Schuld oder einfach gesagt alle anderen Menschen waren pro-Rechts.

Es mag viele Gründe dafür geben, aber an Informationsmangel für die Veranstaltung kann es nicht gelegen haben. Ganz ehrlich, es war nicht zu übersehen/hören.
Woran aber nun? Faulheit? ...
Miller
05.06.2011, 19:21 Uhr
Schade!
Eigentlich sollten sich die Nordhäuser schämen. Bei einer Einwohnerzahl von rund 45.000 schaffen es nicht einmal mehr als 100 Personen auf eine Gegendemonstration. In anderen Städten wäre die halbe Stadt auf den Beinen gewesen um den Neonazis das Triumphgefühl zu vermiesen. Die freuen sich nun natülich und fühlen sich in ihrer menschenfeindlichen Ideologie bestärkt, wenn sie sehen, dass bei ihrer Veranstaltung 10 mal so viele Teilnehmer waren. Diskussionen darüber, ob man die Veranstaltung verhindern darf spielen für mich keine Rolle. Die NPD bezieht sich auf Werte, die sie abschaffen wollen und für solche Parteien darf kein Platz in einer demokratischen Gesellschaft sein.

Ich als nicht gebürtiger Nordhäuser finde so ein Verhalten beschämend und traurig. Durch das Desinteresse werden Vorurteile (im Osten gibts nur Nazis etc.) bestärkt und das Image der Stadt nachhaltig beeinträchtigt. Wer will in einer Stadt studieren, in der man Angst haben muss nur weil man ausländische Wurzeln hat. Welcher Investor entscheidet sich für einen Standort mit einem solchen Image? Ein Glück für Nordhausen, dass der Landkreis noch eingeschritten ist. Bei einer Stadt wie Sondershausen, wundert es mich nicht, dass dort keine Gegenwehr zu finden ist.

Aber in einer Stadt, auf deren Ortschild "Hochschulstadt" steht und die für sich in Anspruch nimmt ein bedeutendes Mittelzentrum zu sein ist das Verhalten der örtlichen Bevölkerung für mich nicht zu verstehen.

Die Nordhäuser Bevölkerung schießt sich selbst ins Bein und hat es verpasst, dieses Wochenende Flagge nicht nur gegen den Aufmarsch, sondern auch gegen die alltägliche Präsenz der Neonazis in der Stadt zu zeigen! Schade!
-Insider-
05.06.2011, 19:43 Uhr
sie sind
ja schlimmer als die besten politiker, jupp. drehen einem im besten stile die worte im mund rum und "zitieren" wie sie lustig sind.

erstens sprach ich nicht von einem migrationsproblem, sondern davon. dass nach meiner einschätzung was man hier und da so aufschnappt, nahezu jeder 3. oder 4. mit ausländern oder ganz speziellen ausländern seine probleme hat und dies in der stammtischrunde gerne mal rausposaunt. man sollte daher das rechte gedankengut nicht auf die wählerstimmen der NPD reduzieren. das wäre schönmalerei des problems.

des weiteren sollten sie nicht nur lesen, sondern lesen und verstehen.ich schrieb, dass wir froh sein können, dass das deutsche volk so friedlich ist, sonst hätten wir vom derzeitigen wut/aggressionspotenzial franz. zustände wo die strassen brennen und unter umständen auch andere dinge...

aber gut, was schreibe ich hier gross. das ist das internet, hier ist jeder ein held *lach*
I.H.
05.06.2011, 21:04 Uhr
Zuviel der Ehre
Insider. Um mal beim Thema zu bleiben, man muss die NPD ertragen und die unterschwelligen, "ich bin nich NPD, aber ich höre nur Sachen über Ausländer" muss ich auch ertragen. Ich muss sie aber nich gut finden! Was haben Sie denn eigentlich für ein Problem damit?

Ich hab jetz gelernt, nich nur die NPD is doof, sondern alle die am Stammtisch sitzen und irgendwen anderes als NPD und Linke wählen sind auch doof. Sein Sie doch mal so lieb und geben Sie hier mal ne Empfehlung ab, was der moderne Mensch von heute so wählt.

