Di, 17:47 Uhr
31.05.2011
Botschafter für Nordhausen
Angehende Wissenschaftler aus aller Welt auf das Studium an deutschen Hochschulen vorzubereiten, ist seit 20 Jahren das Hauptanliegen des Studienkollegs Nordhausen. Das diese Aufgabe in ihren Zielen und Ergebnissen umfassender ist als man annehmen könnte, hat die nnz heute auf den Jubiläumsfeierlichkeiten erfahren können...
Zusammenkommen ist ein Anfang – Zusammenbleiben ist ein Fortschritt – und Zusammen arbeiten ist ein Erfolg – so beschrieb Lutz Herforth den Geist, der die Arbeit des Studienkollegs seit nunmehr 20 Jahren beseelt. Seit 1991 leitet Herr Herforth die Bildungseinrichtung, die ausländische Studierende auf das Leben in Deutschland und das Lernen an deutschen Hochschulen vorbereiten soll.
Zum Festtag war nicht nur die lokale Prominenz erschienen. Der Thüringer Innenminister Jörg Geibert (CDU) war angereist um Ministerpräsidentin Lieberknecht zu vertreten und Glückwünsche aus Erfurt zu übermitteln. Die Arbeit des Studienkollegs schaffe eine Verbindung mit der ganzen Welt und vermittle einen ersten, entscheidenden Eindruck von Thüringen so Minister Geibert.
Lutz Herforth Leiter des Studienkollegs (Foto: Angelo Glashagel)
Über 4000 ausländische Studenten haben seit 1991 von Nordhausen aus den Sprung in das deutsche Hochschulsystem geschafft. Die meisten von ihnen kehren nach ihrem Studium in ihre Heimatländer zurück und gelangen dort dank ihrer Ausbildung oft in einflussreiche Positionen. Neben Anekdoten erfolgreicher Absolventen aus Kambodscha und Dubai wusste der Leiter des Kollegs etwa auch von einer ehemaligen Studentin zu berichten, die es in Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei, als Mitarbeiterin des Präsidenten bis in die Vorzimmer der Macht gebracht hat.
Am Studienkolleg wird nicht nur die deutsche Sprache gelehrt, spezifisches Fach- und Prüfungswissen vermittelt oder bei der Wohnungssuche geholfen, das Leben im Kolleg und am Campus ist für viele aber auch der erste Kontakt mit der deutschen Kultur. Das Studienkolleg leistet zum Beispiel tatkräftige Unterstützung, wenn sich die jungen Menschen zum ersten Mal mit den deutschen Behördendschungel auseinandersetzen müssen
Aber nicht nur anhand kultureller Eigenheiten wie unserer Bürokratie wird am Studienkolleg und der Fachhochschule Integration, kulturelle Toleranz und Weltoffenheit gelehrt und gelebt. Ausländische Studierende gehören zum Stadtbild und sind außerdem ein eigener, kleiner Wirtschaftsfaktor. Durch sie wird Nordhausen erst richtig bunt und Vielfältig, wie man sich eine moderne Stadt eben so vorstellt erklärte dementsprechend auch Oberbürgermeisterin Barbara Rinke in ihrem Grußwort.
Im Kontakt mit Dozenten, Studenten und der Nordhäuser Bevölkerung wird nicht nur die Stadt belebt. Die ausländischen Studierenden erfahren aus erster Hand, wer wir sind und wie wir sind. Als Deutsche, als Thüringer und als Nordhäuser. Wenn sie in ihre Heimat zurückkehren, werden sie zu Botschaftern in der Welt wie der Leiter des Kollegs Herforth erklärte. Als solche seien sie ganz wichtig für ein Land, das so viele Kontakte ins Ausland pflegt, wie Deutschland meinte auch der Präsident der Fachhochschule Nordhausen Prof. Dr. Jörg Wagner.
Damit es auch in den kommenden zwanzig Jahren möglichst viele ausländische Studierende und Fachkräfte in den Südharz zieht, müsse Thüringen zum Magnet werden, erklärte Innenminister Geibert. Eine schnellere Anerkennung von Abschlüssen, höhere Löhne und vor allem mehr Weltoffenheit und Toleranz seien dafür nötig und gegen Fremdenhass werde man auch in Zukunft null Toleranz zeigen, so der Minister weiter.
