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Di, 14:58 Uhr
04.01.2011

"Für uns ist Herr Jendricke nicht wählbar!"

Die CDU-Fraktion im Nordhäuser Stadtrat hatte zum Pressegespräch geladen. Wie sah das Jahr 2010 aus, was steht in diesem Jahr an? Antworten gab es für die nnz.


Das Positive vornweg: Man habe gemeinsam mit der Verwaltung einen Haushalt erkämpft und verabschiedet. Quasi bis zum letzten Tag vor der Stadtratssitzung sei um einzelne Positionen gerungen worden, so Fraktionsvorsitzender Norbert Klodt. Letztlich habe die Verwaltung die meisten von insgesamt 30 Vorschlägen aufgenommen und eingearbeitet. „Das, was wir politisch wollten, das wurde umgesetzt.“

Sorgen gibt es dennoch: Es werde in den kommenden Jahren kaum Möglichkeiten zur Gestaltung geben, wenn die begonnenen Vorhaben umgesetzt werden. Gerade die Flohburg-Umgestaltung sei ein Problem. Nicht der Bau oder der Umbau, sondern die kommenden Betreiberkosten – für das künftige Museum, aber auch für die Kulturbibliothek. Beim kommenden Doppelhaushalt werde man darauf Wert legen, eine Haushaltsdiskussion über einen längeren Zeitraum zu führen. Klar sei auch, das man sich nicht mehr alles leisten könne. Zum Beispiel im Jugendbereich. Nicht unbedingt Kürzungen, sondern vielmehr Verschiebung innerhalb eines festgelegten Budgets.

Weitere Sorgen seien für die Christdemokraten die wachsende Kommunalisierung bei der Betreuung von Kindern. Mit der Einrichtung in Petersdorf sei dieser Prozess begonnen worden und könne sich mit der Betreibung des künftigen Kinderhauses in Nordhausen-Ost fortsetzen. Hier solle über die künftige Trägerschaft nachgedacht und diskutiert werden. Eine Frage bleibt auch: Müssen die zahlreichen Kulturveranstaltungen unbedingt kommunal gemanagt werden? Hier seien die Ansätze von künftigen politischen Entscheidungen zu suchen, alles müsse aus Sicht der CDU-Fraktion auf den Prüfstand. Als Ergebnis solle jedoch kein Qualitätsverlust stehen. Auch Vorschläge aus anderen Fraktionen seien sehr willkommen.

Norbert Klodt und Stefan Nüßle gingen beim heutigen Gespräch auch auf das Geschehen rund um die Notunterkunft und die Beigeordnetenwahl ein. „Das, was in den beiden Wahlen praktiziert wurde, ist kein Stellvertreterkrieg gegen Frau Rinke“, stellte Klodt fest. „Herr Jendricke ist nicht die richtige Person für diesen Posten in der Verwaltung. Die Art und Weise von Herrn Jendricke fügt der Stadt Nordhausen Schaden zu. Dieser ewige Krieg gegen den Landkreis ist es zum Beispiel, der ihn für dieses Amt nicht befähigt. Letztes Beispiel ist die Inszenierung um die Obdachlosenunterkunft, mit der jede Menge Porzellan zerschlagen wurde.“

Für die CDU sei dieser Stil nicht trag- und ertragbar, dass sei nicht hinnehmbar. Das, was die Oberbürgermeisterin über Monate hinweg aufgebaut habe, zerschlage Jendricke mit drei Sätzen in der Öffentlichkeit, so Stefan Nüßle. Im Hinblick auf eine kommende Gebietsreform sei Einigkeit zwischen Stadt und Landkreis gefragt und nicht das, was Herr Jendricke sich als Feindbild aufstelle. Auch Nüßle bekräftigte die bislang gute Zusammenarbeit mit der Oberbürgermeisterin, die stets sachlich verlaufen sei, auch wenn man unterschiedlicher Meinung sei. Es sei sowohl für die CDU-Fraktion als auch für die Nordhäuser CDU erstaunlich, warum die OB Herrn Jendricke so gewähren ließe.

Auch wenn man aus CDU-Sicht in die Verwaltung hineinhorche, dann gibt es dort viele Probleme in der Personalführung, konstatiert Klodt, die Herr Jendricke verursache und zu verantworten habe. Vor allem fehle dem Fraktionsvorsitzenden die Sensibilität hinsichtlich der Arbeit des Ordnungsamtes.