Ich hab hier auch niemanden zitiert, nich mal Sie Insider! Und mir is auch nich bekannt, dass in Frankreich gerade ne Revolution stattfindet. Vielleicht weiß Insder da ja mehr drüber?

bin da kein Insider - Jupp
FragedieFrage
05.06.2011, 22:14 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Kein Chat
TeeEff
05.06.2011, 23:26 Uhr
Zur Beteiligung
Die hier herumgeisternde Zahl von 100 ist deutlich untertrieben.

Nicht nur weil mehrere Veranstaltungen an mehreren Plätzen stattfanden - wie z.B. auch auf dem Petersberg von der SPD oder den Grünen in Ost - es zog sich neben der Veranstaltung unter dem Schirm der Gewerkschaften auf dem Bahnhofsplatz, mit Musik und Lesung, auch die Veranstaltung vor dem Rathaus über mehrere Stunden.

Natürlich war da um die Mittagszeit ein wenig Pumpe und auch in der Sonne kurz danach ebbte es ab.

Man kann über die Zeit verteilt durchaus von mehreren hundert bis vielleicht eintausend beteiligten Personen sprechen.

Auch hatten einige Gruppen schon um 8:30 begonnen, so das deren Beteiligung vielen Spätaufstehern verborgen blieb.

Natürlich haben wohl viele Nordhäuser, nach dem sie vom generellen Verbot der Nazi-Veranstaltung im Landkreis gehört haben, direkt von der Teilnahme an Gegenveranstaltungen abgesehen. Das ist auch durchaus nachzuvollziehen.

Dazu kommt der Termin - so war nicht nur der Kirchentag, zu dem sicherlich neben unserer lieben OB Frau Rinke, sicherlich auch einige andere engagierte Nordhäuser Bürger fuhren.

Zusätzlich fand Rock am Ring statt und
viele der Fachhochschüler nutzten das durch Himmelfahrt und Brückentag ermöglichte lange Wochenende, für eine Heimfahrt, besonders da dort bald die Prüfungszeit ansteht.

Etliche Einheimische wagten vielleicht vor dem Pfingst und Rolandsfest einen Kurzurlaub; gegf. auch zu weiter entfernt wohnenden Angehörigen - wegen Jugendweihen, Abifeiern und ähnlichem zu besuchen.

Letztlich hielt einen Großteil der Bürger wohl schlicht und einfach der Verbotserfolg von einer Teilnahme ab, da man ja so nicht unbedingt demokratische Präsenz gegen in Nordhausen marschierende Nazis zeigen musste.

Natürlich ist diese Trägheit, nach Abwenden der unmittelbaren Gefahr bedauernswert, aber etwas ganz normales.

Ich, wie viele andere aktiv Beteiligte, werten die umfangreichen Bemühungen im Vorfeld des geplanten Nazi-Treffend, durch das breite aufgestellte Bündnisses gegen Rechtsextremismus als großen Erfolg und danke allen, die das mit ermöglicht haben, aufs herzlichste!

Nordhausen hat gezeigt, dass man solche Events verhindern kann, wenn man sich nur einig ist und zusammen an einem Strick zieht! Dies sollte auch zukünftig als Beispiel dienen!

Und wie viel Arbeit und Engagement dort hinter den Kulissen abgelaufen ist, wissen die hier Kritisierenden wohl leider nicht einzuschätzen, noch überhaupt zu schätzen.
Wolfi65
06.06.2011, 07:58 Uhr
Nicht ist zu...
ertragen, daß sich die Nordhäuser von einigen selbst ernannten Demokraten eine Schuld an irgend welchen Dingen einreden lassen sollen.
Es wurde gegen eine Sache demonstriert und viele haben sich dafür entschieden, den Tag an der Seite der Familie zu verbringen, wie es sich auch gehört. Der Nördhäuser wird entscheiden, ob alles bunt wird oder auch nicht.
Retupmoc
06.06.2011, 08:01 Uhr
Geschönte Zahlen
Von den Argen gelernt, schönen wir also auch hier die Zahlen. Natürlich waren ein paar Leute bei dem Engerling - Konzert. Aber bestimmt wegen Engerling und nicht um gegen Rechts zu protestieren. Am eigentlichen Kundgebungstermin sind in der Mehrzahl die bestellten Kundgeber erschienen und das in einer Anzahl, die auch jedes Spiel der Fussball-Kreisliga am Nachmittag gehabt haben dürfte.