Angelo Glashagel
Autor: aglZusammenkommen ist ein Anfang – Zusammenbleiben ist ein Fortschritt – und Zusammen arbeiten ist ein Erfolg – so beschrieb Lutz Herforth den Geist, der die Arbeit des Studienkollegs seit nunmehr 20 Jahren beseelt. Seit 1991 leitet Herr Herforth die Bildungseinrichtung, die ausländische Studierende auf das Leben in Deutschland und das Lernen an deutschen Hochschulen vorbereiten soll.
Zum Festtag war nicht nur die lokale Prominenz erschienen. Der Thüringer Innenminister Jörg Geibert (CDU) war angereist um Ministerpräsidentin Lieberknecht zu vertreten und Glückwünsche aus Erfurt zu übermitteln. Die Arbeit des Studienkollegs schaffe eine Verbindung mit der ganzen Welt und vermittle einen ersten, entscheidenden Eindruck von Thüringen so Minister Geibert.
Lutz Herforth Leiter des Studienkollegs (Foto: Angelo Glashagel)
Über 4000 ausländische Studenten haben seit 1991 von Nordhausen aus den Sprung in das deutsche Hochschulsystem geschafft. Die meisten von ihnen kehren nach ihrem Studium in ihre Heimatländer zurück und gelangen dort dank ihrer Ausbildung oft in einflussreiche Positionen. Neben Anekdoten erfolgreicher Absolventen aus Kambodscha und Dubai wusste der Leiter des Kollegs etwa auch von einer ehemaligen Studentin zu berichten, die es in Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei, als Mitarbeiterin des Präsidenten bis in die Vorzimmer der Macht gebracht hat.Am Studienkolleg wird nicht nur die deutsche Sprache gelehrt, spezifisches Fach- und Prüfungswissen vermittelt oder bei der Wohnungssuche geholfen, das Leben im Kolleg und am Campus ist für viele aber auch der erste Kontakt mit der deutschen Kultur. Das Studienkolleg leistet zum Beispiel tatkräftige Unterstützung, wenn sich die jungen Menschen zum ersten Mal mit den deutschen Behördendschungel auseinandersetzen müssen
Aber nicht nur anhand kultureller Eigenheiten wie unserer Bürokratie wird am Studienkolleg und der Fachhochschule Integration, kulturelle Toleranz und Weltoffenheit gelehrt und gelebt. Ausländische Studierende gehören zum Stadtbild und sind außerdem ein eigener, kleiner Wirtschaftsfaktor. Durch sie wird Nordhausen erst richtig bunt und Vielfältig, wie man sich eine moderne Stadt eben so vorstellt erklärte dementsprechend auch Oberbürgermeisterin Barbara Rinke in ihrem Grußwort.
Im Kontakt mit Dozenten, Studenten und der Nordhäuser Bevölkerung wird nicht nur die Stadt belebt. Die ausländischen Studierenden erfahren aus erster Hand, wer wir sind und wie wir sind. Als Deutsche, als Thüringer und als Nordhäuser. Wenn sie in ihre Heimat zurückkehren, werden sie zu Botschaftern in der Welt wie der Leiter des Kollegs Herforth erklärte. Als solche seien sie ganz wichtig für ein Land, das so viele Kontakte ins Ausland pflegt, wie Deutschland meinte auch der Präsident der Fachhochschule Nordhausen Prof. Dr. Jörg Wagner.
Damit es auch in den kommenden zwanzig Jahren möglichst viele ausländische Studierende und Fachkräfte in den Südharz zieht, müsse Thüringen zum Magnet werden, erklärte Innenminister Geibert. Eine schnellere Anerkennung von Abschlüssen, höhere Löhne und vor allem mehr Weltoffenheit und Toleranz seien dafür nötig und gegen Fremdenhass werde man auch in Zukunft null Toleranz zeigen, so der Minister weiter.
Angelo Glashagel