Summa summarum: Klodt wird seiner Fraktion auch weiterhin empfehlen, Herrn Jendricke nicht zu wählen. Ob die CDU einen Kandidaten stellen werde, wollten weder Klodt noch Nüßle bestätigen. Vorstellbar wäre ebenfalls die Unterstützung eines Kandidaten, der nicht das CDU-Parteibuch in seiner Tasche hat. Für Klodt und Nüßle müsse endlich der politische Wille des Stadtrates umgesetzt werden und der lautet: Die Mehrheit will Herrn Jendricke nicht!
Autor: nnz

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Kommentare
Georg66
04.01.2011, 22:28 Uhr
Wählbar ist...
die CDU doch auch nicht! Was hat denn die Bundespartei für das Volk gemacht und was wurde alles versprochen? Im Kampfverband mit der FDP sind nur Seifenblasen produziert worden, welche alsbald geplatzt sind.

Der Otto-Normalbürger hat schon jetzt von der nächsten Bundestagswahl die Nase voll.Das Ergebnis wird eine noch nie dagewesene Politik Verdrossenheit sein. Aber das ist wahrscheinlich so gewollt und so kann man weiter am Bürger vorbei Regieren. Wut und Frust werden zunehmen und das Soziale in Deutschland bleibt auf der Strecke.
Nur weiter so!
Retupmoc
05.01.2011, 07:46 Uhr
Goodbye CDU
Klodt und Nüßle sind auch nicht wählbar. Ich bin nicht pro Jendricke, aber zumindest hat dieser Mann entgegen den CDU - Leuten keine Politik gegen den einfachen Bürger gemacht. Für mich und viele andere ist eher Jendricke wählbar als diese beiden Herren und ihr Gefolge.
NDHler
05.01.2011, 08:20 Uhr
Ach, ...
... und dass fällt der CDU jetzt erst auf?! Wie lange ist Jendricke im Amt? Und jetzt während der Wahl fällt auf, dass der Mann ungeeignet sei. Wollt ihr das uns hier verar...? Ihr lenkt davon ab, dass es in den Reihen der CDU keinen geeigneten Gegenkandidaten gibt.

Plötzlich entdeckt die CDU die Opposition, hat aber niemanden der das Amt ausfüllen könnte. Jahrelang hätte man Zeit gehabt, von mir aus mit einem anderen Partner, einen geeigneten Gegenkandidaten aufzubauen, die CDU in Nordhausen ist und bleibt lächerlich!

Kein Profil, keine geeigneten Personen und auch keine Ideen welche unsere Stadt ernsthaft weiter bringen würden. Diese Partei ist daher ebenfalls nicht wählbar! Ich wünsche mir, dass Jendricke als Kandidat bei der kommenden OB Wahl antritt. Da von den anderen Parteien keine geeigneten Gegenkandidaten zu erwarten sind (siehe den laufenden Wahlvorgang) dürfte er dort leichtes Spiel haben!
Bloksberg
05.01.2011, 09:43 Uhr
... wer im Glashaus sitzt ...
sollte nicht mit Steinen werfen! Wenn hier jemand von Krieg spricht und ausblendet, daß er aus ganz persönlichen Gründen gegen Jendricke agitiert, dann ist das wohl eher ein Krieg. Wie lange sich Klodt von Nüßle noch vor den Karren persönlicher Gekränktheit spannen läßt, ist die eigentlich spannende Frage, und wie lange die CDU-Mehrheit dieses Spiel noch mitmacht.

Ansonsten sind wohl Interessenkonflikte zwischen Gemeinden und Landkreisen häufig und auch die Stadt Nordhausen braucht jemanden der ihre Interessen mit Sachkenntnis und Energie gegenüber dem Landkreis vertritt. Das sind jedenfalls die Einsichten, die ich von meinem letztem Rundflug um den Harz mitbringen konnte.