Sie fragen warum? Ganz einfach. In dieser Stadt leben Bürger, die die wahren Demokraten sind. Eine Partei, die nicht verboten ist, hat das gleiche Recht wie alle anderen auch. Und mal ganz ehrlich, die jetzige Regierung hat doch mehr Dreck am Stecken als die NPD. Siehe Afghanistan, Möwenpick usw. Sicher gibt es bei der NPD auch scharze Schafe. Die gehören eingesperrt. Aber deswegen über alle Mitglieder den Stab brechen? Würden Sie auch die ganze Kirche verbieten, nur weil sich einige an Kindern vergriffen haben?

Lasst mal ja die Kirche im Dorf. In Sondershausen wurde an diesem Wochenende Demokratie gelebt. Respekt dafür. Auch dafür, das es friedlich geblieben ist. Für die Einstellung der Stadtoberen Nordhausen kann man sich dagegen nur schämen.

Das fängt übrigens damit an, das man Mitglieder der NPD als Nazis bezeichnet. Nicht einer von denen, hat vor 1945 diese grauenvollen Verbrechen an den verschiedenen Völkern begangen. Das muss auch einmal gesagt werden. Ich würde mich nicht als Nazi bezeichnen lassen, wenn ich dort Mitglied wäre. Dann würde man sich vor Gericht wieder sehen.

PS:
Um nicht falsch verstanden zu werden, ich bin weder Mitglied der NPD, noch deren Wähler. Schon vor 1989 waren ausländische Mitbürger meine Freunde, und sie sind es heute noch. Ich freue mich, wenn ich bei meinem Vietnamesen freudig begrüsst werde, wenn ich essen gehe und gehe vernünftig mit jedem von ihnen um. Das ich allerdings auch der Meinung bin, das man kriminelle Ausländer ( wie die U-Bahn-Treter ) nach Hause schicken muss, steht auf einem anderen Blatt. Wenn ich allerdings manchmal sehe, wie Leute die da gestern demonstriert haben, ausländische Mitbürger behandeln, wenn Sie vor deren Schreibtisch stehen, da kann einem schon der Hut hoch gehen.

Fazit: Vielfalt ist auch sich an andersdenkende zu gewöhnen. An friedliche NPD - Mitglieder, an freundliche und anständige ausländische Mitbürger und an freundliche Nordhäuser. Aber diese Vielfalt wird anscheinend von den ach so demokratischen Parteien nicht gewollt. Für mich sind die alle nicht mehr wählbar!
TeeEff
06.06.2011, 10:01 Uhr
Wie würden sie denn Leute bezeichnen
die mit Insignien der Nazis herumlaufen, T-Shirts mit Reichspropaganda tragen, den Massenmord der Nazis gutheissen oder gar komplett leugnen, von einer Weltverschwörung gegen ihr heiliges deutsches Volk schwaffeln, kriegerische Lieder, oder auch mal lautstark das Horst-Wessel-Lied singen und auch noch auf Transparenten vom "Nationalen Sozialismus" reden?

Vielleicht sollten sie sich die Web-Verlinkungen (Tschuldigung: von denen ja "Verweise" ins "Weltnetz" genannt) auf Fanartikel-Seiten von NPD und AN mal GENAU ansehen!

Man kann aber natürlich auch die Augen fest vor der Realität dieser Kameradschaften verschließen.
omni
06.06.2011, 10:52 Uhr
Verharmlosung
Sowohl im Artikel als auch in den Kommentaren findet sich eine erschreckende Verharmlosung der NPD.

