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Sa, 12:57 Uhr
30.04.2011

Das kleine Paradies hinterm Haus

Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) und Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) legen auf ein grünes und gepflegtes Umfeld ihrer Objekte großen Wert. In den Mieter-Gärten hinterm Haus sehen sie eine gute Möglichkeit des Miteinanders. Kurt Frank hat recherchiert.

Paradies hinterm Haus (Foto: Kurt Frank) Paradies hinterm Haus (Foto: Kurt Frank)
Hinter einem schmuckvollen Sicht- und Windschutz haben Reiner und Ingrid Pohl eine gemütliche Sitzecke eingerichtet. Dort haben sie es gern gesellig. Kürzlich war Nachbarin Rosalinde Frank zu Gast, die der Hausherr mit einem deftigen Steak bewirtete. Foto: Kurt Frank

Etwa 80 Gärten bewirtschaften Mieter der SWG, hat Wohnungswirtschaftlerin Renate Gruben ausgerechnet. Von 25 bis über 300 Hektar Größe. Die Pächter zahlten ein nur geringes Entgelt pro Jahr. In Bereichen der Oberstadt würden Hausgärten von den Mietern gemeinsam genutzt und oft auch als Team gepflegt, erklärt Gruben und nennt Meyenburg-, Puschkin- und Förstemannstraße. Die Abteilungsleiterin verweist auf hübsche kleine Gärten in der Hardenbergstraße 2, 4 und 6 und auf die in der Jahnstraße.

Die Wohnungsbaugenossenschaft verfügt über 75 Mieter-Gärten, teilte WBG-Vorstand Sven Dörmann mit. Zwei Standorte seien in der Rolandstadt prägend: Hofseitig hinter den sanierten Altbauten in der Hardenbergstraße und östlich der Thomas-Müntzer-Straße. 200 bis 300 Quadratmeter zählen die Hausgärten der WBG. Liebevoll, bestätigen Gruben und Dörmann, würden sie von ihren Mietern bewirtschaftet. Blumen und Blüten seien in dieser Jahreszeit das schönste Kleid des Frühlings. Die bunte Farbenpracht, Vogelgezwitscher und das Grün der Oasen förderten das Wohlbefinden und ließen die Menschen in den Gärten oft gemeinsame Feste feiern, wissen SWG und WBG.

Als vor zwei Jahren die Wohnungsbaugenossenschaft die Altbauten in der Hardenbergstraße 14 bis 18 grundhaft sanierte und den Mietern anbot, sich ein Gärtchen auf dem Grünflächen-Terrain anzulegen, nutzten Reiner und Ingrid Pohl diese Möglichkeit. Heute zählt der 150-Quadratmeter-Garten zwar nicht zu den größten, wohl aber zu den schmuckvollsten und sehr zweckmäßig angelegten Mieter-Gärten. Der studierte Ingenieur für Landtechnik werkelt von morgens bis abends in seiner Oase. Sie ist für ihn und seine Frau das kleine Paradies. Neben allerlei Blumen finden sich exotisch anmutende Gewächse.

In einem Mini-Gewächshaus ernten die Pohls unter Glas Kohlrabi, Petersilie und verschiedene Küchenkräuter. In einer Ecke des Gartens steht das Tomatenzelt, daneben ein kleiner Geräteschuppen. Reiner und Ingrid Pohl haben ihren Entschluss, einen kleinen Garten paar Schritte hinter ihrer Wohnung anzulegen, keine Sekunde lang bereut. Im Gegenteil. Der 71-Jährige ist handwerklich sehr geschickt. Ohne ein Werkzeug, Hammer oder Spaten in der Hand zu haben und sich damit zu betätigen fühle er sich nicht wohl. Langeweile sei für ihn ein Graus. Für die Feinarbeiten auf Beeten und Rabatten ist die Frau zuständig. Ein ideales Gärtner-Paar.

Das Stück Land musste erst urbar hergerichtet werden. Unermüdlich rackerten Reiner Pohl und seine Ingrid darauf herum, bis es die heutige Form annahm. Der Rentner legte einen schmuckvollen Wind-und Sichtschutz an und richtete dahinter eine gemütliche Sitzecke ein. Dort haben es die Pohls gern gesellig. Oft finden sich Siegfried und Erika Panse, die mit im Haus wohnen, ein. Da wird Leckeres vom Grill serviert, diverse Getränke gereicht. Eibauer-Schwarzbier ist die Hausmarke des Gastgebers.

Vor allem aber wird gelacht. Manchmal auch herzhaft laut. Nur 12 Euro zahlt das Ehepaar im Jahr an Pacht. SWG und WBG sind darauf bedacht, dass die Gärten wieder in gute Hände gelangen, wenn ein Wohnungswechsel ansteht oder die fleißigen Mieter aus verschiedenen Gründen die Scholle nicht mehr bewirtschaften können.
Kurt Frank
Autor: nnz

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