Ihre Bloksberg
denk-mal
05.01.2011, 19:29 Uhr
Komentare oder polemik ...
liest man die komentare stellt man fest das eine sachliche emotionslose komentierung leider fehlt! es dominiert die typische parteinahme und parteienpolemik!

man kann über die äußerungen der herren klodt und nüssle zum thema wahl des herrn jendricke polemisieren so viel man will aber es sei an dieser stelle gestattet daraufhin zuweisen, dass nicht nur die cdu, sondern auch die fraktionen der fdp und die linke offensichtlich der selben auffassung sind, dass ein herr jendricke in seiner gesamtheit sich auf diesem stuhl nicht bewährt hat. seine leistungen dominieren mit einem ständig neu angesetzten und immer wieder neu aufgelegten Feldzug gegen seinen ehemaligen arbeitgeber, den landrat. seine persönlichen befindlichkeiten gegenüber dem landrat, wurden in ausnahmslos jeder stadtratssitzung lauthals in irgendeiner weise und oftmals an den haaren herbeigezogenen rethorik deutlich. wenn die cdu spitze sich fragt, warum die oberbürgermeisterin herrn jendricke nicht zurückpfeift, so sei ihr informell angetragen, dass dieses benehmen doch passt, in einem krimi nennt man so etwas "guter bulle - böser bulle".

unabhängig von dem benehmen gegenüber dem landrat, ist es die beständig fehlende sensibilität bei der organisation unserer stadt. und sein auftreten wird auch nicht dadurch besser, dass man ruft, wie toll er doch wäre.
Luftikus
06.01.2011, 09:00 Uhr
Vertrauen über Jahre erabeitet
Wenn eine Person vom Stadtrat gewählt wird, und diese genau weiß, dass Ihre Wiederwahl genau von jenen Stadträten wieder abhängt, dann baut man sich ein gutes Verhältnis auf und leistet gute Arbeit. Kurz und Gut: Man beisst nicht die Hand die einen füttert.

Vergessen darf man auch nicht, das die Positionen des 1. und 2. Beigeordneten reine politische Wahlposten sind, die sich alle 5-6 Jahre ändern können, weil eine jede Partei auch einmal Ihre Person auf einen Posten einbringen will und damit verbunden auch politische Zusagen mit anderen Parteien eingeht. Und genau dieses Ränkespiel was seit Jahren praktiziert wird ist nun durch diese enge Ausschreibung ausgeschlossen wurden, zum Einen weil die SPD weiß, welches Vertrauen sich Herr Jendricke in den letzten Jahren im Stadtrat erarbeitet hat und zum Anderen man NATÜRLICH die Gefahr sieht, das man als neugewählter Bürgermeister wunderbar seine Wahl zum Oberbürgermeister ausbauen kann.

Es handelt sich hier nicht um einen Arbeitsplatz für ein Leben, sondern nur um eine politische Stellung und diese findet nun nach sechs Jahren keine Mehrheit mehr, auch wenn nur eine Stimme fehlt.
wir4
13.01.2011, 11:45 Uhr
CDU vs SPD
Wer legt denn hier fest, wer für welchen Posten geeignet ist? die CDU Fraktion oder die Menschen dieser Stadt denen selbst wenn sie keine CDU Wähler sind doch immerhin noch ein Mitspracherecht eingeräumt bekommen sollten.

Meine Familie und ich sind eindeutig nicht dazu bereit kommunale Postenergreifung durch Ruf- und Kompetenzschädigende Äußerungen zu ungunsten eines geeigneten Kandidaten zu unterstützen. Unser Ja gehört Herrn Jendricke der für viele der geeignete Mann ist, aber wir werden ja nicht gefragt.
Retupmoc
13.01.2011, 13:13 Uhr
Es geht nur um die Parteien...
Ob Herr Jendricke das Amt zur vollsten Zufriedenheit ausübt oder nicht, steht doch nicht zur Debatte. Hier wird nur ein Parteienklüngel der übelsten Sorte veranstaltet. Am Schlimmsten ist für mich dabei die LINKE. Sie koaliert mit CDU und FDP (Parteien, die die Linke vom BND beobachten lassen und verbieten wollen. Parteien, die 30 % der Wähler in Thüringen nach der Wahl " demokratisch " ausgegrenzt haben). Pfui Teufel.
TeeEff
13.01.2011, 15:28 Uhr
Nicht vergessen: gegen die SPD,...
die Partei des Herrn Matschi, der vor den Wahlen groß Rot-Rote Koalition versprach, dann aber mit der CDU koalierte, weil ER trotz weniger Stimmen unbedingt Ministerpräsident sein wollte.

Tja, da hat der Herr Matschie viel Porzellan zerschlagen! Über Hartz4, Rente mit 67 etc. - alles SPD Ideen, wollen wir mal ganz schweigen.

Darüber hinaus sind Landes und Kommunalpolitik mindestens 2 Paar Schuhe.
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