Zunächst werden die Linke und die NPD anhand eines Merkmales, der Beobachtung durch den VS, rechtlich auf eine Ebene gestellt. Dabei wird vollkommen ausgeblendet, dass eine Vielzahl von Funktionären der NPD rechtskräftig für die verschiedensten Delikte verurteilt sind. Das sind eben keine Schwarzen Schafe, sondern Volksverhetzung und Angriffe auf Andere sind bei dieser Partei Programm und ein Massenphänomen.

Weiterhin wird im Artikel impliziert, dass doch alles gut sei, wenn man die braunen Kameraden nur in Ruhe lässt und ignoriert. Die Gefahr zu ignorieren hat schon einmal in die Katastrophe geführt. Die Folgen kann man unter anderem im Lager Dora besichtigen.

Auch das Märchen, dass die Nazis sich stets friedlich versammeln ist schon lange widerlegt. Letztes Beispiel hierfür waren die Angriffe auf Gegendemonstranten und Migranten bei der Demonstration in Berlin Kreuzberg vor einigen Wochen. Das war bei weitem kein Einzelfall. Grundsätzlich wenden die Anhänger der NPD und die sogenannten Freien Kräfte Gewalt gegen alle an, die nicht in ihr Weltbild passen, sobald sie sich in der Überzahl oder unbeobachtet wähnen. Erinnert sei hier zum Beispiel auch an die Attacke auf eine DGB-Demo in Dortmund oder die Randale in verschiedenen Orten nach der Abreise aus Dresden im letzten Jahr.

Zu welcher Gewalt die Nazis fähig sind, zeigt auf bedrückende Weise die Aufstellung der Todesopfer seit 1990, die die Zeit und der Tagesspiegel erstellt haben und die online abrufbar ist. Das zeigt, dass Gewalt und das Absprechen des Rechts auf Leben ein elementarer Bestandteil der Ideologie auch der neuen Nazis ist.

In vielen Kommentaren schwingt auch immer wieder mit, dass die NPD doch eine Partei wie alle anderen sei, da sie ja nicht verboten ist. Dabei wird immer wieder vergessen, dass das Verbotsverfahren eben nicht aus inhaltlichen Gründen scheiterte, sondern aus rein formellen. Das BVerfG hat sogar durchblicken lassen, dass ein Verbot aus inhaltlicher Sicht vermutlich erfolgreich wäre.

Wie soll man nun mit der Gefahr von Rechts umgehen?

Sicher darf sich der Kampf nicht auf einzelne Demos und reine Reaktion auf Provokationen der Nazis beschränken, sondern muss an den Ursachen des braunen Gedankenguts beginnen. Dabei darf auch nicht vergessen werden, dass rassistische und ausländerfeindliche Thesen eben kein Randthema sind, sondern bis tief in die sogenannte Mitte der Gesellschaft reichen. Verwiesen sei hier zum Beispiel auf die Langzeitstudie "Deutsche Zustände" der Uni Bielefeld.

Die Ursachen dafür sind jedoch vielfältig und sicher nicht allein im lokalen Bereich lösbar. Gerade im lokalen Bereich ist es aber wichtig Gesicht zu zeigen und der braunen Ideologie einen Gegenentwurf gegenüber zustellen. Die Kombination aus politischen Inhalten, Musik, Kunst und der Präsentation der Vielfalt die es in Nordhausen gibt, war dafür ein guter Ansatz.
Harzer_Wolf
06.06.2011, 11:10 Uhr
Fälscher am Werk
Lieber User omni, so kann man das jetzt aber nicht stehen lassen. Bemühen wir doch mal die Statistik:

Von den Linken sind ebenfalls Leute rechtskräftig verurteilt, u.a. wegen Landfriedensbruch, Gewalttaten usw. Dazu gehört auch das Schottern beim letzten Castortransport? Wollen wir das unterschlagen? Wollen wir unterschlagen, was der SCHWARZE BLOCK, zugehörig zu links, an Straftaten begangen hat?

Und ja, nicht immer versammelt sich die NPD friedlich. Und Mitglieder begehen Straftaten. Also dann alle wegen ein paar Straftaten? Wissen Sie wieviiel Straftaten von Ausländern begangen werden. Dann auch alle für einen? Oder da nicht?

