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Mi, 15:51 Uhr
01.06.2011

Erkenntnis – Empörung - Engagement

Die Pläne der rechtsextremen NPD in Nordhausen ein Großevent der Bundesweiten Naziszene zu veranstalten, nehmen konkrete Formen an. Das Bündnis gegen Rechtsextremismus informiert über den aktuellen Stand der Dinge.

Die Pläne der rechtsextremen NPD in Nordhausen ein Großevent der Bundesweiten Naziszene zu veranstalten, nehmen konkrete Formen an. Bisher bewarb die NPD Nordhausen ihr Nazifest auf einschlägigen Seiten grundsätzlich ohne einen konkreten Veranstaltungsort zu nennen. Stattdessen wurden wiederholt mögliche Orte von der Verwaltung abgelehnt oder bereits getätigte Anmeldungen von Seiten der NPD zurückgezogen.

Seit einigen Tagen scheint für die NPD nun festzustehen, wohin die Reise gehen soll. Geht es nach den Rechtsextremisten soll der Thüringentag auf dem Flugplatz in Bielen stattfinden. Da auch hier die Behörden eine Nazi-Versammlung verboten haben, setzt die NPD nun auf rechtliche Mittel um im letzten Moment doch noch ihr angebliches Familienfest feiern zu können. Ein Eilantrag der NPD wurde vom Verwaltungsgericht Weimar gestern zunächst abgelehnt. Die Nazis bemühen nun die nächst höhere Instanz, das Oberverwaltungsgericht. Dieses muss bis spätestens Freitag entscheiden, ob das Nazifest auf dem Bielener Flugplatz stattfinden wird oder nicht.

In jedem Fall werden das Bündnis gegen Rechtsextremismus Nordhausen und auch die Stadt sowie Parteien, Verbände und Gewerkschaften am Samstag den 4.Juni Gegenveranstaltungen und Demonstrationszüge organisieren, um ein Zeichen gegen braunes Gedankengut zu setzen.

Wenn wir über die Grenzen zu unseren Europäischen Nachbarn blicken, sehen wir Rechtspopulismus, Fremdenfeindlichkeit und Menschenhass auf dem Vormarsch. In Deutschland haben diese Entwicklungen noch nicht das Ausmaß erreicht, das wir bei Nachbarn wie Italien, Ungarn, Finnland oder den Niederlanden beobachten können. Aber auch bei uns drängt rechtsextremes Gedankengut zunehmend in die Mitte der Gesellschaft, wie verschiedene Studien in den letzten Jahren immer wieder belegt haben. In gewisser Weise hat unsere Vergangenheit dieses Land vielleicht bisher davor bewahrt, weiter in die Arme der extremen Rechten zu treiben.

Das ganze Jahr über finden gerade auch in und um Nordhausen zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt. Es gibt Ausstellungen, Führungen, Lesungen und Zeitzeugengespräche, die sich mit dem Schrecken des dritten Reiches in all seinen Facetten beschäftigen. Die Erinnerungskultur, die wir pflegen, ist zweifelsohne gut. Im Erinnern sollten wir aber auch unserer Verantwortung bewusst werden, sich einer Entwicklung wie sie damals stattfand, mit aller Macht in den Weg zu stellen und zu verhindern. Die Erinnerung alleine reicht nicht.

Dem Erinnern muss das Erkennen und dem Erkennen die Empörung folgen. Empörung darüber, dass es immer noch Faschisten in unserer Mitte gibt. Empörung darüber, dass eben jene Faschisten einmal mehr versuchen unsere Jugend mit Hass zu vergiften. Empörung darüber, dass sie es wagen sich an einem Ort wie Nordhausen zu versammeln und den Schrecken der Vergangenheit vor unser aller Augen verklären.

Was der Empörung folgt, muss jeder selbst entscheiden. Das Bündnis gegen Rechtsextremismus versammelt Menschen, die entschieden haben sich zu engagieren. Wir rufen hiermit noch einmal dazu auf , sich uns am kommenden Samstag anzuschließen und ab 9 Uhr auf dem Platz der Gewerkschaften laut und friedlich gegen Rassenhass, Antisemitismus und Geschichtsrevisionismus zu demonstrieren. Nur gemeinsam können wir ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus in unserer Mitte und für Freiheit und Demokratie setzen!

Erkennen – Empören – Engagieren!

Nordhausen sagt NEIN! zum Nazifest.


Bündnis gegen Rechtsextremismus Nordhausen

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Kommentare

02.06.2011, 11.55 Uhr
Kai Ser | Info
Laut Internet soll dieses Treffen im Fall einer Absage, in Nordhausen-Ost (Fußballplatz) stattfinden.

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02.06.2011, 22.52 Uhr
Christian Becker
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Artikels
03.06.2011, 07.50 Uhr
Harzer_Wolf | Kosten
Ich würde mir wünschen, das die sogenannten demokratischen Kräfte auch die entstehenden Kosten für Polizeieinsatz usw. übernehmen. Man hätte die NPD und Ihre Kunden ruhig weitab der Stadt eine Kundgebung machen lassen können. Da hätten diese Leute keinen gestört und wären von der Masse ignoeriert worden. So gibt man Ihnen seit Tagen eine schöne Plattform. Ohne Überlegung, naja was will man von SPD, FDP und Co. auch erwarten?

Die SPD und die CDU/FDP als gemeinsame Führer gegen Rechts ist sowieso köstlich. Sogar die LINKEN (die gehassten LINKEN) werden dafür in das Boot genommen. Noch Köstlicher ist es, das ausgerechnet die Parteien, die im Namen des Volkes in Afghanistan Trauer und Leid bei der Zivilbevölkerung bringen (Wieviele unschuldige Kinder und Frauen sind eigentlich schon durch deutsche Munition und deutshe Soldaten gestorben ?) - diese Parteien sorgen bei Antidemonstration gegen eine Partei die im Wahlkampf mit der Parole : Deutsche Soldaten sofort raus aus Afghanistan! geworben haben? Ist hier nicht irgendetwas falsch. Ich werde die Kundgebung der SPD morgen besuchen, und ich werde die Sprecherin auspfeifen. Das ist meine Art von Demokratie!

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