In der Gedenkstätte Mittelbau-Dora übrigens kann man die Greultaten der Nazis sehn. Das ist gut so und darf nicht wieder passieren. Mal eine Frage doch dazu: Wieso sind die im Lager Dora nach 45 verübten Verbrechen der Russen nicht dargestellt? Waren die Russen auch Nazis?

Vielleicht sollten die ach so demokratischen Parteien endlich dafür sorgen, das Menschen Arbeit haben, Jugendliche eine Zukunft. Dann ist dem Braunen Nährboden das Wasser schon entzogen.

Ich fordere übrigens die Parteien auf, das Spektakel das sie los getreten haben, aus eigener Tasche zu bezahlen. Ich wollte das als Steuerzahler nicht!
Wolfi65
06.06.2011, 11:39 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
E20
06.06.2011, 12:14 Uhr
Statistik
perfekte Darstellung vom Harzer_Wolf - besser kann ein Kommentar zum Thema nicht sein
TeeEff
06.06.2011, 18:22 Uhr
Belegen Sie die angeblichen Verbrechen in Dora durch die Russen nach 45!
Laut unstrittiger Faktenlage gab es nämlich nach der Demontage nur eine kurzzeitige Nutzung als Flüchtlingsunterkunft und als Lazarett. Bereits kurz darauf bediente sich die Bevölkerung Nordhausens dort des Holzes der Baracken und anderer Dinge, um es in der zerstörten Stadt zu nutzen.

Sollten sie andere Unterlagen und Quellen haben - lassen sie sie sehen!
Ansonsten verziehen sie sich mit ihrer Relativierung der Nazi-Verbrechen und versuchten Geschichtsfälschung besser ganz schnell wieder.
Ra.Fr.
06.06.2011, 19:21 Uhr
Das Spektakel ist vorbei
Der Samstag ist nun Geschichte. Für die einen war er sehr zufriedenstellend, für die anderen etwas weniger, so ist das nun mal.

Es gibt bestimmt wieder wichtigere Sachen als eine gut besuchte Veranstaltung im Gewerbegebiet von Sondershausen, und eine nicht ganz so gute Veranstaltung in Nordhausen.(im übrigen von den Medien mal so und mal so dargestellt)

Alle sollten wieder im Alltag ankommen, dort gibt es glaube ich genug Baustellen!
Wolfi65
06.06.2011, 19:53 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Kein Chat
Frankledig
07.06.2011, 00:26 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Kein Chat
Retupmoc
07.06.2011, 09:08 Uhr
Sehr geehrter Herr/Frau Teeeff...
Aus mehrfachen Erzählungen meiner Mutter und anderer Menschen die 1945 bewusst erlebt haben, kann ich die Ausführungen des HarzerWolfes nur zustimmen.

Jugendliche und Männer, von denen man glaubte das diese Nazis seien wurden in Dora eingesperrt (von Russen und deutschen Kommunisten) und einige davon kamen nicht wieder zu ihren Familien zurück. Das ist geschichtlicher Fakt. Im Übrigen kann ich nicht erkennen, das der HarzerWolf etwas verharmlost. Das tausendjährige Reich möchte keiner wieder haben.

Aber noch einmal zurück zu den Demos gegen die NPD - Veranstaltung. Ich hätte da einmal noch eine Frage an die Organisatoren der Anti - Demos?

Euch geht es doch darum, zu verhindern, das die Mitglieder der NPD ausländischen Mitbürgern mit Rassismus und körperlicher Gewalt begegnen. Dafür bin ich auch unbedingt. Das muss verhindert werden. Jeder Mensch ist gleich. Nun aber meine Frage:

Im September kommt der Papst nach Thüringen. Planen Sie da auch Anti - Demos, denn da würde ich mich gern anschließen? Warum? Na weil der Papst für den Tod und das Leid von tausenden Menschen, vorrangig in Schwarzafrika veranwortlich ist. Durch seine Fehlinformationen ( Kondome schützen nicht, Kondome sind Teufelswerk ) stecken sich Tausende mit Aids an und durch die Bevölkerungsexplosion verhungern täglich Hunderte Kinder. Die hat auch der Herr Ratzinger auf dem Gewissen. Viele Tausende mehr als die NPD es jemals schaffen würde, selbst wenn man sie gewähren lassen würde. Warum hofieren Sie also einen Mann, der unseren ausländischen Freunden schadet?
TeeEff
07.06.2011, 13:07 Uhr
Sorry, soweit nur Hörensagen...
ich warte weiterhin auf Belege!
Irgendwelche Akten oder ähnliches z.B.
Bis dahin läuft es unter Rechtfertigung von Leuten die gegf. durch Mitgliedschaft in einem der verbreiteten NS-Organen wie z.B. BDM, NSDAP oder was auch immer vorbelastet sind und mit: "aber die (Russen) haben doch auch..." ihre oft kritiklose Mitläuferschaft, oder schlimmer mit: "Das haben wir doch alles nicht gewußt!" zu schönigen.

Und das obwohl oft genug und häufig jeden Werktag, halbverhungerte Häftlinge am helligten Tag, offen durch die Stadt zur Zwangsarbeit in etliche Betrieben getrieben wurden!

Zusätzlich arbeiteten auch viele Frauen in der Rüstungswirtschaft und stellten z.B. Granaten her, oder ersetzten andere sonst von Männern besetzte Berufe, die dadurch freigestellt werden konnten um Kriegsdienst zu leisten.
Dadurch trugen sie mit ihrem oft erheblichen Arbeitsbeitrag zu einer deutlichen Verlängerung des Krieges bei und leisteten damit faktisch einen aktiven Beitrag zur NS-Herrschaft.

Über das Anspucken der aus der Stadt getriebenen Juden und dem billigen Aufkauf von von ihnen zurückgelassenen Hab und Gut, u.a. Möbel und Kleidung, zu Spottpreisen, reden wir mal gar nicht.

Und *FALLS* Kriegsverbrecher, Schreibtischtäter oder direkte, die ja am Tod von mindestens 20 Mio Sowjetbürgern beteiligt waren, ihrer Verantwortung zugeführt wurden, OBWOHL sie sich z.B. durch komische Brandwunden unter dem Arm oder andere Verschleierungsmethoden dem entziehen wollten, sehe ich hier immer noch kein Problem.

Ob dabei vielleicht auch Unschuldige inhaftiert wurden - läßt sich anhand von Namen und früheren Tätigkeiten sicherlich herausfinden und das wäre bedauernswert und schrecklich und sollte aufgearbeitet werden.

Nur sind Sie irgendwelche auch nur halbwegs genauen Angaben dazu schuldig geblieben. Sie sprachen nur von jugendlichen und Männern, von denen GEHÖRT wurde, das sie eingesperrt wurden oder verschwanden, ohne das ihre Angehörigen wussten wieso.

Ob das letztlich aber gegf. wegen Schwarzmarktgeschäfte, Sabotage, Kriegsverbrechen oder ähnlichem war, werden diese Angehörigen eh kaum gewußt haben. Für sie war nur der Mann, Sohn oder Vater, der den Krieg glücklicherweise überlebt hatte, plötzlich weg.

Und kaum ein SS-Mann oder auch Wehrmachtsangehöriger wird wohl - insbesondere nach Kriegsende - zu Hause seiner Frau und den Kindern von den von ihm, oder seiner Einheit durchgeführten Massakern, Säuberungen und anderen Greultaten im Krieg stolz berichtet haben...
Solche Gespräche, auch über Traumata, fanden und finden üblicherweise nur unter Veteranen selbst statt, auch weil Außenstehende das oft kaum verstehen würden. Und hierbei wird auch gern geschönt, heroisiert und über den Klee gelobt.

Aber diese VERMUTETEN Dinge ohne Details und prüfbare Belege direkt als Verbrechen zu brandmarken, ist einfach nur seltsam und der eindeutige Versuch der Relativierung von NS-Verbrechen.
TeeEff
07.06.2011, 13:25 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
Harzer_Wolf
07.06.2011, 13:41 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
Wolfi65
07.06.2011, 14:54 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)